Klinsmanns Entlassung Der deutsche Stammtisch hat gesiegt
Die Bayern-Lobby beerdigt die eigene selbst verschuldete Reform. Klinsmanns Entlassung zeigt, wer in Fußballdeutschland das Sagen hat: Duzer, Schoßsitzer und Wichtigtuer. Ein Kommentar

© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images
Lässt sich nicht mehr den Weg zeigen, schon gar nicht von Familiennichtmitgliedern: Uli Hoeneß mit Jürgen Klinsmann in noch hoffnungsfroheren Zeiten
Jürgen Klinsmann ist entlassen, die Entscheidung ist für den Moment richtig. Denn der Versuch Bayern Münchens, mit ihm neue Wege zu gehen, war längst gescheitert. Von Beginn an. Es war ein Weg, den beide Seiten nur mit halber Entschlossenheit gegangen sind. Der Verein, insbesondere Manager Uli Hoeneß, hat Klinsmann zu keiner Zeit mit dem Vertrauen und den Befugnissen ausgestattet, die für dessen Arbeit notwendig gewesen wären, auch wenn Bayern das Gegenteil behauptet.
Klinsmann dagegen hat sich zu sehr mit den Verhältnissen arrangiert: Hat sich diktieren lassen, auf welchen Torwart er setzt. Hat Kompromisse beim Training zugelassen, um es sich nicht mit den Stars zu verscherzen. Hat zu allem bösen Spiel gute Miene gemacht. Der Klinsmann 2009 war nicht der von 2006. Zudem hat er viele handwerkliche Fehler gemacht, längst stand er im Verein ohne Verbündete da.
In einer solchen Situation ist fast jede neue Lösung eine bessere Lösung – selbst wenn sie Jupp Heynckes heißt. Heynckes ist ein Trainerrentner, seine beste Zeit liegt in den 80ern. Zuletzt ist er in Schalke (2004) und Mönchengladbach (2007) gescheitert, selbst vom Altherrenmacho Rudi Assauer musste er sich Antiquiertheit vorwerfen lassen. Sein Champions-League-Sieg mit Real Madrid 1998 gilt als Ausrutscher, populär ist das Zitat seines Spielers Clarence Seedorf: "Wir haben nicht wegen, sondern trotz Heynckes gewonnen." Eintracht-Frankfurt-Fans legen Heynckes noch immer nahe, nicht nach Hessen einzureisen, nachdem er in den Neunzigern aus dem Spitzenklub Eintracht einen Abstiegskandidaten machte. Und der beerbt nun Jürgen Klinsmann, den Reformer?!
Der FC Bayern scheint nicht reformierbar, nicht willens zur Reform. Zu viele Leute mit zu großem Ego entscheiden über seine Strategie. Sichtbar wurde im Nachhinein nämlich auch, dass Hoeneß nie ein Verfechter des Klinsmann-Experiments war. Es war Karl-Heinz Rummenigges Idee - und Kollege Franz Beckenbauer sagt dazu heute dies, morgen das. Nun ist damit zu rechnen, dass Hoeneß wieder mehr Macht an sich reißen wird.
- Datum 21.05.2009 - 18:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 29.4.2009
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Eine der treffendsten Analysen zu diesem Trauerspiel. Wobei ein nicht zu übersehender Faktor die Unerfahrenheit von Klinsmann als Ligatrainer und seine mangelnd ausgeprägte Mitarbeiterführung ist.
In der Nationalmanschaft hatte er einen Jogi an seiner Seite, der diese Defizite ausgleichen konnte.
Mit einem ähnlichen Konstellation wäre womöglich die erforderliche Neuausrichtung des FC Bayern möglich gewesen.
Zetti
Ein Plakat der Bayernkurve, das man bei jedem Spiel sehen kann, kommt mir dabei direkt in den Sinn: 'Gegen den modernen Fussball'. Ja, Klinsmann ist weggegröhlt worden, aber das liegt auch an dem halbherzigen und undurchdachten Vorgehen der Verantwortlichen. Das hätte man wissen können, oder im schlimmsten Fall eben auch nicht.
Es ist beachtenswert:
1) ganz Fußballdeutschland interessiert sich, unabhängig von der Vereinszugehörigkeit, für die Situation der Bayern: Sondersendungen zuhauf.
Vielleicht wünscht man sich eben doch etwas internationalen Glanz.
2) Häme und Spott für denjenigen, der versucht neue Wege zu gehen.
Eine Bibliothek über Sporttheorie - wie abseitig.
Buddhastatuen als Symbole der inneren Fokussierung - krank.
3) geforderte Lösungen als Zurück zum provinziellen Klein-Klein.
Gerland als Cheftainer zu fordern ist dermassen gelassen ignorant ....
Fazit: 'wenn's nach Schweiss riecht und laut ist, ist es ehrlich'
Und natürlich 'Hart wie Wellblech'.
4) Kein einziger Kommentar und eine Analyse was denn Herr Klinsmann in USA/California eigentlich professionell gemacht hat - interessiert niemand.
Die letzten Wochen waren ein Lehrstück über Medienarbeit und Informationsvermittlung.
Ach egal, ein bisschen Triebabfuhr reicht wahrscheinlich auch ...
@Die ZEIT: das war die einzige Zeitung, die nicht Mobkonform berichtet, sondern analysiert hat. Chapeau.
Ein Plakat der Bayernkurve, das man bei jedem Spiel sehen kann, kommt mir dabei direkt in den Sinn: 'Gegen den modernen Fussball'. Ja, Klinsmann ist weggegröhlt worden, aber das liegt auch an dem halbherzigen und undurchdachten Vorgehen der Verantwortlichen. Das hätte man wissen können, oder im schlimmsten Fall eben auch nicht.
Es ist beachtenswert:
1) ganz Fußballdeutschland interessiert sich, unabhängig von der Vereinszugehörigkeit, für die Situation der Bayern: Sondersendungen zuhauf.
Vielleicht wünscht man sich eben doch etwas internationalen Glanz.
2) Häme und Spott für denjenigen, der versucht neue Wege zu gehen.
Eine Bibliothek über Sporttheorie - wie abseitig.
Buddhastatuen als Symbole der inneren Fokussierung - krank.
3) geforderte Lösungen als Zurück zum provinziellen Klein-Klein.
Gerland als Cheftainer zu fordern ist dermassen gelassen ignorant ....
Fazit: 'wenn's nach Schweiss riecht und laut ist, ist es ehrlich'
Und natürlich 'Hart wie Wellblech'.
4) Kein einziger Kommentar und eine Analyse was denn Herr Klinsmann in USA/California eigentlich professionell gemacht hat - interessiert niemand.
Die letzten Wochen waren ein Lehrstück über Medienarbeit und Informationsvermittlung.
Ach egal, ein bisschen Triebabfuhr reicht wahrscheinlich auch ...
@Die ZEIT: das war die einzige Zeitung, die nicht Mobkonform berichtet, sondern analysiert hat. Chapeau.
doch, doch, es gibt eine ganze menge davon...
http://www.faz.net/m/%7B5...
http://p3.focus.de/img/ge...
http://www.welt.de/multim...
und investiert das Geld in sinnvolle Sachen. Alle regen sich über Manager auf, weil deren Gehälert zu hoch ist, aber bei Fußballern sagt keiner was? Ich bin sicher kein Insider, aber ich würde sagen: Verwendet das viele Geld für bessere Dinge und schaut den Jungs in der Kreisliga zu. Die spielen für wenig Geld aber mit genauso viel Leidenschaft. (Wenn nicht sogar mehr)
Käse. Klinsmann bringts einfach nicht als Vereinstrainer und dass der Verein irgendwann Konsequenzen ziehen musste, ist ja nur verständlich.
Konzepte allein bringen es nicht, sondern die Umsetzung, und wie Hoeness sagte, die Ergebnisse.
Es ist wahr, dass Konzepte allein nichts bringen, sofern man sie nicht umsetzen kann. Aber das Bayern Management hat mit seiner kurzsichtigen Mentalität alles getan, dass auch das vielleicht beste Konzept nicht umzusetzen war.
Der Artikel hier hat die Situation sehr gut zusammengefasst und ich würde noch hinzufügen, dass im Bayern Management Leute sitzen, die Stil mit materiellem Reichtum verwechseln. Den Stil haben dort bestimmte Leute nicht. Sie verhalten sich vielmehr wie die letzten Hinterwäldler, die nicht nur ihre bornierte Macht schamlos ausnutzen, sondern dann auch noch schamlos und auf widerliche Weise nachtreten.
Ich hoffe umso mehr, dass die Bayern in den nächsten Spielen so richtig den Ranzen vollkriegen.
Hoeness hat sportlich keine Ahnung und sieht nur sich selbst. Wenn schon höre, dass sie mit Lerby, Breitner und Co über die Trainernachfolge sich austauschen.
Es ist wahr, dass Konzepte allein nichts bringen, sofern man sie nicht umsetzen kann. Aber das Bayern Management hat mit seiner kurzsichtigen Mentalität alles getan, dass auch das vielleicht beste Konzept nicht umzusetzen war.
Der Artikel hier hat die Situation sehr gut zusammengefasst und ich würde noch hinzufügen, dass im Bayern Management Leute sitzen, die Stil mit materiellem Reichtum verwechseln. Den Stil haben dort bestimmte Leute nicht. Sie verhalten sich vielmehr wie die letzten Hinterwäldler, die nicht nur ihre bornierte Macht schamlos ausnutzen, sondern dann auch noch schamlos und auf widerliche Weise nachtreten.
Ich hoffe umso mehr, dass die Bayern in den nächsten Spielen so richtig den Ranzen vollkriegen.
Hoeness hat sportlich keine Ahnung und sieht nur sich selbst. Wenn schon höre, dass sie mit Lerby, Breitner und Co über die Trainernachfolge sich austauschen.
"Hat Kompromisse beim Training zugelassen, um es sich nicht mit den Stars zu verscherzen."
Welche Kompromisse?
In dem Moment, wo ein Trainer sich bei seinen Entscheidungen reinreden lässt, hat er schon verloren. Zitat Udo Lattek.
Es ist wahr, dass Konzepte allein nichts bringen, sofern man sie nicht umsetzen kann. Aber das Bayern Management hat mit seiner kurzsichtigen Mentalität alles getan, dass auch das vielleicht beste Konzept nicht umzusetzen war.
Der Artikel hier hat die Situation sehr gut zusammengefasst und ich würde noch hinzufügen, dass im Bayern Management Leute sitzen, die Stil mit materiellem Reichtum verwechseln. Den Stil haben dort bestimmte Leute nicht. Sie verhalten sich vielmehr wie die letzten Hinterwäldler, die nicht nur ihre bornierte Macht schamlos ausnutzen, sondern dann auch noch schamlos und auf widerliche Weise nachtreten.
Ich hoffe umso mehr, dass die Bayern in den nächsten Spielen so richtig den Ranzen vollkriegen.
Weshalb sollte sich der FC Bayern reformieren? Der erfolgreichste Verein Deutschlands und eines der erfolgreichsten Vereine Europas (gerade in den letzten 15 Jahren!) braucht doch keinen amerikanischen Hokuspokus, der sich mit 'Motivation' und Buddha beschaeftigt. Wenn der FC Bayern einen Fehler begangen hat, dann war es die Tatsache, dass sie Klinsmann ueberhaupt abgestellt hatten. Diese 10 Monate sind fast noch schlimmer gewesen als die Rehagelzeit.
sind sie ja zum Glück vorbei. Die Saison ist wzar gelaufen, aber nächstes Jahr können Sie dann mit neuem ELAN wieder ANGREIFEN.
Völliger Schwachsinn. Der FC Bayern hinkt in Europa der Elite meilenweit hinterher. Unter Magath das 1:4 beim AC Mailand. Unter Hitzfeld das 0:4 bei St.Petersburg im UEFA-Cup und nun unter Klinsmann das 0:4 in Barcelona.
Jetzt sag noch was. Keiner der Trainer ist daran Schuld sondern der Vorstand. Der Vorstand versteht es sich den Verein perfekt zu vermarkten, allerdings versteht er es nicht, sportlich eine klare Linie zu fahren.
sind sie ja zum Glück vorbei. Die Saison ist wzar gelaufen, aber nächstes Jahr können Sie dann mit neuem ELAN wieder ANGREIFEN.
Völliger Schwachsinn. Der FC Bayern hinkt in Europa der Elite meilenweit hinterher. Unter Magath das 1:4 beim AC Mailand. Unter Hitzfeld das 0:4 bei St.Petersburg im UEFA-Cup und nun unter Klinsmann das 0:4 in Barcelona.
Jetzt sag noch was. Keiner der Trainer ist daran Schuld sondern der Vorstand. Der Vorstand versteht es sich den Verein perfekt zu vermarkten, allerdings versteht er es nicht, sportlich eine klare Linie zu fahren.
sind sie ja zum Glück vorbei. Die Saison ist wzar gelaufen, aber nächstes Jahr können Sie dann mit neuem ELAN wieder ANGREIFEN.
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