Georgien Saakaschwili wirft Moskau Putschversuch vor

Aufregung in Georgien: Staatschef Saakaschwili will einen Putsch unter russischer Beteiligung vereitelt haben. Seine Gegner glauben an eine Inszenierung

georgien

Am Tag des angeblichen Putschversuches waren in Georgien Militär und Polizei unterwegs. Morgen beginnt das Nato-Manöver

Der angebliche Putschversuch in Georgien dauerte nur drei Stunden. Am Dienstagmittag hatte Staatschef Michail Saakaschwili im Staatsfernsehen in einer Rede an die Nation ranghohen Militärs – darunter mehreren ehemaligen Verteidigungsministern – Pläne für einen gewaltsamen Machtwechsel vorgeworfen. Dazu hätten die Putschisten sich mit der Führung einer 500 Mann starken Panzereliteeinheit verbündet.

Grund der Meuterei, so hieß es in einer Erklärung, die das georgische Innenministerium wenig später nachschob, sei allgemeine Unzufriedenheit in den Streitkräften. Teile des Offizierskorps machen Saakaschwili persönlich für die schwere militärische Niederlage gegen Russland verantwortlich, als es im August vorigen Jahres um die abtrünnige Region Südossetien ging.

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Saakaschwili verhandelte selbst mit den Rädelsführern des Putsches. Zuvor hatte er ihnen gegen eine bedingungslose Kapitulation Milde zugesagt. Die Drahtzieher vermutet er in Moskau. Dagegen verwahrte sich der russische Außenamtssprecher Grigori Karasin mit Vehemenz. Sie seien "wirre Fieberfantasien", mit denen Saakaschwili versuche, Russland die Verantwortung für seine innenpolitischen Schwierigkeiten zuzuschieben.

Die "Moskau-Connection" wird allerdings auch in Georgien in Zweifel gezogen. Gegner Saakaschwilis – und dazu gehören inzwischen nahezu alle seine Mitkämpfer während der "Revolution der Rosen" im Jahr 2003 – vermuten sogar, dieser haben den angeblichen Putsch selbst inszeniert. Damit hätte er einen plausiblen Vorwand für Notstandsregeln. Die wiederum würden die Opposition zwingen, ihre Proteste einzustellen.

Zehntausende hatten am 9. April Saakaschwilis Rücktritt verlangt und diesen Forderungen danach mehrere Tage mit Blockaden der wichtigsten Straßen in Tiflis Nachdruck verliehen. Inzwischen haben sich die Reihen zwar gelichtet, der harte Kern der Protestbewegung kontrolliert jedoch die meisten Zugänge zur Residenz des Präsidenten und stört auch das Parlament und das staatliche Fernsehen massiv.

Mit Moskaus angeblicher Rückendeckung für die Putschisten, sagt auch Georgiens letzter Botschafter in Russland, wolle Saakaschwili der Nato einmal mehr die Bedrohung seines Landes vorführen und damit den Beitritt zur Allianz erzwingen. Zudem beginnen an diesem Mittwoch in Georgien Manöver der Nato und mehrerer Nichtmitglieder. Zuvor hatten Russland und Georgien die jeweils andere Seite vor Provokationen gewarnt. Auch droht Moskau, sich Mitte Mai beim Außenministertreffen des Nato-Russland- Rates nur durch einen Botschafter vertreten zu lassen.

 
Leser-Kommentare
    • keox
    • 05.05.2009 um 19:19 Uhr

    welch absoluter Verantwortungslosigkeit die USA bei der Wahl ihrer Handlanger freien Lauf lassen.

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    Bislang waren unsere amerikanischen Freunde nie wählerisch – ob polnischer Bolek, lateinamerikanischer Drogenbaron oder pakistanische Taliban... man spendiert wahlweise Bargeld und Kopiergeräte oder Sturmgewehre und Stinger-Raketen. Wichtig ist, dass rechtzeitig 1000.000 einfarbige T-Shirts vor Ort sind, wenn das Fernsehen kommt, damit die 'Revolutiuon' einen passenden Namen bekommt.

    Bislang waren unsere amerikanischen Freunde nie wählerisch – ob polnischer Bolek, lateinamerikanischer Drogenbaron oder pakistanische Taliban... man spendiert wahlweise Bargeld und Kopiergeräte oder Sturmgewehre und Stinger-Raketen. Wichtig ist, dass rechtzeitig 1000.000 einfarbige T-Shirts vor Ort sind, wenn das Fernsehen kommt, damit die 'Revolutiuon' einen passenden Namen bekommt.

    • ugk
    • 05.05.2009 um 20:15 Uhr

    Das waere doch die Chance fuer Herrn Joffe (aus Stanford) mal wieder die Maer vom russischen Tanz-/Kampfbären vs. georgische Demokratiemaus aus dem journalistischen Koecher zu ziehen. Man hoert seltsam wenig vom geopolitischen Spitzensicherheitsexperten der ZEIT zu Russland und Umgebung seit letztem Sommer. Wonder why? Oder haben die Russlandversteher die ZEIT unterwandert, uups.

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    schweigt leider nicht stille. Denn im ZEIT-abhängigen Tagesspiegel hat er eine Kolumne, in der er in aller Bescheidenheit die Welt in jeweils drei Sätzen erklärt: Was macht die Welt? heißt sie. Und da steht sie in Stein gemeißelt wie in kalten Kriegstagen, als reflexhafte Machtpolitik noch das einzige war, das zählte. Die Zeiten sind seit Bushs Scheitern (trotz Joffes Zuspruch, den Irakkrieg zu führen), nun aber spätestens vorbei...
    Zu Rußland schwieg er erst, als die NATO-Untersuchung das Ergebnis zeitigte, zu dem mitdenkende Zeitgenossen während des Georgien-Konfliktes eh gekommen waren: Georgien hat diesen sinnlosen Krieg angefangen. Georgien ist ein Operettenstaat, (das Libretto mit dem dreistündigen Putsch ist allerdings so dünn, daß es zur Aufführungsreife kaum gedeihen wird), und je eher dort ein vernünftiger Mensch an die Spitze gewählt wird, umso besser. Aber Testosteron scheint in manchen Ländern (auch denen der EG) publikumswirksamer zu sein als Gehirnschmalz.

    schweigt leider nicht stille. Denn im ZEIT-abhängigen Tagesspiegel hat er eine Kolumne, in der er in aller Bescheidenheit die Welt in jeweils drei Sätzen erklärt: Was macht die Welt? heißt sie. Und da steht sie in Stein gemeißelt wie in kalten Kriegstagen, als reflexhafte Machtpolitik noch das einzige war, das zählte. Die Zeiten sind seit Bushs Scheitern (trotz Joffes Zuspruch, den Irakkrieg zu führen), nun aber spätestens vorbei...
    Zu Rußland schwieg er erst, als die NATO-Untersuchung das Ergebnis zeitigte, zu dem mitdenkende Zeitgenossen während des Georgien-Konfliktes eh gekommen waren: Georgien hat diesen sinnlosen Krieg angefangen. Georgien ist ein Operettenstaat, (das Libretto mit dem dreistündigen Putsch ist allerdings so dünn, daß es zur Aufführungsreife kaum gedeihen wird), und je eher dort ein vernünftiger Mensch an die Spitze gewählt wird, umso besser. Aber Testosteron scheint in manchen Ländern (auch denen der EG) publikumswirksamer zu sein als Gehirnschmalz.

  1. schweigt leider nicht stille. Denn im ZEIT-abhängigen Tagesspiegel hat er eine Kolumne, in der er in aller Bescheidenheit die Welt in jeweils drei Sätzen erklärt: Was macht die Welt? heißt sie. Und da steht sie in Stein gemeißelt wie in kalten Kriegstagen, als reflexhafte Machtpolitik noch das einzige war, das zählte. Die Zeiten sind seit Bushs Scheitern (trotz Joffes Zuspruch, den Irakkrieg zu führen), nun aber spätestens vorbei...
    Zu Rußland schwieg er erst, als die NATO-Untersuchung das Ergebnis zeitigte, zu dem mitdenkende Zeitgenossen während des Georgien-Konfliktes eh gekommen waren: Georgien hat diesen sinnlosen Krieg angefangen. Georgien ist ein Operettenstaat, (das Libretto mit dem dreistündigen Putsch ist allerdings so dünn, daß es zur Aufführungsreife kaum gedeihen wird), und je eher dort ein vernünftiger Mensch an die Spitze gewählt wird, umso besser. Aber Testosteron scheint in manchen Ländern (auch denen der EG) publikumswirksamer zu sein als Gehirnschmalz.

  2. Der Unterton der Kommentare hier gefällt mir gar nicht. Josef Joffe, der Nestor des kritischen deutschen Politjournalismus, hat mit Helmut Schmidt schon mehr Zigaretten geraucht, als ihr alle zusammen. Er schlug sich nie in die Büsche, blos weil es mal qualmt und stinkt. Wenn die russischen Kugeln pfiffen, der Josef stand wie ein Fels – damit ihr alle in Freiheit das Soziale an der Marktwirtschaft genießen könnt! Wenn ihr alle ruht, dann ist einer wach, denn er weiß – der russische Bär schläft nie! [...] Josef Joffe ist unser Mann in Amerika, unsere Luftbrücke, der Lonerider, der für unsere Freiheit – verlacht aber aufrecht – in den Sonnenuntergang reitet. Also ich bitte hier um etwas mehr RESPEKT!

    [Gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Ausdrucksweise und versuchen Sie allgemein, zu einem angemessenen Diskussionsniveau beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    • uxxus
    • 06.05.2009 um 12:02 Uhr

    ich möchte den Verfasser des Kommentars in Schutz nehmen. Es war doch schon
    sehr spät am Tage.

    • uxxus
    • 06.05.2009 um 12:02 Uhr

    ich möchte den Verfasser des Kommentars in Schutz nehmen. Es war doch schon
    sehr spät am Tage.

  3. blog.freigeldpraktiker.de +++ und mit dem Kriegstreiber auf Koalition gehen - dies schlägt dem Fass den Boden aus! Der Herr Obama hat auch seinen dunklen Brisinzki Schatten und unser Land scheint hörig zu sein!
    Dieser Krawattenkauer - diese Amimarionette und sein Kriegsminister mit israelischen Pass - diese Massenmörder - das eigene Volk will sie nicht - !

    [Anm.: Bitte seien Sie vorsichtig mit solchen Begriffen. Persönliche Beleidigungen sind hier, wie Sie wissen, nicht erwünscht. Danke. /Die Redaktion pt.]

  4. Bislang waren unsere amerikanischen Freunde nie wählerisch – ob polnischer Bolek, lateinamerikanischer Drogenbaron oder pakistanische Taliban... man spendiert wahlweise Bargeld und Kopiergeräte oder Sturmgewehre und Stinger-Raketen. Wichtig ist, dass rechtzeitig 1000.000 einfarbige T-Shirts vor Ort sind, wenn das Fernsehen kommt, damit die 'Revolutiuon' einen passenden Namen bekommt.

    Antwort auf "Imponierend,"
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    • keox
    • 06.05.2009 um 12:33 Uhr

    damit förderte man auch schon die demokratische Entwicklung in Vietnam.

    DOW-Chemical produzierte den Demokratiebeschleuniger, der Vatikan verdiente fleissig mit.

    DOW-Chemical wurde mittlerweile von Monsanto übernommen.

    Paßt ja auch, ein Orangefilter unterdrückt die Grüntöne.

    Freuen wir uns also auf die nächste "Orangene Revolution".

    • keox
    • 06.05.2009 um 12:33 Uhr

    damit förderte man auch schon die demokratische Entwicklung in Vietnam.

    DOW-Chemical produzierte den Demokratiebeschleuniger, der Vatikan verdiente fleissig mit.

    DOW-Chemical wurde mittlerweile von Monsanto übernommen.

    Paßt ja auch, ein Orangefilter unterdrückt die Grüntöne.

    Freuen wir uns also auf die nächste "Orangene Revolution".

  5. Nun, man mag ja von Sakhaschwili denken was man will, aber einst sollte jeden klar sein-> nach einem gescheitertem Krieg ist der Typ unbeliebt!

    Das heisst das Volk mag keine Verlierer. und der Typ ist einer, wegen des Krieges und eventuell wegen der fehlenden politischen Agenda in dem Land?!

    Wenn man nicht weiss wann es Zeit ist aufzuhoeren wird es schwierig. das heisst der Mann klammert sich an die Macht.

    Batuerlich will russland da AUCH mitreden in der Region, weil es sich vorallem von der NATO eingekesselt fuehlt.

    Aber es ist nicht auszuschliessen das Sakaschwili dies alles inszeniert haben koennte, genauso wenig ist natuerlich eine Operation des russischen Geheimdienstes auszuschliessen?!

    Was bleibt ist ein Bild eines instabilen Landes.

    Was in Goergien meines Erachtens fehlt ist eine langsame Politik, welche den Menschen einen langsamen aber sicheren Zugang zu Wohlstand und Freiheit bietet.

    Sakaschwili ist dafuer auf jeden Fall der falsche Mann, da er allein mit seinen Nachbarn Streit sucht und dies eine Belastung fuer den Rest des Volkes ist! Der Mann will alles sofort und damit ist er auf jeden Fall erstmal auf der falschen Schiene und vorallem durch den Krieg 08 auf die Schnauze gefallen.

    Wenn Georgien es schafft da alleine aus der Misere herauszukommen und allein mithilfe der eigenen Bevoelkerung ein stabiles demokratisches Land zu bauen, dann ist das Land auch nach der verlorenen Schlacht gegen Russland fuer alle Faelle geignet ein stabiles demokratisches Land zu werden, das es auch Wert ist in die Nato aufgenommen zu werden!

    Doch fuer die Aufnahme in die Nato und zum respektvollen Miteinander ist auf jeden Fall erstmal ein dauerhafter Frieden mit Russland zu vereinbaren.

    Es mag Unterschiede geben zwischen den ehem. Ussr Staaten und Russland, doch nur wenn man Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellt und versucht aufgrund der Unterschiede und der Geschichte Fortschritte zu machen wird es den ehem. Ussr Satelliten-Staaten und Russland gelange einen gemeinsamen Nenner zu finden mit dem alle Einverstanden sind-> Dies sollte auf beiden Seiten das primäre Ziel sein!

    Sakhaschwili ist meiner Meinung nach dafuer einfach der falsche Mann, da er Laut meiner Informationen nicht auf sein eigenes Volk eingeht sowie seinen stärksten möglichen Buendnisspartner Russland verprellt!

    Ich hoffe das der Humanismus dort unten eine stärke Position findet! Am Ende sind wir alle Menschen! Was man dort braucht ist ein aufeinander Zugehen!

    Sucht Gemeinsamkeiten!

  6. Der georgische Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung ist gerechtfertigt, allerdings sollte dieser nicht auf Kosten nicht-georgischer Menschen aufgebaut sein!

    Freiheit faengt immer erst bei sich selbst an. Das heisst Freiheit waechst aus Eigenverantwortung!

    Wenn Georgien sich mit seiner Situation abfindet und versucht diese durch eigene Kraft zu veraendern, dann sollte Russland auch nicht mehr im Wege rumstehen!

    Georgien und Russland sollten sich zusammen an einen Tisch setzen.

    Dazu braucht es einen anderen Staatschef in Georgien, einen der Frei vom georgischen Volk gewaehlt wird, ohne Putsch, Wahlmanipulation und auch einen, welcher nicht durch russische Einschuechterung gewaehlt wurde bzw. welcher gewaehlt wurde um die Situation mit Russland ALLEIN zu klaeren. Was man braucht ist einen Staatschef der alles von Grund auf anpackt und in die richtigen Bahnen lenkt. Ganz ohne Nebengedanken.

    Seine erste Aufgabe sollte doch zu einer friedlichen Auseinandersetzung mit Russland fuehren! Dies bedeutet das man in erster Linie miteinander spricht!

    Kriege, Missvertrauen und Hass fuehren alle in diesselbe Sattkasse, nur gegenseitiges Verstaendnis und Vertrauen koennen ein aufrechtes Fundament fuer eine freiheitliche Demokratie und Fortbestehen des Staates Georgien herbeifuehren.

    Russland muss wieder Vertrauen in diese Region gewinnen, was kein leichtes Unterfangen ist!

    Vergebung auf der einen und Eingestaendnisse auf der anderen Seite muessen da einfach helfen! Zusammen kann man mehr erreichen!

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