Amerika-Grippe "Die Gefahr ist da, aber wir sind vorbereitet"

Der Amerika-Virus bereite Grund zur Sorge, sagt Jörg Hacker, Chef des Robert-Koch-Instituts und Deutschlands oberster Seuchenbeauftragter. Doch Vorsorge wurde getroffen

Passagier aus Mexiko: Am Frankfurter Flughafen beantwortet ein Reisender die Fragen der Journalisten

Passagier aus Mexiko: Am Frankfurter Flughafen beantwortet ein Reisender die Fragen der Journalisten

Frage: Kann die Schweinegrippe zur weltumspannenden Epidemie, zur Pandemie, werden?

Jörg Hacker: Die Gefahr ist da. Wir wissen noch nicht genau, wo es hinläuft, aber das Virus hat ein entsprechendes Potenzial. Es ist von Mensch zu Mensch übertragbar und kann sich deshalb relativ schnell ausbreiten. Andererseits muss man sagen, dass viele Länder gelernt haben, sich vorzubereiten. Auch bei uns gibt es Pandemiepläne und Vorsorgemaßnahmen. Dadurch wird das Virus daran gehindert, sich uneingeschränkt zu verbreiten. Aber wir müssen besorgt sein.

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Frage: Wie gefährlich ist das Virus wirklich? Mexiko hat nun die Zahl der tatsächlich bewiesenen Infektionen deutlich nach unten korrigiert.

Hacker: Es gibt immer noch einen Widerspruch zwischen den relativ milden Verläufen außerhalb von Mexiko und im Land selbst. Inzwischen gibt es auch einen ersten Todesfall außerhalb von Mexiko. Daher können wir die Gefährlichkeit des Virus noch nicht gut bewerten.

Frage: Ändert die Tatsache, dass wir nun auch in Deutschland erste Fälle haben, die Bewertung des Risikos?

Hacker:Durch die ersten Fälle in Deutschland ändert sich unsere Risikobewertung nicht. Mit diesen Fällen musste man rechnen. Die deutschen Patienten haben sich alle in Mexiko infiziert.

Frage: Weiß man, wo das Virus herkommt?

Hacker:Nein, das ist bisher nicht bekannt. Es hat ja diesen unglücklichen Namen "Schweinegrippe" bekommen. Aber die Quelle ist bislang noch nicht identifiziert. Der Name rührt wohl daher, dass ein Teil des Erbmaterials von Schweine-Influenzaviren stammt. Daneben besitzt es Anteile von menschlichen Influenzaviren und von Vogelgrippeviren. Es kommt vor, dass mehrere Viren verschiedener Herkunft ein und dieselbe Zelle befallen und dort Erbgut neu kombinieren, wie ein Mosaik, das neu zusammengesetzt wird.

Frage: Das Virus ist also im Schwein zusammengemixt worden?

Hacker:Das ist gut vorstellbar. Aber es hat das Schwein vermutlich schon eine ganze Weile verlassen, weil eine Übertragung von Mensch zu Mensch beobachtet wird.

Frage: Wie lange schon? Mexiko berichtet von einem ersten Fall Anfang März.

Hacker:Das kann sein, ist aber im Moment schwer zu beurteilen.

Frage: Wie werden Verdachtsfälle in Deutschland geprüft?

Hacker:Die Menschen, die aus Mexiko zurückkommen und Grippesymptome haben, melden sich bei ihrem Arzt. Der Arzt macht einen Abstrich aus Rachen oder Nase, und das wird dann vor Ort getestet oder in Absprache mit dem Nationalen Referenzzentrum am Robert-Koch-Institut direkt an das Institut geschickt. Es gibt einen Schnelltest und einen Test, mit dem das Erbmaterial detailliert untersucht wird. Einen solchen hat unser Referenzzentrum entwickelt.

Frage: Die genetische Sequenz des Erregers ist also bekannt?

Hacker: Ja, die US-Seuchenbehörde CDC hat sie uns zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis haben wir den Test etabliert.

Frage: Wie kann man vorbeugen?

Hacker: Natürlich gibt es Hygieneregeln, die auch hier gelten: Hände waschen, das Handgeben vermeiden, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, andere nicht anhusten und die zu große Nähe zu fremden Menschen vermeiden. Einfache, aber empfehlenswerte Maßnahmen.

Frage: Was macht das Virus möglicherweise gefährlicher als eine normale Virusgrippe?

Hacker: Neben der guten Übertragbarkeit die Tatsache, dass es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt. Darauf deutet auch hin, dass eher jüngere Menschen befallen werden, die eigentlich ein gutes Immunsystem haben.

Frage: Gibt es in Deutschland genügend Medikamente für den Notfall?

Hacker: Davon gehen wir aus. Die Grippesaison ist ja bei uns bereits vorbei, von daher gibt es keinen Bedarf mehr. Wenn also der Verdacht besteht, kann man das Medikament mit Rezept in der Apotheke kaufen. Im Falle eines größeren Bedarfs haben die Bundesländer Arzneimittel gemäß dem Pandemieplan eingelagert.

Frage: Zum Thema Impfstoff: Muss man sich angesichts begrenzter Kapazitäten nicht bald entscheiden, ob man einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe oder für die nächste "normale" Grippesaison produziert?

Hacker: Die Weltgesundheitsorganisation hat entschieden, Vorbereitungen für einen Impfstoff gegen das neue Virus zu treffen. Wenn sich tatsächlich eine Pandemie abzeichnet, dann ist es ganz klar, dass ein entsprechender Impfstoff gegen das Virus hergestellt wird.

Frage: Ist Deutschland gut genug vorbereitet?

Hacker: Ich glaube, wir sind so gut vorbereitet, wie wir nur vorbereitet sein können. Natürlich gibt es bei Infektionskrankheiten immer ein Überraschungsmoment. Wir haben von der Sars-Infektion vor sechs Jahren gelernt und von der Vogelgrippe H5N1. Jetzt gibt es Pandemiepläne.

Frage: Ist es noch ratsam, nach Mexiko zu fliegen?

Hacker: Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass man nur in dringenden Fällen reisen sollte. Eine vernünftige Einschätzung.

Frage: Seuchenbekämpfung ist in Deutschland Ländersache. Sind nicht manche Bundesländer damit überfordert?

Hacker: Die Bundesländer sind gut vernetzt, wir gehen davon aus, dass die Länder sich melden, wenn sie Unterstützung brauchen. Wir haben auch ein Team zur Untersuchung von Ausbrüchen angeboten.

Das Gespräch führte Hartmut Wewetzer. (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.04.2009)
 

 
Leser-Kommentare
  1. Jörg Hacker sagt:
    "Die Menschen, die aus Mexiko zurückkommen und Grippesymptome haben, melden sich bei ihrem Arzt."
    Das sind auch die Empfehlungen, die in den Medien stehen. Wie kann man solche Empfehlungen geben? Stellen Sie sich vor, sie haben Grippesymptome (waren vielleicht auch in Mexiko oder mit einer Person zusammen, die dort war, oder in einem Flugzeug, das von dort kam, wo einer nur angesteckt war, aber keine Symptome hatte) und gehen dann zu ihrem Hausarzt: da sitzen dann vielleicht 20 Menschen im Wartezimmer. Alle werden Sie anstecken, auch den unschuldigen Arzt. Alle, die mit im Wartezimmer gewesen sind, übertragen die Viren anschließend an alle anderen, die mit ihnen zusammenkommen: In der Straßenbahn, in der Familie ...

    Auf diese Weise kann keine Epidemie/Pandemie eingedämmt werden, auch nicht mit dem unwirksamen Mundschutz.

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    • spacko
    • 30.04.2009 um 16:02 Uhr

    Es geht auch nicht mehr ums Eindämmen, sondern um Verlangsamung der Ausbreitung. Man kann nicht den Mexikofahrern erklären, sich bei einem eventuellen Schnupfen mit dem Krankenwagen in die Uniklinik fahren zu lassen, es wird bald noch mehr Kranke geben, dann geht das nicht mehr. In die USA sind die Dämme bereits gebrochen, deshalb werden auch die USA-Flieger bald häufig husten.

    Für Leute mit Amerikaschnupfen gilt, dass der Mundschutz zumindest hilft, andere nicht anzustecken. Gesunden nutzt er nichts.

    • spacko
    • 30.04.2009 um 16:02 Uhr

    Es geht auch nicht mehr ums Eindämmen, sondern um Verlangsamung der Ausbreitung. Man kann nicht den Mexikofahrern erklären, sich bei einem eventuellen Schnupfen mit dem Krankenwagen in die Uniklinik fahren zu lassen, es wird bald noch mehr Kranke geben, dann geht das nicht mehr. In die USA sind die Dämme bereits gebrochen, deshalb werden auch die USA-Flieger bald häufig husten.

    Für Leute mit Amerikaschnupfen gilt, dass der Mundschutz zumindest hilft, andere nicht anzustecken. Gesunden nutzt er nichts.

  2. In anderen Fällen überlässt der Staat nicht dem Einzelnen, ob er sich in Gefahr begibt oder nicht("Wir können sie nicht auf die Brücke lassen, da ist offenes Feuer. Es ist zu ihrem Schutz" O-Ton Polizei vor 4 Wochen in Kehl). Hier begibt sich nicht nur der Reisende in Gefahr, sondern er gefährdet noch alle anderen, und zwar an Leib und Leben. Flüge nach Mexiko und nach Spanien sollten ausgesetzt werden, bis sich das Virus totgelaufen hat. Dann kann man sich das, zugeben sehr einträgliche, Impfen sparen.

  3. Liebe Zeit-Redaktion,

    Heute möchte ich Ihnen dazu gratulieren, dass sie allgemeine Hysterie um die sogenannte Schweinegrippe nicht in dem Mass mitmachen, wie andere selbst grosse und seriöse Tageszeitungen es tun. Es fällt schon auf, dass in der Berichterstattung über die Grippe die Stimmen von Wissenschaftlern fast ausgeblendet werden. Bei anderen Themen werden Hunderte von ihnen interviewt und ihr Wissen vielfältig wiedergegeben.
    Das grösste Problem der Schweinegrippe - oder ist es die Amerikanische? - scheint zu sein, dass der neue Virus zu wenig aggressiv ist, als dass eine Pandemie-Panik überhaupt notwendig wäre. Denn eigentlich lässt sich dem Virus gar nichts anfangen. Ist aber einmal das Tintenfass zur Panikmache aufgetan und umgefallen, dann lässt sich die Tinte nur schwer wieder zurückfüllen.

    Politiker sind nun gezwungen, auf die Medien-Überreaktion ihrerseits zu reagieren, um nicht als inaktiv zu gelten, und tun dies - zumindest die Deutsche Regierung - behutsam und korrekt, während in Ägypten 300'000 Schweine (wenn diese Zahl mal stimmt) ihr Leben für die Tinte der Sensationspresse lassen müssen.

    Und die Leser der ZEIT-Online zeigen in der aktuellen Umfrage zum Thema, dass sie sich nicht wirklich panisch machen lassen. Der Vernunft und der Allgemeinbildung sei Dank.

    Ich wünsche mir eine Presse, die Nachrichten bringt und nicht Nachrichten macht. Das kann doch so schwer nicht sein, oder?

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    Politiker sind nun gezwungen, auf die Medien-Überreaktion ihrerseits zu reagieren, um nicht als inaktiv zu gelten...

    Die wirtschaftliche Entwicklung fatal, an jeder Ecke munkelt man über bevorstehende Aufstände, der Druck auf die Entscheidungsträger wächst täglich endlich die Verantwortlichen der Krise heranzuziehen...und siehe da:

    Die SCHWEINE / MEXIKANISCHE / AMERIKANISCHE / NEUE Grippe ist da!

    Huhu...endlich keine Diskussion mehr über Verantwortlichkeit, Fehler, Reformen, Regulierungen...besser hätte es nicht kommen können...doch...vielleicht eine neue, heftige Überschwemmung? Ein bevorstehender Terroristenanschlag? Fussballweltmeisterschaft?

    Der Pöbel frisst alles...naja fast...

    Politiker sind nun gezwungen, auf die Medien-Überreaktion ihrerseits zu reagieren, um nicht als inaktiv zu gelten...

    Die wirtschaftliche Entwicklung fatal, an jeder Ecke munkelt man über bevorstehende Aufstände, der Druck auf die Entscheidungsträger wächst täglich endlich die Verantwortlichen der Krise heranzuziehen...und siehe da:

    Die SCHWEINE / MEXIKANISCHE / AMERIKANISCHE / NEUE Grippe ist da!

    Huhu...endlich keine Diskussion mehr über Verantwortlichkeit, Fehler, Reformen, Regulierungen...besser hätte es nicht kommen können...doch...vielleicht eine neue, heftige Überschwemmung? Ein bevorstehender Terroristenanschlag? Fussballweltmeisterschaft?

    Der Pöbel frisst alles...naja fast...

    • nQues
    • 30.04.2009 um 13:38 Uhr

    In den mobilen Seuchenwagen in Mexiko Stadt soll man angeblich innerhalb von 11 Minuten erfahren können ob man mit der Schweinegrippe infiziert ist.

    Jedoch sagt man hier in Deutschland, dass zurzeit nur das R.-Koch-Institut ein Verfahren und die dafür benötigte Technik besitzt, um eine Erkrankung mit der Schweinegrippe bzw. der Amerikagrippe festzustellen.

    Dann müssten doch die Seuchenwagen in Mexiko Stadt nur die normale Grippe feststellen können, denn ich kann mir nicht vorstellen das Deutschland nur mit Hilfe des RKI und Mexiko in jedem kleinem Wagen das Virus feststellen kann, oder?

  4. Politiker sind nun gezwungen, auf die Medien-Überreaktion ihrerseits zu reagieren, um nicht als inaktiv zu gelten...

    Die wirtschaftliche Entwicklung fatal, an jeder Ecke munkelt man über bevorstehende Aufstände, der Druck auf die Entscheidungsträger wächst täglich endlich die Verantwortlichen der Krise heranzuziehen...und siehe da:

    Die SCHWEINE / MEXIKANISCHE / AMERIKANISCHE / NEUE Grippe ist da!

    Huhu...endlich keine Diskussion mehr über Verantwortlichkeit, Fehler, Reformen, Regulierungen...besser hätte es nicht kommen können...doch...vielleicht eine neue, heftige Überschwemmung? Ein bevorstehender Terroristenanschlag? Fussballweltmeisterschaft?

    Der Pöbel frisst alles...naja fast...

    • spacko
    • 30.04.2009 um 16:02 Uhr

    Es geht auch nicht mehr ums Eindämmen, sondern um Verlangsamung der Ausbreitung. Man kann nicht den Mexikofahrern erklären, sich bei einem eventuellen Schnupfen mit dem Krankenwagen in die Uniklinik fahren zu lassen, es wird bald noch mehr Kranke geben, dann geht das nicht mehr. In die USA sind die Dämme bereits gebrochen, deshalb werden auch die USA-Flieger bald häufig husten.

    Für Leute mit Amerikaschnupfen gilt, dass der Mundschutz zumindest hilft, andere nicht anzustecken. Gesunden nutzt er nichts.

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    "Amerikaschnupfen": Das ist eine totale Verharmlosung, falls es sich um einen neuen Virus handelt. Natürlich kann sich das verpuffen, und keiner denkt mehr in einigen Wochen daran. Andererseits passen sich Viren an die Gegebenheiten an, um möglichst viele Wirte (Menschen) infizieren zu können, ohne sie gleich umzubringen - denn sie brauchen ihren Wirt zum überleben. Töten sie zu viele ihrer "Nährmedien" (Menschen), dann haben sie bald keine Lebensgrundlage mehr und vernichten sich dadurch selbst. Das ist nicht in ihrem Sinne. Aber so einige "Nährmedien" - tausende, millionen? - werden es schon im schlimmen Falle sein, denn es übt ja noch, es ist noch so jung. Das neue Virus muß sich schließlich anpassen, um selbst zu überleben. Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet. Wenn es sich also nicht optimal anpassen kann, könnte es sein, daß es alle seine Wirte vernichtet ...

    Zu dem Mundschutz: Wenn du einen Mundschutz wie der Zahnarzt trägst, so schließt der an der Gesichtshaut nicht hermetisch ab. Die Atemluft, die du aus- und einatmest, geht zumeist nicht durch den Papierfilter, sondern seitlich an ihm ungefiltert in deine Atemwege. Und wenn du niest oder hustest, dann fliegt das weiße Körbchen vor deinem Mund durch den erheblichen Druck des Luftstroms ziemlich weg, und die ganzen Viren verteilen sich im Raum um dich herum. In einem Wartezimmer eines Arztes bleiben diese Erreger lange in der Luft des Raumes, selbst wenn du nicht mehr darin bist.

    "Amerikaschnupfen": Das ist eine totale Verharmlosung, falls es sich um einen neuen Virus handelt. Natürlich kann sich das verpuffen, und keiner denkt mehr in einigen Wochen daran. Andererseits passen sich Viren an die Gegebenheiten an, um möglichst viele Wirte (Menschen) infizieren zu können, ohne sie gleich umzubringen - denn sie brauchen ihren Wirt zum überleben. Töten sie zu viele ihrer "Nährmedien" (Menschen), dann haben sie bald keine Lebensgrundlage mehr und vernichten sich dadurch selbst. Das ist nicht in ihrem Sinne. Aber so einige "Nährmedien" - tausende, millionen? - werden es schon im schlimmen Falle sein, denn es übt ja noch, es ist noch so jung. Das neue Virus muß sich schließlich anpassen, um selbst zu überleben. Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet. Wenn es sich also nicht optimal anpassen kann, könnte es sein, daß es alle seine Wirte vernichtet ...

    Zu dem Mundschutz: Wenn du einen Mundschutz wie der Zahnarzt trägst, so schließt der an der Gesichtshaut nicht hermetisch ab. Die Atemluft, die du aus- und einatmest, geht zumeist nicht durch den Papierfilter, sondern seitlich an ihm ungefiltert in deine Atemwege. Und wenn du niest oder hustest, dann fliegt das weiße Körbchen vor deinem Mund durch den erheblichen Druck des Luftstroms ziemlich weg, und die ganzen Viren verteilen sich im Raum um dich herum. In einem Wartezimmer eines Arztes bleiben diese Erreger lange in der Luft des Raumes, selbst wenn du nicht mehr darin bist.

  5. "Amerikaschnupfen": Das ist eine totale Verharmlosung, falls es sich um einen neuen Virus handelt. Natürlich kann sich das verpuffen, und keiner denkt mehr in einigen Wochen daran. Andererseits passen sich Viren an die Gegebenheiten an, um möglichst viele Wirte (Menschen) infizieren zu können, ohne sie gleich umzubringen - denn sie brauchen ihren Wirt zum überleben. Töten sie zu viele ihrer "Nährmedien" (Menschen), dann haben sie bald keine Lebensgrundlage mehr und vernichten sich dadurch selbst. Das ist nicht in ihrem Sinne. Aber so einige "Nährmedien" - tausende, millionen? - werden es schon im schlimmen Falle sein, denn es übt ja noch, es ist noch so jung. Das neue Virus muß sich schließlich anpassen, um selbst zu überleben. Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet. Wenn es sich also nicht optimal anpassen kann, könnte es sein, daß es alle seine Wirte vernichtet ...

    Zu dem Mundschutz: Wenn du einen Mundschutz wie der Zahnarzt trägst, so schließt der an der Gesichtshaut nicht hermetisch ab. Die Atemluft, die du aus- und einatmest, geht zumeist nicht durch den Papierfilter, sondern seitlich an ihm ungefiltert in deine Atemwege. Und wenn du niest oder hustest, dann fliegt das weiße Körbchen vor deinem Mund durch den erheblichen Druck des Luftstroms ziemlich weg, und die ganzen Viren verteilen sich im Raum um dich herum. In einem Wartezimmer eines Arztes bleiben diese Erreger lange in der Luft des Raumes, selbst wenn du nicht mehr darin bist.

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    • spacko
    • 30.04.2009 um 17:48 Uhr

    "Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet."

    Hier ist der springende Punkt - entweder es wird sehr tödlich oder sehr weit verbreitet, beides zusammen ist schwierig, zumindest beim Befolgen von hygienischen Grundregeln und dem, was man neudeutsch als "Public Awareness" bezeichnet. Das Virus hat sich verbreiten können, weil es bei vielen wirklich nur einen besseren Schnupfen verursacht hat. Ich vermute mal, diese Stories über "Patient Zero" im April sind Quatsch, später wird sich herausstellen, dass da in Mexiko schon seit Monaten einiges nicht koscher war. Deshalb ist m.E. eine Pandemie des Ausmaßes (der Tödlichkeit) von 1918 schwer denkbar, schlicht deshalb, weil die US Army in diesem Fall nicht wie damals die halbe Welt spanisch vergrippen wird, ohne das sich jemand wundert.

    Ich halte es lediglich für falsch, die Illusion zu erwecken, die Verbreitung könne räumlich eingedämmt werden - spätestens seit Obama höchstselbst erklärt hat, dass die Pferde schon verschwunden sind. Bei Verbreitung in den USA gibt's kein Halten mehr, dafür sind die zu vernetzt. Es kann nur noch um Verlangsamung der Ausbreitung und bestmögliche medizinische Versorgung gehen, und da ist Mundschutz immerhin noch besser als nichts. Man wird nicht verhindern können, dass die Menschen zum Arzt oder in die KKH-Notaufnahme gehen (und sich dann mit 'nem einfachen Schnupfen noch zusätzlich die Grippe holen).

    Was mich wundert, ist nur, dass die WHO so ein Theater mit den Pandemiewarnstufen veranstaltet, wenn das einzige Kriterium die weltweite Verbreitung eines ansteckenden Virus ist, dann hätten wir jedes Jahr Stufe sechs. So wie das jetzt gehandhabt wird, ist es viel Geklapper und wenig Aktion.

    Im Moment deutet nicht viel darauf hin, dass das neue Virus tödlicher ist als normale Grippeviren. Sollte sich das ändern, muss man halt mexikanische Verhältnisse einführen, d.h. Menschenansammlungen vermeiden, wo möglich. Mehr kann man leider zur Eindämmung nicht mehr tun, dafür waren die Mexikaner zu langsam bei der Erkennung des Virus. Als die Welt davon erfuhr, war das Ding schon von der Leine.

    • Edie
    • 02.05.2009 um 2:07 Uhr

    ihre these von den nährmedien ist insoweit nicht korrekt , als das es den Viren perse wichtiger ist sich zu vermehren als mit dem wirt zu "überleben" und der gag ist immer auch die tenazität bzw. persistenzmöglichenkeiten der verschiedenen erreger...beispiel, was machen wir wohl wenn das Beispielvirus hochkontagiös, hochinfektiös und superpathogen ist?? dazu dann mit ner irre hohen morbiditätsrate und letalität, und jetzt kommts..auch noch sehr widerstandsfähig (zb. einige hundert jahre verport oder in geweberesten, boden) ist....und so biester gibts in natura schon....einige sogar...ach und ne sehr kurze inkubationszeit so ev. 1-4tage etwa ;)

    ansonsten meine ich wenn so ein neuer oder eher ein "alter" nur mutanter Keim erscheint, geht das in der modernen welt ratzfatz...heute tokio am mittwoch bombey...freitag paris... wenn das ausm "käfig der Natur" rauskommt dann kann kein deutscher staat mehr helfen, denn der pöbel, das volk wird bestimmt nicht geordnet auf notfallpläne hören wenn bei aldi anner kasse vor frau meier und frau öztürk die oma ilse blutkotzend und blutscheißend umfällt....dann is mit unserer westlichen welt sense...und selbst wenn überleben ja immer einige, dumm nur das vielleicht genau die keine atomkraftwerke oder atomwaffensilos o.ä. verwalten können, geschweige denn kühe melken oder weizen anbauen und dann?????????

    • spacko
    • 30.04.2009 um 17:48 Uhr

    "Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet."

    Hier ist der springende Punkt - entweder es wird sehr tödlich oder sehr weit verbreitet, beides zusammen ist schwierig, zumindest beim Befolgen von hygienischen Grundregeln und dem, was man neudeutsch als "Public Awareness" bezeichnet. Das Virus hat sich verbreiten können, weil es bei vielen wirklich nur einen besseren Schnupfen verursacht hat. Ich vermute mal, diese Stories über "Patient Zero" im April sind Quatsch, später wird sich herausstellen, dass da in Mexiko schon seit Monaten einiges nicht koscher war. Deshalb ist m.E. eine Pandemie des Ausmaßes (der Tödlichkeit) von 1918 schwer denkbar, schlicht deshalb, weil die US Army in diesem Fall nicht wie damals die halbe Welt spanisch vergrippen wird, ohne das sich jemand wundert.

    Ich halte es lediglich für falsch, die Illusion zu erwecken, die Verbreitung könne räumlich eingedämmt werden - spätestens seit Obama höchstselbst erklärt hat, dass die Pferde schon verschwunden sind. Bei Verbreitung in den USA gibt's kein Halten mehr, dafür sind die zu vernetzt. Es kann nur noch um Verlangsamung der Ausbreitung und bestmögliche medizinische Versorgung gehen, und da ist Mundschutz immerhin noch besser als nichts. Man wird nicht verhindern können, dass die Menschen zum Arzt oder in die KKH-Notaufnahme gehen (und sich dann mit 'nem einfachen Schnupfen noch zusätzlich die Grippe holen).

    Was mich wundert, ist nur, dass die WHO so ein Theater mit den Pandemiewarnstufen veranstaltet, wenn das einzige Kriterium die weltweite Verbreitung eines ansteckenden Virus ist, dann hätten wir jedes Jahr Stufe sechs. So wie das jetzt gehandhabt wird, ist es viel Geklapper und wenig Aktion.

    Im Moment deutet nicht viel darauf hin, dass das neue Virus tödlicher ist als normale Grippeviren. Sollte sich das ändern, muss man halt mexikanische Verhältnisse einführen, d.h. Menschenansammlungen vermeiden, wo möglich. Mehr kann man leider zur Eindämmung nicht mehr tun, dafür waren die Mexikaner zu langsam bei der Erkennung des Virus. Als die Welt davon erfuhr, war das Ding schon von der Leine.

    • Edie
    • 02.05.2009 um 2:07 Uhr

    ihre these von den nährmedien ist insoweit nicht korrekt , als das es den Viren perse wichtiger ist sich zu vermehren als mit dem wirt zu "überleben" und der gag ist immer auch die tenazität bzw. persistenzmöglichenkeiten der verschiedenen erreger...beispiel, was machen wir wohl wenn das Beispielvirus hochkontagiös, hochinfektiös und superpathogen ist?? dazu dann mit ner irre hohen morbiditätsrate und letalität, und jetzt kommts..auch noch sehr widerstandsfähig (zb. einige hundert jahre verport oder in geweberesten, boden) ist....und so biester gibts in natura schon....einige sogar...ach und ne sehr kurze inkubationszeit so ev. 1-4tage etwa ;)

    ansonsten meine ich wenn so ein neuer oder eher ein "alter" nur mutanter Keim erscheint, geht das in der modernen welt ratzfatz...heute tokio am mittwoch bombey...freitag paris... wenn das ausm "käfig der Natur" rauskommt dann kann kein deutscher staat mehr helfen, denn der pöbel, das volk wird bestimmt nicht geordnet auf notfallpläne hören wenn bei aldi anner kasse vor frau meier und frau öztürk die oma ilse blutkotzend und blutscheißend umfällt....dann is mit unserer westlichen welt sense...und selbst wenn überleben ja immer einige, dumm nur das vielleicht genau die keine atomkraftwerke oder atomwaffensilos o.ä. verwalten können, geschweige denn kühe melken oder weizen anbauen und dann?????????

    • spacko
    • 30.04.2009 um 17:48 Uhr

    "Entweder, das Schweinevirus passt sich an und infiziert so viele wie möglich, ohne gleich alle Menschen zu töten, oder es stirbt, wenn es seine "Nährmedien" vernichtet."

    Hier ist der springende Punkt - entweder es wird sehr tödlich oder sehr weit verbreitet, beides zusammen ist schwierig, zumindest beim Befolgen von hygienischen Grundregeln und dem, was man neudeutsch als "Public Awareness" bezeichnet. Das Virus hat sich verbreiten können, weil es bei vielen wirklich nur einen besseren Schnupfen verursacht hat. Ich vermute mal, diese Stories über "Patient Zero" im April sind Quatsch, später wird sich herausstellen, dass da in Mexiko schon seit Monaten einiges nicht koscher war. Deshalb ist m.E. eine Pandemie des Ausmaßes (der Tödlichkeit) von 1918 schwer denkbar, schlicht deshalb, weil die US Army in diesem Fall nicht wie damals die halbe Welt spanisch vergrippen wird, ohne das sich jemand wundert.

    Ich halte es lediglich für falsch, die Illusion zu erwecken, die Verbreitung könne räumlich eingedämmt werden - spätestens seit Obama höchstselbst erklärt hat, dass die Pferde schon verschwunden sind. Bei Verbreitung in den USA gibt's kein Halten mehr, dafür sind die zu vernetzt. Es kann nur noch um Verlangsamung der Ausbreitung und bestmögliche medizinische Versorgung gehen, und da ist Mundschutz immerhin noch besser als nichts. Man wird nicht verhindern können, dass die Menschen zum Arzt oder in die KKH-Notaufnahme gehen (und sich dann mit 'nem einfachen Schnupfen noch zusätzlich die Grippe holen).

    Was mich wundert, ist nur, dass die WHO so ein Theater mit den Pandemiewarnstufen veranstaltet, wenn das einzige Kriterium die weltweite Verbreitung eines ansteckenden Virus ist, dann hätten wir jedes Jahr Stufe sechs. So wie das jetzt gehandhabt wird, ist es viel Geklapper und wenig Aktion.

    Im Moment deutet nicht viel darauf hin, dass das neue Virus tödlicher ist als normale Grippeviren. Sollte sich das ändern, muss man halt mexikanische Verhältnisse einführen, d.h. Menschenansammlungen vermeiden, wo möglich. Mehr kann man leider zur Eindämmung nicht mehr tun, dafür waren die Mexikaner zu langsam bei der Erkennung des Virus. Als die Welt davon erfuhr, war das Ding schon von der Leine.

    Antwort auf ""Amerikaschnupfen"????"
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    "So wie das jetzt gehandhabt wird, ist es viel Geklapper und wenig Aktion."

    Aber warum nur?

    Ich meine,

    entweder man zeigt von Seiten der Behörden, daß man was tut (man will ja nicht tatenlos sein und damit nutzlos erscheinen)

    oder

    die Pharmaindustrie nutzt über ihre Lobby die machtlose Situation gegenüber einer drohenden Seuchensituation für ihre "Grippeimpfungen" und dem Verkauf von Tamiflu aus.

    Doch wie dem auch sei ;)): Damals war es besser, wo noch keine Flugzeuge von Übersee in Nullkommanichts von einem Land zum anderen flogen, damals, wo die Schiffe wochenlang unterwegs waren, bis sie in ein anderes Land kamen - und in der Zwischenzeit konnte die Seuche auf den Schiffen ausbrechen aufgrund der langen Überfahrt, ohne daß sie an Land sich ausbreiten konnte:

    "wir lagern vor Madagaskar,
    und hatten die Pest an Bord,
    in den Kesseln, da faulte das Wasser,
    und täglich ging einer über Bord ..."

    "So wie das jetzt gehandhabt wird, ist es viel Geklapper und wenig Aktion."

    Aber warum nur?

    Ich meine,

    entweder man zeigt von Seiten der Behörden, daß man was tut (man will ja nicht tatenlos sein und damit nutzlos erscheinen)

    oder

    die Pharmaindustrie nutzt über ihre Lobby die machtlose Situation gegenüber einer drohenden Seuchensituation für ihre "Grippeimpfungen" und dem Verkauf von Tamiflu aus.

    Doch wie dem auch sei ;)): Damals war es besser, wo noch keine Flugzeuge von Übersee in Nullkommanichts von einem Land zum anderen flogen, damals, wo die Schiffe wochenlang unterwegs waren, bis sie in ein anderes Land kamen - und in der Zwischenzeit konnte die Seuche auf den Schiffen ausbrechen aufgrund der langen Überfahrt, ohne daß sie an Land sich ausbreiten konnte:

    "wir lagern vor Madagaskar,
    und hatten die Pest an Bord,
    in den Kesseln, da faulte das Wasser,
    und täglich ging einer über Bord ..."

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