Street View Google filmt wieder

Seit Ende April sind wieder Kamerawagen in Deutschland unterwegs, um Bilder für "Street View" aufzunehmen. Datenschützer zeigen sich mäßig begeistert

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Ein Fahrzeug filmt in Berlin für den Dienst Google Street View

Der Internetkonzern Google hatte sich vor Kurzem mit den deutschen Datenschützern geeinigt, was wie in seinem Dienst Street View auftauchen darf – zumindest mündlich. Für Google war das Rechtssicherheit genug, um seine Kamerafahrzeuge wieder auf die Straße zu schicken. Seit dem 29. April fahren sie wieder.

Im Mai und im Juni sollen in Schleswig-Holstein die Städte Kiel und Lübeck abgefilmt werden, wie Google die Datenschutzaufsichtsbehörden informierte. Dabei werde man auch kleinere Orte "während der Durchfahrt" aufnehmen, "oder wenn diese Orte an die genannten Städte angrenzen".

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Trotzdem Google den für die Wirtschaft zuständigen Datenschützern des "Düsseldorfer Kreises" teilweise entgegengekommen war, sind diese nicht begeistert, dass mit den neuen Fahrten nun wieder Fakten geschaffen werden.

"Die Anforderungen an ein rechtmäßiges Erstellen und Veröffentlichen von digitalen Straßenansichten im Internet, wie sie von den Aufsichtsbehörden festgestellt wurden, werden von Google bisher nicht vollständig erfüllt", sagte Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Er hält die Verhandlungen darum auch noch nicht für beendet.

Google hatte mündlich zugesagt, dass man eine Möglichkeit schaffen werde, gegen die Nutzung einzelner Bilder Einspruch zu erheben, bevor diese auf der Internetseite veröffentlicht werden. Allerdings ist bislang die technische Umsetzung nicht geklärt. Weichert sagte: "Wir werden weiter mit Google verhandeln und im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten die Beachtung des Datenschutzes einfordern."

Weichert rief dazu auf, dass jeder, der dies wünsche, bei Google sein Datenschutzrecht einfordern solle. Es brauche keine Begründung dafür, dass man das Bild seines Hauses oder seiner Wohnung nicht veröffentlicht sehen wolle. Er versprach: "Bei Nichtberücksichtigung können die Datenschutzaufsichtsbehörden einschreiten."
 

 
Leser-Kommentare
  1. das Innenministerium übernommen?

  2. In nicht ferner Zeit wird es wohl für jeden Quadratzentimeter unseres Planeten eine permanente Rundumüberwachung geben. Wird dann noch jedem Erdenbürger ein GPS-Chip mit Gedankenscanner eingepflanzt, ist die Totalüberwachung von allen durch alle perfekt. So werden selbst die feuchtesten Stasiträume noch überboten.

  3. "Big Brother" finde ich total übertrieben, da ja nur einmalig Standbilder aufgenommen werden. Google fotografiert doch nicht mehr ab, als was eh jedem frei zugänglich ist. Gesichter usw. werden doch unkenntlich gemacht. Ich habe in New York gewohnt, wo ich diesen Service wirklich hilfreich fand, um sich schnell und einfach zu orientieren.

  4. Regen wir uns gerade darüber auf, dass jemand öffentliche Straßen am helllichten Tag fotografiert und ins Internet stellt? Verschwenden die deutschen Datenschützer tatsächlich ihre Zeit damit, während der deutsche Staat

    1. den großen Lauschangriff zum großen Spannerangriff erweitert hat und das trotz der ausdrücklichen bedenken des BVerfGM;
    2. Verbindungsdaten im Internet speichern lässt (Vorratsdatenspeicherung);
    3. die Durchsuchung des privaten PC ohne Richterkontrolle (sondern nur mit Kontrolle von „zum Richteramt befähigten BKA Beamten“) erlaubt;
    4. das Internet kontrolliert und die Seitensperrung keiner Kontrolle durch die Legislative oder die Judikative unterliegt;
    5. überlegt die Kotrollstationen der LKW Maut für die allgemeine PKW Kontrolle einzusetzen, was eine Speicherung aller Nummernschilder zu Folge hat;
    6. eine allgemeine Steuernummer einführt unter der alle Daten gesammelt werden bzw. verlinkt werden könnten (und wahrscheinlich bald auch werden um Steuersünder zu verfolgen);
    7. ein biometrischer Pass ausgestellt wird, der unter anderem auch die Fingerabdrücke der Inhabers speichert und der auch gelesen werden kann, wenn der Träger seinen Pass nur in der Tasche trägt;

    Ohne das Vorhaben von Google verharmlosen zu wollen, aber mal ehrlich: Ich glaube wir haben gegenwärtig deutlich wichtigere Themen zu besprechen. Und die Datenschutzbeauftragten sollten lieber mal die ein oder andere Verfassungsklage gegen den Bund in andenken, statt ihre Zeit in Besprechungen mit Google zu verschwenden…

  5. Moin,
    ich verstehe die Aufregung nicht wirklich.
    Was ich bei Street View sehe, kann jeder sehen.
    Man muß nur hinfahren...
    Was man allerdings bei Google Maps und - Earth sehen kann, ist meiner Meinung nach viel gefährlicher. Denn das ist wirklich nicht jedem möglich und das bietet Möglichkeiten.
    Scheint aber niemanden zu stören!

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