PKK-Gebiet Anschlag auf türkische Soldaten

Im Südosten der Türkei ist eine 100-Kilo-Bombe detoniert. Neun türkische Soldaten kamen bei dem Attentat ums Leben

Bei einem Bombenanschlag  sind am Mittwoch im Südosten der Türkei neun Soldaten getötet worden. Ziel des Sprengstoffanschlags war ein Vorauskommando eines Militärkonvois, sagte der türkische Generalstabschef Ilker Basbug in Ankara. Nach Medienberichten wird die PKK für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Zunächst hatte der Nachrichtensender CNN-Türk über zehn getötete Soldaten berichtet. Die 100 Kilogramm schwere Bombe sei am frühen Morgen neben einer Straße zwischen Diyarbakir und Bingöl detoniert. Der Sprengsatz sei ferngesteuert mit einem Kabel gezündet worden, als die Soldaten die Stelle in einem Fahrzeug passierten.

Die PKK wird auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der achtziger Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete von der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee bisher mindestens 35.000 Menschen getötet.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Ich empfinde es als sehr merkwürdig, dass hier nur über den Anschlag und nicht über die Hintergründe berichtet wird.

    Nachdem die türkischen Parteien in Kurdistan die Wahl verloren hatten, ignorierte der türkische Staat nicht nur die von der PKK ausgerufene Waffenruhe, sondern verhaftete mindestens 70 kurdische Politiker und Journalisten. Gleichzeitig wurden die Ermittlungsakten zur Geheimsache erklärt, damit die Verteidiger der Angeklagten keine Akteneinsicht nehmen konnten.

    Ein weiterer Hintergrund dieses Anschlags ist, dass auch im April wieder die weltweit geächteten Streubomben gegen die kurdische Zivilbevölkerung zum Einsatz kamen.

    Diesen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung führt der türkische Staat nicht erst seit heute und auch nicht erst seit 1984, als PKK zu kämpfen begann.

    Bereits im Jahre 1934 wurde das Gesetz Nr. 2510 erlassen, das bestimmt, dass in keinem Gebiet nichttürkische Menschen die Mehrheit haben dürfen. Seitdem wurden Millionen Kurden aus ihrer Heimat vertrieben, viertausend Dörfer zerstört, ganze Landschaften unbrauchbar gemacht.

    Erst fünfzig Jahre später, 1984, griff die PKK zu den Waffen. Europäer und US-Amerikaner schlugen sich natürlich auf die Seite der Unterdrücker und Folterer, nur weil die Türkei im Kampf gegen den Kommunismus so nützlich war (Nato-Mitglied, Frontstaat). An dieser Haltung hat sich leider bis heute nichts geändert, außer es geht darum, den Türken den EU-Beitritt zu verwehren.

    Schade, dass man hier nicht besser informiert wird als durch den türkischen Generalstab.

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