Philipp Lahm "Der FC Bayern hat überall in der Stadt Kontakte"Seite 2/2

ZEIT ONLINE: Welche?

Lahm: Es kann zu einer unselbstständigen Haltung führen. Man muss ja nur mal daran denken, dass wir nach dem Training oder dem Spiel die Klamotten ausziehen und hinlegen – und am nächsten Tag liegt alles wieder sauber an seinem Platz. Nach der Karriere kann sich das rächen, wenn kein Verein mehr da ist.

ZEIT ONLINE: Und während der Karriere? Jürgen Klinsmann ist gerade mit einem Konzept gescheitert, das die Spieler auch neben dem Platz stärker machen wollte.

Lahm: Ich fand die Idee sehr gut. Sprachkurse oder Fortbildungen am Computer können jedem helfen. Und es war ja eine freiwillige Sache.

ZEIT ONLINE: Haben die Spieler das Angebot angenommen?

Lahm: Nur wenige. Ich auch nicht.

ZEIT ONLINE: Warum nicht?

Lahm: Mein Job ist Fußballspielen, darauf konzentriere ich mich an der Säbener Straße. Einen Englischkurs besuche ich in meiner Freizeit. Ich will nicht mit meinen Arbeitskollegen die Schulbank drücken.

ZEIT ONLINE: Eine Schulklasse mit Fußballprofis klingt anstrengend.

Lahm: Zwanzig Fußballer ruhig zu stellen, wird nicht hinhauen.

ZEIT ONLINE: Hat Hans Meyer Recht, der sagt: "Es hat keinen Sinn, Fußballer auf eine höhere Ebene zu heben? Für die sind Pyramiden und Tempel nur Steine?"

Lahm: Es gibt solche und solche Fußballer. Ich jedenfalls will zwischen Job und Freizeit trennen. Ich will nicht in Bayern-Klamotten Unterricht nehmen.

Alles Außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von Katja Kraus, Corny Littmann, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Alle zwei Wochen geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Die vier sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Littmann, Hitzlsperger, Friedrich und Kraus wollen ihre Meinung sagen, beispielsweise zu den Herausforderungen der Bundesregierung, zum Alltag in der Bundesliga und darüber, wie das zusammenhängen kann.

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ZEIT ONLINE: Noch mal zurück zur Autofrage: Was ist, wenn der Führerschein weg sein sollte?

Lahm: Sie werden es nicht glauben, da kann selbst der FC Bayern nichts machen. Dann bilden wir Spieler Fahrgemeinschaften.

Die Fragen stellte Oliver Fritsch.

 
Leser-Kommentare
    • SBW
    • 06.05.2009 um 8:51 Uhr

    Da hätte man aber mehr nachhacken können. Erst große Familie FCB und dann nur da zum Fußballspielen und keine Lust auf Freizeit?
    So oder so kommt mir das bei allen dreien aber besonders bei Lahm wie eine völlige Parallelwelt vor. Aber vielleicht ist das in der Serie auch so beabsichtigt.

  1. ... ist er ja schon. Was allerdings der Grund sein sollte (außer seiner Prominenz), ihn zu irgenwas anderes als Fußball zu befragen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Und ALLES (siehe BILD-Zeitung-Werbung) sollte man den Jungens auch nicht nachsehen...

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    Genau, dass er für die Blödzeitung wirbt, mindert meine Sympathie für ihn beträchtlich. Geld hat er doch wohl genug!

    Genau, dass er für die Blödzeitung wirbt, mindert meine Sympathie für ihn beträchtlich. Geld hat er doch wohl genug!

  2. ...wenn der FC Bayern das soziale Gefüge der "Deutschen Demokratischen Republik" für sich umgesetzt hat - eben nur den "marktwirtschaftlichen" Bedingungen angepasst.

    Da fühlt man sich doch gleich wie zuhause - schade, dass ich kein Fußball-Profi bin, denn sonst wäre ich bestimmt -nicht- beim FC Bayern, sondern lieber bei der BSG "Sachsenring" in Zwickau.

  3. 4. Lahm

    Genau, dass er für die Blödzeitung wirbt, mindert meine Sympathie für ihn beträchtlich. Geld hat er doch wohl genug!

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