Gipfel in Washington Agenda Taliban

US-Präsident Barack Obama empfängt die Staatschefs von Pakistan und Afghanistan. Thema des Gipfels: die dramatische Lage in den beiden Ländern

US-Präsident Obama empfängt die Staatschefs von Pakistan und Afghanistan, Zardari und Karsai

US-Präsident Obama empfängt die Staatschefs von Pakistan und Afghanistan, Zardari und Karsai

Der Krieg in Afghanistan droht sich zu einem schwer kontrollierbaren Konflikt auszuweiten, der die gesamte Außenpolitik von US-Präsident Barack Obama überschatten könnte. Die Kämpfe gegen al-Qaida und Taliban verlagern sich immer häufiger von Afghanistan auf die pakistanische Seite des Grenzgebiets, wohin sich die Widerstandsgruppen zurückziehen.

Parteifreunde Obamas fürchten, die USA könnten in einen Krieg innerhalb Pakistans hineingezogen werden. Der Demokrat David Obey, Vorsitzender des Budgetausschusses im Kongress, der in diesen Tagen über viele hundert Millionen Dollar Militär- und Wirtschaftshilfe für Pakistan berät, sagt, ihn erinnere die Entwicklung an Präsident Richard Nixons Pläne für Vietnam 1969.

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Durch die Zuspitzung ist die Situation allerdings nicht klarer geworden. Afghanistans Präsident Hamid Karsai und sein pakistanischer Kollege Asif Ali Zardari, die beide heute mit Obama zusammentreffen werden, sind beide keine Wunschpartner für die USA. In Washington wird heftig debattiert, ob sie Teil der Lösung oder Teil des Problems sind. Karsai hat sich aus Sicht amerikanischer Beobachter als wenig durchsetzungsfähig erwiesen; sein Spitzname „Bürgermeister von Kabul“ beschreibt seinen begrenzten Einfluss. Ihm scheine der Wille zu fehlen, politische Risiken einzugehen, um den Aufbau einer Zivilgesellschaft in Afghanistan zu fördern und den Drogenanbau zu bekämpfen. Amerikanische Außenpolitiker wären froh, wenn nach zwei Amtszeiten Karsais im Sommer ein neuer Präsident gewählt würde. Doch ein aussichtsreicher Rivale, Gul Agha Sherzai, hat gerade seine Kandidatur zurückgezogen.

Die Entwicklung in Pakistan ist aus US-Perspektive noch gefährlicher. Islamische Extremisten sind längst nicht mehr nur im bergigen Grenzgebiet zu Afghanistan aktiv. Sie stoßen weit ins Landesinnere und selbst in die Umgebung der Hauptstadt vor. Die 2008 gewählte zivile Regierung unter Zardari scheint noch weniger bereit, gegen die Extremisten vorzugehen als General Musharraf in den Jahren zuvor. Zardari gilt auch in Europa als Enttäuschung. Er hat zwar viele Milliarden Euro und Dollar verlangt, um sein Land zu stabilisieren. Doch in den USA wächst die Kritik an ihm. Zudem steht er unter Korruptionsverdacht.

Leser-Kommentare
  1. das kann gefährlich werden!!!

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    • Anonym
    • 06.05.2009 um 12:16 Uhr

    gefährlich. Jedem amerikanischen Präsidenten seinen eigenen Krieg!

    • Anonym
    • 06.05.2009 um 12:16 Uhr

    gefährlich. Jedem amerikanischen Präsidenten seinen eigenen Krieg!

    • Anonym
    • 06.05.2009 um 12:16 Uhr

    gefährlich. Jedem amerikanischen Präsidenten seinen eigenen Krieg!

    Antwort auf "Agenda Taliban"
    • A.DOM
    • 06.05.2009 um 12:35 Uhr

    hat irgendjemand an dieser völlig absehbaren Entwicklung gezeifelt? Ohne Kenntnis der lokalen Machtstrukturen, Traditionen, geschichtlichen Entwicklungen, der Forcierung der islamistischen Kämpfer durch eine kurzsichtige US-Regierung gegen Russland mit derem Erbe heute Krieg geführt wird? Über 30 tote deutsche Soldaten bisher, wann fängt man an in Deutschlanfd die Schmerzgrenze zu erreichen? Ein jetzt schon nach Pakistan hineinverlagerter "Konflikt" wird noch viele Blutopfer mit sich bringen aber wir haben ja genügend Kinder welche wir verheizen können, für die Rente arbeiten ja später die heutigen verantwortlichen Politiker! Oder etwa nicht? Obama wird aus diesem Krieg nicht mehr strahlend herauskommen.

  2. Die sehr komplexe Situation in Afghanisthan und Pakistan ist nicht mehr zu überblicken. Da nützen auch amerikanische Luftangriffe in Afghanisthan mit über 100 Toten unter der Zivilbevölkerung wenig. So schaffen sich die Amerikaner immer neue Feinde. Und wohin diese Strategie führt, konnte man während des Vietnam-Krieges sehen, der trotz massivem militärischem Einsatz verloren ging. Mit dem afghanischen Präsidenten Karsai (ich liebe seine folkoristische Erscheinung!) haben die USA einen unzuverlässigen Partner, der nun die Schuld auf Pakistan schiebt (Rückzugsgebiet der Taliban - das war es doch immer?). Und über Osama bin Laden und die al-Qaida spricht niemand mehr? Deswegen hat man doch den Krieg in Afghanisthan begonnen. Da Barack Obama sich sehr schnell als "kriegerischer" Präsident geoutet hat, kann er diesen "schmutzigen" Krieg (Drogen spielen eine sehr wichtige Rolle) nicht gewinnen. Und unsere deutschen Soldaten werden zwischen diesen unübersichtlichen Fronten zerrieben.

    Herzliche Grüsse!

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM
    www.twitter.com/klmmetzger

  3. Busch hat gemeint, Hegemonien gäbe es nicht mehr. Jetzt hat auch Obama diese Frage mit einem klaren Nein zu beantworten. Daraus folgt dann aber auch, dass der gesamte ethisch-normative Konflikt regionalisiert werden muss.

    Obama muss den Anrainer-Staaten klarmachen, dass seine Truppenpräsenz zeitlich begrenzt ist, um ihnen Gelegenheit zu geben, diese Krieg um Interesssen und die vorherrschende Kultur selbst zu lösen.

    Im übrigen gilt die Einbettung aller Konflikte in die UNO. Ich bin gespannt, wie Obama wirklich tickt.

    ________________________________________________________
    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

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    das amerikanische Generalgouvernement Nahost ("Irak") nicht von den Besatzern geräumt wird, dürfte die Glaubwürdigkeit der Aussage "Wir wollen keine Hegemonie errichten" durchaus zweifelhaft sein, nicht wahr?

    das amerikanische Generalgouvernement Nahost ("Irak") nicht von den Besatzern geräumt wird, dürfte die Glaubwürdigkeit der Aussage "Wir wollen keine Hegemonie errichten" durchaus zweifelhaft sein, nicht wahr?

  4. das amerikanische Generalgouvernement Nahost ("Irak") nicht von den Besatzern geräumt wird, dürfte die Glaubwürdigkeit der Aussage "Wir wollen keine Hegemonie errichten" durchaus zweifelhaft sein, nicht wahr?

    • Yadgar
    • 06.05.2009 um 13:23 Uhr

    [...] Der separate Muslimstaat hätte nach der Unabhängigkeit Britisch-Indiens 1947 niemals gegründet werden dürfen, stattdessen hätte man alle Gebiete westlich des Indus einschließlich Belutschistans Afghanistan zusprechen sollen (das damit wieder ungefähr seine Ausdehnung zur Zeit vor der britischen Expansion auf dem indischen Subkontinent erreicht hätte, einschließlich Zugang zum Indischen Ozean), der Rest des heutigen Pakistan und Bangladesh (das ja bis 1971 noch als "Ostpakistan" zu Pakistan gehörte) hätten als mehrheitlich muslimische Bundesstaaten in der Indischen Union verbleiben sollen.

    Was wäre der Welt alles erspart geblieben... die Paschtunen wären als führendes Volk in einem Groß-Afghanistan vereint gewesen, keine Gelegenheit für die Sowjetunion, die "Paschtunistankarte" zu spielen, kein südöstlicher Nachbar, der zwecks "strategischer Tiefe" gegen den indischen Erzfeind die Afghanen hätte auseinanderdividieren müssen... und vor allem kein atomares Wettrüsten in Südasien!

    [Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

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    von Missgeburten wie Kolonialismus und Imperialismus ist wirklich erstaunlich lang, wenn man bedenkt das es Mitte des 20. Jahrhunderts noch als wahrscheinlich galt, etwas wie das britische Empire per Dekret ungeschehen machen zu können, negativ ist daran die Aussicht, noch zu Lebzeiten den Ausbruch eines neuen Weltkrieges im mitttleren Osten zu verfolgen, positiv zu bewerten ist, das der Sozialismus sicherlich auch nur schläft.

    von Missgeburten wie Kolonialismus und Imperialismus ist wirklich erstaunlich lang, wenn man bedenkt das es Mitte des 20. Jahrhunderts noch als wahrscheinlich galt, etwas wie das britische Empire per Dekret ungeschehen machen zu können, negativ ist daran die Aussicht, noch zu Lebzeiten den Ausbruch eines neuen Weltkrieges im mitttleren Osten zu verfolgen, positiv zu bewerten ist, das der Sozialismus sicherlich auch nur schläft.

  5. von Missgeburten wie Kolonialismus und Imperialismus ist wirklich erstaunlich lang, wenn man bedenkt das es Mitte des 20. Jahrhunderts noch als wahrscheinlich galt, etwas wie das britische Empire per Dekret ungeschehen machen zu können, negativ ist daran die Aussicht, noch zu Lebzeiten den Ausbruch eines neuen Weltkrieges im mitttleren Osten zu verfolgen, positiv zu bewerten ist, das der Sozialismus sicherlich auch nur schläft.

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