100 Tage Präsident Obama, der ausgebremste MacherSeite 3/3
In Europa sind viele erstaunt, dass Obama keine Anstalten macht, die Foltervorwürfe gegen Bush und seine Helfer vor Gericht zu bringen. Täte er es, würde er die Mehrheiten für seine Reformziele aufs Spiel setzen, von der Gesundheits- bis zur Klimapolitik. Da lauern die nächsten Enttäuschungen für Europa. Am Montagnachmittag waren die Umweltminister der größten Volkswirtschaften zu Gast im Weißen Haus. Anschließend schwärmte Sigmar Gabriel beim Dinner in der Deutschen Botschaft, Obamas Regierung wolle viel mehr fürs Klima tun als Bush. Er bat und drängte, Amerika müsse noch viel schärfere Obergrenzen für Treibhausgase ziehen – und es klang, als ahne Gabriel, dass die USA selbst unter Obama noch weit entfernt sind von einem internationalen Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase, wie es Europa anstrebt.
Vor wenigen Tagen haben im Kongress die Beratungen über ein solches Gesetz begonnen, dem ersten überhaupt in den USA. Obama hat noch keine Mehrheit für seine Ziele. Acht bis zwölf demokratische Senatoren, zum Großteil aus Staaten mit großen Kohlevorkommen oder mächtigen Energieversorgern, wünschen allenfalls eine sehr langsame Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen. Wird der Präsident kämpfen? Bisher scheint ihm die Reform der Krankenversicherung wichtiger zu sein – und die Mehrheit der US-Bürger teilt diese Priorität. Amerika und Europa sind sich in Obamas ersten 100 Tagen näher gekommen. Identisch sind ihre Interessen noch lange nicht.
- Datum 29.04.2009 - 09:55 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Wieviele Sätze über einen Präsidenten, dessen Land viele Millionen Menschen anderer Staaten im Interesse ihere eigenen Großmachtpolitik völkerrechtswidrig tötet oder vertreiben läßt....
Die USA werden an ihrer Außenpolitik gemessen, auch wenn die deutsche Politik das nicht wahrhaben will.
Gott sei Dank gibt es noch Weltbürger wie der polnische Pianist
http://alles-schallundrau...
Mag sein, aber interessanter als wenige Sätze über die politische Meinung eines polnischen Pianisten.
Ein US-Präsident hat leider nie den Luxus, sich Prioritäten auszusuchen, wie Herr Joffe das vorschlägt. Er kann nicht zwischen Wirtschaftskrise und Afghanistan, zwischen Schweinegrippe und Iran, zwischen Arbeitsbeschaffung und Bankenkontrolle wählen. Er muss alles zugleich anpacken. Die Amerikaner können wohl von Glück sprechen, dass sie jetzt nicht den alternden McCain mit seiner Sarah im Weißen Haus haben, sondern einen jungen, enorm tatkräftigen Mann.
Sie bringens auf den Punkt! Die Menschen sind jedoch immer unzufrieden und suchen nach neuen Unzulänglichkeiten, obwohl Sie wesentlich mehr bekommen haben, als sie sich noch vor eineinhalb Jahren erträumt hätten.
Obama wird's schon richten. Und nach vier oder acht Jahren, wenn die Republikaner das Ruder wieder in der Hand haben, können sie die USA und die Welt wieder neu nach Belieben ausplündern, im Namen des American Spirit, mit der Öl- und Waffenindustrie im Rücken, die die Fäden wieder ziehen wird. Wetten?
Sie bringens auf den Punkt! Die Menschen sind jedoch immer unzufrieden und suchen nach neuen Unzulänglichkeiten, obwohl Sie wesentlich mehr bekommen haben, als sie sich noch vor eineinhalb Jahren erträumt hätten.
Obama wird's schon richten. Und nach vier oder acht Jahren, wenn die Republikaner das Ruder wieder in der Hand haben, können sie die USA und die Welt wieder neu nach Belieben ausplündern, im Namen des American Spirit, mit der Öl- und Waffenindustrie im Rücken, die die Fäden wieder ziehen wird. Wetten?
Sie bringens auf den Punkt! Die Menschen sind jedoch immer unzufrieden und suchen nach neuen Unzulänglichkeiten, obwohl Sie wesentlich mehr bekommen haben, als sie sich noch vor eineinhalb Jahren erträumt hätten.
Obama wird's schon richten. Und nach vier oder acht Jahren, wenn die Republikaner das Ruder wieder in der Hand haben, können sie die USA und die Welt wieder neu nach Belieben ausplündern, im Namen des American Spirit, mit der Öl- und Waffenindustrie im Rücken, die die Fäden wieder ziehen wird. Wetten?
...auf Joffes Nörgelei ein deutlich qualifizierterer Artikel erscheinen kann.
Acht Jahre Bush und die Folgen können in 100 Tagen nicht die vorher gemachten schlimmen Fehlentwicklungen korrigieren.
Dass er ein Kriegspräsident sein würde, war jedem, der denken kann, vor Obamas Wahl bekannt.
Dass er ein Wirtschafts-und Finanzdesaster, wie es noch nie da war, erben würde, wusste er wohl, wie auch seine Berater, nicht.
Eine recht gut strukturierte Analyse über seine ersten 100 Tage findet man übrigens in SPIEGEL-online.
http://www.spiegel.de/pol...
Auch wenn man Gabor Steingarts Berichten durchaus kritisch gegenübersteht,
kann man dieser Analyse weitgehend zustimmen.
Ein Ergebnis kann man festhalten. Obama ist dabei, den USA im Ansehen der Welt einen besseren Platz zu verschaffen.
Und...
...es ist glaubhaft.
..."Acht Jahre Bush und die Folgen können in 100 Tagen nicht die vorher gemachten schlimmen Fehlentwicklungen korrigieren..."
...sollte heissen:
Acht Jahre Bush, deren Fehlentwicklungen und die Folgen kann auch in nur 100 Tagen ein Obama nicht korrigieren...
@ Redaktion
Könnte man eine Korrekturfunktion, evtl. begrenzt auf 30 Minuten, einrichten?
..."Acht Jahre Bush und die Folgen können in 100 Tagen nicht die vorher gemachten schlimmen Fehlentwicklungen korrigieren..."
...sollte heissen:
Acht Jahre Bush, deren Fehlentwicklungen und die Folgen kann auch in nur 100 Tagen ein Obama nicht korrigieren...
@ Redaktion
Könnte man eine Korrekturfunktion, evtl. begrenzt auf 30 Minuten, einrichten?
..."Acht Jahre Bush und die Folgen können in 100 Tagen nicht die vorher gemachten schlimmen Fehlentwicklungen korrigieren..."
...sollte heissen:
Acht Jahre Bush, deren Fehlentwicklungen und die Folgen kann auch in nur 100 Tagen ein Obama nicht korrigieren...
@ Redaktion
Könnte man eine Korrekturfunktion, evtl. begrenzt auf 30 Minuten, einrichten?
Der Artikel selbst ist eher lesenswert.
Regieren ist das langsame bohren dicker Bretter. Das gilt auch fuer die USA. Niemand weiss das besser als Obama. Der drohende Zusammenbruch des US Finanzsystems aber erzwang eine beschleunigte Regierungsuebernahme und detaillierte Plannung, die dank lobenswerter Kooperation der Bush Administration reibungslos wie selten verlief.
They hit the ground running, as they say.
Dank penibler Vorbereitung hat heute Obamas erster, revolutionaerer Haushalt schliesslich den Kongress passiert. Von den Republicanern keine Spur. Selbst der vor ein paar Tagen zu den Demokraten uebergelaufene Senator Specter konnte es sich erlauben dagegenzustimmen.
Die moderate konservative Intelligentsia kann sich das Staunen nicht verkneifen, die neuerstarkte Industrie der nicht so moderaten, rechts extremen Stimmungsprofiteure, well, profitiert. Die Republikaner, zersplittert wie selten zuvor, haben sich einen schwarzen Gruessonkel als Parteichef engagiert, werfen sich wahlweise einem notorischen Hass-Radio Prediger oder einer vollbusigen Now-Nothing mit Wohnsitz Alaska zufuessen.
Oppostion? Ausbremsen? Fehlanzeige. Die einzige ernstzunehmende Herausforderung kommt von der moderaten konservativen Intelligentsia, die mit recht fragt: Was ist wenn er falsch liegt? Sie sagen, er ist entweder einer der groessten Praesidenten oder die groesste Lusche ueberhaupt.
Ich kann ausserdem sagen, als einer der acht Jahre Bush erleiden musste: the new car smell ist noch sehr frisch.
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