Grippe-Virus Neue Verdachtsfälle in Europa - Entwarnung in Bielefeld

Das neue Grippevirus aus Amerika breitet sich weiter in Europa aus. Die EU-Gesundheitsminister haben ein Krisentreffen vereinbart, um eine Pandemie zu verhindern

Werden bald auch in Deutschland allerorts Gesichtsmasken zum Schutz vor einer Infektion verteilt?

Werden bald auch in Deutschland allerorts Gesichtsmasken zum Schutz vor einer Infektion verteilt?

Die als Schweinegrippe bekannt gewordene amerikanische Grippe hat Europa erreicht: In Spanien wiesen Mediziner das mutierte Virus H1N1 bei einem kürzlich aus Mexiko zurückgekehrten Studenten nach, wie Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez am Montag in Madrid berichtete. Mehrere europäische Länder untersuchen derzeit Patienten mit Grippesymptomen. So werden in Skandinavien und in der Schweiz jeweils fünf Mexiko-Reisende getestet. Die spanische Regierung sprach von 19 weiteren Verdachtsfällen.

Bei zwei Patienten in Schottland sei der Erreger in Tests nachgewiesen worden, teilte die schottische Gesundheitsministerin Nicola Sturgeon am Montagabend in Edinburgh mit. Die beiden Patienten in Schottland waren am Wochenende nach einer
Mexikoreise mit leichteren grippeähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus in Airdrie nahe Glasgow gekommen. Sie befinden sich seitdem auf einer Isolationsstation und werden mit Spezialmedikamenten behandelt. Beide Patienten erholten sich gut,
betonte Sturgeon. Bei einem dritten Patienten in Großbritannien konnte der Erreger nicht festgestellt werden. "Die Gefahr für die Öffentlichkeit bleibt gering." Mehr als 20 Menschen, die mit den beiden Schotten in Kontakt gekommen waren, seien untersucht worden. Es habe aber keine neuen Verdachtsfälle gegeben.

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In Mexiko stieg die Zahl der Grippetoten auf mehr als 100. Wie viele Menschen tatsächlich an dem neuen, mutierten Schweinegrippevirus H1N1 starben, teilte die Regierung nicht mit. Bisher war der Erreger bei mindestens 20 der Todesfälle gefunden worden. Im ganzen Land werden nach Regierungsangaben 1614 Grippekranke in Hospitälern behandelt. Mehr als 60 Prozent der Patienten seien jedoch auf dem Weg der Besserung und entlassen worden. Die Regierung von Mexiko-Stadt erwog, das gesamte Wirtschaftsleben der 20-Millionen-Metropole vorübergehend ruhen zu lassen, um die Ausbreitung des Erregers zu hemmen.

Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte seine Reiseempfehlungen für Mexiko. "Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko wird derzeit abgeraten", hieß es auf seiner Internet-Seite. Zugleich wird allen Mexiko-Reisenden empfohlen, die Berichterstattung über die Grippe genau zu verfolgen. Eine formelle Reisewarnung für Mexiko gab es jedoch bis Montagabend nicht.

Das Bundesgesundheitsministerium sieht Deutschland auf einen möglichen schweren Grippeausbruch gut vorbereitet. Die Bundesregierung geht davon aus, dass eine ausreichende Menge antiviraler Medikamente in Deutschland vorrätig sind. Der Pharmakonzern Novartis nimmt an, in drei bis sechs Monaten einen Impfstoff gegen das mutierte Schweinegrippevirus fertig zu haben. Für die drei Verdachtsfälle aus Bielefeld haben die Behörden Entwarnung gegeben. Zunächst bestand der Verdacht, zwei Männer und eine Frau seien an dem Virus erkrankt, nachdem die Männer mit Krankheitssymptomen aus Mexiko zurückgekehrt waren und die Frau angesteckt haben könnten. Sie waren umgehend auf eine Isolierstation in Bielefeld gebracht worden.

Die tschechische EU-Ratspräsidentschaft rief ein Krisentreffen der Gesundheitsminister ein. Sie werden voraussichtlich am Donnerstag in Brüssel zusammenkommen, um die Bedrohung durch das Virus einzuschätzen und Gegenmaßnahmen zu koordinieren.

In den USA sind nach den Worten Präsident Barack Obamas alle bisher 20 bestätigten Patienten von der Grippe genesen. Kanada meldete sechs bestätigte Fälle. Obama sprach davon, es bestehe in den USA Grund zur Besorgnis, aber kein Grund für Alarm. Die USA hatten bereits am Sonntag einen "Gesundheitsnotstand" ausgerufen. Dabei handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um zu gewährleisten, dass die nötigen Mittel für eine rasche Reaktion zur Verfügung stünden, betonte Obama.

Leser-Kommentare
    • iDog
    • 28.04.2009 um 1:18 Uhr

    wieso neu ? hier ein artikel zu einer kontamination mit diesem virus in den USA 1976 ... die geschichte dieses virus ist doch etwas laenger als behauptet wird.

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