Guantanamo USA bitten Deutschland um Aufnahme von Häftlingen
Die Bundesregierung muss sich entscheiden: Sollen Gefangene aus Guantánamo aufgenommen werden? Die US-Regierung übergab Berlin eine Namensliste mit möglichen Kandidaten

© Khaled Desouki/AFP/Getty Images
Im Gefangenenlager Guantánamo
Es gebe ja gar keine offizielle Anfrage – das war über Monate hinweg die Standardantwort von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Frage, ob Deutschland freigelassene Häftlinge aus Guantánamo aufnehmen solle. Jetzt zieht diese Antwort nicht mehr, denn die Anfrage liegt offiziell vor.
Washington übergab der Bundesregierung eine Liste mit Namen von Häftlingen, für die Aufnahmeplätze in Europa gesucht werden. "Es liegt eine konkrete Anfrage vor", bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Jeder Einzelfall müsse sorgfältig nach dem Aufenthaltsrecht geprüft werden. Dabei spielten nicht nur Sicherheitsaspekte eine Rolle. Wie lange dies dauern werde, konnte der Sprecher nicht sagen. Es sei auch Rücksprache mit den Länderregierungen nötig.
Nach der gemeinsamen Haltung der Bundesregierung seien in erster Linie die Herkunftsländer der Freigelassenen beziehungsweise die USA - in deren Hoheitsgebiet sie sich derzeit aufhalten - für die Aufnahme der freigelassenen Guantánamo-Häftlinge zuständig, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Deswegen müsse für eine Entscheidung über die eventuelle Aufnahme in Deutschland auch begründet werden, warum weder das Heimatland noch die USA infrage kämen.
Innerhalb der Bundesregierung war die Aufnahme von einzelnen Gefangenen umstritten. Während Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) aus humanitären Gründen dafür plädierte, führte Innenminister Schäuble Sicherheitsbedenken ins Feld. Im Gespräch ist, dass etwa fünf ehemalige Guantánamo-Gefangene nach Deutschland kommen.
Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach äußerte jetzt erneut starke Vorbehalte gegen die Aufnahme in Deutschland. Er sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger: "Ich bin der Ansicht, dass die USA oder die Heimatländer für die Aufnahme dieser Personen verantwortlich sind." Wenn diese nachweislich ungefährlich wären, sei zu fragen, warum sie nicht schon längst freigelassen wurden. Er fügte hinzu: "Die Aufnahme ist auf jeden Fall mit einem erheblichen Risiko verbunden. Ich sehe deshalb keinen Grund, dass Deutschland jetzt sofort laut "Ja" rufen sollte." Dagegen forderte der SPD-Außenpolitiker Niels Annen die Union auf, Guant á namo aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Es sei nicht nur aus humanitären Gründen wichtig, dass Deutschland Ex-Gefangene aufnehme.
Auf der Liste stehen nach Spiegel-Informationen etwa 10 Namen der insgesamt rund 50 Insassen, die nach Schließung des US-Gefangenenlagers auf Kuba nicht in ihre Heimatländer zurück könnten und in den USA als ungefährlich gelten.
US-Justizminister Eric Holder hatte in der vergangenen Woche nach Gesprächen mit der Bundesregierung in Berlin mitgeteilt, die USA wollten in Kürze 30 Insassen aus Guantánamo freilassen. Seine Regierung sei zuversichtlich, dass sich auch Verbündete in Europa an einer Aufnahme beteiligten. Er habe für diesen Wunsch bei seinen Treffen "kein endgültiges Nein" erhalten und hoffe auf eine "faire Aufteilung". Über konkrete Zahlen sei noch nicht gesprochen worden, betonte Holder, der unter anderem mit Bundesinnenminister Schäuble zusammengekommen war. Europäische Länder wie Frankreich und Portugal haben Aufnahmebereitschaft signalisiert.
- Datum 04.05.2009 - 15:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, 03.05.2009
- Kommentare 14
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So ungefährlich können die ja nicht sein, wenn weder deren Heimatländer noch die USA sie aufnehmen wollen.
Deutschland hat schon genug Intensivtäter. Aber wenn es sowieso nur fünf Leute sind, dann kann Steinmeier seinen humanitären Aussetzer im Fall Kurnaz (für den sind wir verantwortlich, denn der hat vor Inhaftierung bereits hier gelebt) ja wieder gut machen und sie bei sich zu Hause einquartieren, inklusive Bürgschaft.
Nun, solange diese nicht integrationsunwillig sind, wieso nicht?
Wenn Sie Straftätig werden kann man sie immer noch in Afghanistan irgendwo aussetzen, oder in ein Land wie den Iran oder Syrien schicken?
Ignoranz ist keine Entschuldigung für Gewalt!
wird es unmoeglich sein sie wieder los zu werden, selbst wenn einer von ihnen am naechsten Tag einen Mord begehen sollte.Denn wir haben doch jetzt schon Afghanen im Land ,die auch nicht unbedingt eine weisse Weste haben aber nicht abgeschoben werden koennen weil die Lage im Land so instabil ist.Das wird jedenfalls behauptet sobald die Rede von Abschiebung gewisser Leute Theman wird.
Wenn ueberhaupt hat die USA die verpflichtung diese Leute aufzunehmen und auch fuer sie zu sorgen. Deutschland hat keinerlei verpflichtung und auch kein anderes europaeisches Land.
Ueberhaupt vermisse ich in dieser Debatte auch nur einen einzigen Satz der aussagt dass die USA fuer die aufgenommenen GITMO Leute aufkommen wird. Ich hoere und lese nur dass Aufnahme-Laender gesucht werden. Offenbar wollen die Amerikaner diese Alt-Last zum Nulltarif auf andere Leute abrollen und ich befuerchte die Wuerfel sind laengst gefallen.
wird es unmoeglich sein sie wieder los zu werden, selbst wenn einer von ihnen am naechsten Tag einen Mord begehen sollte.Denn wir haben doch jetzt schon Afghanen im Land ,die auch nicht unbedingt eine weisse Weste haben aber nicht abgeschoben werden koennen weil die Lage im Land so instabil ist.Das wird jedenfalls behauptet sobald die Rede von Abschiebung gewisser Leute Theman wird.
Wenn ueberhaupt hat die USA die verpflichtung diese Leute aufzunehmen und auch fuer sie zu sorgen. Deutschland hat keinerlei verpflichtung und auch kein anderes europaeisches Land.
Ueberhaupt vermisse ich in dieser Debatte auch nur einen einzigen Satz der aussagt dass die USA fuer die aufgenommenen GITMO Leute aufkommen wird. Ich hoere und lese nur dass Aufnahme-Laender gesucht werden. Offenbar wollen die Amerikaner diese Alt-Last zum Nulltarif auf andere Leute abrollen und ich befuerchte die Wuerfel sind laengst gefallen.
Wieso sollen wir die Gefangenen der USA aufnehmen ? Wenn mir das wer beantworten kann , dann gerne. Ich bin der Meinung das derjenige der jemanden Inhaftiert nachher auch dafür sorgen muss das er ein normales Leben kriegt , wenn er nicht schuldig ist. Wieso sollte das für Amerika nicht gelten??
Tut mir leid.
und das mit !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
und das mit !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
wird es unmoeglich sein sie wieder los zu werden, selbst wenn einer von ihnen am naechsten Tag einen Mord begehen sollte.Denn wir haben doch jetzt schon Afghanen im Land ,die auch nicht unbedingt eine weisse Weste haben aber nicht abgeschoben werden koennen weil die Lage im Land so instabil ist.Das wird jedenfalls behauptet sobald die Rede von Abschiebung gewisser Leute Theman wird.
Wenn ueberhaupt hat die USA die verpflichtung diese Leute aufzunehmen und auch fuer sie zu sorgen. Deutschland hat keinerlei verpflichtung und auch kein anderes europaeisches Land.
Ueberhaupt vermisse ich in dieser Debatte auch nur einen einzigen Satz der aussagt dass die USA fuer die aufgenommenen GITMO Leute aufkommen wird. Ich hoere und lese nur dass Aufnahme-Laender gesucht werden. Offenbar wollen die Amerikaner diese Alt-Last zum Nulltarif auf andere Leute abrollen und ich befuerchte die Wuerfel sind laengst gefallen.
und das mit !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Soso, die Amerikaner wollen also jetzt ganze 30 völkerrechtswidrig gefangene, verschleppte, festgehaltene und gefolterte Menschen freilassen.
10 davon sollen wir nehmen.
Wie kämen wir dazu? Amerika ist nicht zu klein und nicht zu arm, und vorallem auch VERANTWORTLICH für das Schicksal dieser Menschen. Denen gehört vermutlich sogar Entschädigung gezahlt, nachdem man ja wohl offensichtlich in mehreren Folterjahren nichts gefunden hat, wofür man sie rechtmäßig verurteilen könnte.
Wenn Völkerrechtsbruch in Zukunft auch für eine Weltmacht erschwert werden soll, sollten wir da jetzt unseren Beitrag leisten und hart sein. Und das hat nichts mit den 10 Menschen an sich zu tun, find ich. Ist eine Prinzip-Frage.
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"Shareholder-Value ist die blödeste Idee der Welt"
Ex-Manager Jack Welch über sein eigenes Konzept, nach dem Firmen nur zum Nutzen der Aktionäre handeln sollen
... müßte m.E. auf europäischer Ebene diskutiert werden, die EU darf in dieser Frage den USA gegenüber nicht als Haufen einzelner Staaten auftreten.
Daher aus meiner Sicht - die Aufnahme JA, ABER dafür:
1) müssen die USA effektiv die juristische Aufarbeitung der Folter bis in die höchsten Spitzen der Regierung zulassen,
2) USA müssen selbst die Mehrheit der Gefangenen aufnehmen.
Zack34
ps.
Bzgl. 1):
Frau Rice wird Harvard-Professorin (sic!) - was für eine juristische "Elite" wird denn dort ausgebildet?
http://www.sueddeutsche.d...
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