Winnenden-Debatte Große Koalition will Waffenrecht verschärfen
Nun also doch: Künftig soll es bei Waffenbesitzern verdachtsunabhängige Kontrollen geben. Großkalibrige Sportwaffen werden jedoch wahrscheinlich nicht verboten
Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden will die Koalition noch vor der Sommerpause das Waffenrecht verschärfen. Bei einem Treffen der Innenexperten der Bundestagsfraktionen von SPD und Union mit Vertretern des Bundesinnenministeriums am Dienstagabend habe in den meisten Punkten Einigkeit bestanden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Wolfgang Bosbach, ZEIT ONLINE. Die Runde verständigte sich im Wesentlichen auf eine Reihe von Vorschlägen, die zuvor eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet hatte.
Dazu gehört, dass es künftig unangemeldete verdachtsunabhängige Kontrollen bei Waffenbesitzern geben soll. Vor allem gegen diesen Vorschlag hatte es Widerstand aus der Union gegeben. Sowohl CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer als auch der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) hatten sich gegen eine derartige Gesetzesänderung gewandt, da sie dadurch den Grundsatz der Unverletzlichkeit der Wohnung infrage gestellt sahen.
Nach Ansicht von Bosbach beruht diese Kritik jedoch auf einem Missverständnis. Die Behörden sollten sich schließlich nicht mit Gewalt Zutritt zu der Wohnung der Waffenbesitzer verschaffen können. Geplant sei ein Betretungsrecht. Der Waffenbesitzer könne eine Kontrolle also ablehnen, wenn er dafür einen triftigen Grund habe. Wenn er sich seiner Mitwirkungspflicht generell verweigere, solle dies aber zu einem Verwaltungsverfahren führen. Bisher sind Kontrollen nur möglich, wenn ein konkreter Anlass vorliegt.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dieter Wiefelspütz sagte ZEIT ONLINE dagegen, ob die Kontrollen angemeldet oder unangemeldet stattfinden sollten, sei noch nicht geklärt. Auch er zeigte sich allerdings überzeugt, dass es am Ende zu verdachtsunabhängigen Kontrollen kommen werde. Selbst der Deutsche Schützenbund lehne eine solche Regelung nicht prinzipiell ab.
Unstrittig ist nach Ansicht von Bosbach außerdem, dass die Altersgrenze für das Schießen mit großkalibrigen Waffen von 14 auf 18 Jahren angehoben werden soll. Ein generelles Verbot von großkalibrigen Waffen im Schießsport, wie dies die SPD fordert, lehnt die Union dagegen ab.
Einig ist man sich zudem darüber, dass der Zugang zu Waffen durch biometrische Blockiersysteme erschwert werden soll. Bei dieser Sicherung ist ein Fingerscan des Besitzers nötig, um die Blockade zu lösen. Unklar ist allerdings noch, ob die Sperrung für bestimmte Waffen oder für den Waffenschrank vorgeschrieben werden soll.
Darüber hinaus wollen die Innenpolitiker "menschenverachtende Schießspiele" verbieten. Gemeint ist damit das Paintball-Schießen, bei dem die Schützen in naturalistischer Umgebung mit Markierungsmunition auf ihre Gegner feuern. Noch kein Konsens besteht dagegen darüber, ob auch das IPSC-Schießen verboten werden soll, eine Sportart, die dem kampfmäßigen Schießtraining bei der Polizei ähnelt.
- Datum 06.05.2009 - 17:54 Uhr
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.... ispc schiessen, sowas gibts meiner kenntnis nach ueberhaupt nicht.
dass was du hier vielleicht meinst heisst ipsc schiessen, weil der verein so heisst.
grundlegende recherchen und pruefungen des eigenen gedanklichen ergusses sind bei der zeit.de redaktion wohl genau so verpoehnt und ueberfluessig wie bei den ganzen vielen anderen riesigen groessenwahnsinnigen und marktbeherrschenden grosskopferten konglomeraten und firmenimperien sei es im print oder onlinebusiness....
> http://en.wikipedia.org/w...
> http://de.wikipedia.org/w...
viel spass noch bei den qualitaetsberichten mit den qualitaetsberichterstattern und deren qualitaetsjahresboni und gehaeltern auf zeit.de
Sie haben recht. Entschuldigen Sie bitte den Buchstabendreher. Ist korrigiert. Gruß Katharina Schuler ZEIT ONLINE
Sie haben recht. Entschuldigen Sie bitte den Buchstabendreher. Ist korrigiert. Gruß Katharina Schuler ZEIT ONLINE
Die Diskussion um das Waffenrecht erweist der inneren Sicherheit doch einen Bärendienst! 1. angeschaut werden nur legale Waffen, es gibt aber mehr als doppelt so viele illegale 2. der Populismus von Grundrechtsverletzungen wie anlaßloser Wohnungskontrollen beeinträchtigt gesetzestreue Bürger, hindert nicht aber Kriminelle 3. biometrische Sicherungssystem können offenbar geknackt werden (ich verweise auf einen Artikel in der Zeitschrift Visier oder Caliber dazu mit einem Test) 4. legale Waffen sind für einen Bruchteil von Straftaten verantwortlich 5. sehen wir uns doch die Amokfälle 2009 bisher Mal an: Belgien/Kindergartenmorde: Messer, Appeldoorn/Amokfahrt: Auto, Finnland/ebenfalls Schule: Kleinkaliberwaffe - woraus leiten wir da bitte die im Artikel beschriebenen Konsequenzen ab? Ich verwahre mich jedenfalls als Sportschütze gegen Pauschalverurteilung und "Gruppenhaft" und unterstütze im Gegensatz dazu den Aufruf zu mehr Besonnenheit wie es die vereinsunabhängige Fachvereinigung VDW zu Recht fordert. Man findet ihn auf deren Seite im Internet www.vdw-duesseldorf.de
Jaja, da ist es wieder. Das böse Paintballspielen ist also menschenverachtend und - oder mit ein Grund - warum es Amokläufe und soviele Irre auf der Welt gibt.
Demgegenüber ist das Fechten natürlich ein total unkörperlicher Sport. Dort gilt es nicht etwa mit dem Florett die Körperstellen Rumpf und Kopf zu treffen die besonders tödlich wären. Naja, beim Degenfechten ist immerhin auch der restliche Körper ziel der Attacken.
Es gibt hier Punkte für Treffer. Treffer auf den Körper des Gegners in einem hitzigen Gefecht. Gestorben sind dabei auch schon Menschen.
Boxen ist natürlich auch was total anderes. Dort stehen sich zwei durchtrainierte moderne Gladiatoren im Ring gegenüber und hauen gegenseitig auf ihre Rübe ein, bis der eine fällt oder wegen lauter Schwellungen, oder einem zu hohen Blutfluss nicht weitermachen kann. Entscheidet übrigens ein Ringarzt!!! Auch hier gibt es für das genaue Treffen des Schädels des Gegenübers Punkte. Wichtig ist es besonders hart zuzuschlagen, damit man den Kampf vorzeitig beendet.
Beides übrigens Einzelsportarten!
Beim Paintball ist das Ziel, in einem TEAM! aus mindestens 5 Spielern, eine Flagge aus der Mitte des Spielfeldes zu holen und in die eigene Basis zu bringen. Darin hindert mich der Gegner, der dasselbe versucht. Man markiert sich gegenseitig mit Farbkugeln. Dies geschieht mithilfe sogenannter Markierer die entfernt an Waffen erinnern. (Beim Fechten haben wir traditionelle Waffen mit plattem Aufsatz). Diese Markier sind in keinster Weise zu einer Waffe umzufunktionieren und völlig untauglich für irgendetwas anderes. Jedenfalls ist dieses Spiel sogar zu gewinnen, ohne überhaupt aufeinander zu treffen. Ziel ist es also nicht, den Gegner besonders oft abzuballern, sondern eine Flagge zu ergattern.
Eine einzige Markierung egal an welcher Stelle genügt für ein Ausscheiden. Sogar ein Waffentreffer gilt als Treffer. Der Mensch steht somit nicht im Vordergrund.
Die Verletzungsgefahr ist wesentlich geringer als beim Fechten, Boxen, ja sogar als beim Basketball und Fußball.
Die Spieler sind durch gute Protektoren und Masken vor allem geschützt. Die Masken dienen nicht dazu, den Gegner seine Menschenwürde zu nehmen, oder ihn zu einem Kampfobjekt zu machen, sondern haben den Sinn, den Spieler zu schützen. (siehe Fechten)
Da dass Spiel im Team gespielt wird, ist eine hohe soziale Kompetenz und Teamarbeit gefordert. Ein Ramboverhalten ist nicht möglich, da bereits ein Treffer zum Ausscheiden führt und dem Team schadet.
Nicht Paintballspiele töten Menschen. Menschen töten Menschen. Und Menschen töten Menschen mit Waffen. Und nicht mit Sportgeräten. Wenn es keine Waffen gibt, dann sterben auch weniger Menschen. Es ist Irrsinn Menschen zu verbieten Sport zu betreiben, der vielleicht einem Waffengebrauch ähnelt, aber auf der anderen Seite die Benutzung von realen Waffen die in der Lage sind Menschen zu töten zu erlauben.
Das sind rein rechtspolitische Entscheidungen um der Masse, die keine Ahnung von solchen Spielen hat einen Bären aufzubinden und einen Sündenbock zu suchen.
Tja so ist das. Was der Politiker nicht kennt, das verbietet er einfach.
Ich muss z.B. jedesmal den Kopf schütteln, wenn es um sogenannte "Killerspiele" geht.
Auf die Idee Schützenvereine zu verbieten ist komischerweise noch niemand gekommen. Wohl deshalb, weil jeder zweite Politiker da selbst regelmäßig in Uniform aufmarschiert und um sich ballert.
..für diesen Kommentar, dem ist nichts hinzuzufügen!
An das Fechten habe ich gar nicht gedacht! Danke für den Hinweis!
Ihre Argumente sind durchdacht und logisch schlüssig - und leider vergebens.
Der politischen Klasse sind die Interessen von Minderheiten völlig Gleichgültig. Verboten wird was der Mehrheit zumindest suspekt erscheint. Dies ist auch der Hintergrund der Kampfhundeverordnung gewesen. Die Meisten Unfälle mit Hunden geschehen mit dem guten deutschen Schäferhund - nur leider gibt es zu viele von Ihnen, daher lieber verbieten von dem es überschaubare (Wähler-)Mengen gibt.
Waffenliebhaber und Paintballspieler gibt es nun mal auch nicht allzuviele, daher werden sie jetzt Bauernopfer.
So ziemlich alles kann als Waffe verwendet werden. Autos, die Gasrohre im Keller, Benzin von der Tankstelle, ein Rasenmäher ohne Abdeckung auf einem Einkaufswagen montiert....der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
Die Freiheit des Menschen ist der Politik absolut Wurst.
Aktionismus unter dem Banner Sicherheit - das zählt.
Scheinbar mag unser Volk sowas..
Tja so ist das. Was der Politiker nicht kennt, das verbietet er einfach.
Ich muss z.B. jedesmal den Kopf schütteln, wenn es um sogenannte "Killerspiele" geht.
Auf die Idee Schützenvereine zu verbieten ist komischerweise noch niemand gekommen. Wohl deshalb, weil jeder zweite Politiker da selbst regelmäßig in Uniform aufmarschiert und um sich ballert.
..für diesen Kommentar, dem ist nichts hinzuzufügen!
An das Fechten habe ich gar nicht gedacht! Danke für den Hinweis!
Ihre Argumente sind durchdacht und logisch schlüssig - und leider vergebens.
Der politischen Klasse sind die Interessen von Minderheiten völlig Gleichgültig. Verboten wird was der Mehrheit zumindest suspekt erscheint. Dies ist auch der Hintergrund der Kampfhundeverordnung gewesen. Die Meisten Unfälle mit Hunden geschehen mit dem guten deutschen Schäferhund - nur leider gibt es zu viele von Ihnen, daher lieber verbieten von dem es überschaubare (Wähler-)Mengen gibt.
Waffenliebhaber und Paintballspieler gibt es nun mal auch nicht allzuviele, daher werden sie jetzt Bauernopfer.
So ziemlich alles kann als Waffe verwendet werden. Autos, die Gasrohre im Keller, Benzin von der Tankstelle, ein Rasenmäher ohne Abdeckung auf einem Einkaufswagen montiert....der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
Die Freiheit des Menschen ist der Politik absolut Wurst.
Aktionismus unter dem Banner Sicherheit - das zählt.
Scheinbar mag unser Volk sowas..
Die Forderung nach einem biometrischem Sicherungssystem kommt nicht wirklich überraschend - einige MdBs weisen ja weitgehende Expertise in dem Bereich auf. Herr Otto Schily zum Beispiel ist nebenberuflich im Aufsichtsrat der byometric systems AG und der SAFE ID Solutions AG tätig (nachzulesen unter http://www.bundestag.de/m...). Ich bin mir natürlich sicher, dass Herr Schily seine Tätigkeiten als Volksverteter zum besten Nutzen des Volkes, das ihn gewählt hat, einsetzen wird und seine Expertise dahingehend einbringen wird.
Sowohl CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer als auch der hessische Innenminister Volker Bouffier (CDU) hatten sich gegen eine derartige Gesetzesänderung gewandt, da sie dadurch den Grundsatz der Unverletzlichkeit der Wohnung infrage gestellt sahen.
Sowas aus Schäubles Partei zu hören, lässt ja doch noch ein wenig Hoffnung.
Tja so ist das. Was der Politiker nicht kennt, das verbietet er einfach.
Ich muss z.B. jedesmal den Kopf schütteln, wenn es um sogenannte "Killerspiele" geht.
Auf die Idee Schützenvereine zu verbieten ist komischerweise noch niemand gekommen. Wohl deshalb, weil jeder zweite Politiker da selbst regelmäßig in Uniform aufmarschiert und um sich ballert.
zu kommentar nr.6: warum immer gleich nach einem totalen verbot schreien? wäre eine reduktion der der möglichkeiten in den vereinen auf die olympischen diszplinen nicht der bessere weg? auf jeden fall kommen dort 9mm berettas nicht zum einsatz.
zum weiteren muss auch die unterscheidung getroffen werden zwischen traditions-vereinen und "richtigen " sportschützen.bei letzteren wird auf jedenfall nicht "herumgeballert", sondern eben die obengenannten diszplinen trainiert.
zu kommentar nr.6: warum immer gleich nach einem totalen verbot schreien? wäre eine reduktion der der möglichkeiten in den vereinen auf die olympischen diszplinen nicht der bessere weg? auf jeden fall kommen dort 9mm berettas nicht zum einsatz.
zum weiteren muss auch die unterscheidung getroffen werden zwischen traditions-vereinen und "richtigen " sportschützen.bei letzteren wird auf jedenfall nicht "herumgeballert", sondern eben die obengenannten diszplinen trainiert.
Sie haben recht. Entschuldigen Sie bitte den Buchstabendreher. Ist korrigiert. Gruß Katharina Schuler ZEIT ONLINE
Das bringt doch überhaupt nichts. Entweder müssen die Waffen komplett verboten werden oder Sie können gleich die Finger davon lassen. Außer zusätzlicher Kosten sehe ich da keine Wirkung...
Die Waffen verbieten, wäre vielleicht eine Maßnahme. Es gibt zwar noch eine menge unregistrierter Waffen, allerdings würde sich doch die Gesamtzahl der in Deutschland befindlichen Waffen um ein gutes Stück reduzieren...
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