Thüringen Althaus erobert seine Partei zurück
Thüringens CDU hat ihren Chef wieder. Dieter Althaus gelang es beim Parteitag an diesem Samstag, die anfängliche Distanz zu überwinden.

© Hendrik Schmidt dpa
Die Heimkehr ist abgeschlossen: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus auf dem Programmparteitag der CDU am Samstag in Erfurt
Das erste Mal brandet wirklich kräftiger Beifall der 120 Delegierten auf, als eine zierliche Frau mit Kurzhaarfrisur als Ehrengast begrüßt wird, die in der zweiten Reihe Platz genommen hat. Ein Blumenstrauß wird ihr gereicht, als „Dank dafür, was Du Großes geleistet hast in den vergangenen Monaten“. Katharina Althaus heißt die Frau. Zwei Minuten zuvor hat Tagungsleiterin Marion Walsmann, Justizministerin im Thüringer Kabinett, den Gatten willkommen geheißen, den Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Dieter Althaus. „Damit ist unsere Familie wieder komplett“, freut sich Walsmann, und kaum mehr als braver Beifall besiegelt die Rückkehr des verlorenen Sohnes.
Er kommt ein wenig schwerfällig in Gang, dieser 24. Landesparteitag der Thüringer CDU auf dem Erfurter Messegelände, der das Wahlprogramm für die Landtagswahl am 30. August 2009 verabschieden soll. Dabei ist er so enorm wichtig für die CDU im Freistaat. Bei der Wahl droht der Verlust der absoluten Mehrheit, Umfragen sehen die Partei derzeit bei 36 Prozent.
Und der, der genau das verhindern soll, hat sich erst vor zwei Wochen nach seinem schweren Skiunfall wieder in der Politik und hier nun an der Parteibasis zurückgemeldet. Sorgen darüber, dass er gesundheitlich beeinträchtigt oder wegen seiner Schuld am Tod der 41-jährigen Beata Christandl im Wahlkampf gehandicapt sein könnte, will Althaus von Beginn an zerstreuen. Er hat seine Sprachregelungen gefunden und doch offenbar auch die Kritik an seinem Umgang mit der Schuld genau registriert.
Wieder spricht er von den „schwersten Wochen“ in seinem Leben, einmal mehr erwähnt er seine Erfahrung, wie zerbrechlich das Leben sein könne. Doch bezieht er nun das Opfer mit ein, als er davon spricht, dass er „im Herzen und im Gebet“ bei Frau Christandl, ihrem Ehemann und ihrem Sohn sei. Und er formuliert das, was viele bislang vermissten, ein wenig klarer: „Ich trage diese Schuld, und ich trage die damit verbundene Verantwortung.“ Er bitte um Vergebung und auch um Mitleid.
Doch schon zuvor hatte ihm einer den Boden bereitet, der gekommen war, um „einem starken, wiedererstarkten Freund die Ehre zu erweisen“. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der sich als guter Nachbar aus Oberfranken vorstellte, warf sich für Althaus, den er einen „Macher mit Herz“ nannte, in einer Art Vorwärtsverteidigung in die Bresche. Jeder könne zu jeder Zeit in eine Lebenskrise geraten, sagt der CSU-Politiker. Er vertraue jenen mehr, die eine Krise so meisterten wie Althaus, als jenen, „die eine Krise nur geifernd begleiten“. Er könne nur den Hut vor Althaus ziehen, wie dieser mit dem Hochmut umgehe, der ihm gelegentlich entgegengebracht werde.
Damit hatte der Parteitag das bereinigt, was in den Seelen mancher Delegierter noch als ungutes Gefühl herumgegeistert sein mag, was aber an diesem Ort und zu dieser Zeit niemand artikulieren mochte. Und Dieter Althaus musste bis zum Schlusswort vier Stunden später das unselige Thema nicht mehr ansprechen.
Dafür legte er sich umso mehr ins Zeug, um lautstark, mit viel Empathie und ungewohnt lebendiger Gestik für das Regierungsprogramm der CDU zu werben. Thüringen präsentiere sich heute stärker denn je als Familienland, als Bildungsland Nummer 1 im Osten Deutschlands, kurzum als „der Star unter den jungen Ländern“. Dieses Land dürfe „nicht in rot-rote Hände fallen“, die Fundamente, die die CDU gelegt habe, müssten erhalten bleiben.
- Datum 02.05.2009 - 18:08 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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...wenn ich das Gesülze um Herrn Althaus immer und immer wieder aufgetischt kriege.
Sätze wie: "...dass er gesundheitlich beeinträchtigt oder wegen seiner Schuld am Tod der 41-jährigen Beata Christandl im Wahlkampf gehandicapt sein könnte,.." sind doch einfach nur völlig daneben.
Der Mann nimmt seine Täterschaft nicht an, er war nicht einmal am Grab der von ihm getöteten Frau, noch hat er die der Mutter beraubte Familie eines Besuches gewürdigt.
Herr Althaus verhält sich wie jemand, dem beim Saufen das Glas aus der Hand gefallen ist, und seine Parteifreunde bestärken ihn in seiner Verirrung.
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik etwas sachlicher. Die Redaktion/jk)
wie man nahezu alles instrumentalisieren kann.
Man kann über Kollateralschäden bei der Demonstration ministerpräsidentialen Protzgehabes - dynamisch, sportlich, weltoffen - denken wie man mag, am besten läßt man es.
Ein Schulwesen aber, daß sehr früh die Weichen stellt für Erfolg und Mißerfolg - je nach Klassenlage - als differenziert zu bezeichnen ist schon ein besonderes Merkmal politischer Sprachregelung.
Wenn die Heimat am Hindukush verteidigt wird gerät die Selektion an der Schulrampe natürlich zur Differenzierung.
Und dann die unsägliche, typische "Frau an seiner/meiner Seite". In einem Land, wo von Gleichberechtigung nicht ernsthaft die Rede sein kann.
Alles nix Neues, aber manchmal schüttelt es mich.
lautete die Überschrift eines Artikels über Frau Ypsilanti - diese Frau gleichsam Inbegriff alles Bösen.
Bei dem ehemaligen Begünstigten des DDR-Regimes und fahrlässigen Töter einer jungen Frau lautet die Überschrift: Althaus erobert seine Partei zurück!"
(entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
Und liebe ZEIT-Redaktion, bitte keine Ermahnung zur Sachlichkeit, ich benutze nur ihre Wortwahl.
http://www.zeit.de/online...
Voller Stolz stelle ich fest, wie tadellos und vorbildhaft die eifrigen Kommentierer der ZEIT sind, können doch nur solche den Stein schmeißen, die selbst ohne Schuld sind.
Und noch besser als die moralische Unfehlbarkeit ist die unermessliche Informiertheit jener, die jede Minute im Leben des Herrn Althaus zu kennen meinen.
Deutschland, du bist ein tolles Land, mit diesen tollen Menschen! Voller Bildung und nicht ohne falsche Bescheidenheit, an dieser alle teilhaben zu lassen!
(entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
Ich habe zu diesem Drama schon mehrmals Stellung bezogen und ich bleibe bei meiner Meinung. Ich kenne Herrn Althaus nicht, er ist mir auch nicht unsympathisch, denke aber, dass er gerade dabei ist, die größte Dummeit seines Lebens zu machen. Es ist schwer zu erkennen, wann man aufhören muss. Herr Althaus hatte die Gabe nicht.
Er reißt die ganze CDU mit in den Abgund, die es allerdings, wegen ihrer Unverschämtheit, auch nich besser verdient hat. Frau Ypsillanti, obschon nicht vergleichbar läßt schön grüßen.
... das klingt ja, als wäre es etwas schlechtes.
... das klingt ja, als wäre es etwas schlechtes.
... das klingt ja, als wäre es etwas schlechtes.
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