Demonstrationen zum 1. Mai Schwere Randale bei NPD-Aufmarsch in Ulm

Wasserwerfer, Reizgas, berittene Polizisten: Neonazis und Linksmilitante lieferten sich schwere Krawalle. Auch andernorts gab es Demos - allerdings weitgehend friedliche

Eskalation in Ulm: Krawalle zwischen rechten und linken Demonstranten sowie der Polizei

Eskalation in Ulm: Krawalle zwischen rechten und linken Demonstranten sowie der Polizei

Bei einem inzwischen beendeten NPD-Aufmarsch in Ulm ist die Gewalt zwischen rund 1000 Neonazis und mehreren tausend Gegendemonstranten eskaliert. Kaum hatten die gut 1000 rechten Anhänger mit ihrem Demonstrationszug begonnen, da flogen die ersten Steine und Flaschen aus den Reihen der Gegendemonstranten. Rund um den Bahnhof brannten Mülltonnen, Autos wurden beschädigt. Die Straßen waren teilweise mit Scherben übersät.

Berittene Polizisten versuchte immer wieder, die Menschenmenge auseinander zu treiben. Wasserwerfer wurden in Stellung gebracht. Die Beamten setzen nach eigenen Angaben auch Reizgas gegen gewalttätige Gruppen ein. Trotzdem hatte die Polizei alle Hände voll damit zu tun, den Überblick in der Innenstadt nicht zu verlieren. Mehrere Polizisten und zahlreiche andere Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Pressefotograf, 22 Demonstranten wurden festgenommen.

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Nun geht die Polizei davon aus, dass zahlreiche Anhänger der rechtsextremen NPD ins bayerische Neu-Ulm auf der gegenüberliegenden Donau-Seite ziehen. Auch dort ist ein Aufmarsch angemeldet. "Die massiven Proteste könnten sich jetzt verlagern".

In der Bevölkerung herrscht unterdessen großes Unverständnis darüber, dass sich die Rechtsextremen überhaupt versammeln durften. "Ich kann nicht verstehen, dass man eine NPD-Demonstration überhaupt noch zulässt", sagte eine Augenzeugin und sprach damit für viele Ulmer. Die Stadt hatte den NPD-Aufmarsch eigentlich verboten, jedoch in zweiter Instanz vor Gericht verloren. Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim kippte das Verbot und verwies dabei auf die Versammlungsfreiheit.

Ganz anders hatten dagegen ihre Richterkollegen in Karlsruhe entschieden. In letzter Minute hatte das Bundesverfassungsgericht eine Veranstaltung rechtsextremer Kameradschaften in Hannover in letzter Minute endgültig verboten. Es würde sonst eine Gefahr für Menschen und Gegenstände bestehen, hieß es. In der niedersächsischen Landeshauptstadt kamen daraufhin mindestens 12.000 Menschen zu einer friedlichen Kundgebung gegen Rechtsextremismus zusammen. An dem Sternmarsch nahm unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff teil.

So ruhig blieb es allerdings nicht bei allen Demonstrationen gegen Neonazi-Aufmärsche zum "Tag der Arbeit". In Berlin wurden am Rand einer Kundgebung vor der NPD-Zentrale Pflastersteine auf ein Haus geworfen, wo ein Bewohner auf dem Balkon den Hitlergruß gezeigt hatte. Im Stadtteil Köpenick demonstrierten rund 1500 Menschen gegen Rechts. Etwa 100 Gegendemonstranten besetzten kurzzeitig den Bahnsteig am dortigen S-Bahnhof. Der Zugverkehr musste zunächst gestoppt werden. Die Polizei löste die Blockade nach kurzer Zeit auf, es gab mehrere Festnahmen.

Ausschreitungen gab es auch in Dortmund, die Polizei nahm dort etwa 200 Rechtsradikale vorläufig fest. Aus einer Gruppe von teilweise vermummten Demonstranten der rechten Szene seien Knallkörper und Steine geworfen worden, berichtete die Polizei. Die Beamten seien sofort eingeschritten und hätten zwei größere Gruppen eingeschlossen. Zur Personalien-Feststellung sollten alle Rechtsradikalen abtransportiert werden.

In Mainz nahm die Polizei rund 50 Demonstranten aus dem linken Spektrum fest, die am Rande einer Protestveranstaltung gegen einen Neonazi-Aufmarsch unter anderem Steine geworfen und Rauchbomben gezündet hatten. Mehrere tausend Menschen hatten dort am Maifeiertag einen Aufmarsch der rechtsextremen "Initiative Süd West" behindert. Nach Angaben der Polizei verzichteten die 100 Neonazis angesichts von mehr als 2500 Gegendemonstranten auf einen Aufmarsch in der Innenstadt.

 
Leser-Kommentare
    • Rellem
    • 01.05.2009 um 17:37 Uhr

    Hallo
    Zitat aus dem Artikel
    *Kaum hatten die gut 1000 rechten Anhänger mit ihrem Demonstrationszug begonnen, da flogen die ersten Steine und Flaschen aus den Reihen der Gegendemonstranten.*
    Ende
    Das Problem waren also nicht die "Rechten", sondern ihre linken Gegenspieler, warum bringt dann die Überschrift des Artikels erst einmal (sinngemäß) rüber "Die Nazis wieder mal!!".?
    Ich würde mich freuen wenn man linke Randale auch als linke Randale bezeichnet und nicht einhalbseidene Tarn-Manöver anwendet um die linke Gewalt und Brutalität zu kaschieren.
    Gruss
    Rene

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    • manu26
    • 01.05.2009 um 18:04 Uhr

    linke Gewalt gegen Rechtsextreme ist moralisch absolut vertretbar.

    • manu26
    • 01.05.2009 um 18:04 Uhr

    linke Gewalt gegen Rechtsextreme ist moralisch absolut vertretbar.

  1. rm
    Nun haben wir ja zwei Beispiele wie man den 1. Mai feiern kann:
    läßt man Rechte demonstrieren, geht's richtig zur Sache, verbietet man sie wie in Hannover, geht's friedlich von dannen.
    Die Deutschen haben die rechte Gewalt schon einmal unterschätzt und mit dem totalen Untergang dafür bezahlt.
    Sind die Rechten erstmal an der Macht, gibt es kein Recht mehr. Sie machen nicht mal bei sich selber halt: der Röhm-Putsch(der keiner war) ist ein gutes Beispiel für einen Verbrecherstaat: die SA, die Hitler an die Macht brachte und ihm die Macht sicherte, indem alles, was andersdenkend war, brutal eingeschüchtert, gefoltert, gemordet, in KZs gesteckt wurde (z.B. die Mehrheit für sicher selber im Parlament erreichte er dadurch, daß er Kommunisten und Sozialdemokraten ins KZ steckte, als er zum Kanzler ernannt wurde, hatte er grade mal 37 % der Stimmen), - als also die SA ihm selber gefährlich zu werden drohte, ließ er unter Vorwand eines Putsches die leitenden Köpfe erschießen.
    Die Gefahr der Rechten ist deswegen so gefährlich, weil es eine Massenbewegung ist, die fanatisiert und minderste Gewalt frei setzt,
    Haß wird projeziert und abreagiert. Das verbindet.
    Die Deutschen sollten davon geheilt sein.

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    • Rellem
    • 01.05.2009 um 19:59 Uhr

    Hallo
    Ihnen ist ein Blick in das Geschichtsbuch dringend empfohlen, oder glauben Sie im ernst das es bei einer Regierung aus Linksextremisten anders läuft?
    Wie ordnen Sie den linken Terror Stalins ein, oder die Kommunisten PolPot und LengSari die Kambodscha mit brutalstem Terror überzogen, der so heftig war das Vietnam die Armee in Marsch setzten musste um diese Schlächter zu stoppen?
    Sind Ihnen die Unrechtssysteme des ehemaligen Ost-Blocks entgangen?
    Haben sie den Prager Frühling vergessen, der unter Panzerketten endete?
    Ist ihnen entgangen das die Demonstrationen am 17.Juni 1953 in der DDR von russischen Soldaten niedergeschlagen wurden?
    Bilden Sie sich tatsächlich ein das Linksfaschisten Menschenfreunde sind?
    Tut mir leid für Sie, prügelnder randalierender linker Mob gehört genauso von der Strasse entfernt wie ihre Glaubensbrüder vom rechten Rand.
    Ich habe vor den Nazis keine Angst, denn entgegen den Behauptungen sind die keine grosse Gefahr, denn sie erkennt man und grossen Rückhalt in der Bevölkerung haben sie auch nicht.
    Was mir Sorgen macht sind die Linksfaschisten, denn die werden gnadenlos verharmlost wie seinerzeit die Braunen, obwohl sie exakt die gleichen Methoden anwenden.
    Gruss
    Rene

    • Rellem
    • 01.05.2009 um 19:59 Uhr

    Hallo
    Ihnen ist ein Blick in das Geschichtsbuch dringend empfohlen, oder glauben Sie im ernst das es bei einer Regierung aus Linksextremisten anders läuft?
    Wie ordnen Sie den linken Terror Stalins ein, oder die Kommunisten PolPot und LengSari die Kambodscha mit brutalstem Terror überzogen, der so heftig war das Vietnam die Armee in Marsch setzten musste um diese Schlächter zu stoppen?
    Sind Ihnen die Unrechtssysteme des ehemaligen Ost-Blocks entgangen?
    Haben sie den Prager Frühling vergessen, der unter Panzerketten endete?
    Ist ihnen entgangen das die Demonstrationen am 17.Juni 1953 in der DDR von russischen Soldaten niedergeschlagen wurden?
    Bilden Sie sich tatsächlich ein das Linksfaschisten Menschenfreunde sind?
    Tut mir leid für Sie, prügelnder randalierender linker Mob gehört genauso von der Strasse entfernt wie ihre Glaubensbrüder vom rechten Rand.
    Ich habe vor den Nazis keine Angst, denn entgegen den Behauptungen sind die keine grosse Gefahr, denn sie erkennt man und grossen Rückhalt in der Bevölkerung haben sie auch nicht.
    Was mir Sorgen macht sind die Linksfaschisten, denn die werden gnadenlos verharmlost wie seinerzeit die Braunen, obwohl sie exakt die gleichen Methoden anwenden.
    Gruss
    Rene

    • SABATA
    • 01.05.2009 um 17:56 Uhr

    Wann wird dieses wiederliche NPD Volk endlich in die Wüste gejagt !Verboten !
    Alle die 1933 noch Erlebt haben können nur Warnen , währet den Anfängen .
    Damals hat es auch klein Angefangen , Plötzlich hatte die SA die Gewalt !

    • manu26
    • 01.05.2009 um 18:04 Uhr

    linke Gewalt gegen Rechtsextreme ist moralisch absolut vertretbar.

    Antwort auf "Falsche Überschrift"
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    Übersetzung:

    linke Gewalt gegen "Andersdenkende" ist moralisch absolut vertretbar.

    ist niemals moralisch vertretbar.

    Übersetzung:

    linke Gewalt gegen "Andersdenkende" ist moralisch absolut vertretbar.

    ist niemals moralisch vertretbar.

  2. 5. zu 2

    "Die Deutschen haben die rechte Gewalt schon einmal unterschätzt und mit dem totalen Untergang dafür bezahlt."
    Da stimme ich dir 100%tig zu, jedoch ziehe ich eine andere Schlussfolgerung daraus. Ich bin natuerlich auch total gegen jedliche Art von Rechtsextremismus, jedoch sehe ich in einem "nicht Verbot" der NPD die Chance, diese besser im Auge behalten zu koennen, bzw. besser gegen sie vorzugehen. In Frankreich, Belgien und Oesterreich hat man rechte Parteien frueh verboten, diese sind dann unter anderem Namen, vllt einen hauch "liberaler" wieder neu gegruendet worden und besitzten heute bis zu 20-25%. Eine Schande!
    Deutschland hingegen, laesst die ultra extremen existieren und sich selbst zerfleischen...(siehe NPD) bzw verbietet ja auch Jugendgruppierungen....Natuerlich darf man das rechtextreme Potential nicht kaschieren oder aus den Augen verlieren- das tun wir aber auch nicht (Verfassungsschutz, Aufklaerung etc.) jedoch sind die "super linken Radikalen" wie auch immer man die nennt - auch nicht viel besser.

    Der Satz "Die Gefahr der Rechten ist deswegen so gefährlich, weil es eine Massenbewegung ist, die fanatisiert und minderste Gewalt frei setzt,
    Haß wird projeziert und abreagiert. Das verbindet."
    ist leider mindestens genauso auf unsere "ultra Autonome" anzuwenden. Damit will ich nicht von den "Rechten" ablenken! Jedoch geht die massive Gewalt am 1 Mai immer mehr von den ultra linken Extremisten aus (Die u.a auch gegen die Verfassung sind- einige zumindest)

    Das scheint fuer viele heutige Jugendliche leider der vermeintlich legalere, legitimierte Weg, unter einem vermeindlichen Vorsatz- "gegen Rechts", zu sein- --> sich zu schlagen und den "Kick"- bzw. Gruppengefuehl oder wie du sagtest "das Verbindet".

    ich hatte leute in meiner Klasse, die sich immer auf den 1 Mai gefreut haben-
    um sich mit Rechten und Bullen zu schlagen.....- das ist richtig arm!

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    rm
    Auf einer Seite ist schon was dran, wenn man sagt, die verbieten wir nicht, dann wissen wir eher, was sie tun. Aber genauso haben damals die Parlamentarier gegenüber Hitler gehandelt: sie haben es nicht für möglich gehalten, was dann als Film "Machtergreifung" ablief. Sie haben ihn gelassen: man wird mit ihm schon fertig werden. Hindenburg war zunächst radikal gegen ihn und am Ende war er es, der ihn ernannt hat.
    Der Rechte ist ein Wolf im Schafspelz.
    Die linke Gewalt ist genauso abzulehnen: aber sie ist anders: die rechte ist organisiert und gelenkt.

    rm
    Auf einer Seite ist schon was dran, wenn man sagt, die verbieten wir nicht, dann wissen wir eher, was sie tun. Aber genauso haben damals die Parlamentarier gegenüber Hitler gehandelt: sie haben es nicht für möglich gehalten, was dann als Film "Machtergreifung" ablief. Sie haben ihn gelassen: man wird mit ihm schon fertig werden. Hindenburg war zunächst radikal gegen ihn und am Ende war er es, der ihn ernannt hat.
    Der Rechte ist ein Wolf im Schafspelz.
    Die linke Gewalt ist genauso abzulehnen: aber sie ist anders: die rechte ist organisiert und gelenkt.

  3. 6. zu 2

    [Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]

  4. Übersetzung:

    linke Gewalt gegen "Andersdenkende" ist moralisch absolut vertretbar.

    Antwort auf "linke Gewalt gegen"
  5. Kommentar 7 triffts gut!

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