Verstaatlichung Bund sichert sich 45 Prozent der HRE-Anteile
Bei der Verstaatlichung der maroden Immobilienbank ist der Soffin ein entscheidendes Stück vorangekommen. Fast die Hälfte aller Anleger haben ihre Aktien verkauft
Der Bund kann sich Entscheidungsgewalt bei der krisengeschüttelten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) offenbar doch ohne das drastische Mittel der Enteignung sichern. Wie die Deutsche Presseagentur aus Finanzkreisen erfahren haben will, hat sich der Staat mit seinem Übernahmeangebot einen Anteil von rund 45 Prozent an der Bank gesichert. Am Ende werde der Anteil wohl sogar noch höher liegen. Damit ist der Bund seinem Ziel einer vollständigen Übernahme des verlustreichen Immobilienkonzerns ein deutliches Stück näher gekommen.
Angestrebt hatte der Bund mit der insgesamt 290 Millionen Euro schweren Offerte mindestens die Hälfte aller Anteile. Das hat er – auch durch die ablehnende Haltung des HRE-Großinvestors J. C. Flowers – allerdings noch nicht geschafft. Dennoch gab sich das Bundesfinanzministerium zuversichtlich, dass man das Instrument der Enteignung nicht nutzen müsse. "Vor diesem Hintergrund geht die Wahrscheinlichkeit dafür gegen Null", sagte ein Sprecher.
Wie vorgesehen will der Bund nun auf der Hauptversammlung am 2. Juni entsprechende Kapitalmaßnahmen einleiten. Dabei sollen in einem ersten Schritt die notwendigen mindestens 90 Prozent und dann über ein sich anschließendes Squeeze-Out die vollständige Kontrolle über die HRE erlangt werden. Da für derartige Maßnahmen die Mehrheit des anwesenden Kapitals ausreicht, gilt es als wahrscheinlich, dass dieser Plan aufgeht. Die Präsenz auf Hauptversammlungen ist eher niedrig, selten nur erscheinen tatsächlich alle Aktionäre.
Die Frist für das staatliche Übernahmeangebot von 1,39 Euro je Aktie war am vergangenen Montag um Mitternacht ausgelaufen. Die endgültige Quote will der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin am kommenden Donnerstag bekanntgeben.
- Datum 06.05.2009 - 15:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 1
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Ha!
...da wird ein mega Drama um das Konzept der Verstaatlichung gemacht und dabei wäre dieses Unternehmen nach herkömmlichen Kaufmännischen Regeln schon lange vor dem Konkursrichter gelandet. Genau wie jede Privatperson sowie jedes Kleinst- und Kleinunternehmen auch...
Immer mal angenommen die "kleinen" hätten ebenso freigiebig frisches Kapital aus des Schatzmeisters Truhe erhalten, wobei da erheblichen Zeifel angebracht sind.
Mit dem Wort "Verstaatlichung" wird etwas dramatisert was so in dieser Form, mit diesen Mrd. an Unterstützung, schon lange hätte durchgezogen werden müssen. Dramatisiert wird auch aus allen möglichen Kanälen, um die vergangenen Fehler dieser Privatiserungsideologie sowie die Mrd. schweren Investoren (die sich hinter Hedgefonds verstecken) sanft fallen zu lassen und deren eingesetztes Spielkapital so weit wie es politisch opportun ist zu schützen.
Nochmal und immer wieder. Private Entitäten sind nie automatisch die besseren Wirtschafter/Entscheidungsträger als staatliche Entitäten auch wenn das im Agregat der Oekonomien so aussehen mag.
Der zweite Begriff der nach herzenlust auf kosten der "gemeinen" Steuerzahler ausgeschlachtet wird ist "Systemisch". Dessen Defintion ist so schwammig das damit auch wieder nach herzenslust in des Schatzmeisters Truhe gegriffen wird...
Die angeblichen Unabdingbarkeiten der neoliberalen ideologie die uns in den vergangen +20 jahren konstant um die Ohren geschlagen wurden sind total und Umfassend gescheitert und doch hören die Verantworltichen Sesselkleber nicht auf ihren Gesellschaftschädigenden Unsinn weiter zu verbreiten...
Diese sitzen in der OECD, IMF, WTO, EU Parlament.. in Universitäten, Stiftungen, Clubs, Kommunen, Städten, Ländern. Sie reden im TV, Radio und Zeitungen, verbreiten Statistiken, Studien sind doch konstant nur auf eines aus... Profite zu privatiseren und Verlste zu sozialiseren...
Wie immer auf Kosten anderer... und dabei ist die HRE nur ein Nebenschauplatz für die moderen Raubritter.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
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