Mission Atalanta "Militärische Mittel lösen das Piraten-Problem nicht"Seite 2/2

ZEIT ONLINE: Es gibt Gerüchte, dass sich Islamisten und Piraten verbündet haben. Welche Erkenntnisse haben Sie dazu?

Stricker: Bei diesem Punkt müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu viel hineininterpretieren in die Aussage eines Islamistenführers, der die Piraterie vor der somalischen Küste gutgeheißen hat. 2006 hatten wir noch eine ganz andere Lage, da sind die islamischen Gerichtshöfe gegen Piraten vorgegangen und haben einige abgeurteilt. Von einer Verbrüderung der Terroristen mit den Piraten zu sprechen, halte ich für sehr gewagt.

ZEIT ONLINE: Vor Kurzem wurde ein Versorgungsschiff der Marine von Piraten angegriffen. Wie hoch ist das Risiko für deutsche Soldaten, Opfer der Seeräuber zu werden?

Stricker: Eine Gefahr für deutsche Soldaten ist nie auszuschließen. Wir gehen schließlich gegen Piraten vor, die schwer bewaffnet sind. Die Seeräuber sind aber nicht so tollkühn, dass sie Kriegsschiffe angreifen.

ZEIT ONLINE: Von der Marine festgesetzte Piraten werden von der Bundeswehr an die kenianische Justiz übergeben. In Deutschland halten dies viele Juristen für bedenklich. Ist es für die Soldaten nicht unbefriedigend, wenn die Piraten abgeschoben und nicht in Deutschland verurteilt werden?

Stricker: Das Gefühl ist bei den Soldaten nicht vorhanden. Die Piraten werden außerdem nicht einfach abgeschoben. Es gibt ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und Kenia zur Strafverfolgung der Piraten. Der erste Prozess hat begonnen, und die Weltöffentlichkeit kann überwachen, ob das Verfahren unseren Standards entspricht.

ZEIT ONLINE: Kenianische Staatsanwälte haben sich beschwert, dass die Bundeswehr-Soldaten die Waffen der Piraten ins Meer geworfen und so Beweismittel vernichtet haben. Wie kam es dazu?

Stricker: Die Waffen sind von den Soldaten fotografiert und vermessen worden, bevor sie versenkt wurden. Die Waffen, welche die Piraten verwenden, sind sehr alt und sehr unsicher. Da waren Panzerfäuste dabei, deren Munition 30 Jahre über der maximalen Lagerdauer lag. Die Geschosse hätten für die Besatzung eine ernste Gefahr dargestellt, wenn wir sie an Bord gelagert hätten.

ZEIT ONLINE: Die Marine bekommt immer mehr Einsätze von der Politik zugewiesen. Vor Beirut sind Schiffe aktiv, am Horn von Afrika laufen zwei unterschiedliche Missionen gleichzeitig. Wie viele Einsätze kann die Marine noch schultern?

Stricker: Irgendwann geht es nicht mehr, dass wir immer weitere Einsätze obendrauf bekommen. Sollte es eine weitere Situation irgendwo auf der Welt geben, die ein Eingreifen nötig macht, müssen andere Missionen beendet werden.

Die Fragen stellte Hauke Friederichs.

Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker ist seit zwei Jahren Befehlshaber der deutschen Flotte. 1968 trat er in die Bundeswehr ein.

 
Leser-Kommentare
  1. Um der Piraterie beizukommen, sollten Schiffe, die diese Regionen befahren, einfach mit Bewaffnung ausgestatt werden (Maschinenpistolen mit ausreichend Munition, ggf. 1-2 Panzerfäuste), so dass diese in der Lage wären, sich - selbstredend nach mehrfachen Warnungen gegenüber den Piraten - zu wehren.

    Auf der anderen Seite sind die Piraten natürlich wirtschaftlich auch nicht in der besten Situation - ihre Lage kann man wohl nur verbessern, in dem man die diktatorischen Regime in ihren Heimatländern absetzt und so den Menschen vor Ort hilft.
    Aber daran hat ja die westliche Gemeinschaft kein Interesse...

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    Abd El Latif

    Piraten gibt es schon immer und überall. Auf dem Land sind es Räuber. Warum regt man sich so auf? Weil ein verlorenes Schiff ein richtig großer Verlust bedeutet.
    Wie bekämpft man Piraten, die mit 2, Weltkiegswaffen ausgerüstet sind?
    Indem man sie mit Wattebäuschchen erschreckt und mit Glacee Handschuhen anfasst.
    Weit besser ist ein Ausguck und eine leichte Maschinenkanone, damit beendet man jeden Angiff bis 500 Meter locker. Dann noch Konvoi fahren und mit Scheinwerfern die Nacht erhellen. Ausgebildete Söldner gibt es in Massen. Diese Söldner nimmt man wie einen Lotsen vom fahrenden Schiff auf und entlässt sie wieder vom fahrenden Schiff. Gebraucht werden diese Söldner nur in den gefährdeten Gebieten. Die Waffen sind auf dem Schiff, bedient werden sie von den Söldnern. Diese werden dann teilweise von den niedrigeren Versicherungsprämien finanziert.
    Ach ja, schwimmende Piraten nach Bootsversenkung werden nicht aufgenommen. Was wir hier sehen ist nach Clausewitz Krieg, genauer Partisanenkrieg. Partisanen werden normalerweise an die Wand gestellt und sofort erschossen, wie jeder Zivilist, der mit der Waffe in der Hand gegen Militär kämpft.
    Warum wird diese Billiglösung nicht umgesetzt? Esist die Angst der Politiker vor uns Gutmenschen, die schon zu schreien anfangen, wenn ein Hund einen Maulkorb tragen soll.
    Wie einfach ein Jahrhnderte langes Piratenproblem im Mittelmeer gelöst wurde, haben uns die US Amerikaner demonstriert. Eine Schiffsbesatzung ging an Land und hat den Emir in Marokko kassiert. Die Amis haben sich übrigens einen Scheiß um die europäischen sich selbst und gegenseitig blockierenden Politiker gekümmert.
    Ich halte es auch für sicherheitspolitisch wichtig diesen WarLords zu zeigen, dass sie lediglich kleine Würmchen sind. Eine Bombardierung der Häuser dieser "Lords" bewirkt Wunder. Dise Typen verstehen eines sehr genau - direkte gegen sie eingesetzte Gewalt.

    Abd El Latif

    Piraten gibt es schon immer und überall. Auf dem Land sind es Räuber. Warum regt man sich so auf? Weil ein verlorenes Schiff ein richtig großer Verlust bedeutet.
    Wie bekämpft man Piraten, die mit 2, Weltkiegswaffen ausgerüstet sind?
    Indem man sie mit Wattebäuschchen erschreckt und mit Glacee Handschuhen anfasst.
    Weit besser ist ein Ausguck und eine leichte Maschinenkanone, damit beendet man jeden Angiff bis 500 Meter locker. Dann noch Konvoi fahren und mit Scheinwerfern die Nacht erhellen. Ausgebildete Söldner gibt es in Massen. Diese Söldner nimmt man wie einen Lotsen vom fahrenden Schiff auf und entlässt sie wieder vom fahrenden Schiff. Gebraucht werden diese Söldner nur in den gefährdeten Gebieten. Die Waffen sind auf dem Schiff, bedient werden sie von den Söldnern. Diese werden dann teilweise von den niedrigeren Versicherungsprämien finanziert.
    Ach ja, schwimmende Piraten nach Bootsversenkung werden nicht aufgenommen. Was wir hier sehen ist nach Clausewitz Krieg, genauer Partisanenkrieg. Partisanen werden normalerweise an die Wand gestellt und sofort erschossen, wie jeder Zivilist, der mit der Waffe in der Hand gegen Militär kämpft.
    Warum wird diese Billiglösung nicht umgesetzt? Esist die Angst der Politiker vor uns Gutmenschen, die schon zu schreien anfangen, wenn ein Hund einen Maulkorb tragen soll.
    Wie einfach ein Jahrhnderte langes Piratenproblem im Mittelmeer gelöst wurde, haben uns die US Amerikaner demonstriert. Eine Schiffsbesatzung ging an Land und hat den Emir in Marokko kassiert. Die Amis haben sich übrigens einen Scheiß um die europäischen sich selbst und gegenseitig blockierenden Politiker gekümmert.
    Ich halte es auch für sicherheitspolitisch wichtig diesen WarLords zu zeigen, dass sie lediglich kleine Würmchen sind. Eine Bombardierung der Häuser dieser "Lords" bewirkt Wunder. Dise Typen verstehen eines sehr genau - direkte gegen sie eingesetzte Gewalt.

  2. Die Deutschen Schönwetter Soldaten die auf einer urlaubsreise sind sollte man abziehen und durch echte Soldaten aus anderen Nationen ersetzen. Deutschland blamiert sich nur.

  3. Wie soll man sich denn eine Bewaffnung der Schiffe vorstellen? Wollen Sie wirklich den Matrosen MPis und Panzerfäuste in die Hände geben, damit sie, unausgebildet wie sie sind, ein wenig in der Gegend herumballern dürfen - mit dem Risiko, daß sie nicht wie heute gegen Lösegeld freikommen, sondern ihr Leben riskieren - und wofür? Für das Geld ihres Reeders?
    Nebenbei bemerkt begann das Chaos in Somalia mit der Absetzung des Diktators Siad Barre!
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    Alle reden von künstlicher Intelligenz - und wir kämpfen täglich gegen natürliche Dummheit.

  4. Abd El Latif

    Piraten gibt es schon immer und überall. Auf dem Land sind es Räuber. Warum regt man sich so auf? Weil ein verlorenes Schiff ein richtig großer Verlust bedeutet.
    Wie bekämpft man Piraten, die mit 2, Weltkiegswaffen ausgerüstet sind?
    Indem man sie mit Wattebäuschchen erschreckt und mit Glacee Handschuhen anfasst.
    Weit besser ist ein Ausguck und eine leichte Maschinenkanone, damit beendet man jeden Angiff bis 500 Meter locker. Dann noch Konvoi fahren und mit Scheinwerfern die Nacht erhellen. Ausgebildete Söldner gibt es in Massen. Diese Söldner nimmt man wie einen Lotsen vom fahrenden Schiff auf und entlässt sie wieder vom fahrenden Schiff. Gebraucht werden diese Söldner nur in den gefährdeten Gebieten. Die Waffen sind auf dem Schiff, bedient werden sie von den Söldnern. Diese werden dann teilweise von den niedrigeren Versicherungsprämien finanziert.
    Ach ja, schwimmende Piraten nach Bootsversenkung werden nicht aufgenommen. Was wir hier sehen ist nach Clausewitz Krieg, genauer Partisanenkrieg. Partisanen werden normalerweise an die Wand gestellt und sofort erschossen, wie jeder Zivilist, der mit der Waffe in der Hand gegen Militär kämpft.
    Warum wird diese Billiglösung nicht umgesetzt? Esist die Angst der Politiker vor uns Gutmenschen, die schon zu schreien anfangen, wenn ein Hund einen Maulkorb tragen soll.
    Wie einfach ein Jahrhnderte langes Piratenproblem im Mittelmeer gelöst wurde, haben uns die US Amerikaner demonstriert. Eine Schiffsbesatzung ging an Land und hat den Emir in Marokko kassiert. Die Amis haben sich übrigens einen Scheiß um die europäischen sich selbst und gegenseitig blockierenden Politiker gekümmert.
    Ich halte es auch für sicherheitspolitisch wichtig diesen WarLords zu zeigen, dass sie lediglich kleine Würmchen sind. Eine Bombardierung der Häuser dieser "Lords" bewirkt Wunder. Dise Typen verstehen eines sehr genau - direkte gegen sie eingesetzte Gewalt.

    Antwort auf "Schiffe bewaffnen?"
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    Eine wahrhaft ethisch unbedenkliche und äußerst zur nachhaltigen Beseitigung der dortigen Grundübel geeignete Ansicht. Naja, kostengünstiger als den Bewohnern der piratenemittierenden Gebiete eine sinnvolle Perspektive zu geben ist sie sicher :-)

    Eine wahrhaft ethisch unbedenkliche und äußerst zur nachhaltigen Beseitigung der dortigen Grundübel geeignete Ansicht. Naja, kostengünstiger als den Bewohnern der piratenemittierenden Gebiete eine sinnvolle Perspektive zu geben ist sie sicher :-)

  5. Eine wahrhaft ethisch unbedenkliche und äußerst zur nachhaltigen Beseitigung der dortigen Grundübel geeignete Ansicht. Naja, kostengünstiger als den Bewohnern der piratenemittierenden Gebiete eine sinnvolle Perspektive zu geben ist sie sicher :-)

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