Übernahmepläne Fiat und Magna buhlen um Opel
Neben Fiat verhandelt nun auch Magna über einen Einstieg. Von beiden liegen erste Offerten vor, beide wetteifern um staatliche Bürgschaften. Welcher Konzern passt besser?

© Ralph Orlowski/Getty Images
Blicken sorgenvoll in ihre Zukunft: Arbeiter im Opel-Werk in Eisenach
Die Zukunft von Opel nimmt Konturen an. Mit Fiat auf der einen und dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna auf der anderen Seite stehen zwei offenbar ernsthaft interessierte Investoren bereit, die die General-Motors-Tochter retten wollen. Scheichs aus Abu Dhabi sowie einige Finanzinvestoren und Beteiligungsfonds sollen ebenfalls Pläne für einen Einstieg haben. Eine Voraussetzung für die Bereitstellung von staatlichen Bürgschaften ist also gegeben. Die andere – ein tragfähiges Geschäftskonzept – steht noch aus. Fiat-Chef Sergio Marchionne präsentierte der Bundesregierung seine Pläne am Montag in Berlin. Für ihn ist ein Einstieg bei Opel eine "Hochzeit im Himmel".
Welche Rolle spielt der Staat im Fall Opel?
Die Wahl des Opel-Investors ist zu einem Politikum geworden. Weil Steuergeld im Spiel ist und der Wahlkampf ausgebrochen ist, gehen Union und SPD mit eigenen Favoriten in Stellung. Offiziell spielt man die Konfrontation herunter. Innerhalb der Bundesregierung sei ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, sagte Sprecher Ulrich Wilhelm.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der von Roland Berger beraten wird, favorisiert offenbar Fiat. Berger ist zugleich Mitglied im Fiat-Verwaltungsrat. Opel-Arbeitnehmervertreter sehen darin einen massiven Interessenkonflikt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wiederum wird zu den Befürwortern der Magna-Lösung gezählt. Steinmeier hält engen Kontakt zu einem bekannten Sozialdemokraten im Magna-Aufsichtsrat: dem früheren Bundeskanzler von Österreich, Franz Vranitzky. In einem 14-Punkte-Papier hat Steinmeier Kriterien für eine Opel-Lösung formuliert. Zentral: Das Konzept müsse tragfähig und solide sein, Synergien und zusätzliche Marktchancen bieten sowie Arbeitsplätze in Deutschland erhalten.
Die Bundesregierung ist auch deshalb am Verkaufsprozess beteiligt, weil alle möglichen Opel-Investoren Staatsbürgschaften brauchen, um ihren Einsatz abzusichern. Außerdem schreibt das Außenwirtschaftsgesetz bei großen ausländischen Investitionen in Deutschland eine staatliche Genehmigungspflicht vor.
Was spricht für Fiat?
Viele Experten sind sich darin einig, dass im globalen Autogeschäft der Zukunft eines zählt: Größe. Um die enormen Kosten für Einkauf, Entwicklung und Herstellung neuer Autos zu senken und die Präsenz auf unterschiedlichen Automärkten auszubauen, sind hohe Stückzahlen und eine breite Modellpalette notwendig. Fiat (Fiat, Alfa Romeo, Lancia) käme in einer Dreier-Allianz mit Chrysler und Opel der Jahresproduktion von 5,5 Millionen Fahrzeugen, die Fiat-Chef Marchionne für überlebensnotwendig hält, deutlich näher. Fiat wäre dann hinter Volkswagen die Nummer zwei in Europa.
Trotz hoher Schulden und zuletzt roter Zahlen müsste Fiat für Chrysler und Opel wenig oder gar kein Geld ausgeben. Die 20-Prozent-Beteiligung am US- Autobauer Chrysler erhalten die Italiener im Tausch gegen Produktionstechnik. Für Opel hat Fiat angeblich nur eine Milliarde Euro geboten – eine Kreditbürgschaft der Bundesregierung in Höhe von 3,3 Milliarden Euro käme hinzu.
- Datum 05.05.2009 - 17:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 7
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Welcher passt besser ?
Vieleicht der, der sich für die erste Zeit mit seinen Rendite und Profiterwartungen am meisten zurückhalten kann?
äh... ja... klingt schon ein bischen seltsam. Ist es aber gleich auch falsch?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
in der Frosch und Skorpion gemeinsam einen Fluß queren?
Das ist sytemisch.
in der Frosch und Skorpion gemeinsam einen Fluß queren?
Das ist sytemisch.
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Ne kenne ich nicht... aber ich denke mir da grad was gemeines. Gibt's vieleicht nen Link dazu?
...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
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So auf die Schnelle meint google: http://www.palverlag.de/G...
Danke...
ziemlich brutal in seiner Einfachheit... das darunter stehende erheitert aber wenigstens etwas das Gemüt und gibt Hoffnung...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Danke...
ziemlich brutal in seiner Einfachheit... das darunter stehende erheitert aber wenigstens etwas das Gemüt und gibt Hoffnung...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Hallo,
gegen FIAT spricht m.E., dass zwei Kranke keinen Gesunden ergeben: Es sollte mich nicht wundern, wenn Berlusconi die FIATs auf die deutsche Politik gehetzt hat, um der Regierung etwas Ärger zu machen und zugleich bei seinen italienischen Wählern einige Pünktchen zu sammeln, weil er sich ja sooo kümmert.
Und Magna: Ob die anderen Autokonzerne, an die Magna liefert, ihre jeweiligen Komponenten noch bei Magna fertigen lassen wenn die Möglichkeit zumindest theoretisch besteht, dass ihre Patente für Opel abgekupfert werden?
Opel ist eine verfahrene Kiste, finde ich. Vielleicht wäre es das beste, das Unternehmen sozialverträglich abzuwickeln: In den nächsten Jahren werden noch Ersatzteile gefertigt - und in den Jahren muss eben in der Region etwas Neues aufgebaut werden.
M. Flöger
Danke...
ziemlich brutal in seiner Einfachheit... das darunter stehende erheitert aber wenigstens etwas das Gemüt und gibt Hoffnung...
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Es ist nicht die schiere Grösse allein, sondern die weltweite Vernetzung in allen Wirtschaftsbereichen. Die haben wir im Kern schon, wir müssen sie nur global aufbauen und angemessen kommunizieren. Das dauert noch Jahrzehnte. Was zählt ist auch die Modellpolitik - dadurch hat Fiat die Gewinne erzielt um sich bei Opel zu beteiligen. Weil GM bei der Modellpolitik geschlafen hat ist Opel in der Krise.
Wir stehen vor dem Aufbau eines Netzes für das Elektroauto und die Nutzung der erneuerbaren Energien. Im Stadtverkehr ist das Elektroauto ideal. Ich sehe folgende Veränderungen:
- Balance zwischen Agrargesellschaft, Industriegesellschaft und Dienstleistungsgesellschaft mit der Folge von Vollbeschäftigung
- Verkürzung der generellen Arbeitszeit für alle Arbeitsfähigen auf 30 Stunden pro Woche bei Lohnausgleich
- Rente mit 60
- dadurch Wachstum der Freizeitindustrie, der kulturellen Institutionen und der Lebenszufriedenheit
- Solarzeitalter oder optimierter Energiemix
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