Lehrerausbildung Vom Uni-Seminar ins KlassenzimmerSeite 4/4
In Thüringen bieten zwei Universitäten ein Lehramtsstudium an: Die Uni Jena bildet Gymnasial- oder Regelschullehrer (Haupt- und Realschule) aus, die Uni Erfurt für das Lehramt an Grund-, Regel-, Förder- und berufsbildenden Schulen. Erfurt hat bereits zum Wintersemester 2003/04 auf das Bachelor-/Mastersystem für Grund- und Regelschullehrer umgestellt, seit dem Wintersemester 2008/09 werden auch Förderschul- und Berufsschullehrer in gestuften Studiengängen ausgebildet. Im Bachelor wählen alle Studenten zwei einander gleichberechtigte Studienrichtungen wie Germanistik oder Geschichte. Nur wer Grundschullehrer werden möchte, muss als Hauptfach Pädagogik der Kindheit wählen, das unter anderem Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachkunde umfasst, und dazu ein weiteres Fach. Grundsätzlich wird ein Fach als Schwerpunkt studiert, sodass etwa angehende Grundschullehrer darin unter Umständen auch an anderen Schulen einsetzbar sind. Das Bachelor-Studium versteht sich als Grundlagenstudium, in dem erste fachdidaktische Ansätze vermittelt werden, hinzu kommen Praktika und berufsqualifizierende Kurse wie beispielsweise Seminare für Elternarbeit. Bis zum ersten Abschluss studiert man drei Jahre; wer dann unterrichten möchte, muss noch einen drei- (Grund- und Regelschule) beziehungsweise viersemestrigen (Förder- und Berufsschule) Masterstudiengang absolvieren, mit dem er sich auf eine Schulart festlegt. Der Mastergrad ist dem Ersten Staatsexamen gleichgestellt. Bei Ausbildung zum Lehramt an Berufsschulen kooperiert die Uni Erfurt mit der Bauhaus-Universität Weimar und der TU Ilmenau. Dabei müssen entweder Bautechnik (Weimar) oder Elektro- oder Metalltechnik (Ilmenau) als erstes Fach studiert werden; wer damit ein sprachliches oder soziales Fach wie Englisch oder Religionslehre kombinieren will, das nicht in Weimar oder Ilmenau angeboten wird, splittet sein Studium und studiert das zweite Fach in Erfurt. Die Masterprogramme für die Berufsschullehrer werden ab dem Wintersemester 2011/12 angeboten. In Jena wird dagegen seit dem Wintersemester 2007/08 nach dem so genannten Jenaer Modell studiert: Das Zwei-Fach-Studium inklusive Erziehungswissenschaft für Gymnasial- und Regelschullehrer ist modularisiert, schließt aber nach neun (Regelschulen) beziehungsweise zehn Semestern (Gymnasium) mit dem traditionellen Ersten Staatsexamen ab. Spätestens bis zum vierten Semester muss ein zweimonatiges Praktikum abgeleistet werden; das fünfte oder sechste ist ein Praxissemester. Absolventen gehen dann ins Referendariat, das für Regel-, Berufs- und Förderschulen sowie für Gymnasien zwei und für Grundschulen anderthalb Jahre dauert.
Weitere Informationen: www.thueringen.de/de/tkm »
Bayern: Staatsexamen (modularisiert), Ausnahme: Bachelor/Master bei Berufsschullehrern, außerdem einzelne Modellversuche Bachelor/Master
Baden-Württemberg: Staatsexamen (modularisiert), Ausnahme: Diplom und Bachelor/Master bei Berufsschullehrern
Berlin: Bachelor/Master
Brandenburg: Bachelor/Master
Bremen: Bachelor/Master
Hamburg: Bachelor/Master
Hessen: Staatsexamen (modularisiert), Ausnahme: Bachelor/Master bei Berufsschullehrern
Mecklenburg-Vorpommern: Staatsexamen (modularisiert)
Niedersachsen: Bachelor/Master
Nordrhein-Westfalen: ½ Staatsexamen (modularisiert), ½ Modellversuche Bachelor/Master
Rheinland-Pfalz: Bachelor/Master, zusätzlich Staatsexamen (Studienleistungen fließen ein)
Saarland: Staatsexamen (modularisiert) (Studienleistungen fließen ein)
Sachsen: Bachelor/Master
Sachsen-Anhalt: Staatsexamen (modularisiert), Ausnahme: Bachelor/Master bei Berufsschullehrern
Schleswig-Holstein: Bachelor/Master
Thüringen: ½ Staatsexamen (modularisiert), ½ Bachelor/Master
- Datum 05.05.2009 - 14:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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