Die Influenza aus Amerika
Kein Schwein hat Schweinegrippe
Forscher können es nicht oft genug sagen: Der neue Erreger ist eine Menschengrippe, genau wie die, an der jeden Winter rund 10.000 Menschen sterben. Bisher ist kein Schwein daran erkrankt

© Raul Arboleda/AFP/Getty Images
Glückliche Schweine: Bislang wurde der neu entdeckte Grippe-Erreger noch bei keinem Tier nachgewiesen
Seit Tagen berichten einige Journalisten gegen die Panik an. Vergeblich, könnte man meinen, wenn – wie heute morgen bei einem privaten Radiosender in Hamburg – zu hören ist, dass die Moderatorin nun vorsichtshalber kein Schweinefleisch mehr isst.
Doch mit ihrer Fehleinschätzung der Lage scheint sie in guter Gesellschaft: Sechs Staaten, darunter China und Russland, haben offiziell wegen der "Schweinegrippe" – also der neu entdeckten Variante des Influenza-Erregers A/H1N1 – die Einfuhr von lebenden Schweinen und teilweise auch von Schweinefleisch aus Mexiko und den USA verboten. Und die ägyptische Regierung hat am Mittwoch wegen der Grippe tatsächlich die Keulung aller Schweine angeordnet.
Verbraucher könnten daraus schließen, dass man sich beim Verzehr von Schweinefleisch mit der Grippe anstecken kann. Ein Trugschluss: Denn bisher ist der neue Erreger bei keinem Schwein nachgewiesen worden. Und auch als Vorsichtsmaßnahme wären solche Einfuhrbeschränkungen nach Meinung von Experten übertrieben: Selbst beim Verzehr von infiziertem Schweinefleisch kann man sich nicht anstecken. In Wirklichkeit stecken wohl wirtschaftliche und politische Interessen dahinter.
Zur Klarstellung: Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Dabei können gelegentlich neue, gefährliche Typen entstehen. Die Viren entwickeln sich etwa in Vögeln oder Schweinen und springen dann auf den Menschen über. So war es vermutlich bei der Spanischen Grippe 1918 und bei der aktuellen Variante des Erregers H1N1. In anderen Fällen können zwei verschiedene Viren in Menschen oder Schweinen zusammentreffen und sich dort zu einem neuen Erreger entwickeln.
Das aktuelle Virus, das nun erstmals bei Menschen nachgewiesen wurde, ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO eine neu entstandene Variante des Typs H1N1. Der Erreger enthält genetisches Material von Grippeviren, die sowohl von Menschen als auch von Schweinen und Vögeln stammen.
Deshalb ist der Name "Schweinegrippe" irreführend. Sofort denken viele zudem an die Vogelgrippe. Doch mit der ist die jetzt ausgebrochene Krankheit gar nicht zu vergleichen. Die Vogelgrippe ist eine reine Tierseuche und umfasst verschiedene Viren, die auf Vögel spezialisiert sind. Das Besondere: Im Einzelfall und bei sehr engem Kontakt zu den Tieren, können sie die Artgrenze überschreiten und Menschen anstecken.
"Das neu entdeckte Virus ist eine humane Grippe", betont auch Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit auf der Insel Riems, "und sollte besser als Amerikanische Grippe bezeichnet werden." Sie wird von Mensch zu Mensch übertragen – bei Schweinen ist diese Virus-Variante bisher nicht nachgewiesen worden.
- Datum 11.6.2009 - 19:44 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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kein Schwein hat Schweinegrippe - insbesondere auch im Übertragenen Sinne. Wenn die in Mexiko wohl schon seit ca. 2 Monaten endemische neu mutierte Influenza A Variante es nur auf 2500 Erkrankte (oder etwa Behandelte/Hospitalisierte??) gebracht hat, kann es mit der Kontagiosität nicht so weit her sein. Wären davon tatsächlich 150 gestorben, so würde dies noch die Letalität der spanischen Grippe toppen, und wäre bedenklich.
Es ist wohl eher so: Die Mexikanischen Surveillance Systeme scheinen wenig verlässliches Zahlengut hervorzubringen, statt dessen aber um so mehr Panik. Bevor nicht klar ist, dass diese Grippe Variante tatsächlich mehr Potential (Kontagiosität, Pathogenität oder Tenazität) als die normale Grippewelle hat (mit immerhin fünfstelligen Todeszahlen pro Jahr), bleibt besonnenes Beobachten das einzig sinnvolle Tun - Presse und Politik sollten nicht Öl ins Feuer gießen, in der Hoffnung sich daran etwas erwärmen zu können!
von den oberen Etagen gemeint und nun müssen die Kleinen ganz unten die Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes bekämpfen.
Orpheus
Da fragt man sich doch, wem diese tägliche Panikmache hilft...
Statistik des Jahres 2007 -
Durchschnittliche Sterbefälle pro Tag!
Herz/ Kreislauferkrankungen: 1.287
Krebserkrankungen gesamt: 580
davon Brustkrebs bei Frauen: 46
Haushaltsunfälle: 17,5
Verkehr: 13,7
Quelle: Statistisches Bundesamt
Ausserdem sterben an der ganz gewoehnlichen Grippe jede Woche 800 Menschen. Warum wird es dann als katastrophal dargestellt, dass es auch bei dieser Grippe -- die trotzdem nicht "amerikanische" Grippe heissen sollte, denn das ist sachlich falsch, weil Mexiko nicht gleich Amerika ist, -- in 3 Wochen ueber 100 Tote gegeben hat?!
Das ist wirklich erstaunlich. Ich bin ja auch dafuer, dass neue Grippeviren, besonders gefaehrliche, ernst genommen werden von den Sachversaendigen, damit den Erkrankten geholfen werden kann. Aber gleich in totale Panik auszubrechen scheint etwas uebertrieben, zumal inzwischen klar zu sein scheint, dass bei guter medizinischer Versorgung es den Erkrankten schnell wieder besser geht...
Medienwirksame Aufmerksamkeitsheischerei ist das.
Panikmache gehört zum Handwerk.
Egal, wie man damit umzugehen versteht:
Noch bevor die Vogelgrippe auf Rügen ankam sah ich Jahre zuvor mehr als ein Dutzend tote Schwäne auf den Äckern rund um Lubmin. Der harte Winter hatte seinen Tribut gefordert und viele schwache Tiere eben verenden lassen.
Nun frage ich mich:
Wer hat hier einen "Vogel" und wer hat eben nur "Schwein" gehabt?
Vielleicht stecken auch die Kernkraftgegner hinter den Kampagnen?
Wenn denen der Stoff ausgeht, dann müssen die sich ein neues Betätigungsfeld suchen.
Keine "SAU" redet mehr von Kernwaffen, obwohl jeder der einen "VOGEL" hat und am Abzug sitzt, die Dinger plötzlich losschicken kann.
Wir sollten uns wirklich brisanteren Themen widmen - nämlich denen, die der Existenz der menschlichen Gesellschaft wirklich schaden!
Nicht umsonst ist Deutschland die Nr. 3 im Rüstungsexport - arme Landeskinder im Ausland!
Thema verfehlt - es musste aber geschrieben werden!!!
Wir haben hier vor allem eine Mediengrippe: Statt erstmal fundierte Berichte und Einschätzungen von Wissenschaftlern einzuholen, schreiben uns die Medien bereits eine Pandemie in die Welt.
Die Berichterstattung könnte kontroverser kaum sein. Während die einen sich noch auf Panikmache verlegen, kommt nun wenigstens die ZEIT auf den Trichter, dass es alles doch gar nicht so schlimm sein könnte, wie die Kollegen schreiben.
Ausserdem sterben an der ganz gewoehnlichen Grippe jede Woche 800 Menschen. Warum wird es dann als katastrophal dargestellt, dass es auch bei dieser Grippe -- die trotzdem nicht "amerikanische" Grippe heissen sollte, denn das ist sachlich falsch, weil Mexiko nicht gleich Amerika ist, -- in 3 Wochen ueber 100 Tote gegeben hat?!
Das ist wirklich erstaunlich. Ich bin ja auch dafuer, dass neue Grippeviren, besonders gefaehrliche, ernst genommen werden von den Sachversaendigen, damit den Erkrankten geholfen werden kann. Aber gleich in totale Panik auszubrechen scheint etwas uebertrieben, zumal inzwischen klar zu sein scheint, dass bei guter medizinischer Versorgung es den Erkrankten schnell wieder besser geht...
Medienwirksame Aufmerksamkeitsheischerei ist das.
Aufmerksamkeitsheischerei. Danke für das Wort, es triffts genau. Warum gieren die Menschen immer so, wenn irgendwo etwas passiert ist, z.B. Autounfall oder brennendes Haus oder Notfallarzt beim Nachbarn?
Weil Sie beim Weitererzählen Teil der Sensation werden. Wenn man die schreckliche Nachricht weiterverbreitet und das Gegenüber große Augen macht. Dann ist man wer! Dann hat man etwas Wichtiges gewusst! Und kann gleich die eigene ja so wahnsinnig wichtige Einschätzung mit dazuflicken!!
Das ist der Grund für diese Panikmacherei. Aufmerksamkeitsheischerei und Wichtigtuerei. Liegt leider in der menschlichen Natur.
Das ist sicher ein Grund für das laute Echo: Wichtigtuerei würde ich es nennen. Allerdings sehe ich noch einen weiteren Grund: Wir haben alle dermaßen Angst vor dem Sterben, dass jegliche minimale Information über den Tod durch eine Ursache, die uns auch treffen könnte, sofort in Massenpanik ausartet. Und wir vergessen dann die alltäglichen, viel größeren Gefahren: Berufsverkehr, Herzinfarkt vom gesunden Leben und Stress im Büro. Wir lassen uns von unserer Angst die Seele aufessen. Es gibt dazu in der Bibel, besser gesagt, im Neuen Testament eine Szene, an die ich mich nur noch sehr vage erinnern kann. Ein Jemand beklagt sich bei Jesus über die Gefahren, die er eingeht, wenn er mit ihm kommt und seine Heimat verlässt und dass er deshalb nicht seinem Weg folgen könne. Worauf ihm Jesus antwortet, was er eigentlich so Angst um sein elendes Leben hätte.
Diese Szene sehe ich immer mehr so sehr aus dem Leben gegriffen, wie man täglich sieht, dass es eine wahre Feude ist. Besser kann man den Zustand der Welt nicht zusammenfassen (deshalb greife ich auf die Bibel zurück, ich bin darin allerdings nicht besonders belesen): Wir versauen uns unser eigentlich beschwerdefreies Leben durch absoluten Sicherheitswahn, wir brechen in panische Angst ausbrechen wegen Nachrichten über eine Gefahr, von der wir aus Medien erfahren. Medien, die ihre Berichte hektisch schreiben und schon laut schreien, bevor sie etwas konkretes wissen.
Das ist sicher ein Grund für das laute Echo: Wichtigtuerei würde ich es nennen. Allerdings sehe ich noch einen weiteren Grund: Wir haben alle dermaßen Angst vor dem Sterben, dass jegliche minimale Information über den Tod durch eine Ursache, die uns auch treffen könnte, sofort in Massenpanik ausartet. Und wir vergessen dann die alltäglichen, viel größeren Gefahren: Berufsverkehr, Herzinfarkt vom gesunden Leben und Stress im Büro. Wir lassen uns von unserer Angst die Seele aufessen. Es gibt dazu in der Bibel, besser gesagt, im Neuen Testament eine Szene, an die ich mich nur noch sehr vage erinnern kann. Ein Jemand beklagt sich bei Jesus über die Gefahren, die er eingeht, wenn er mit ihm kommt und seine Heimat verlässt und dass er deshalb nicht seinem Weg folgen könne. Worauf ihm Jesus antwortet, was er eigentlich so Angst um sein elendes Leben hätte.
Diese Szene sehe ich immer mehr so sehr aus dem Leben gegriffen, wie man täglich sieht, dass es eine wahre Feude ist. Besser kann man den Zustand der Welt nicht zusammenfassen (deshalb greife ich auf die Bibel zurück, ich bin darin allerdings nicht besonders belesen): Wir versauen uns unser eigentlich beschwerdefreies Leben durch absoluten Sicherheitswahn, wir brechen in panische Angst ausbrechen wegen Nachrichten über eine Gefahr, von der wir aus Medien erfahren. Medien, die ihre Berichte hektisch schreiben und schon laut schreien, bevor sie etwas konkretes wissen.
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