Urheberrechtsstreit Was Google tun darfSeite 2/2
Sind Rechtsinhaber mit diesem Verfahren nicht einverstanden, gewährt ihnen der Vergleich das Recht, für jedes Buch festlegen zu können, wie es von Google genutzt werden darf. Die entsprechenden Formulare gibt es auf der Internetseite www.googlebooksettlement.com, die über das laufende Verfahren informiert. Problematisch sei aber, dass im Fall der Buchwaisen niemand außer Google diese Rechte wahrnehmen könne, sagen Kritiker wie der Jura-Professor Randy Picker.
Befindet sich ein Buch noch im Handel, gibt der Vergleich vor, dass Google nur Titeldaten in die Datenbanken von Google aufnimmt und eine Volltextsuche anbietet, die jedoch keine Auszüge aus dem Buch auswirft, sondern nur die entsprechenden Seitenzahlen. Allerdings erlauben bereits 20.000 Verlage weltweit, dass auch ihre lieferbaren Bücher von Google auszugsweise online gestellt werden.
Neben diesem Grundgerüst gibt es 150 Seiten voller Detailregelungen, die in verwinkeltem Juristen-English verfasst sind. Es ist nur folgerichtig, die Einspruchsfrist zu verlängern, damit auch jene Betroffenen, die sich keinen Anwalt leisten können, die Textexegese einigermaßen abschließen können.
Es ist zweifelhaft, ob die Untersuchung des US-Justizministeriums in ein Verfahren gegen Google münden wird. Denn in Artikel 2.4 des Vergleichs ist ausdrücklich vermerkt, dass jeder Rechtsinhaber auch mit anderen Anbietern ins Geschäft kommen kann. Schließlich erlauben sie Google nur eine Nutzung, die sie aber jedem anderen Anbieter auch erlauben können.
Kartellrechtlich bedenklich ist allerdings Artikel 3.8b. Er legt fest, dass Google jede Einigung mit einem anderen Bieter übernehmen darf. Handelt also ein Verlag mit einem anderen Anbieter ein anderes Geschäftsmodell aus, darf Google dieses Geschäftsmodell auch auf die Bücher jenes Verlags anwenden, die sich bereits auf den Servern von Google befinden. Wenn Google jeden Konkurrenten kopieren darf, dürfte es aber schwer werden, ein Konkurrenzmodell zur Google Buchsuche zu etablieren.
Dennoch ist es schwer zu erkennen, was an diesem Vorgehen eine Enteignung der Autoren sein soll. Freilich war es nicht höflich, dass Google bereits Bücher online gestellte hatte, bevor es eine Einigung mit den Rechtsinhabern gab. Aber der berechtigte Zorn über Googles forsches Vorgehen sollte nicht übersehen lassen, dass Autoren und Verlage durch den Vergleich nun auch jene Werke zu Geld machen können, die mitunter schon seit Jahrzehnten aus dem Handel verschwunden waren.
- Datum 06.09.2009 - 19:45 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Es war freilich eine bewußte Verletzung bestehenden Rechts, um Tatsachen zu schaffen.
Was hier "schlimm" ist oder nicht, liegt ohnehin im Auge des Betrachters.
... hätten sich die zuständigen und sich zuständige fühlenden Gremien immer noch nicht auf irgendeine elektronische Verwertung geeinigt. Bücher würden dann wie in einer Peep-Show behandelt: Angucken kostet Geld! Google hat diesen Leuten Zunder gegeben und das ganze Verfahren IT-mäßig beschleunigt. Das ist gut so!
- oder: Wie Konkurrenten zu "Raubkopierern" gemacht werden sollen.
Fakt ist, daß das Google-Modell Autoren unabhängiger von Verlagen machen würde, denn Verlage beteiligen selbst ihre Bestsellerautoren mit unter 10% an den Einnahmen, Google bietet über 60%.
Googles Angebot an die Verlage: Von den Einnahmen bekommen die Rechteinhaber 63 Prozent, Google 37. (Dafür macht Google eine Menge Werbung)
Man darf sich ausmalen, in welchem Schlaraffenland die Verlage bislang wirtschaften durften, denn mit unverholener Dreistigkeit fordern sie für ihren Geschäftsbereich auch zukünftig vom Staat, die Marktwirtschaft durch einen Neofeudalismus mit staatlich verliehenen Regalien zu ersetzen.
Eigentlich ist die Vorstellung von "geistigem Eigentum" nur schwer vereinbar mit der kontinentaleuropäischen Urheberrechtstradition. Die deutsche Rechtswissenschaft stellte das bereits fest, bevor dieser Begriff über die Wirtschaft und die Politik aus den USA und Großbritannien importiert wurde, wo es eben keine Urheberpersönlichkeitsrechte gibt, sondern ein Copyright. Aber es geht ums Geld und so wird was nicht paßt, passend gemacht, das Lobbying unser dämlichen "Volksvertreter" betreibt die "Informationskampagne" "Heidelberger Appell".
Der Skandal:
Susanne Gaschke, die promovierte Kinderliteratur-Expertin ist fast ausschließlich mit Familienthemen befasst durfte auf der Titelseite der ZEIT verbreiten, dass "die Umsonst-Mentalität des Netzes die Produktionsbedingungen von Kultur, Wissenschaft und Journalismus bedroht", weshalb die Kinderpornographie-Stoppschilder auch zur Durchsetzung von Immaterialgüterrechtsansprüchen eingesetzt werden müssten. Eine Idee, die so absehbar war, dass der kürzlich beschlossene Gesetzestext bereits darauf hingetrimmt wurde: Vor der Verabschiedung durch den Bundestag gab es eine kleine, aber weitreichende Änderung in § 8 Abs. 2 TMG-E. Beschränkte sich der Entwurfstext vom 1. April 2009 noch auf Kinderpornografie, so enthielt die Beschlussvorlage keine solche Einengung mehr.
Quelle:
Deutsche Verlage fahren eine Kampagne. Neue Monopolrechte, Teil 1
Angestrebte Situation
Zwölf Dollar fünfzig für fünf Wörter und bloß nichts Negatives
Leider wird sich die totale Kontrolle des Internets kaum aufhalten lassen, da Profitinteressen der Medienindustrie und das Interesse der westlich-"demokratischen" Regimes an Kontrolle der öffentlichen Meinung, zum gleichen Ergebnis führen müssen.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Petition: Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009
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Petition: Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Petition: Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Ich schreibe hier in China mein Dok-Arbeit und komme schwer an Literatur ran. Ich finde es genial. Und wenn mir ein Google-gescanntes Buch gefaellt, dann kaufe ich es mir. Google schafft und unterstützt neue Realitäten. Verlage waren schon immer grottenlangsam in puncto Veränderung. Gut ist auch, dass viele Verlage ihre Bücher in China drucken lassen, sprich wenn man mal ein Buch findet ist es hier superbillig. Das moegen die Verlage wahrscheinlich auch nicht, sind aber selber daran schuld, wenn sie billige Arbeitskraefte ausnutzen.
Es mag naiv klingen, aber vor einem Katatstrophenscenario müssten wir GOOGLE d a n k b a r sein!
Was würden wir "bieten", wenn die a n t i k e Bibliothek in Alexandria online verfügbar wäre ... (auch gegen "Gebühren")?
das Lesen von Büchern selbst, den Rest wollen sie verteilen. Was ja noch geht, aber wenn keine Urheberrechte bestehen, weil die Bücher so eingescannt werden, fließt ja auch nichts. Was ist dann? Klassiker werden fürderhin im Internet zu finden sein... nicht mehr bei Reclam und Co...?
http://kallewestrich.blog...
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