Schweinegrippe Zweite Influenza-Tote in den USA
Eine Frau aus Texas ist an den Folgen der H1N1-Influenza gestorben. Sie war chronisch krank und daher besonders anfällig für das Virus. In Mexiko stieg die Zahl der Toten

© Tom Pennington/Getty Images
Kampf gegen die Schweinegrippe: In einer Schule in Texas werden Spinde desinfiziert
In den USA ist ein zweiter Todesfall wegen der sogenannten Schweinegrippe gemeldet worden. Es handle sich um eine gut 30 Jahre alte Frau in Texas, die unter chronischen Gesundheitsproblemen gelitten habe, teilten die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates mit. Die Frau habe in der Nähe der mexikanischen Grenze gelebt und sei bereits vergangene Woche gestorben.
Sie ist die zweite Tote infolge der neuen Influenza in Texas. Ende April war ein an dem Virus erkranktes Kind aus Mexiko von seinen Eltern zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Houston gebracht worden und dort gestorben.
Neben Mexiko sind die USA das einzige Land, das bislang Todesfälle registriert hat. Auch die Zahl der Infizierten ist angestiegen. Die Gesundheitsbehörde CDC sprach von 403 bestätigten Fällen in 36 Bundesstaaten. Bislang hatte die Behörde lediglich 286 Fälle gemeldet. Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius rechnet mit größeren Fallzahlen und weiteren Todesfällen: "Die Zahlen werden steigen und unglücklicherweise wird es auch weitere Tote geben." Allerdings verlaufe die Krankheit in den allermeisten Fällen weitaus milder als zuvor befürchtet.
Ganz anders in Mexiko: Dort stieg die Zahl der Todesopfer am Dienstag von 26 auf 29. Nach Angaben von Gesundheitsminister José Ángel Córdova haben sich inzwischen 942 Menschen mit dem Virus angesteckt.
Dennoch flaut nach Ansicht der mexikanischen Behörden die Gefahr bereits wieder ab. Sie ordneten die schrittweise Öffnung der Schulen an. Auch dürfen von diesem Mittwoch an die Restaurants unter Auflagen wieder zum normalen Betrieb zurückkehren. Präsident Felipe Calderón teilte mit, zunächst sollten von diesem Donnerstag an Oberstufenklassen und Universitäten den Betrieb wieder aufnehmen. Grundschulen und Mittelstufen sowie Kindergärten sollen am kommenden Montag wieder geöffnet werden. Restaurants sind verpflichtet, ihre Tische nur zur Hälfte auszulasten, Theater und Konzertsäle bleiben allerdings zunächst geschlossen.
In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) den neunten Grippefall bestätigt. Es handele sich um einen 48-jährige Mann aus dem Harzkreis in Sachsen-Anhalt, der ebenfalls von einer Reise nach Mexiko zurückgekehrt sei, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Der Verlauf der Krankheit sei bei dem Patienten jedoch so leicht, dass er gar nicht erst ins Krankenhaus müsse, sondern zu Hause isoliert werde. Darüber hinaus würden zurzeit sechs weitere Verdachtsfälle geprüft.
- Datum 06.05.2009 - 09:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








...hat die internationale Presse da abgeliefert.
Wie erwartet ist der Sensationshype jetzt vorbei, wie von Anfang an absehbar ist nichts passiert.....und jetzt warten wir auf die nächste Sau die sich durchs Dorf treiben lässt
Für mich hat sich die Presse mit dieser "Schweinegrippeshow" endgültig bloßgestellt.
Nicht eine Redaktion in Deutschland war fähig sich der Dynamik zu entziehen und seriös zu berichten.
Falls eines Tages einmal etwas wirklich bedrohliches passieren sollte kann man sich ausmalen welches Chaos ausbrechen würde.
Ich vermisse die dringend notwendige Selbstkritik in den Redaktionen, keiner in Sicht der das Thema des völligen Versagens in den letzten zwei Wochen aufgreift!!!
So muss ich leider auch mein Bild der geliebten "Zeit" revidieren und erkennen dass auch auf sie in der Krise kein Verlass ist
Die Schweiengrippe war die erste gute Gelegenheit von den wirklich wichtigen Themen (Finanzkrise, Irakkrieg, usw.) abzulenken. Sie glauben doch nicht ernsthaft, das sich das die Regierungen entgehen lassen.
Das bestätigt nur das was ich bei der Berichterstattung im ersten und zweiten Golfkrieg schon festgestellt habe. Mit der Pressefreiheit ist es im Westen nicht weit her. Da mögen die Reporter noch so kritische Artikel schreiben. Was gedruckt bzw. veröffentlicht wird enscheidet der Chefredakteur und der bekommt seine Weisungen von oben.
wenn sie das nicht getan hätte, dann wären die Kontrollen an deutschen Flughäfen wohl so lasch geblieben wie am Anfang. Da sind offensichtlich einige verschlafene Politiker aufgeschreckt und haben Dampf gemacht.
Man blicke zurück, am Beginn der Berichterstattung waren an den deutschen Flughäfen keine Kontrollen für Mexikoeinreisende vorhanden. Obwohl in Asien schon scharfe Kontrollen eingeführt waren. Das ist der eigentliche Skandal! Das sich die Mexikogrippe als nicht so gefährlich erweisen würde war zu dem Zeitpunkt noch nicht klar. Wir haben somit lediglich fürs Erste Glück gehabt.
Ich möchte mich für die ausführliche Influenza-Berichterstattung in den deutschen Tageszeitungen, unter anderem hier in der ZEIT, ausdrücklich bedanken und stimme dem Kommentar von DF zu: Ohne eine gewisse Portion Panik in den Medien hätte es wohl noch länger gedauert, bis etwas an den Flughäfen passiert wäre. Ich bin vor 12 Tagen von Mexiko-Stadt nach Madrid geflogen und wurde am Flughafen nicht einmal auf Grippe-Symptome hin überprüft.
Seit vorgestern bin ich aus arbeitstechnischen Gründen wieder in Mexiko-Stadt und muß sagen: Hut ab vor den meisten chilangos, viele tragen Masken (meine Chirurgenmaske ist meergrün!), haben aber trotzdem ihren Sinn für Humor nicht verloren.
Mir hat die deutsche Berichterstattung in diesem Fall tatsächlich geholfen, mit der Krise umzugehen, weil ich so einen weiteren Vergleichsmaßstab hatte, um die Stellungnahmen hier in Mexiko einordnen und (so gut es eben geht) auch überprüfen zu können.
ALSO: Hört bitte nicht auf, über die Situation aus Mexiko und den USA zu berichten!
Ich möchte mich für die ausführliche Influenza-Berichterstattung in den deutschen Tageszeitungen, unter anderem hier in der ZEIT, ausdrücklich bedanken und stimme dem Kommentar von DF zu: Ohne eine gewisse Portion Panik in den Medien hätte es wohl noch länger gedauert, bis etwas an den Flughäfen passiert wäre. Ich bin vor 12 Tagen von Mexiko-Stadt nach Madrid geflogen und wurde am Flughafen nicht einmal auf Grippe-Symptome hin überprüft.
Seit vorgestern bin ich aus arbeitstechnischen Gründen wieder in Mexiko-Stadt und muß sagen: Hut ab vor den meisten chilangos, viele tragen Masken (meine Chirurgenmaske ist meergrün!), haben aber trotzdem ihren Sinn für Humor nicht verloren.
Mir hat die deutsche Berichterstattung in diesem Fall tatsächlich geholfen, mit der Krise umzugehen, weil ich so einen weiteren Vergleichsmaßstab hatte, um die Stellungnahmen hier in Mexiko einordnen und (so gut es eben geht) auch überprüfen zu können.
ALSO: Hört bitte nicht auf, über die Situation aus Mexiko und den USA zu berichten!
Ich möchte mich für die ausführliche Influenza-Berichterstattung in den deutschen Tageszeitungen, unter anderem hier in der ZEIT, ausdrücklich bedanken und stimme dem Kommentar von DF zu: Ohne eine gewisse Portion Panik in den Medien hätte es wohl noch länger gedauert, bis etwas an den Flughäfen passiert wäre. Ich bin vor 12 Tagen von Mexiko-Stadt nach Madrid geflogen und wurde am Flughafen nicht einmal auf Grippe-Symptome hin überprüft.
Seit vorgestern bin ich aus arbeitstechnischen Gründen wieder in Mexiko-Stadt und muß sagen: Hut ab vor den meisten chilangos, viele tragen Masken (meine Chirurgenmaske ist meergrün!), haben aber trotzdem ihren Sinn für Humor nicht verloren.
Mir hat die deutsche Berichterstattung in diesem Fall tatsächlich geholfen, mit der Krise umzugehen, weil ich so einen weiteren Vergleichsmaßstab hatte, um die Stellungnahmen hier in Mexiko einordnen und (so gut es eben geht) auch überprüfen zu können.
ALSO: Hört bitte nicht auf, über die Situation aus Mexiko und den USA zu berichten!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren