Freizeit in der EU Spanier sind sportlich, Franzosen schlafen lange

Die Deutschen haben mit die meiste Freizeit. Sie schlafen, essen und trainieren durchschnittlich lang. Freunde treffen sie selten. Was machen sie eigentlich?

Das Klagen über zu wenig Freizeit sollten die Deutschen künftig bleiben lassen:  Über mehr als 6 Stunden und 34 Minuten können sie laut einer Studie täglich frei verfügen - mehr als die meisten Menschen in anderen Industriestaaten. Nur die Belgier haben noch fünf Minuten mehr Zeit.

 Herausgefunden hat dies die Studie "Gesellschaft auf einen Blick" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Zum ersten Mal wurden dafür Erhebungen zur Zeitnutzung aus 18 OECD-Mitgliedsländern zusammengetragen und miteinander verglichen. Mit den wenigsten freien Stunden müssen demnach die Mexikaner, Japaner, Australier und Türken auskommen. Für die Studie wurde das Verhalten der Menschen ab 15 Jahren untersucht. Auch Schüler, Studenten, Rentner und Arbeitslose waren dabei.

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Interessante Unterschiede gibt es auch in der Freizeitgestaltung. In Tagebüchern mussten alle notieren, wie sie ihre Zeit nutzen. Die Deutschen gaben an, nur relativ wenig Zeit vor Fernseher oder Radio (28 Prozent) zu verbringen. Ob sie dabei etwas geflunkert haben? In den USA frisst der Fernseher dagegen 44 Prozent der Freizeit, in Mexiko oder Japan sogar fast 50 Prozent.

Beim Sport liegen die Deutschen dagegen im Mittelfeld: Im Schnitt verbringen sie 7 Prozent ihrer freien Zeit körperlich aktiv. Absolute Sportfanatiker sind im Vergleich dazu die Spanier (12 Prozent), die Türken mit nur 2 Prozent dagegen wahre Sportmuffel. Sie treffen sich dafür am liebsten mit Freunden (34 Prozent). Am wenigsten gesellig sind dagegen die Australier (3 Prozent), gefolgt von den Deutschen mit 4 Prozent.

Spitzenreiter beim Schlafen sind die Franzosen: Im Schnitt liegen sie 8 Stunden und 50 Minuten täglich  im Bett, die Deutschen dagegen vierzig Minuten weniger. Den wenigsten Schlaf brauchen die Menschen in Korea und Japan: Dort kommt man mit nur 7 Stunden aus.

Wie beim Schlafen, lassen sich die Franzosen auch sonst gerne Zeit. 2 Stunden und 15 Minuten bringen sie täglich mit Essen zu, Mexikaner oder Kanadier nehmen ihre Mahlzeiten in der Hälfte der Zeit auf. Die Deutschen schlingen aber auch nicht. Sie essen rund 105 Minuten am Tag und rangieren damit im oberen Mittelfeld.

Interessante Ergebnisse dürfte die Studie zudem Feministinnen liefern: Italien ist demnach ein absolutes Paschaland. Männer haben dort durchschnittlich mehr als 80 Minuten länger frei als Frauen, die zudem viel Freizeit mit putzen verbringen.

Andersherum ist es in Norwegen und Schweden, wo die Frauen mehr Freizeit haben als die Männer. In Deutschland scheint die Gleichberechtigung immerhin in diesem Punkt vollzogen: Anders als in den meisten untersuchten Ländern verfügen Männer und Frauen hier ungefähr über gleich viel Freizeit.

Offen bleibt nur, was die Deutschen mit ihrer vielen Zeit eigentlich machen?

 
Leser-Kommentare
  1. Moment mal "Freizeit mit Putzen zubringen"? Wie wird denn in dieser Studie "Freizeit" definiert? Nach meinem Verstaendnis ist "Freizeit" das, was nach Erwerbsarbeit, Fahrzeiten, Haushaltserledigungen (wie Putzen, Einkaufen...) am Ende uebrigbleibt.

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    Der Begriff "Mühsiggang", neutraler als "Faullenzen", ist halt inzwischen in Vergessenheit geraten.

    Haushaltsarbeiten würde auch ich zur Freizeit zählen, schon deshalb weil unterschiedliche Menschen völlig unterschiedlich viel Zeit und Energie in Haushaltsarbeit stecken und nur sehr sehr wenig Haushaltsarbeit wirklich zwingend nötig ist.
    Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.
    Dann gibt es aber auch Leute, bei denen man das starke Gefühl hat dass es Ihnen sogar irgendwie Spass macht unentwegt die Wohnung zu putzen.

    Allerdings würde ich auch einen Teil des Schlafes zur Freizeit zählen. Ein paar Stunden Schlaf pro Nacht braucht jeder Mensch, aber man schläft ja meist länger als es zwingend nötig wäre. Viele freuen sich ja schon die ganze Arbeitswoche darauf, dass sie die Freizeit am Wochenende nutzen können um richtig lange zu schlafen.

    ... durch den Supermarkt fege und Frau Müller dazu zwei Stunden mit freundlichem Verweilen bei Fahrstuhlmusik im Supermarkt benötigt, habe ich zwei Stunden mehr Freizeit?

    Das ist doch wohl freie Zeit, die ich mit Einkaufen, Putzen, Brettspielen, Chorgesang oder sonstigem hätte verbringen können. Frau Müller geht einkaufen oder wie es neudeutsch heißt "shoppen" und ich gehe joggen....

    Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?

    Der Begriff "Mühsiggang", neutraler als "Faullenzen", ist halt inzwischen in Vergessenheit geraten.

    Haushaltsarbeiten würde auch ich zur Freizeit zählen, schon deshalb weil unterschiedliche Menschen völlig unterschiedlich viel Zeit und Energie in Haushaltsarbeit stecken und nur sehr sehr wenig Haushaltsarbeit wirklich zwingend nötig ist.
    Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.
    Dann gibt es aber auch Leute, bei denen man das starke Gefühl hat dass es Ihnen sogar irgendwie Spass macht unentwegt die Wohnung zu putzen.

    Allerdings würde ich auch einen Teil des Schlafes zur Freizeit zählen. Ein paar Stunden Schlaf pro Nacht braucht jeder Mensch, aber man schläft ja meist länger als es zwingend nötig wäre. Viele freuen sich ja schon die ganze Arbeitswoche darauf, dass sie die Freizeit am Wochenende nutzen können um richtig lange zu schlafen.

    ... durch den Supermarkt fege und Frau Müller dazu zwei Stunden mit freundlichem Verweilen bei Fahrstuhlmusik im Supermarkt benötigt, habe ich zwei Stunden mehr Freizeit?

    Das ist doch wohl freie Zeit, die ich mit Einkaufen, Putzen, Brettspielen, Chorgesang oder sonstigem hätte verbringen können. Frau Müller geht einkaufen oder wie es neudeutsch heißt "shoppen" und ich gehe joggen....

    Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?

  2. Der Begriff "Mühsiggang", neutraler als "Faullenzen", ist halt inzwischen in Vergessenheit geraten.

  3. Haushaltsarbeiten würde auch ich zur Freizeit zählen, schon deshalb weil unterschiedliche Menschen völlig unterschiedlich viel Zeit und Energie in Haushaltsarbeit stecken und nur sehr sehr wenig Haushaltsarbeit wirklich zwingend nötig ist.
    Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.
    Dann gibt es aber auch Leute, bei denen man das starke Gefühl hat dass es Ihnen sogar irgendwie Spass macht unentwegt die Wohnung zu putzen.

    Allerdings würde ich auch einen Teil des Schlafes zur Freizeit zählen. Ein paar Stunden Schlaf pro Nacht braucht jeder Mensch, aber man schläft ja meist länger als es zwingend nötig wäre. Viele freuen sich ja schon die ganze Arbeitswoche darauf, dass sie die Freizeit am Wochenende nutzen können um richtig lange zu schlafen.

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    >Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.<

    Sie haben mich perfekt beschrieben, aber die Mehrzahl der Z-On-Leser
    schein diesen Blick in die Realität von "Opfern leik mi" nicht zu goutieren
    (Punktabzug in der B-note) ;-)

    Die Menschen arbeiten in ihren Jobs ja auch auf unterschiedlichen Energielevels - dennoch wuerden die wenigsten wohl sagen "meine Erwerbsarbeit ist Freizeit, weil ich Lust darauf habe".
    Bei der Umfrage ging es ja nicht um Spass bei der Arbeit (sei es nun Erwerbsarbeit oder Hausarbeit), sondern -wie ich dachte - um frei verfuegbare Zeit.
    Die wenigsten Putz Maniacs (zu denen ich auch nicht gehoere) empfinden aber das was sie tun als eigentlich "unnoetig" und pures Freizeitvergnuegen. sie haben einfach einen anderen Standard bei Hausarbeit (so wie wiederum andere perfektionistischer in ihrer beruflichen Arbeit sind).

    Ausserdem: ist es nicht ein Trugschluss zu denken, man spart Zeit, wenn man seltener putzt und aufraeumt? Am Ende tauscht man doch nur die 20 Minuten am Tag gegen mehrere Stunden jedes 2. Wochenende ein...

    Wie auch immer: Freizeit ist fuer mich die Zeit jenseits des "Pflichtprogramms", sei es nun beruflich oder privat indiziert.

    >Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.<

    Sie haben mich perfekt beschrieben, aber die Mehrzahl der Z-On-Leser
    schein diesen Blick in die Realität von "Opfern leik mi" nicht zu goutieren
    (Punktabzug in der B-note) ;-)

    Die Menschen arbeiten in ihren Jobs ja auch auf unterschiedlichen Energielevels - dennoch wuerden die wenigsten wohl sagen "meine Erwerbsarbeit ist Freizeit, weil ich Lust darauf habe".
    Bei der Umfrage ging es ja nicht um Spass bei der Arbeit (sei es nun Erwerbsarbeit oder Hausarbeit), sondern -wie ich dachte - um frei verfuegbare Zeit.
    Die wenigsten Putz Maniacs (zu denen ich auch nicht gehoere) empfinden aber das was sie tun als eigentlich "unnoetig" und pures Freizeitvergnuegen. sie haben einfach einen anderen Standard bei Hausarbeit (so wie wiederum andere perfektionistischer in ihrer beruflichen Arbeit sind).

    Ausserdem: ist es nicht ein Trugschluss zu denken, man spart Zeit, wenn man seltener putzt und aufraeumt? Am Ende tauscht man doch nur die 20 Minuten am Tag gegen mehrere Stunden jedes 2. Wochenende ein...

    Wie auch immer: Freizeit ist fuer mich die Zeit jenseits des "Pflichtprogramms", sei es nun beruflich oder privat indiziert.

  4. ... durch den Supermarkt fege und Frau Müller dazu zwei Stunden mit freundlichem Verweilen bei Fahrstuhlmusik im Supermarkt benötigt, habe ich zwei Stunden mehr Freizeit?

    Das ist doch wohl freie Zeit, die ich mit Einkaufen, Putzen, Brettspielen, Chorgesang oder sonstigem hätte verbringen können. Frau Müller geht einkaufen oder wie es neudeutsch heißt "shoppen" und ich gehe joggen....

    Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?

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    Ich glaube, ich verstehe sowohl Tinas als auch Ihren Punkt, deshalb versuche ich eine Annäherung:

    "Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?"

    - Es gibt einerseits die Zeit, die ich mir frei für meine HausArbeit und weitere Fremd-Verpflichtungen (wobei ich natürlich zu einem gewissen Grad Einfluss darauf hab) einteile, und andererseits gibt es die Zeit, in der ich nichts tun muss oder müsste. Ist natürlich total unrealistisch, dass es für einen modernen Menschen so eine Zeit überhaupt noch gibt. Selbst wenn wir nichts (produktiv wertvolles) tun - sich vom schlechten Gewissen zu befreien fällt schwer.
    Wo lernt man das?
    -----------------------------------------------------------------
    "Shareholder-Value ist die blödeste Idee der Welt"
    Ex-Manager Jack Welch über sein eigenes Konzept, nach dem Firmen nur zum Nutzen der Aktionäre handeln sollen

    Ich glaube, ich verstehe sowohl Tinas als auch Ihren Punkt, deshalb versuche ich eine Annäherung:

    "Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?"

    - Es gibt einerseits die Zeit, die ich mir frei für meine HausArbeit und weitere Fremd-Verpflichtungen (wobei ich natürlich zu einem gewissen Grad Einfluss darauf hab) einteile, und andererseits gibt es die Zeit, in der ich nichts tun muss oder müsste. Ist natürlich total unrealistisch, dass es für einen modernen Menschen so eine Zeit überhaupt noch gibt. Selbst wenn wir nichts (produktiv wertvolles) tun - sich vom schlechten Gewissen zu befreien fällt schwer.
    Wo lernt man das?
    -----------------------------------------------------------------
    "Shareholder-Value ist die blödeste Idee der Welt"
    Ex-Manager Jack Welch über sein eigenes Konzept, nach dem Firmen nur zum Nutzen der Aktionäre handeln sollen

  5. ... so wie diesem, den die Zeit-Redaktion zum Entsetzen meiner Frau ihren Online-Lesern zwischen die Kommentare schmuggelt.
    http://kommentare.zeit.de...

  6. Ich glaube, ich verstehe sowohl Tinas als auch Ihren Punkt, deshalb versuche ich eine Annäherung:

    "Was bitte sonst soll freie Zeit sein, wenn nicht die, die ich mir frei einteile?"

    - Es gibt einerseits die Zeit, die ich mir frei für meine HausArbeit und weitere Fremd-Verpflichtungen (wobei ich natürlich zu einem gewissen Grad Einfluss darauf hab) einteile, und andererseits gibt es die Zeit, in der ich nichts tun muss oder müsste. Ist natürlich total unrealistisch, dass es für einen modernen Menschen so eine Zeit überhaupt noch gibt. Selbst wenn wir nichts (produktiv wertvolles) tun - sich vom schlechten Gewissen zu befreien fällt schwer.
    Wo lernt man das?
    -----------------------------------------------------------------
    "Shareholder-Value ist die blödeste Idee der Welt"
    Ex-Manager Jack Welch über sein eigenes Konzept, nach dem Firmen nur zum Nutzen der Aktionäre handeln sollen

  7. >Der eine hat überhaupt keine Lust auf Haushaltsarbeiten - kocht nur Fertiggerichte, putzt und räumt nur selten auf, stellt die Spülmaschine an oder isst vom selben Geschirr mehrmals etc.<

    Sie haben mich perfekt beschrieben, aber die Mehrzahl der Z-On-Leser
    schein diesen Blick in die Realität von "Opfern leik mi" nicht zu goutieren
    (Punktabzug in der B-note) ;-)

    Antwort auf "Freizeit"
  8. und wer finanziert diesen unnoetigen Unsinn?

    Die Idee dass Hausarbeit unter die Kategorie Freizeit-Beschaeftigung faellt ist ja wohl eine Idee der Neuzeit und auch totaler Bloedsinn.

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