Wirtschaftskrise Huber fordert Sozialausgleich wie nach dem Krieg

Der IG-Metall-Chef fordert angesichts der Wirtschaftskrise einen neuen "Lastenausgleich". Die Folgen der Rezession sollen gerechter zwischen Arm und Reich verteilt werden

Im Gespräch mit der ZEIT sagte der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber: "Wir brauchen einen neuen Lastenausgleich. Ähnlich wie nach dem Krieg, als diejenigen, die Haus und Hof verloren hatten, von allen anderen unterstützt wurden“. Es gebe auch andere historische Beispiele für eine gelungene Umverteilung.

Nach den Vorstellungen des Gewerkschaftschefs soll jeder, der nach Abzug von Schulden über ein Vermögen von 750.000 Euro oder mehr verfügt, verpflichtet werden, eine Staatsanleihe zu kaufen. Sie würde zum jeweiligen Zinssatz der Europäischen Zentralbank (EZB) verzinst und nach 15 Jahren zurückgezahlt. Dies sei keine Enteignung. Aber: "Wir müssen doch sicherstellen, dass nicht allein der normale Steuerzahler für diese Krise aufkommt, die er ja nicht verursacht hat."

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Einen Einstieg des italienischen Autobauers Fiat beim angeschlagenen Konkurrenten Opel lehnte er kategorisch ab. "Wenn Fiat bei Opel einsteigt, fürchte ich, werden die Werke in Bochum mit 5000 Beschäftigten und Eisenach mit 2000 Leuten die ersten Opfer sein", sagte er. Zu einer angeblichen Garantie von Fiat für die beiden Werke sagte der Gewerkschaftsvorsitzende: "Ein solches Zusammengehen ist aus meiner Sicht konzeptionell und von den Märkten aus gedacht nicht stimmig. Eine langfristige Zukunft von Opel sehen wir so nicht gewährleistet."

Gleichzeitig wies Huber Kritik zurück, wonach geplante Milliardenbürgschaften des Staates  für die 25.000 Jobs bei Opel besser für die Förderung neuer zukunftsträchtiger Stellen angelegt wären: "Am Schicksal von Opel hängen aber mindestens 100.000 bis 150.000 weitere Arbeitsplätze bei den Zulieferern", sagte er.

 

 
Leser-Kommentare
  1. "Wir müssen doch sicherstellen, dass nicht allein der normale Steuerzahler für diese Krise aufkommt, die er ja nicht verursacht hat."

    Mit dieser Aussage verdeutlicht Herr Huber, dass der normale Steuerzahler die Krise nicht verursacht hat. Als Verursacher bleiben dann nur noch die einfachen Steuerzahler übrig (die kein Geld haben um eine Bankenkrise auszulösen) und die wohlhabenderen Steuerzahler.

    Herr Huber suggeriert damit, dass wohlhabende Bürger die Wirtschaftskrise ausgelöst haben und damit auch in der Pflicht stehen, die entstehenden Verwerfungen zu bezahlen. Der Zusammenhang zwischen beiden bleibt mir suspekt, die Darstellung erscheint mir stark hetzerisch.

    Natürlich verstehe ich, dass er zu Beginn der heißen Phase des Wahljahres "seine" Themen öffentlichkeitswirksam präsentiert, aber der krampfhafte Reflex der Populisten, Sündenböcken zu benennen, sollte doch in unserer Lage tunlichst vermieden werden.

    Ich stelle mir eine Gesellschaft vor, in der sich die Bürger als Partner respektieren.
    In der jeder Bürger sich aus innerer Überzeugung in die Gesellschaft einbringt und für sie einsetzt.
    In der die einzelnen Bürger seinem Nachbarn nicht das Auto vor dem Haus wie auch das Brot auf dem Tisch abspricht.

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    "In der die einzelnen Bürger seinem Nachbarn nicht das Auto vor dem Haus wie auch das Brot auf dem Tisch abspricht."

    Was haben denn Neid und Missgunst mit dem geforderten Sozialausgleich zu tun?
    Mir ist es egal, ob jemand einen Luxuswagen vor der Tür stehen hat; ich möchte ihn nur nicht finanzieren.
    Natürlich haben "normale oder einfache Steuerzahler" diese Krise nicht verursacht; trotzdem werden Sie - früher oder später - zur Kasse gebeten!
    Vielleicht haben auch wohlhabende Steuerzahler diese Krise nicht verursacht (wer war es dann?), aber sie haben zumindest mehr Geld, um sich an der Beseitigung des finanziellen Dilemmas zu beteiligen.

    Sie haben ganz recht: Die "einfachen" Steuerzahler haben diese Krise nicht ausgelöst, weil sie schlicht kein Geld zu verzocken hatten. Zahlen müssen sie dennoch!

    "In der die einzelnen Bürger seinem Nachbarn nicht das Auto vor dem Haus wie auch das Brot auf dem Tisch abspricht."

    Was haben denn Neid und Missgunst mit dem geforderten Sozialausgleich zu tun?
    Mir ist es egal, ob jemand einen Luxuswagen vor der Tür stehen hat; ich möchte ihn nur nicht finanzieren.
    Natürlich haben "normale oder einfache Steuerzahler" diese Krise nicht verursacht; trotzdem werden Sie - früher oder später - zur Kasse gebeten!
    Vielleicht haben auch wohlhabende Steuerzahler diese Krise nicht verursacht (wer war es dann?), aber sie haben zumindest mehr Geld, um sich an der Beseitigung des finanziellen Dilemmas zu beteiligen.

    Sie haben ganz recht: Die "einfachen" Steuerzahler haben diese Krise nicht ausgelöst, weil sie schlicht kein Geld zu verzocken hatten. Zahlen müssen sie dennoch!

  2. 2. Neid

    "In der die einzelnen Bürger seinem Nachbarn nicht das Auto vor dem Haus wie auch das Brot auf dem Tisch abspricht."

    Was haben denn Neid und Missgunst mit dem geforderten Sozialausgleich zu tun?
    Mir ist es egal, ob jemand einen Luxuswagen vor der Tür stehen hat; ich möchte ihn nur nicht finanzieren.
    Natürlich haben "normale oder einfache Steuerzahler" diese Krise nicht verursacht; trotzdem werden Sie - früher oder später - zur Kasse gebeten!
    Vielleicht haben auch wohlhabende Steuerzahler diese Krise nicht verursacht (wer war es dann?), aber sie haben zumindest mehr Geld, um sich an der Beseitigung des finanziellen Dilemmas zu beteiligen.

    Sie haben ganz recht: Die "einfachen" Steuerzahler haben diese Krise nicht ausgelöst, weil sie schlicht kein Geld zu verzocken hatten. Zahlen müssen sie dennoch!

    • keox
    • 29.04.2009 um 17:03 Uhr

    : "Wir müssen doch sicherstellen, dass nicht allein der normale Steuerzahler für diese Krise aufkommt, die er ja nicht verursacht hat."

    Und wer zum Teufel bezahlt in 15 Jahren die Gelder Zurück? Natürlich der Steuerzahler.

    Die etwas reicheren haben ja schon 15 Jahre eine gringere Verzinsung hinnehmen müssen.

    Daß ein hoher Gewerkschaftsfunkionär sich damit an die Öffentlichkeit wagt ist ein wirklich dicker Hund.

  3. So indiskutabel dieser Vorschlag aus anderen Gründen ist: Wer pauschal davon ausgeht, daß der "normale Steuerzahler" (was bedeutet das?) an der Krise unschuldig ist, der kann auch nicht pauschal davon ausgehen, daß alle diejenigen mit mehr als 750000 EUR Vermögen an der Krise per se schuld seien und davon ausgehend verpflichtet werden könnten, eine (eine?) Staatsanleihe zu erwerben.

    Davon abgesehen ist der Erwerb von Staatsanleihen ohnehin moralisch äußerst heikel - wer Staatsanleihen erwirbt, der wettet darauf, daß der Fiskus auch in Zukunft das Vermögen seiner Bürger konfisziert - aus meiner Sicht höchst bedenklich. Wie "gut" der Staat nämlich mit unserem Vermögen haushalten kann, wie treuhänderisch er sich dabei geriert, kann man ja gerade daran ermessen, wie leichtfertig er es den größten Versagern hinterherwirft und ihnen ihr Versagen vergoldet.

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