Schleswig-Holstein Chaostage in Kiel

Die Große Koalition an der Förde ist verfeindet und ausgelaugt. Dass sie vorzeitig platzt, ist trotz des Neuwahlangebots der CDU dennoch wenig wahrscheinlich

"Die Große Koalition ist am Ende", titelte das Hamburger Abendblatt bereits Mitte März über das schwarz-rote Bündnis im benachbarten Schleswig-Holstein. Vier Wochen und eine CDU-Krise später hat sich dieser Eindruck noch verstärkt. Dennoch wollen beide Parteien ihre ungeliebte Koalition, die seit genau vier Jahre im nördlichsten Bundesland regiert, vorerst fortsetzen.

Nachdem CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am Wochenende überraschend Neuwahlen vorgeschlagen hatte, hat SPD-Landeschef Ralf Stegner dies dankend und betont staatsmännisch abgelehnt. "Wir werden unserer Regierungsverantwortung bis Mai 2010 nachkommen", kündigte der sonst so streitlustige Sozialdemokrat an. Vorgezogene Neuwahlen will er nur unter der unwahrscheinlichen Bedingung akzeptieren, dass Carstensen persönlich die Konsequenzen aus der tiefen Krise zieht, die das Land erfasst hat, und zurücktritt.

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Die SPD beurteilt Carstensens Vorstoß als primitiven Trick, der allein dem Zweck diene, von den parteiinternen Problemen der CDU abzulenken. Der Ministerpräsident dagegen behauptet, er habe lediglich auf entsprechende Forderungen der SPD reagiert.

Ob es bei den Nord-Sozialdemokraten allerdings tatsächlich den Wunsch nach vorgezogenen Wahlen gibt, ist ungewiss. Fest steht lediglich, dass die Lübecker Nachrichten von entsprechenden Äußerungen in SPD-Kreisen berichteten, jedoch ohne Namen zu nennen. Ein abgekartetes Spiel vermutet deswegen der schleswig-holsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann hinter dem Bericht.

Dass die CDU allen Grund zu einem Ablenkungsmanöver hat, ist offensichtlich. Denn der Landesverband befindet sich in einer tiefen Krise. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die mit dem Rücktritt von Wirtschaftsminister Werner Marnette am 29. März, den der mit scharfer Kritik an der eigenen Regierung im Umgang mit der Krise der HSH Nordbank verband. Die gemeinsame Landesbank mit Hamburg war durch die Finanzkrise an den Rand des Abgrunds geraten und musste von den beiden Landesregierungen mit Milliarden unterstützt werden, was vor allem Schleswig-Holstein in arge Bedrängnis brachte. Ex-Manager Marnette bezweifelt jedoch, dass sie dadurch tatsächlich gerettet werden kann – und sollte.

In den Wochen danach wurden Carstensen und sein Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) auch aus der eigenen Partei wegen ihres mangelhaften Krisenmanagements angegriffen.

Besonders übel nahm die Landtagsfraktion dem Ministerpräsidenten, dass er den parteilosen Jörn Biel ohne ihre Zustimmung zum Nachfolger Marnettes berief. Zum offenen Machtkampf kam es dabei zwischen Carstensen und CDU-Fraktionschef Johann Wadephul. Der verlangte von seinem Regierungschef einen neuen Aufbruch und "klare Führung".

Leser-Kommentare
  1. Seit 5 Generationen werden in Deutschland die Bauern künstlich gestützt, am Leben erhalten, gepäppelt.
    Um mit Max Weber zu sprechen: "man soll einer fallenden Klasse nicht die Führung der Staatsgeschäfte anvertrauen".
    Bismarck war Gutsherr. Die ostelbischen Junker waren schuld an den Agrarzöllen, die gegen Rußland gerichtet waren. Im Reichstag hiess es "Lohnräuber".
    Eine Schicht, deren Einkommen zu 40 % und mehr aus Staatsknete kommen, muß kritisch hinterfragt werden. Aber damit kaufen sich die Konservativen, nicht nur in Deutschland Wähler. Wenn man das gesamte Agrargefüge inkl. Nahrungsmittelgewerbe und Genossenschaftswesen bewertet, sind dies hierzulande mindestens 4-5 Mio. Wähler Innen. Knapp ein Drittel der möglichen Stimmen für die Union kommen aus diesem Nukleus. Es gibt natürlich auch Überlappungen mit den klerikalen Wählerinnen und Wählern.
    Carstensen hat nur wenig geleistet.
    Es sind halt so Leute. Große Klappe, nicht viel dahinter. Aber sie bekommen halt Posten. Eigentlich, wenn man sich richtig erinnert, durch einen verschlagenen und / oder wortbrüchigen Abgeordneten.
    Man war immer der Meinung, er sei aus der SPD gekommen.
    Das ist aber nicht sicher.
    Auch in anderen Gruppierungen gibt es schräge Typen, die so reden, aber ganz anders handeln. Aber an der SPD blieb es nun mal hängen.
    Jedenfalls: Der Großbauer C. ist für mich eine Null.
    Siehe Landesbank.
    Siehe Entscheidungsschwäche.
    Siehe Personalauswahl für Ministerposten.
    Der CDU-Mann W. ist viel fähiger als dieser Gutsherr von mäßigen Fähigkeiten.
    Es gab ja da schon früher andere Aussagen von anderen CDU-Größen aus S.-H.
    Meine Meinung: je kleiner das Licht, desto größer der Posten.
    Oder, um es auf die Bahn zu schieben, was hat man da für traurige "Figuren" als Mehdorn-Nachfolger benannt.
    Entweder hatten die Benennenden keine Ahnung oder waren böswillig oder sie trieben nur Schabernack.
    Traurig, traurig ist es jedenfalls.
    Ein Herr C. hätte niemals MP werden dürfen.
    Man sieht aber, wohin kollektive Dummheit, in diesem Fall einer Fraktion, eines Landesverbandes (CDU), hinführen kann!

  2. Was fehlt ist Dienstleistung für den kleinen Bürger in allesn Bereichen,von Gesunjdheit bis Wirtschaft, in der Dauerkrise in der wir uns befinden sehen die Politiker nur Ihren Vorteil,schnell Diäten zu kassieren,so tun als ob alles läuft ,auf Wiederwhl hoffen, so können wir die Politiker nicht wieder-
    wählen, es muss endlich ein Versprechen her, das für den kleinen Mann was taugt,
    z.B.Mindestlohn,nur Zypern und Die BRD haben noch einen Sklavenlohn, Zeit für Reformen.Ebenso ist Hartz V kein Dauerthema ,sondern hier wird angst geschürt, schaut man nach Dänemark oder niederlande ,dort werden Iniativen auf breiter Front zur Weiterbildung und Eingleiderung geschaffen,es gibt dort keine Ein -Euro Jobs.Der bürger muss Verantwortung übernehmen,nach dem Motto fördern und fordern, fordern die Polriker für uns mit MWST,höheren Steuern und förderung von BAdBanks nicht die richtigen,wird hier nicht selektiert nach Berufsgruppen,der mündie Bürger schaut durch und es wird zum Aufstand kommen, nicht der von 1989,wir sind ein volk, sondern der das daß Volk die Politiker in die Wüste schickt, und Personen bestellt die in kurzen Abständen Leistung zeigen muss.falls diese Leistung an den bürger nicht gut/hier kommen wir zur Wertung und Messung,
    diese können die bürger in einer demokratie machen.Transparenz ist gut .

    Aktion für eine Sache ebenfalls,deshalb meine frage, Wer möchte sich an einem Aktionskreis beteiligen,Aktion für Bürger mit Mindestlohn und Selbstverantwortung

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