Russland & die Nato Nato-Manöver in Georgien – ein falsches Signal
US-Präsident Obama will die Beziehungen zu Russland wieder in ruhigeres Fahrwasser lenken. Die heute in Georgien anlaufenden Nato-Manöver laufen dieser Absicht entgegen

© VANO SHLAMOV/AFP/Getty Images
Georgische Panzer bei Tiflis am Tag vor Manöverbeginn
Es ist noch nicht lange her, da verkündete die junge Obama-Regierung ihre Absicht, im amerikanisch-russischen Verhältnis den "reset button" zu drücken. Das konnte nicht anders verstanden werden als: Abrücken von der harten Konfrontationspolitik der Bush-Administration, vor allem des Vizepräsidenten Dick Cheney, der die Einkreisung Russlands mit demselben herausfordernden Fanatismus betrieb, wie er die Folter im "Krieg gegen den Terror" vertrat.
Die jetzt in Georgien anlaufenden Nato-Manöver laufen der Absicht Präsident Obamas, die Beziehungen zu Moskau wieder in ruhigeres Fahrwasser zu lenken, diametral zuwider. Die neue Mannschaft im Weißen Haus hätte die Manöver-Idee der Nato längst stoppen müssen – und können, denn der Nato-Oberbefehlshaber ist schließlich ein Amerikaner. So bleibt der Schluss, dass sie sich bei der Suche nach dem "reset button" auf der Tastatur vergriffen hat.
Wenn der Westen seine Beziehungen zu Moskau verbessern will, dann ist die Ausdehnung der Nato bis an die russische Grenze ebenso der falsche Weg wie die Einrichtung amerikanischer Stützpunkte entlang des weichen Unterleibs der Russischen Föderation in Zentralasien oder die Postierung eines technisch wie militärisch fragwürdigen Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien. Auf die Leute im Kreml kann dies gar nicht anders wirken denn als Neuauflage des containments, der westlichen Eindämmungsstrategie während des Kalten Krieges, ja schlimmer noch: als vorsätzliche Einkreisung.
Dies muss all jenen in Moskau Rückenwind geben, die – wie zuvor George W. Bush – auf unilaterales Handeln setzen, der Europäischen Union die kalte Schulter zeigen und muskelstrotzendem Eingreifen den Vorzug vor geduldiger Diplomatie geben. Russlands Anerkennung der abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien und das Abkommen über die Übernahme der Sicherung ihrer Grenzen durch russische Truppen sind durchaus als Reaktion auf das westliche Vordringen zu begreifen.
Von Präsident Bush stammt der Satz, das Zeitalter der Einflusssphären sei vorüber. Das stimmt insoweit, als Russland sich nicht länger als Hegemon im ehemals sowjetischen Raum aufspielen darf. Aber damit sind nicht auch schon die vielfältigen historischen und heute noch wirksamen wirtschaftlichen und militärischen Verflechtungen Moskaus mit den ehemaligen Sowjetrepubliken aus der Welt; noch lässt sich des Kremls Fürsorgeanspruch für die 20 Millionen Russen, die mit einem Male jenseits der russischen Grenzen leben, nicht rundheraus verneinen. Aber aus Bushs Einsicht sollte dann auch folgen, dass der Westen nun nicht eine eigene Einflusssphäre bis an die russische Staatsgrenze schiebt.
- Datum 06.05.2009 - 10:27 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Die NATO, nach der GEZ und dem Bund der Heimatvertriebenen eigentlich die überflüssigste Organisation der Welt, handelt hier einfach nur vorausschauend: Äußere Konflikte waren und sind das beste Heilmittel gegen Wirtschaftskrisen. Nur die Halbherzigkeit enttäuscht ein wenig. Warum nicht zugleich NATO-Manöver auf Taiwan? Das würde die Chance, dass sich jemand von dem Kalten Kriegshaufen provozieren lässt, erheblich erhöhen!
Ist es nich mal wieder Zeit für sie, in die Welt zu posaunen, dass an allen Konflikten allein Russland schuld ist und das Deutschland hinter dem ach so demokratischen Präsidenten Georgiens steht?
Merkel wartet erst mal ab, wie sich die Mehrheitsmeinung entwickelt. Steinmeier hingegen war insgeheim schon immer in aller Klarheit auf der einen oder anderen Seite mit ganzem Herzen dabei...
...bei der Liste der Schuldigen Herrn Ratzinger nicht vergessen, der steckt vermutlich mit Herrn Putin unter einer Decke.
Merkel wartet erst mal ab, wie sich die Mehrheitsmeinung entwickelt. Steinmeier hingegen war insgeheim schon immer in aller Klarheit auf der einen oder anderen Seite mit ganzem Herzen dabei...
...bei der Liste der Schuldigen Herrn Ratzinger nicht vergessen, der steckt vermutlich mit Herrn Putin unter einer Decke.
Theo Sommer muss man rundum zustimmen. So klar, so deutlich und so unmissverständlich lässt sich das Verhältnis von Russland und NATO beschreiben. Auch für die Bush-Politik und für Georgins Vasallen findet Herr Sommer die treffenden Worte. So fallen einem keine guten Gründe ein, weshalb diese Sicht der Dinge, die schlicht auf gesundem Menschenverstand gründet, ansonsten in der ZEIT nicht zu finden ist. Man muß sich fragen, wer bei den übrigen ZEIT-Autoren einen solchen Erkenntnisgewinn verhindert. Ist es in unserer Demokratie ein Privileg der Rentner, wie Theo Sommer und Scholl-Latour, dass sie die Welt so sehen dürfen, wie sie ist? Josef Joffe aus Stanford könnte diese Fragen sicher beantworten.
Ich kann dem Kommentator nur vollinhaltlich zustimmen. Leider werden in der ZEIT immer weniger derartige von Vernunft, Weitblick und Intelligenz getragene Autorenbeiträge veröffentlicht. Die meisten Autoren ordnen sich einem kleinkarierten politischen Kredo unter, das auf eine Manipulierung der Bürger abzielt.
Ja, die Verantwortlichen der NATO betreiben eine extrem gefährliches, provokantes Spiel mit Russland. Und unsere Regierung: anstatt im Interesse der überwiegenden Zahl auch der Bürger Deutschlands einen Konfrontationskurs abzuwenden, gibt sie politischen Hasardeuren und eigennützigen Diktatoren Rückendeckung. In wessem Interesse handelt diese Regierung der Bundesrepublik Deutschland?
Ich kann dem Kommentator nur vollinhaltlich zustimmen. Leider werden in der ZEIT immer weniger derartige von Vernunft, Weitblick und Intelligenz getragene Autorenbeiträge veröffentlicht. Die meisten Autoren ordnen sich einem kleinkarierten politischen Kredo unter, das auf eine Manipulierung der Bürger abzielt.
Ja, die Verantwortlichen der NATO betreiben eine extrem gefährliches, provokantes Spiel mit Russland. Und unsere Regierung: anstatt im Interesse der überwiegenden Zahl auch der Bürger Deutschlands einen Konfrontationskurs abzuwenden, gibt sie politischen Hasardeuren und eigennützigen Diktatoren Rückendeckung. In wessem Interesse handelt diese Regierung der Bundesrepublik Deutschland?
Merkel wartet erst mal ab, wie sich die Mehrheitsmeinung entwickelt. Steinmeier hingegen war insgeheim schon immer in aller Klarheit auf der einen oder anderen Seite mit ganzem Herzen dabei...
Ich kann dem Kommentator nur vollinhaltlich zustimmen. Leider werden in der ZEIT immer weniger derartige von Vernunft, Weitblick und Intelligenz getragene Autorenbeiträge veröffentlicht. Die meisten Autoren ordnen sich einem kleinkarierten politischen Kredo unter, das auf eine Manipulierung der Bürger abzielt.
Ja, die Verantwortlichen der NATO betreiben eine extrem gefährliches, provokantes Spiel mit Russland. Und unsere Regierung: anstatt im Interesse der überwiegenden Zahl auch der Bürger Deutschlands einen Konfrontationskurs abzuwenden, gibt sie politischen Hasardeuren und eigennützigen Diktatoren Rückendeckung. In wessem Interesse handelt diese Regierung der Bundesrepublik Deutschland?
...noch jemand, außer PSL verstanden hat, daß mit Überheblichkeit und Anmaßung keine (dringend notwendige) Partnerschaft mit Rußland begründet werden kann. Leider hat das Merkel an dieser Stelle einen blinden Fleck.
Daher ist es auch in den Merkel-hörigen Medien en vogue negativ über dieses Land zu berichten.
Ich freue mich, daß die Zeit hier einen Anfang zur Umkehr macht.
Ist doch nicht so wild, denke ich. Georgien ist ein schönes Land, zumindest auf den Fotos die man im Internet bekommen kann. Und die Menschen dort haben kleine Hände. Panzer sind beeindruckend. Für einen Georgier vielleicht sogar noch mehr, als für einen Russen.
Ein falsches Signal, nicht nur gegenueber Russland, sondern an alle in der Welt, die auf eine Friedensinitiative Obamas und der neuen US-Regirung hofften. Aber schon seine Kabinettsaufstellung mit konservativen Ministern aus der Bush-Aera zeigte, das es zwar nach vorne Suessholz raspeln wird, um nach hinten kraeftig ausschlagen zu koennen. In seiner Antrittsrede hat er kein Wort ueber die Urbevoelkerung Nordamerikas -die Indianer- also der USA, verloren oder gar eine Verbesserung ihrer sozialen Schieflage in Aussicht gestellt. Seine letzten Entscheidungen, wie z.B. Straffreiheit fuer Folterknechte, Wiedereinfuehrung von Militaertribunalen, Abschiebung von Guatanamohaeftlinge in andere Laender, um sich so der moralisch-sozialen Schuld an diesen zu entledigen zeigen, das er auch mehr und mehr sich der einflussreichen Militaerlobby mit deren Reustungsindustrien, den NEOCON's mit ihrem immensen Kapital sowie der verschiedenen Sicherheitsdienste zumindest anschliesst. Es handelt sich auch bei seiner Regierung nicht nur um eine "Vorsaetzliche Einkreisung" Russlands, sondern um die Devise der "FULL SPECTRUM DOMINANCE", das bedeutetdie Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen. Dieses Manoever in Georgien ist also nur ein Vorspiel des eigentlichen Ziels. MAKSAS
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