H1N1-Virus Was man zur Schweinegrippe-Impfung wissen muss

Zwei Ärzte, drei Meinungen – was stimmt in Sachen H1N1-Impfung? Wie sinnvoll ist sie und wie gefährlich ist das Virus? Fragen und Antworten zur Schweinegrippe

Behörden und Wissenschaftler empfehlen die Impfung gegen die Schweinegrippe. Doch am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er die Vakzine möchte

Behörden und Wissenschaftler empfehlen die Impfung gegen die Schweinegrippe. Doch am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob er die Vakzine möchte

Schweinegrippe bekannt gewordene Krankheit hat inzwischen Menschen in aller Welt infiziert. Die zunächst befürchtete Pandemie mit Millionen Toten blieb aus. Insgesamt haben bisher mindestens 480.000 Menschen eine Schweinegrippe hinter sich oder leiden derzeit daran. Gestorben sind nachweislich mehr als 6000 Infizierte.

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Allerdings werden die H1N1-Fälle seit dem Sommer nicht mehr offiziell gezählt. In einigen Ländern war eine genaue Erfassung der Grippe-Patienten von Anfang an nicht möglich. In Europa sind bisher mehr als 300 Schweinegrippe-Tote gemeldet, mehr als 80.000 Menschen haben sich infiziert. In den meisten Ländern steigen derzeit die Infektionszahlen.

In Deutschland lief die Impfung gegen den neuen Grippeerreger H1N1/09 anfangs schleppend an. Mittlerweile kommt es teilweise zu chaotischen Zuständen an den Impflokalen. Impfgegner und -befürworter streiten heftig über Chancen und Risiken der bislang beispiellosen Impfaktion. Viele Bürger sind verunsichert, wie gefährlich das Virus wirklich ist und welche Gefahren eine Impfung mit sich bringt.

Inzwischen geht der Erreger seit acht Monaten um die Welt. Wie gefährlich ist er?

Wie sich das im Frühjahr aufgetauchte H1N1-Virus weiter ausbreiten wird, ist schwer vorherzusagen. Richtig ist, dass die meisten Infizierten die Schweinegrippe innerhalb weniger Tage überstehen. Nur selten verläuft die Erkrankung tödlich.

Im Vergleich zur saisonalen Grippe, an der jedes Jahr allein in Deutschland 8.000 bis 11.000, in manchen Jahren sogar bis zu 30.000 Menschen sterben, ist die Todesrate durch H1N1/09 sehr niedrig. Daran sind in Deutschland bislang nachweislich 13 Menschen gestorben – von mehr als 40.000 Erkrankten. Bis auf drei Verstorbene hatten alle Infizierten schwere Vorerkrankungen, die erst in Kombination mit der Schweinegrippe zum Tod führten. Bei zwei Patienten sind chronische Krankheiten unbekannt. Ein Opfer hatte keinerlei Vorerkrankungen.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker, sprach in diesem Fall von einem "Warnsignal". Zuletzt registrierte sein Institut Ende Oktober rund 3000 H1N1-Fälle pro Woche. Die meisten Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner leben in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit steigen die Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland.

Warum braucht es eine Massenimpfung, wenn die Schweinegrippe so harmlos ist?

Viele Experten befürchten eine zweite Welle der Schweinegrippe, die die Bevölkerung womöglich weniger glimpflich trifft. Bisher ist H1N1/09 nur hoch ansteckend. Doch Virologen gehen weiter davon aus, dass der neue Erreger zu einer gefährlicheren Variante mutieren und doch noch eine Pandemie mit vielen Toten auslösen könnte.

Nur eine Impfung kann das Risiko für die Entstehung einer solchen Mutante senken. Denn je mehr Menschen an Schweinegrippe erkranken, desto größer ist die Gefahr für den Austausch von Erbmaterial unter den Grippe-Viren. Die Vakzine hält die Erreger in Schach und verhindert eine noch stärkere Verbreitung.

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könnte sie in den kalten Wintermonaten viele Menschen für ein paar Tage außer Gefecht setzen. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen würden unnötig belastet. Auch der Wirtschaft könnte ein Schaden durch massenhafte Arbeitsausfälle entstehen. In Argentinien lähmte eine Erkrankungswelle im Winter fast das ganze öffentliche Leben. Auch Australien musste erst lernen, mit dem Virus umzugehen.

Auch wenn die Amerikagrippe weiter harmlos verläuft,

Welche Impfstoffe gibt es, und wie sicher sind sie?

In Europa sind derzeit die drei Impfstoffe Pandemrix (Hersteller: Glaxo-Smith-Kline), Focetria (Novartis) und Celvapan (Baxter) zugelassen. Sie alle basieren auf Modell-Impfstoffen, die bereits zuvor hergestellt wurden. Im Falle einer Pandemie können sie rasch an neue Erreger angepasst werden. Alle drei wurden sowohl von der europäischen Arzneimittelbehörde Emea als auch vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland zugelassen.

Hierzulande werden die allermeisten mit Pandemrix geimpft, ihn haben die Bundesländer bestellt, nur er wird in ausreichender Menge (in Hühnereiern) produziert. Der Impfstoff Focetria ist derzeit nicht verfügbar. Novartis bietet noch einen weiteren Impfstoff namens Celtura an. Er wird nicht mit Hühnereiern produziert, sondern mithilfe von Zellkulturen – weswegen er auch für Menschen mit Hühnereiweißallergie geeignet ist. Die Bundesländer aber haben diesen Impfstoff bisher nicht bestellt.

Um einen Impfstoff herzustellen, werden tote Viren oder Teile davon so behandelt, dass Antigene geformt werden. Werden sie den Menschen gespritzt, bildet die Immunabwehr Antikörper gegen den Erreger der Schweinegrippe.

Wie gefährlich sind die Wirkverstärker?

Diese Adjuvanzien helfen, eine ausreichende Immunreaktion mit nur wenigen Virus-Antigenen auszulösen. Ein Vorteil bei der schnellen Impfstoff-Herstellung, da sich Antigene nur sehr langsam züchten lassen. Solche Wirkverstärker sind in Pandemrix, dem Impfstoff für die deutsche Bevölkerung, wie auch in Focetria, enthalten. Nur so konnten in den vergangenen Monaten anstelle von 110 Millionen Impfdosen weltweit 440 Millionen hergestellt werden.

AS03, der Pandemrix-Verstärker, basiert auf Squalen, einem aus Haifischleber gewonnenen Zwischenprodukt des Cholesterin-Stoffwechsels. Der Zusatzstoff wurde an 39.000 Menschen getestet, allerdings nicht an Schwangeren und Kindern. Vielfach kritisiert wurde zudem, dass Pandemrix den quecksilberhaltigen Konservierungsstoff Thiomersal in geringen Mengen enthält. Quecksilber ist ab bestimmten Mengen giftig. Da der Impfstoff im Fall der Schweinegrippe nicht lange gelagert wird, hätte man nach Ansicht einiger Experten auch ohne dieses Konservierungsmittel auskommen können.

Die Sorge Thiomersal könne bei Kindern neurologische Erkrankungen und Autismus auslösen, ist aber unberechtigt. Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien sprechen dagegen, heißt es von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Institute of Medicine in den USA und der europäischen Arzneimittelbehörde Emea.

Der dritte Impfstoff, Celvapan, den die Bundeswehr und die deutsche Regierung erhalten sollen, kommt zwar ohne Verstärker und Konservierungsstoffe aus. Er enthält aber komplette, inaktivierte Viren in höherer Dosierung und wurde nur an rund 600 Personen getestet. Besser ist Celvapan aber nicht und weder für Schwanger noch für Kinder geeignet. Mutiert das Virus, könnte er sogra schlechter wirken als die anderen Impfstoffe.

Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung auftreten?

Eine Impfung ist eine gezielte Provokation des Immunsystems. Typischerweise kann es zu Schmerzen an der Einstichstelle, Schwellungen, und Rötungen kommen. Auch leichte Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen sind denkbar. Dies ist normal, schließlich wird die Körperabwehr dazu verleitet, Antikörper zu bilden. In schlimmeren Fällen bekommen die Geimpften Fieber und fühlen sich schlapp und müde. Diese Nebenwirkungen werden auch bei der Impfung gegen die saisonale Grippe beobachtet, die jedes Jahr angeboten wird.

Wie bei jedem Medikament, lässt sich auch bei der Impfung gegen die Amerikagrippe ein Risiko für seltene, auch schwere Nebenwirkungen nicht ausschließen – auch wenn die Mittel klinisch getestet wurden. In Einzelfällen kann es etwa zu einem anaphylaktischen Schock kommen, wenn das Immunsystem überreagiert. Dass der Impfstoff auch das Risiko für die Nervenlähmung Guillain-Barré-syndrom geringfügig erhöhen könnte, gilt als sehr unwahrscheinlich, wird aber trotzdem derzeit genau beobachtet.

Unter genauer Überwachung stehen auch Frühgeburten und Aborte, die allerdings auch ohne Impfung mit einer gewissen Häufigkeit auftreten.

Bekommen die Bundeswehr und die Minister einen besseren Impfstoff?

Nein. Denn Celvapan schützt nur gegen die derzeit grassierende Virus-Variante. Die Impfstoffe mit Wirkverstärkern für die Bevölkerung bieten voraussichtlich auch eine gewisse Sicherheit vor einer Ansteckung mit mutierten H1N1-Erregern. Richtig ist aber auch, dass Celvapan als reiner Impfstoff seltener Nebenwirkungen auslöst.

Muss ich mich impfen lassen?

Nein. Die Impfung ist ein Angebot. Allerdings empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut allen, an der Reihenimmunisierung teilzunehmen. Nur Säuglinge sind davon ausgenommen.

Wie viele Spritzen sind nötig, und wann schützt das Serum?

Die Vakzine mit Wirkverstärker bietet ausreichenden Schutz für nahezu jeden Geimpften, hieß es nach den Tests. Die kleine Einschränkung trägt der Tatsache Rechnung, dass kein medizinisches Präparat immer, ausnahmslos und unter allen Umständen wirkt.

Endgültige Empfehlungen zur Dosierung soll es nach Auswertung der bisherigen Erfahrungen Ende November geben – also die Antwort auf die Frage, ob eine zweite Spritze notwendig ist. Diese wäre auch noch sechs Monate nach Erhalt der ersten Dosis wirksam.

Mediziner gehen bisher davon aus, dass Menschen ab einem Alter von zehn Jahren sich nur einmal pieksen lassen müssen. Die Dosis beträgt für Pandemrix 0,5 Milliliter Serum. Erwachsene, die älter sind als 60 Jahre, sollten im Abstand von mindestens drei Wochen zwei Dosen von je 0,5 Millilitern erhalten.

Kinder zwischen sechs Monaten und neun Jahren, für die eine Impfung empfohlen wird, sollten zweimal mit 0,25 Millilitern im Abstand von mindestens drei Wochen geimpft werden. In der Regel tritt ein Schutz vor dem Erreger etwa nach zehn Tagen ein und ist nach etwa drei Wochen komplett.

Bietet die Impfung einen hundertprozentigen Schutz?

Nein. Absolute Sicherheit wird mit keiner Impfung erreicht: Im Fall der Schweinegrippe gehen Wissenschaftler davon aus, dass 15- bis 60-Jährige zu  80 bis 90 Prozent vor einer Ansteckung mit dem Erreger geschützt sind, bei den über 65-Jährigen liegt der Erfolg bei etwa 60 Prozent.

Wer haftet, sollte es zu gesundheitlichen Schäden durch die Impfung kommen?

Dies hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Das Bundesgesundheitsministerium sagt dazu Folgendes: "Je nach den Umständen des Einzelfalls können sich Schadensersatzansprüche aus der Haftung des impfenden Arztes oder des pharmazeutischen Unternehmers sowie ein Anspruch auf staatliche Versorgung wegen eines Impfschadens nach dem Infektionsschutzgesetz ergeben."

Wer soll sich impfen lassen?

Grundsätzlich sehen die Gesundheitsbehörden und Forschungsinstitute einen Vorteil für die gesamte Bevölkerung. Es gibt jedoch Personengruppen für die das Robert-Koch-Institut eine Impfung besonders empfiehlt: Dazu zählen Krankenhaus- und Pflegepersonal, Polizeibeamte und Feuerwehrleute, Apotheker, Mitarbeiter von Gesundheitsbehörden und alle Menschen, die Kontakt zu Infizierten haben.

Ebenfalls impfen lassen sollten sich chronisch Kranke, wie zum Beispiel Diabetiker, Übergewichtige und Patienten mit Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nieren-Leiden, Multipler Sklerose, Krebs sowie HIV oder anderen Infektionskrankheiten, die das Immunsystem schwächen.

Zudem sollten sich junge Menschen und Erwachsene im mittleren Alter mit der Vakzine schützen. Sie sind eher durch einen schweren oder gar tödlichen Verlauf gefährdet. Für ältere Menschen über 60 Jahren scheint dieses Risiko geringer zu sein, vermutlich weil in dieser Altersgruppe noch ein gewisser Immunschutz durch frühere Grippewellen besteht.

Die Empfehlung gilt ebenfalls für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, und Wöchnerinnen – sie sollten jedoch einen Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker erhalten. Da die bisher einzige Vakzine ohne Adjuvanzien (Celvapan) für Schwangere nicht geeignet ist, fordern Experten von den Pharmaunternehmen die rasche Entwicklung eines weiteren Impfstoffs für diese Risikogruppe.

Was sollten Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen beachten?

Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen zählen, wie Kinder, zur Risikogruppe und sind somit durch die Amerikagrippe überdurchscnittlich gefährdet. Eine Impfung wird deshalb von allen Instituten empfohlen – bei Schwangeren jedoch mit Auflagen.

Da Impfstoff-Studien aus ethischen Gründen nicht bei Schwangeren durchgeführt werden, gibt es keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe mit Wirkverstärkern, wie Pandemrix, die Schwangere oder das Ungeborene schädigen könnten. Auch nicht in Tierversuchen. Dennoch empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO), Schwangere vorerst nur mit Wirkverstärker-freien Impfstoffen – vorzugsweise erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel – zu impfen, weil mit diesen bereits Daten gesammelt werden konnten.

Vom zweiten Trimester an können sich Schwangere allerdings mit Pandemrix impfen lassen. Das für die Zulassung und Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut rechnet nicht mit schweren Nebenwirkungen.
Zudem solle die Entscheidung für oder gegen ein Impfung "basierend auf der individuellen Situation der Schwangeren nach Beratung durch den behandelnden Arzt getroffen werden". Zudem wird nach einem speziellen Impfstoff für Schwangere gesucht. Dieser soll nach derzeitiger Planung von Ende November an zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen für Schwangere zur Impfung gegen die Amerikagrippe finden Sie hier und auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts. Weitere Informationen für Menschen mit Vorerkrankungen bietet unter anderem das Robert-Koch-Institut an.

 

Sollen Kinder geimpft werden?

Kinder dürfen erst ab einem Alter von sechs Monaten eine Impfspritze bekommen. Zu empfehelen ist das besonders für chronisch kranke Kinder, aber auch bei Kita- und Schulkindern. Da im Verlauf der Schweinegrippe-Pandemie in den USA, Australien und Kanada besonders häufig junge Kinder unter vier Jahren ins Krankenhaus mussten, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut den Gang zum Kinderarzt.

Für Säuglinge unter sechs Monaten ist kein Impfstoff zugelassen. Bei ihnen ist es daher besonders wichtig, die Hygiene-Empfehlungen zu beachten. Außerdem sollten sich Erwachsene aus ihrem Umfeld impfen lassen

Zusätzlich sollte man Säuglinge und Kinder unter zwei Jahren gegen Pneumokokken impfen lassen (die Krankenkassen zahlen), um sie vor einer Lungenentzündung zu schützen – jene ist oft die Folge einer Grippeinfektion.

Mit der H1N1-Impfung schützen Eltern zudem nicht nur ihr eigenes Kind, sondern auch andere Familien: Schulkinder, gelten als der "Motor einer Influenza-Übertragung". Durch den engen Kontakt im Klassenraum breiten sich Viren hier besonders leicht aus.

Wann sollte ich mich impfen lassen?

Am Montag (außer in Niedersachsen und im Saarland) fällt der Startschuss für die bundesweiten Impfungen – allerdings zunächst für die Risikogruppen. Anschließend kann sich die restliche Bevölkerung impfen lassen.

Dabei organisiert jedes Bundesland die Impfung selbst, damit regionale Besonderheiten berücksichtigt werden können. Wann es genau losgeht, ist also unterschiedlich. Für Fragen haben manche Bundesländer eine zentrale Telefonhotline eingerichtet, ansonsten kann man sich an die Gesundheitsämter vor Ort wenden.

Wie teuer ist die Impfung?

Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, egal ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Auch die zehn Euro Praxisgebühr entfallen, solange der Arztbesuch allein der Impfung gegen die Amerikagrippe gilt. Das Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass die Impfaktion im Staatshaushalt mit rund 600 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. So kostet eine einzelne Impfdosis etwa neun Euro plus fünf Euro für die Verabreichung des Serums durch einen Arzt.
 

Wo kann man sich impfen lassen?

Wer sich für eine Schweinegrippe-Impfung entschieden hat, sollte sich zunächst an seinen Hausarzt wenden. Den Ablauf regeln die Bundesländer unterschiedlich. Auch die Gesundheitsämter informieren in  über weitere Anlaufstellen. Je nach Zulauf, werden neben den Praxen und Ämtern weitere Impfstationen eingerichtet. Nicht jeder niedergelassene Arzt darf impfen, aber Ärzte können sich als Impfarzt registrieren lassen

Ist eine Anmeldung nötig und braucht man den Impfpass?

Es ist ratsam, vorher beim Hausarzt anzurufen. Wer sich immunisieren lässt, sollte auch seinen Impfpass mitnehmen, um die Impfung zu dokumentieren. Wer den Ausweis nicht dabei hat erhält eine Impfkarte, die die Gabe bestätigt. Für verlorene Impfpässe kann ein Ersatz ausgestellt werden.

Ist eine Impfung gegen die saisonale Grippe zusätzlich sinnvoll?

Die Impfung gegen das Amerikagrippe-Virus ist kein sicherer Schutz vor der saisonalen Grippe und umgekehrt. Deswegen empfiehlt das Robert-Koch-Institut, sich zusätzlich gegen die jährlich wiederkehrende Grippe zu impfen.  Dies gilt vor allem für über 60-jährige und chronisch kranke Menschen "wegen des erhöhten Risikos für schwere, mitunter tödliche, Krankheitsverläufe." Sie sollten sich impfen lassen und die Chroniker unter ihnen mit drei Wochen Abstand dann auch gegen die Schweinegrippe. Von der Amerikagrippe sind dagegen eher jüngere Menschen betroffen. Bisher ist die saisonale Grippe in Deutschland praktisch (noch) nicht präsent.

Die Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Studie, wonach gegen die normale Grippe geimpfte Menschen möglicherweise ein größeres Risiko hätten, an der Amerikagrippe zu erkranken, wurde bislang nicht bestätigt. Auch Beobachtungen in Ländern wie Mexiko, den USA, Großbritannien und Australien gaben keinen Hinweis auf diesen Zusammenhang. Dort haben sich bereits große Teile der Bevölkerung mit der Amerikagrippe angesteckt.

Jeder kann sich sowohl gegen das H1N1/09-Virus als auch gegen die Erreger der saisonalen Grippe impfen lassen. Um allerdings selten auftretende Nebenwirkungen sowie die Wirksamkeit des Impfstoffs besser überwachen zu können, empfehlen Experten sich im Abstand von drei Wochen gegen beide Erreger impfen zu lassen. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt in seiner aktuellen Ausgabe.

Virologen erwarten, dass demnächst in Deutschland sowohl Erreger der saisonalen Influenza als auch der Amerikagrippe zirkulieren. Möglicherweise verdrängt der H1N1/09-Erreger die saisonale Grippe, wie Experten es auch in Ländern auf der Nordhalbkugel beobachtet haben.

Wer informiert die Bürger?

Alle Gesundheitsämter geben telefonisch Rat, ihre Rufnummern kennt die Telefonauskunft. Eine generelle Info-Hotline zur Neuen Grippe gibt es auch beim Bundesministerium für Gesundheit: 030/346465100 (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) und bei den zuständigen Landesbehörden.

Viele Bundesländer haben eigene Hotlines eingerichtet. Die Telefonnummern finden sich – nach Ländern geordnet – im Internet auf einer offiziellen Seite aufgelistet. Das Problem ist indes, dass viele Hotlines inzwischen überlastet sind. Ausführlichere Informationen und Impfempfehlungen stehen auch auf den Webseiten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts.


Sind Menschen immun, die die Schweinegrippe schon hatten?

Grundsätzlich gibt es nach einer Infektion eine gewisse Immunität gegen den Erreger. Allerdings können sich Influenzaviren im Laufe der Zeit verändern und so kann auch ein kompletter Immunschutz verloren gehen. Ob eine bereits durchgestandene Infektion also ausreichenden Immunschutz gegen eine Neuinfektion bietet, ist noch nicht geklärt. Eine Impfung wird daher auch in diesen Fällen empfohlen.

Ob und wie stark sich der H1N1/09-Erreger verändert, beobachten Virologen und Forscher derzeit weltweit. Eine sichere Prognose kann dabei niemand geben. Allerdings warnen Experten davor, sich absichtlich mit der Amerikagrippe zu infizieren, um anschließend geschützt zu sein. Denn schwere Verläufe der Erkrankung sind nicht ausgeschlossen.

Wann ist die Grippewelle vorbei?

Heimkehrer aus dem Urlaub haben im Spätsommer und Herbst fleißig Erreger verteilt. Jetzt begünstigt das nasskalte Wetter den Ausbruch der Grippe bei vielen Menschen – und die weitere Verbreitung. Bis ins Frühjahr dürfte es so weitergehen.

Was schützt noch vor der Influenza?

Die allgemeine Hygiene ist nach der Impfung der beste Schutz vor einer Ansteckung. Das bedeutet: Hände waschen, auf das Händeschütteln zur Begrüßung verzichten. Außerdem sollte man engen Kontakt zu Infizierten meiden.

Ob ein Mundschutz schützt, ist bislang nicht ausreichend erforscht. Allerdings können Schweinegrippe-Patienten damit die Verbreitung ihrer Viren eindämmen.

Sollten sich im Winter tatsächlich große Teile der Bevölkerung mit Schweinegrippe anstecken, kann es sinnvoll werden, Massenveranstaltungen – wie Fußballspiele oder Konzerte – sowie öffentliche Verkehrsmittel zu meiden. Bevor es soweit kommt, würden die Gesundheitsämter und Behörden aber weitere Empfehlungen aussprechen.

 
Leser-Kommentare
  1. ...an den Film "12 Monkeys"

  2. "Hier gelten wiederum die Dinge, mit der sich jeder auch einer normalen Grippe entziehen kann. Häufiges Händewaschen, kein Händeschütteln oder Küssen."

    Das Problem ist, dass sich die größte Schweine ja nie die Hände waschen. Schütteln ist da nicht drin, Küssen ohnehin kein Gedanke.

    Ich bin Vegetarier, wenn ausgerechnet ich die Schweinegrippe kriegte, fände ich das sehr, sehr ungerecht.

  3. "Wie gefährlich ist der Schweinegrippe-Virus? "

    Jetzt habt ihr das so schön mit DAS Virus und auch dem richtigen Genetiv "des Virus" hinbekommen - und nun das, also "der".

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    • ohno
    • 27.04.2009 um 18:00 Uhr

    oder das Virus, keins von beidem ist richtiger als das andere. Siehe der/das Gummi, der/das Tunnel und die/das Cola.

    Genetiv ist allerdings definitiv falsch.

    • ohno
    • 27.04.2009 um 18:00 Uhr

    oder das Virus, keins von beidem ist richtiger als das andere. Siehe der/das Gummi, der/das Tunnel und die/das Cola.

    Genetiv ist allerdings definitiv falsch.

  4. 4. ist...

    ...schon wirklich komisch. wetten, bis spätestens donnerstag gibt es die ersten besorgnis erregenden fälle in deutschland. immerhin ist am freitag der erste mai und mächtig was los auf deutschen strassen. also vielleicht besser zu hause bleiben wenn einen der nächstbeste mitmarschierer anstecken kann. zum quieken. die einen sprechen von möglichen sozialen unruhen, die anderen sind empört, um direkt, statt eines hasens eine kapitale sau aus dem hut zu zaubern.

  5. Gegen die Schweinegrippe werden also Tamiflu und Relenza empfohlen. Siehe oben im Hauptartikel..... Kennen wir das nicht noch gut von der Vogelgrippe? Und kam damals nicht Roche in den Verdacht der Manipulation zur Steigerung von Tamiflu? Und wer hatte besonders viele Anteile an Tamiflu? Und was hat das eine mit dem anderen jetzt zu tun?

    Der Spiegel schrieb seinerzeit: Viren werden resistent gegen Tamiflu

    Die Grippemittel Tamiflu und Relenza gelten als wichtige Mittel im Kampf gegen eine mögliche Pandemie - bisher. Jetzt warnen Forscher: Manche Viren werden resistent gegen die Medikamente.

    Wie japanische Forscher in einer am Dienstag vorab veröffentlichten Studie im "Journal of the American Medical Association" berichten, zeigten Viren während eines Ausbruchs der Grippe vom Typ B im Winter 2004/2005 Anzeichen von Resistenz gegen die Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamavir. Die Grippe vom Typ B grassiert den Angaben zufolge jedes Jahr und wird mit einer weltweit steigenden Zahl von Todesfällen in Verbindung gebracht. In Japan wird sie häufiger als in anderen Ländern mit Tamiflu und Relenza behandelt.

    Gut, hier nun wieder Typ A. Keine Vögel, diesmal Schweine - und Menschen und Kombinationen...

    Neben der Schweinepestpanik und eventuellen Gefahr sollte man zugleich aber auch die GEfahren der Resistenzbildungen DURCH / WEGEN bestimmter Mittel mit diskutieren.

    Ich meine: Was helfen Medikamente, die zunächst helfen und am Ende dann noch mehr resistente und nicht beherrschbare Stämme hervorzaubern, die wiederum dann nicht nur keine Hilfe waren, sondern das zu Verbessernde letztlich verschlimmerten.

    Noch weiss man zu wenig, um schon zu festen Schlüssen zu geraten, aber die Kritik und die Warnungen der Vergangenheit sollten diesmal direkt mit in die Überlegungen dringendst einbezogen werden!

    Wohin es führt, wenn man auf Warnungen nicht hört, weil diese unbequem sind und nicht sofort ein Zaubermittel versprechen oder einen Tribut fordern, kennen wir ja nun auch aus der globalen Finanzinfluenzia?!

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun? Doch! Leider sehr viel.... Es hängt nämlich auch immer sofort der Kampf um Geld, Medikamente, Gewinne für Konzerne dran, sobald eine Pandemie droht.

    Besonnenheit und Vorsicht ist im höchsten Maße also nach allen Richtungen gefordert!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • LJA
    • 26.04.2009 um 20:45 Uhr

    und der Punkt ist ? Wir verwenden am besten gar keine Medikamente mehr gegen Grippe, da ja die Gefahr besteht, dass dadurch Virenstämme immun werden könnten ? Wir stellen die Forschung an neuen Medikamenten ein, da ja auch diese irgendwann einmal wirkungslos werden ? Wir verzichten überhaupt auf medizinische Behandlung, weil alle Menschen ohnehin einmal sterben müssen ? Wir nehmen uns alle gleich einen Strick ?
    Tut mir leid, ich hab's ehrlich noch nicht ganz verstanden.

    "ich meine: Was helfen Medikamente, die zunächst helfen und am Ende dann noch mehr resistente und nicht beherrschbare Stämme hervorzaubern, die wiederum dann nicht nur keine Hilfe waren, sondern das zu Verbessernde letztlich verschlimmerten."

    Der einzige Unterschied zwischen resistenten und nichtresistenten Krankheitserregern, seien dies Viren oder Bakterien, ist die Resistenz gegenüber dem Medikament!

    Die Krankheitsverläufe, die durch resistente Krankheitserreger hervorgerufen werden, unterscheiden sich nicht von denen nichtresistenter. Das einzige Problem: man kann nicht mehr behandeln.

    Es ist ein weit verbreiteter und falscher Gedanke, dass durch Resistenzbildung die Virulenz von Krankheitserregern zunehmen würde.

    • LJA
    • 26.04.2009 um 20:45 Uhr

    und der Punkt ist ? Wir verwenden am besten gar keine Medikamente mehr gegen Grippe, da ja die Gefahr besteht, dass dadurch Virenstämme immun werden könnten ? Wir stellen die Forschung an neuen Medikamenten ein, da ja auch diese irgendwann einmal wirkungslos werden ? Wir verzichten überhaupt auf medizinische Behandlung, weil alle Menschen ohnehin einmal sterben müssen ? Wir nehmen uns alle gleich einen Strick ?
    Tut mir leid, ich hab's ehrlich noch nicht ganz verstanden.

    "ich meine: Was helfen Medikamente, die zunächst helfen und am Ende dann noch mehr resistente und nicht beherrschbare Stämme hervorzaubern, die wiederum dann nicht nur keine Hilfe waren, sondern das zu Verbessernde letztlich verschlimmerten."

    Der einzige Unterschied zwischen resistenten und nichtresistenten Krankheitserregern, seien dies Viren oder Bakterien, ist die Resistenz gegenüber dem Medikament!

    Die Krankheitsverläufe, die durch resistente Krankheitserreger hervorgerufen werden, unterscheiden sich nicht von denen nichtresistenter. Das einzige Problem: man kann nicht mehr behandeln.

    Es ist ein weit verbreiteter und falscher Gedanke, dass durch Resistenzbildung die Virulenz von Krankheitserregern zunehmen würde.

  6. .... hier

    Wer es vergessen haben sollte: Es handelte sich zufällig um Donald Rumsfeld... Ich brauche den Herrn sicher hier niemandem vorzustellen!

    Das alles heisst nicht: Tamiflu wirkt nicht gegen die Schweinepest -- denn das steht keinem Laien zu zu behaupten!... Aber es heisst: Schaut diesmal vorher genau hin, bevor ihr nachher diskutiert, was man vorher hätte in Erwägung ziehen können.

    • nebbia
    • 26.04.2009 um 19:57 Uhr

    Soso, da beteiligt sich auch die Zeit sofort wieder an der coolen Marketingaktion für "Tamiflu" und Freunde .... am coolsten ist der Gag, im Artikel auch gleich vor dem rezeptfreien Konkurrenzprodukt zu warnen
    Das wird wohl wieder mal ein Meisterstück in kostenlosem Marketing der Pharmaindustrie ..... wäre es nicht wirtschaftlicher diese teure Anzeigen Schalren zu lassen?

  7. sondern schlicht um etwas wie dies:

    http://de.wikipedia.org/w...

    Und daraus mal zum Vergleich:

    "Eine Besonderheit der Spanischen Grippe war, dass ihr vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen, während Influenzaviren sonst besonders Kleinkinder und alte Menschen gefährden."

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