Autokrise Abwrackprämie wird zum Auslaufmodell
Der Neuwagenabsatz auf dem deutschen Markt ist unverändert hoch, doch der staatliche Kaufzuschuss neuerdings weniger gefragt. Es profitiert vor allem das Ausland
Mit knapp 380.000 neu zugelassenen Pkw kamen im April 19,4 Prozent mehr fabrikneue Autos auf die Straßen als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag mitteilten. Wäre Ostern nicht in den April gefallen, hätte der Zuwachs nach Angaben des Importeursverbandes VDIK sogar 30 Prozent betragen.
Doch der Ansturm auf die Abwrackprämie ist abgeebbt, nachdem die Bundesregierung vor wenigen Wochen Geld für zwei Millionen statt 600.000 Autos bereitgestellt hatte. Seit Anfang April haben nur noch knapp 200.000 Käufer einen Antrag auf die 2500 Euro Kaufzuschuss für einen Neu- oder Jahreswagen gestellt, nachdem es in den zweieinhalb Monaten zuvor 1,2 Millionen waren.
Die vor allem von dieser Prämie und der Neuregelung der Kfz-Steuer ausgelöste Nachfrage bescherte den deutschen Herstellern laut VDA in den ersten vier Monaten des Jahres einen Produktionszuwachs um 200.000 Autos auf 1,25 Millionen Fahrzeuge, 18,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Besonders gefragt waren wegen der staatlichen Förderung abermals vor allem Klein- und Kleinstwagen, die gegenüber dem Vorjahresmonat ihren Absatz fast verdoppelten. Für die großen deutschen Premium-Marken fällt bei der staatlichen Abwrackprämie so gut wie gar nichts ab.
Die Gewinner heißen Fiat, Hyundai und Skoda sowie in Deutschland Opel, Ford und VW, die jeweils hohe Zuwachsraten verbuchten. Fiat schaffte es sogar, sich mit fast 68.000 neu zugelassenen Autos, einem Absatzplus von 116 Prozent in den ersten vier Monaten und einem Marktanteil von 5,4 Prozent an die Spitze aller Importmarken zu setzen – vor Skoda (5,3 Prozent Marktanteil), Renault/Dacia (4,9 Prozent) und Toyota (4,2 Prozent). Opel ist allerdings mit mehr als 107.000 verkauften Autos in Deutschland deutlich verbreiteter. Der Absatz der kurz vor einer Übernahme stehenden Rüsselsheimerwuchs im März um 36 Prozent auf 38.000 Stück.
Wegen der schwachen Nachfrage aus dem Ausland mussten die deutschen Hersteller dennoch ihre Produktion deutlich drosseln. Mit 382.000 Stück lag sie im April um 34 Prozent unter dem Wert aus dem Vorjahr. Denn die Ausfuhren gingen im April im Jahresvergleich um fast die Hälfte zurück. In den USA gab es einen Verkaufsrückgang um 34 Prozent.
Mit einem Zulassungs-Minus von 1,8 Prozent in den ersten vier Monaten hielt sich Audi noch am besten; Mercedes musste dagegen einen Rückgang von 25 Prozent und BMW/Mini von 16 Prozent hinnehmen. Porsche lag bislang um 19 Prozent unter dem Vorjahr.
- Datum 07.05.2009 - 12:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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