Amerikagrippe Erstes Todesopfer außerhalb Mexikos
Erstmals seit Ausbruch der Krankheit hat es außerhalb Mittelamerikas einen Todesfall aufgrund der Viruserkrankung gegeben. Ein 23 Monate altes Kind starb in Texas

© Justin Sullivan/Getty Images
Grippe-Schutz in den USA
Die US-Regierung bestätigte am Mittwoch den ersten Todesfall durch die als Schweinegrippe bekannte Amerikagrippe. Das Kleinkind stamme aus Mexiko, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsamts von Houston dem Sender CNN. "Die Familie war nach Südtexas gereist", sagte sie. Das Kind sei dort erkrankt, daraufhin hätten es die Eltern es zur medizinischen Versorgung nach Houston gebracht.
Der Chef des US-Zentrums für Seuchenkontrolle, Richard Besser, sagte, es sei von größter Bedeutung, dass die Bevölkerung ihre Ängste vor der Krankheit in Vorbeugungsmaßnahmen umleite. Er glaube nicht, dass der Todesfall "eine Änderung in dem Virus anzeigt".
Weltweit wurden weit mehr als 100 nachgewiesene Erkrankungen bekannt: In den USA stieg deren Zahl auf 66, in Neuseeland auf 14. Kanadische Experten wiesen 13 Erkrankungen nach, in Israel gibt es zwei. In den meisten Fällen habe es direkte Verbindungen nach Mexiko gegeben, hieß es beim Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm. Innerhalb Europas sieht es so aus: In Großbritannien sind fünf Erkrankungen bestätigt, in Spanien vier, in Österreich einer – eine 28-jährige Frau. In Deutschland sind erste Fälle bestätigt, weitere werden derzeit noch untersucht.
Die mexikanischen Behörden korrigierten ihre Angaben über die Zahl der an der Amerikagrippe gestorbenen Menschen nach unten. Bislang sei in sieben Fällen das mutierte Virus nachgewiesen worden, teilte der Direktor des nationalen epidemiologischen Institutes, Miguel Àngel Lezana, mit. Bisher war von 20 Toten durch das neuartige H1N1-Virus die Rede. Insgesamt starben in Mexiko 159 Menschen mit einem Verdacht auf die Grippe. Unter den fast 2500 Erkrankten steht bei 26 Fällen fest, dass sie sich mit dem Amerikavirus infizierten. Mahr als Tausend Kranke waren am Mittwoch noch in Krankenhäusern.
Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche bestätigte Erkrankungen. Als erstes Land stellte Kuba am Dienstag den Flugverkehr von und nach Mexiko für 48 Stunden ein. Argentinien erklärte, bis Sonntag würden alle Flüge aus Mexiko ausgesetzt. Frankreich fordert von der EU ein Stopp aller Flüge nach Mexiko. Die französische Tourismusbranche hat bereits alle Reisen nach Mexiko storniert.
Der Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, verhängte den Notstand. "Es gibt keinen Grund für einen Alarm", aber er wolle die Grippe stoppen, heißt es in einer Stellungnahme. Laut Los Angeles Times gibt es bei zwei Todesfällen in Kalifornien den Verdacht, dass es sich um Amerikagrippe gehandelt haben könnte. Auch rief den Notstand aus.
Die meisten der bisher in den USA bekanntgewordenen Fälle gab es in New York, wo laut Seuchenbehörde CDC 45 erkrankt waren. Allein an der Schule in Queens, an der die Infektion erstmals ausbrach, seien Hunderte von Kindern krank gewesen, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg. Auch viele Lehrer und Familienmitglieder hätten sich angesteckt, allerdings seien "alle Fälle mild verlaufen", sagte Gesundheitsreferent Thomas Frieden.
US-Präsident Barack Obama beantragte am Dienstag beim US-Kongress zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), um die Krankheit zu bekämpfen. Das Geld soll vor allem dazu dienen, die Produktion und Lagerung von Grippeimpfstoff und Medikamenten zu beschleunigen.
Die Staaten Mittelamerikas baten die internationale Gemeinschaft um Hilfe: Benötigt würden vor allem Medikamente, hieß es bei einem Treffen derGesundheitsbehörden dieser Länder in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua. Für den Fall einer Ausbreitung der Grippe in der Region brauche man Medikamente für rund drei Millionen antivirale Behandlungen.
- Datum 29.04.2009 - 19:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Es handelte sich um ein Baby aus Mexiko, das erst nach der Erkrankung von seinen Eltern zur Behandlung in ein texanisches Krankenhaus gebracht wurde.
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