Rechtsextremismus Russlands Neonazis profitieren von der Krise

Sie planen Attacken auf "Nichtrussen", agitieren gegen den Westen und versprechen einfache Lösungen. In Russland haben Neonazis und Nationalisten Konjunktur

Russische Ultranationalisten auf einer Hetzveranstaltung gegen Migranten (Archivbild vom Dezember 2008)

Russische Ultranationalisten auf einer Hetzveranstaltung gegen Migranten (Archivbild vom Dezember 2008)

Die Organisatoren hatten für den "Tag der Rache" an alles gedacht: an strapazierfähige Kleidung wie an scheinbar unverfängliche Gegenstände, die bei Straßenschlachten als Waffen dienen können. Dazu gab es detaillierte Verhaltensregeln für den Fall einer Festnahme.

"Tausende Nichtrussen" sollten bei der Abrechnung am 5. Mai "auf der Strecke bleiben". So jedenfalls stand es in dem Pamphlet der Russischen Freiheit, einer nicht zugelassenen neonazistischen Vereinigung, das mehrere Tage im Internet offen zugänglich war.

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Mit den Pogromen wollte das Jungvolk seiner gefallenen "Märtyrer" gedenken. Allen voran Adolf, mit bürgerlichem Namen Maxim Basyljew. Der Führer der Russischen Freiheit kam Ende März unter bisher nicht geklärten Umständen ums Leben. 40 Tage danach ist nach  orthodoxem Brauch die letzte von insgesamt drei Totenfeiern fällig. Im Fall von "Adolf" wäre dies der 5. Mai, der "Tag der Rache".

Geplant waren Überfälle auf Wochenmärkte und Brandstiftung in Dienststellen von Polizei und Geheimdienst. Sogar Büros der Kremlpartei Einiges Russland standen auf der Liste. Als die Behörden, bei Extremismusbekämpfung sonst nicht gerade zimperlich, die Website endlich abschalteten, hatten sich dort bereits mehrere hundert Besucher verewigt. Fast durchweg mit Zustimmung.

Russische Freiheit ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Nationalisten und Neonazis, die schon vor der Krise latente Fremdenfurcht bedienten, haben jetzt, wo Kreml und Regierung mit bis zu sieben Millionen Arbeitslosen gegen Ende des Jahres rechnen, Hochkonjunktur. Denn sie bieten, was die pseudo-oppositionellen Kommunisten und die angepassten
Gewerkschaften nicht leisten wollen und die von Putin strangulierte liberale Opposition nicht leisten kann: ein Ventil zum Dampfablassen.

Als Feindbild müssen dabei der Westen, den auch Staat und staatstreue Medien für die Krise verantwortlich machen, und Arbeitsimmigranten herhalten, die den Russen angeblich die Jobs wegnehmen. Das unterstellte man vor der Krise vor allem Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken im Kaukasus und Zentralasien.

Jetzt entlädt sich der Fremdenhass immer häufiger auch gegen andere ethnische Minderheiten mit nichtslawischem Äußeren: Angehörige der kleinen Völker Sibiriens und des Hohen Nordens oder die mit den Türken verwandten Baschkiren und Tataren.

Leser-Kommentare
    • ela01
    • 29.04.2009 um 8:26 Uhr

    Eigentlich sollten die Russen es doch besser wissen. Auch sie waren ein Volk, welches erheblich unter der ideologischen Diktatur Stalins gelittten haben.
    Aber Faschismus scheint in letzter Zeit ja wieder eine sehr weit verbreitete Lösung sein. Sieht man sich beispielsweise den israelischen rechtsextremen Außenminister Liebermann - im übrigen auch Russe - an. Auch die Juden sollten es besser wissen. Aber anscheinend gibt es genügend Mitglieder eines Volkes (ich schließe das deutsche Volk hier keineswegs aus) die aus der Vergangenheit nicht lernen wollen/können oder sie einfach ignorieren. Ich halte dies für gefährlich, unverständlich, traurig. Aber das wirklich Schlimme, eine Lösung sehe ich auch nicht.

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    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

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    Ich frage mich immer, woher diese ''Herrlein'' ihr Geld haben... Setzen die Casino-Kapitalisten wieder einmal auf das aus ihrer Sicht vermeintlich "kleinere Übel"? Bis zum japanischen Überfall auf Pearl Habour gab es in den USA z.B. große Sympathien für den GRÖFAZ. Chaplins "Großer Diktator" durfte vielerorts nicht aufgeführt werden - und GM, Ford, die Familie Bush und Konsorten machten feine Geschäfte mit den Braunen Horden in Japan, Deutschland, Italien, Rumänien, Ungarn, Spanien, Portugal etc.. Und als Winston Churchill bei Präsident Roosevelt hinsichtlich eines Kriegseintritts in den USA vorstellig wurde, stellte man ihm Bedingungen, die eigentlich für ihn unannehmbar waren - nämlich die Reduzierung des Britischen Empires auf das Kernland Großbritannien, die komplette Rückzahlung aller US-Finanzhilfen nach Ende des Krieges etc.. Die Finanzwelt hatte es den Briten übel genommen, dass man die Hitler-Freund König Edward VIII. vom Thron gejagt hatte, bevor er größeres Unheil anrichten konnte.

    Doch zurück zu den braunen Horden und der Finanzelite: ich glaube, es zeigt sich wieder einmal, dass die alte Weisheit, nach der sich Gleich und gleich gerne gesellten, nichts an ihrer Aktualität verloren hat. Mir stellt sich die Frage, worin eigentlich der Unterschied zwischen ständig besoffenen braunen Horden und den sozialdarwinistischen Heuschrecken und Casino-Zockern liegt. Ich meine, es gibt ihn einfach nicht - nur vielleicht in einem Punkt: die selbsternannte Business-Elite tötet nicht selbst, sie lässt töten und misshandeln, um hinterher - unter der Beteuerung man hätte alles weder gewusst, noch gewollt - ihre Hände in Unschuld zu waschen.

    Das Theater um die Aufarbeitung der Hinterlassenschaft George W. Bush-Administration im Falle der Folter und verbrecherischer Angriffskriege zeigt ja, wohin die Reise wieder einmal gehen soll.

    Das die einzigen Mittel gegen eine solche Entwicklung sind

    1. aufklären

    2. "Nein-Sagen" zum Sozialdarwinismus und zur völkischen Gesinnungslumperei.

    Ich frage mich immer, woher diese ''Herrlein'' ihr Geld haben... Setzen die Casino-Kapitalisten wieder einmal auf das aus ihrer Sicht vermeintlich "kleinere Übel"? Bis zum japanischen Überfall auf Pearl Habour gab es in den USA z.B. große Sympathien für den GRÖFAZ. Chaplins "Großer Diktator" durfte vielerorts nicht aufgeführt werden - und GM, Ford, die Familie Bush und Konsorten machten feine Geschäfte mit den Braunen Horden in Japan, Deutschland, Italien, Rumänien, Ungarn, Spanien, Portugal etc.. Und als Winston Churchill bei Präsident Roosevelt hinsichtlich eines Kriegseintritts in den USA vorstellig wurde, stellte man ihm Bedingungen, die eigentlich für ihn unannehmbar waren - nämlich die Reduzierung des Britischen Empires auf das Kernland Großbritannien, die komplette Rückzahlung aller US-Finanzhilfen nach Ende des Krieges etc.. Die Finanzwelt hatte es den Briten übel genommen, dass man die Hitler-Freund König Edward VIII. vom Thron gejagt hatte, bevor er größeres Unheil anrichten konnte.

    Doch zurück zu den braunen Horden und der Finanzelite: ich glaube, es zeigt sich wieder einmal, dass die alte Weisheit, nach der sich Gleich und gleich gerne gesellten, nichts an ihrer Aktualität verloren hat. Mir stellt sich die Frage, worin eigentlich der Unterschied zwischen ständig besoffenen braunen Horden und den sozialdarwinistischen Heuschrecken und Casino-Zockern liegt. Ich meine, es gibt ihn einfach nicht - nur vielleicht in einem Punkt: die selbsternannte Business-Elite tötet nicht selbst, sie lässt töten und misshandeln, um hinterher - unter der Beteuerung man hätte alles weder gewusst, noch gewollt - ihre Hände in Unschuld zu waschen.

    Das Theater um die Aufarbeitung der Hinterlassenschaft George W. Bush-Administration im Falle der Folter und verbrecherischer Angriffskriege zeigt ja, wohin die Reise wieder einmal gehen soll.

    Das die einzigen Mittel gegen eine solche Entwicklung sind

    1. aufklären

    2. "Nein-Sagen" zum Sozialdarwinismus und zur völkischen Gesinnungslumperei.

  1. Warum nennen Sie keine Namen Frau Windisch?
    Ist der im Westen beliebter Weltschachmeister Kasparov
    nicht mit dem Faschisten Limonov in eine Partei?

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    Hast du immer noch nichts gelernt, solange diese für den Westen sind, sind die Gut.

    Hast du immer noch nichts gelernt, solange diese für den Westen sind, sind die Gut.

  2. Ich frage mich immer, woher diese ''Herrlein'' ihr Geld haben... Setzen die Casino-Kapitalisten wieder einmal auf das aus ihrer Sicht vermeintlich "kleinere Übel"? Bis zum japanischen Überfall auf Pearl Habour gab es in den USA z.B. große Sympathien für den GRÖFAZ. Chaplins "Großer Diktator" durfte vielerorts nicht aufgeführt werden - und GM, Ford, die Familie Bush und Konsorten machten feine Geschäfte mit den Braunen Horden in Japan, Deutschland, Italien, Rumänien, Ungarn, Spanien, Portugal etc.. Und als Winston Churchill bei Präsident Roosevelt hinsichtlich eines Kriegseintritts in den USA vorstellig wurde, stellte man ihm Bedingungen, die eigentlich für ihn unannehmbar waren - nämlich die Reduzierung des Britischen Empires auf das Kernland Großbritannien, die komplette Rückzahlung aller US-Finanzhilfen nach Ende des Krieges etc.. Die Finanzwelt hatte es den Briten übel genommen, dass man die Hitler-Freund König Edward VIII. vom Thron gejagt hatte, bevor er größeres Unheil anrichten konnte.

    Doch zurück zu den braunen Horden und der Finanzelite: ich glaube, es zeigt sich wieder einmal, dass die alte Weisheit, nach der sich Gleich und gleich gerne gesellten, nichts an ihrer Aktualität verloren hat. Mir stellt sich die Frage, worin eigentlich der Unterschied zwischen ständig besoffenen braunen Horden und den sozialdarwinistischen Heuschrecken und Casino-Zockern liegt. Ich meine, es gibt ihn einfach nicht - nur vielleicht in einem Punkt: die selbsternannte Business-Elite tötet nicht selbst, sie lässt töten und misshandeln, um hinterher - unter der Beteuerung man hätte alles weder gewusst, noch gewollt - ihre Hände in Unschuld zu waschen.

    Das Theater um die Aufarbeitung der Hinterlassenschaft George W. Bush-Administration im Falle der Folter und verbrecherischer Angriffskriege zeigt ja, wohin die Reise wieder einmal gehen soll.

    Das die einzigen Mittel gegen eine solche Entwicklung sind

    1. aufklären

    2. "Nein-Sagen" zum Sozialdarwinismus und zur völkischen Gesinnungslumperei.

  3. Als "Atze" knapp 21 Millionen Russen getötet hatte, waren die Vorfahren dieses armhebenden Pöbels Deutsche, oder wie?

    So viel geballte Dummheit kann nur bestraft werden.

  4. 5. Tja...

    Geht's gut, ist es ein Wunder.
    Geht's nicht gut -- ist es ein Wunder?

  5. "Sieht man sich beispielsweise den israelischen rechtsextremen Außenminister Liebermann - im übrigen auch Russe - an. Auch die Juden sollten es besser wissen. Aber anscheinend gibt es genügend Mitglieder eines Volkes (ich schließe das deutsche Volk hier keineswegs aus) die aus der Vergangenheit nicht lernen wollen/können oder sie einfach ignorieren. Ich halte dies für gefährlich, unverständlich, traurig. Aber das wirklich Schlimme, eine Lösung sehe ich auch nicht."

    stimmt, die müssten alle noch mal von de großen antifaschistischen deutschen volke lernen, wie das mit dem konsequenzen aus der geschichte ziehen richtig geht, bis auf einige mitglieder des v.körpers eben.

    das hier, wie aus dem nichts, wieder mal israel herhalten muss, wenn es um etwas total anderes geht, wie hier um russische neonazis, dann kategorisiere ich das mal unter (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk) antisemitismus.

  6. Liebe Frau Windisch,

    ich selber habe die deutsche Staatsbürgerschaft und da ich hier aufgewachsen bin verhalte ich mich im Alltag wahrscheinlich ziemlich deutsch.
    So auch in meiner Art Menschen zu begrüßen.
    Dennoch habe ich nie den von Ihnen gemeinten deutschen Gruß verwendet.
    Man sollte die Sache doch beim Namen nennen, ich denke in diesem Fall geht es um den Hitler Gruß.
    Oder dürfen wir das H- Wort nicht schreiben?

    Viele, in diesem Fall zugegebenermaßen etwas pedantische, Grüße,

    elhombre

  7. Hast du immer noch nichts gelernt, solange diese für den Westen sind, sind die Gut.

    Antwort auf "Russlands Neonezis"

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