Machtkampf in Pakistan Taliban enthaupten zwei Regierungsvertreter

Pakistans Zugeständnisse an die Taliban bleiben wirkungslos: Die Aufständischen lehnen das neue Scharia-Berufungsgericht ab, wieder gab es Tote

Im umkämpften pakistanischen Swat-Tal haben Taliban-Rebellen zwei Regierungsvertreter geköpft. Die Enthauptungen seien die Rache für die Tötung von zwei Taliban-Kommandeuren, sagte ein Sprecher der Extremisten. Die Polizei in der Provinzhauptstadt Mingora bestätigte die Tat. Die beiden Regierungsvertreter seien entführt und am Samstagabend in dem 18 Kilometer nördlich von Mingora gelegenen Dorf Khuwaza Kheil geköpft worden. Ihre Körper seien anschließend von den Taliban an den Straßenrand geworfen und später von Rettungskräften geborgen worden, hieß es weiter.

Der Mord an den beiden Regierungsmitarbeitern ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Zugeständnisse der pakistanischen Regierung an die radikal-islamischen Taliban kaum Wirkung zeigen. Selbst das Scharia-Berufungsgericht, das die Provinzregierung auf Druck der Taliban einrichten will, lehnen die Islamisten ab. Ein Sprecher des radikalen Geistlichen Maulana Sufi Mohammed sagte zur Begründung, die Entscheidung sei nicht in Abstimmung mit den Aufständischen getroffen worden. Nach pakistanischen Medienberichten sind sie mit der Nominierung der Richter durch die Behörden nicht einverstanden.

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Ein Regierungsvertreter hatte die Taliban zuvor dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Für Gewaltanwendung gebe es keine Rechtfertigung mehr, da mit der Einsetzung des von Geistlichen geführten Berufungsgerichts eine der Hauptforderungen der Aufständischen erfüllt worden sei, sagte Informationsminister Mian Iftikhar Hussain. Das Gericht könne Urteile, die von örtlichen Scharia-Richtern gesprochen wurden, im Falle eines Widerspruchs bestätigen oder aufheben.

Die Taliban und die Regierung hatten Mitte Februar unter Vermittlung von Maulana Mohammed ein Friedensabkommen geschlossen, demzufolge im Swat-Tal das islamische Rechtssystem, die Scharia, eingeführt wird. Präsident Asif Ali Zardari hatte dem Abkommen zwei Monate später trotz massiver internationaler Kritik zugestimmt. Im Gegenzug sollten die Taliban ihre Gewalt einstellen.

Die Aufständischen dehnten jedoch ihren Einflussbereich auf die Nachbardistrikte Buner und Dir aus, wo sie sich seit einer Woche heftige Gefechte mit Regierungstruppen liefern. In der nur etwa 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Islamabad gelegenen Region kamen nach offiziellen Angaben bislang etwa 250 Aufständische und mindestens 13 Regierungssoldaten ums Leben. Tausende Zivilisten sind auf der Flucht. Auch in den halbautonomen Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan gab es erneut Kämpfe. Nach Militärangaben wurden bei einem Taliban-Überfall auf einen Militärposten in der Region Mohmand zwei Soldaten und 16 Aufständische getötet.

Mitte kommender Woche treffen sich Zardari und sein afghanischer Kollege Hamid Karsai mit US-Präsident Barack Obama, um über die Zerstörung der Rückzugsgebiete von al-Qaida und Taliban im Grenzgebiet beider Länder zu beraten.

 
Leser-Kommentare
  1. ...sämtlicher US-Streitkräfte in der Region, vertritt nach einem Bericht des renommierten Telegraph vom 1.Mai 2009 die Meinung, die Taliban könnten innerhalb von 2 Wochen die Macht in Pakistan übernehmen.

    Nach seiner Auffassung sind die Bekundungen der derzeitigen Regierung Pakistans ohnehin nur Lippenbekenntnise, denen man nicht unbedingt Glauben schenken sollte.

    Es ist ganz offensichtlich so, dass das Ok der pakistanischen Regierung, den Taliban die "Oberhoheit" über einen bestimmten Teil des Landes zuzugestehen, ein taktischer Fehler war, der sich aus Sicht der USA zu einem strategischen auswachsen kann.

    Hinzu kommt, dass innerhalb der pakistanischen Machtgebilde Fraktionen existieren, die mit den Talib gemeinsame Sache machen. An erster Stelle ist hier der pakistanische "CIA", die "INI"zu nennen, die dabei eine verhängisvolle Rolle zu spielen scheint.

    Wäre Pakistan ein "normaler Staat" wären diese Vorgänge zwar ärgerlich, aber etwas, das man in dieser Weltregion eigentlich ohnehin erwartet.

    Nur...verfügt dieses Land über eine Reihe einstzbereiter Atomsprengköpfe einschl. der dazugehörigen Trägerwaffen.

    Die Gefahr, dass aus dieser Situation die ersten "islamischen Atombomben" resultieren könnten, also Atomwaffen, die in den Händen fanatischer Gotteskrieger auf ihren Einsatz warten, ist beängstigend.

    Zwar wird von US-Kreisen immer wieder verlautbart, dies könne man zuverlässig verhindern, aber, ob dies mehr ist als das Pfeifen im dunklen Wald, ist von hier aus schwer zu beurteilen.

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    ...die korrekte Bezeichnung des pakistansichen Geheimdinstes ist
    ISI = Inter Services Intelligence.

    ...die korrekte Bezeichnung des pakistansichen Geheimdinstes ist
    ISI = Inter Services Intelligence.

  2. ...die korrekte Bezeichnung des pakistansichen Geheimdinstes ist
    ISI = Inter Services Intelligence.

    • maddus
    • 03.05.2009 um 18:22 Uhr

    Ich frage mich, wie Berufungsgerichte und der Absolutheitsanspruch dieser mittelalterlichen Religionsauslegung zusammenpassen sollen.
    Das die pakistanische Regierung ihre Macht über einen Teil des Landes an die Taliban abgegeben hat war und ist ein kaum nachvollziehbarer Fehler.

  3. Die Ausführungen der Rechtssprechung sind doch ein wenig gewöhnungsbedürftig!

    Ist die Enthauptung von Verbrechern ein Afghanischer Brauch oder wurde das importiert von der Religion des Mittelalters?
    Waere dankbar wenn jemand antworten dazu haette!

    Ein Sprecher des radikalen Geistlichen Maulana Sufi Mohammed sagte zur Begründung, die Entscheidung sei nicht in Abstimmung mit den Aufständischen getroffen worden. Nach pakistanischen Medienberichten sind sie mit der Nominierung der Richter durch die Behörden nicht einverstanden.

    Ach, sie sind mit der Nominierung des Richters nicht einverstanden!
    Ja, das kommt vor, wenn man nicht alle köpft, welche die gleichen Auffassungen teilen!

    Ein Regierungsvertreter hatte die Taliban zuvor dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen. Für Gewaltanwendung gebe es keine Rechtfertigung mehr, da mit der Einsetzung des von Geistlichen geführten Berufungsgerichts eine der Hauptforderungen der Aufständischen erfüllt worden sei, sagte Informationsminister Mian Iftikhar Hussain. Das Gericht könne Urteile, die von örtlichen Scharia-Richtern gesprochen wurden, im Falle eines Widerspruchs bestätigen oder aufheben.

    Diese Beschlichtigung wird höchstwahrscheinlich nur den Taliban ein weiteres Signal sein das sie mit weiteren Forderungen kommen können!

    Dies wird dann solange weitergehen bis jeder einzelne entweder zu jung oder tod ist um den Unterschied zu dieser totalitaeren Stammesdiktatur und dem ehem. pakistanischen Staatswesen zu unterscheiden!

    Bravo. Der Gottesstaat der friedlich ist und die Grenzen seiner Nachbarn respektiert ist geboren!

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    Wenn Sie konstruktive Ideen haben, wie sich die Lage in jener Region verändern lässt, dann immer raus damit.

    Wenn nicht (und davon gehe ich mal aus) dann nörgeln Sie doch bitte nicht rum. Helfen tut es zumindest niemandem.

    Wenn Sie konstruktive Ideen haben, wie sich die Lage in jener Region verändern lässt, dann immer raus damit.

    Wenn nicht (und davon gehe ich mal aus) dann nörgeln Sie doch bitte nicht rum. Helfen tut es zumindest niemandem.

  4. 5. Nun...

    Wenn Sie konstruktive Ideen haben, wie sich die Lage in jener Region verändern lässt, dann immer raus damit.

    Wenn nicht (und davon gehe ich mal aus) dann nörgeln Sie doch bitte nicht rum. Helfen tut es zumindest niemandem.

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    Nun man koennte doch zuerst versuchen diese Taliban zu bekaempfen!

    Natuerlich die Situation ist nicht so transparent, wer wo wie Taliban ist!

    Deswegen muss neben diesem Handeln , das weitaus schwierigere Zivilisationsbild durch Schulen und besonders durch staatliche Stellen propagiert werden!

    Es muss jedem Schüler, das scheint ja schon eine Hürde zu sein eine allgemeine Schulpflicht aufzubauen, indoktriniert werden, was falsch bzw. totalitaer diktatorisch ist und was nicht!

    Den Anfang muss man bei den Polizei- Beamten- sowie Armeeangehoerigen versuchen!
    Es muss ganz einfach aufgezeigt werden wohin Gesellschaften driften durch Korruption, Gewalt, Taliban etc. und wohin man gehen kann wenn man dagegen arbeitet!

    Doch in einem Land mit einer sehr hohen Analphabeterate ist dies natuerlich Zukunftsmusik! Vielleicht waere es doch das Beste erstmal zu sehen das auslaendisches Militaer die thermonuklearen Waffen unter Kontrolle bringt!!

    Nun man koennte doch zuerst versuchen diese Taliban zu bekaempfen!

    Natuerlich die Situation ist nicht so transparent, wer wo wie Taliban ist!

    Deswegen muss neben diesem Handeln , das weitaus schwierigere Zivilisationsbild durch Schulen und besonders durch staatliche Stellen propagiert werden!

    Es muss jedem Schüler, das scheint ja schon eine Hürde zu sein eine allgemeine Schulpflicht aufzubauen, indoktriniert werden, was falsch bzw. totalitaer diktatorisch ist und was nicht!

    Den Anfang muss man bei den Polizei- Beamten- sowie Armeeangehoerigen versuchen!
    Es muss ganz einfach aufgezeigt werden wohin Gesellschaften driften durch Korruption, Gewalt, Taliban etc. und wohin man gehen kann wenn man dagegen arbeitet!

    Doch in einem Land mit einer sehr hohen Analphabeterate ist dies natuerlich Zukunftsmusik! Vielleicht waere es doch das Beste erstmal zu sehen das auslaendisches Militaer die thermonuklearen Waffen unter Kontrolle bringt!!

  5. Nun man koennte doch zuerst versuchen diese Taliban zu bekaempfen!

    Natuerlich die Situation ist nicht so transparent, wer wo wie Taliban ist!

    Deswegen muss neben diesem Handeln , das weitaus schwierigere Zivilisationsbild durch Schulen und besonders durch staatliche Stellen propagiert werden!

    Es muss jedem Schüler, das scheint ja schon eine Hürde zu sein eine allgemeine Schulpflicht aufzubauen, indoktriniert werden, was falsch bzw. totalitaer diktatorisch ist und was nicht!

    Den Anfang muss man bei den Polizei- Beamten- sowie Armeeangehoerigen versuchen!
    Es muss ganz einfach aufgezeigt werden wohin Gesellschaften driften durch Korruption, Gewalt, Taliban etc. und wohin man gehen kann wenn man dagegen arbeitet!

    Doch in einem Land mit einer sehr hohen Analphabeterate ist dies natuerlich Zukunftsmusik! Vielleicht waere es doch das Beste erstmal zu sehen das auslaendisches Militaer die thermonuklearen Waffen unter Kontrolle bringt!!

    Antwort auf "Nun..."
  6. die meinen, mit fanatischen Djihadisten eine Appeasementpolitik betreiben zu können. Offenbar macht sich niemand von denen die Mühe nachzulesen, welche Konsequenzen eine radikal fundamentalistische Auslegung der islamischen Scharia für alle Nachbarstaaten und alle Nichtmuslime hat, denen diese Fanatiker auf die Pelle rücken können.
    Eigentlich müssten in den USA die Köpfe derjenigen rollen, die seinerzeit mit grenzenloser Arroganz, Überheblichkeit und Dummheit die Taliban und al Kaida bewaffnet und in Stellung gebracht haben, um den Russen in Afghanistan zu schaden – einer, aber bei weitem nicht der einzige schwere Fehler amerikanischer Außenpolitik mit schlimmsten Konsequenzen für die ganze Welt.

  7. sehr die Finger an seinen Haenden zu zaehlen wenn er denen wieder die Hand reichen will.

    In der Nachkriegszeit sind so viele Fehler gemacht worden im Nahen Osten dass es Ozeane benoetigen wird um die Feuer die dort toben alle zu loeschen.

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