Unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden und des Vierfachmordes von Eislingen verhandeln Vertreter von Bund und Ländern bereits seit mehreren Wochen über Änderungen am Waffenrecht. Mittlerweile hat eine Arbeitsgruppe der Innenministerien laut einem Bericht des Spiegel eine Einigung über eine Reihe von Vorschlägen erzielt.

Demnach sollen künftig verdachtsunabhängige Kontrollen in den Wohnungen der Waffenbesitzer möglich sein, die auch gegen deren Willen stattfinden dürfen. Mehr Sicherheit sollen auch ein zentrales Waffenregister und die Anhebung des Mindestalters für das Training mit großkalibrigen Sportwaffen auf 18 Jahre schaffen. Hinzu kommt eine zeitlich begrenzte Amnestie für die Besitzer illegaler Waffen, die dazu motivieren soll, Gewehre und Pistolen bei der Polizei abzugeben.

Weiter reichende Ideen wie ein generelles Verbot großkalibriger Waffen im Schießsport oder der Vorschlag, Munition oder Waffen in Schützenheimen zu lagern, seien jedoch verworfen worden. "Die Länder haben sich schnell auf vernünftige Regelungen geeinigt", lobte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) im Spiegel den Kompromiss.

Am Dienstag will das Ministerium mit den Fraktionsspitzen von SPD und CDU/CSU über die Pläne sprechen. Bis Ende Mai soll ein Gesetzentwurf vorlegen. Die Koalition will die Reform noch vor der Bundestagswahl beschließen.