Amokläufe in Schulen Krisenteams statt schärferes Waffenrecht
Ein Mädchen hat in ihrer Schule Amokalarm ausgelöst. Der Entwicklungspsychologe Jens Hoffmann im Gespräch darüber, welche Maßnahmen Amokläufe wirklich verhindern können
ZEIT ONLINE: Herr Hoffmann, gestern hat an einem Gymnasium bei Bonn eine 16-Jährige mit einem Messer um sich gestochen und damit Amokalarm ausgelöst. Das Mädchen soll schon im Vorfeld mit Gewalt gedroht haben und hatte sogar einen Gesprächstermin beim Schulpsychologen. Wie kann es passieren, dass jemand seine Tat ankündigt, der Schulpsychologe aufmerksam wird und das Mädchen trotzdem mit einem Messer in die Schule spaziert?
Jens Hoffmann: Es überrascht mich überhaupt nicht, dass das Mädchen die Tat angekündigt hat, dieses Muster finden wir bei vielen Amokläufen. Mit der Bewertung von Fällen aus der Ferne bin ich sehr vorsichtig – es ist hinterher immer sehr leicht zu sagen, der und der ist schuld daran. Ich weiß ja nicht, ob der Psychologe richtig geschult war. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, aber mit richtig aufgestellten und gut ausgebildeten Krisenteams kann man die Wahrscheinlichkeit für einen Amoklauf zumindest drastisch reduzieren.
ZEIT ONLINE: Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen hat gesagt, es gebe an jeder Schule im Bundesland Ansprechpartner für gefährdete Jugendliche. Zeigt dieser Fall nicht, dass die Krisenteams versagt haben?
Hoffmann: Ich weiß nicht, wie diese Teams aufgebaut waren. Ich kann mich aber an eine Gesprächsrunde nach dem Amoklauf in Winnenden erinnern, in der die hessische Kultusministerin sagte, es gebe in ihrem Bundesland Krisenteams an den Schulen. Tatsächlich wurde einfach an jeder Schule ein Verantwortlicher ernannt. Den Leuten blieb es selbst überlassen, wie sie sich fortbilden.
ZEIT ONLINE: Wie sollte ein funktionierendes Krisenteam denn Ihrer Meinung nach aussehen?
Hoffmann: Es besteht aus drei bis sechs Verantwortlichen. Wenn ein Jugendlicher auffällig wird, behält ein Fallmanager ihn im Auge und sorgt als Bindeglied dafür, dass die wichtigen Informationen an alle Beteiligten weitergegeben werden. Ein gut vorbereitetes Krisenteam ist innerhalb der Schule und nach außen hin vernetzt mit den Stellen, die im Ernstfall bereitstehen müssen: Schulleitung, psychologische und psychiatrische Berater, Polizei, Sozialarbeiter. Die Schüler müssen einen Ansprechpartner haben, dem sie Vertrauen entgegenbringen. Hinterher sagen Mitschüler manchmal: Wir wussten nicht, an wen wir uns wenden sollen. Wichtig ist natürlich auch eine kompetente Beurteilung, damit keine unnötige Panik verbreitet wird.
ZEIT ONLINE: Angenommen, ein Schüler bringt eine Waffe in die Schule mit und zeigt sie herum. Wie müsste das Team darauf reagieren?
Hoffmann: Es würde erst einmal den Schüler befragen, der davon erzählt hat: Was ist genau passiert? Dann würde ein Mitglied aus dem Team zu dem Jugendlichen gehen, der die Waffe dabei hatte, und mit ihm sprechen. Dabei lässt sich schnell feststellen, ob die beiden Versionen übereinstimmen. In manchen Fällen muss man den Schüler im Blick behalten, mit Eltern und Lehrern sprechen. Wenn noch mehr Signale auftreten, muss irgendwann die Polizei eingeschaltet werden, die dann zum Beispiel prüft, ob der Jugendliche im Elternhaus Zugang zu Waffen hat.
ZEIT ONLINE: Das Mädchen, das in Bonn den Alarm ausgelöst hat, hatte ein Messer dabei.
Hoffmann: Wer keinen Zugang zu Schusswaffen hat, kann sich natürlich immer andere Waffen verschaffen. Am aktuellen Fall kann man aber sehen, dass ein Amoklauf mit dem Messer weniger Schaden anrichtet.
ZEIT ONLINE: Wenige Tage vor dem Ereignis in Bonn hat sich die Große Koalition auf eine Verschärfung des Waffenrechts geeinigt, um Amokläufe wie zuletzt in Winnenden zu verhindern. Verboten werden soll unter anderem Paintball-Spiele. Außerdem soll es unangekündigte Kontrollen geben, um zu prüfen, ob die Waffen korrekt weggeschlossen sind. Wie bewerten Sie diese Maßnahmen?
Hoffmann: Sehr negativ. Was die Große Koalition beschlossen hat, halte ich für eine symbolische Handlung. Das hat nichts damit zu tun, Amokläufe zu verhindern. Es ist nicht nachvollziehbar, auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen diese Maßnahmen basieren. Am absurdesten ist das Verbot von Paintball: Von allen Amokläufern in Deutschland hat nur einer so etwas gespielt. Wenn die Politik wirklich den Weg über das Waffenrecht beschreiten will, gibt es nur eine einzige wirksame Maßnahme: Waffen in Privathaushalten zu verbieten. Das wäre effektiv, es wäre aber auch unpopulär. Ein Verbot von Paintballspielen vergrault wenigstens nicht die eigenen Wählerschichten. Dafür vergrault es aber die Jugendlichen, die sich dafür begeistern – die empfinden ja schon die Diskussion um die Videospiele als völlig realitätsfremd. Je mehr die Erwachsenen ihnen den Eindruck vermitteln, dass sie mit ihrer Lebenswelt nichts anfangen können, desto mehr distanzieren sich diese Jugendlichen von ihnen. Das ist gefährlich, weil wir auf die Hinweise von Gleichaltrigen angewiesen sind, wenn wir potenzielle Amokläufer frühzeitig erkennen wollen.
ZEIT ONLINE: Sie haben in der Zeitschrift Kriminalistik gerade eine Studie veröffentlicht, in der Sie alle bisherigen Amokläufe in Deutschland ausgewertet haben. Können Sie auf Grundlage dieser Daten eine bessere Alternative zur Verschärfung des Waffenrechts empfehlen?
Hoffmann: In allen bisher ausgewerteten Fällen haben die Amokläufer im Vorfeld ihrer Tat Warnsignale abgegeben. Meistens geben sie Hinweise in der Schule, unter Gleichaltrigen, deswegen muss die Prävention dort ansetzen. Damit müssen die Krisenteams arbeiten.
ZEIT ONLINE: Wie sehen diese Warnsignale aus?
Hoffmann: Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn ein Schüler vor Gleichaltrigen eine Waffe herumzeigt oder ein auffälliges Interesse an Amokläufen oder Gewalttätern allgemein zeigt. Selbstmordankündigungen oder depressive Stimmung sind ebenfalls typisch für Amokläufer. Für sich alleine genommen macht noch keines dieser Signale einen potenziellen Täter. Erst wenn mehrere davon zusammenkommen, entsteht ein verdächtiges Muster. Amokläufer gehen auch keineswegs immer subtil vor: So wie jetzt in Bonn gab es in vielen Fällen eine exakte Ankündigung der Tat. Man darf dieses Frühwarnsystem aber nicht so verstehen, dass man jemanden mit dem Etikett "Amokläufer" versieht – es ist eher so, dass wir den Weg kennen, der in die psychische Krise führt. Wenn wir jemanden auf diesem Weg abfangen, ist damit allen gedient. Ob derjenige später vielleicht zum Amokläufer geworden wäre, kann man dann nicht mehr sagen. Es wird uns trotzdem immer wieder jemand durch die Lappen gehen.
ZEIT ONLINE: Im aktuellen Fall war es ein Mädchen, das den Amokalarm auslöste. Im Regelfall sind die Täter männlich – weshalb eigentlich?
Hoffmann: Weltweit gibt es nur vier Prozent Amokläuferinnen. Ich denke, das hat viel mit der männlichen Identität zu tun: Bei Amokläufen geht es darum, ein Gefühl von Ohnmacht und Versagen in Macht und Kontrolle umzuwandeln. Manche bezeichnen das etwas verherrlichend als "Krieger-Identität" – die ist kulturell, vielleicht auch evolutionär bedingt eher männlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass Mädchen auf die gleiche Situation eher suizidal reagieren. Die meisten Amokläufer sind in der Phase vor ihrer Tat sozial vollkommen isoliert. Mädchen sind oft noch eher in der Lage, die verbleibenden sozialen Bindungen zu nutzen und sich rechtzeitig mitzuteilen.
ZEIT ONLINE: Welche Rolle spielen die Medien?
Hoffmann: Wer die Amokläufer mit Gesicht und vollem Namen zeigt, der macht sie damit zu Helden. Potenzielle Nachahmungstäter sehen das und begreifen, dass eine solche Tat sie unsterblich machen wird. Dass wir in Deutschland nach den USA die meisten Amokläufe haben, ist leider auch kulturell bedingt. Das ist ein Effekt wie damals, als Goethe die Leiden des jungen Werther geschrieben hat: Es gibt eine richtige Szene, in der sich Amok-Begeisterte austauschen und gegenseitig bestätigen. Dass die öffentlich-rechtlichen Sender sich entschlossen haben, die Gesichter von Tätern nur noch unscharf und den Namen abgekürzt zu veröffentlichen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Amokläufer werden dadurch ent-individualisiert. Es ist erbärmlich, andere Menschen umzubringen, das hat mit Freiheitskampf nichts zu tun – diese Bewertung muss in den Medien noch viel stärker zum Ausdruck kommen.
Das Gespräch führte Josephina Maier.
- Datum 12.05.2009 - 15:40 Uhr
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Das Verabschieden von Gesetzen, die am jeweiligen Problem vorbeigehen, oder Verboten, deren Einhaltung nicht kontrolliert werden kann, hat immerhin dennoch EINE Wirkung: Das Ansehen des Gesetzgebers wird grundlegend ruiniert.
stimmt - leider.
stimmt - leider.
Politische Entscheidungen und die Wege die dahin führen sollten in einer ach so hoch gelobten Demokratie wie der unseren doch wenigstens zu einem Großteil klar ersichtlich und für alle nachvollziehbar sein die sich damit beschäftigen.
Wie kann es also sein, dass bei einem so prekären Thema wie dem Schutz vor Amokläufern an Schulen die politische Führung unseres Landes für niemanden nachvollziehbare Entscheidungen trifft und diese allein durch eben die entscheidende Elite mit leeren Worthülsen zu rechtfertigen versucht.
Solange es kein Politiker ist der sich zu erklären versucht, wird man immer ein und dieselbe Meinung hören:
Striktes Waffenverbot im privaten Bereich schränkt die Handhabung ein (deswegen sollten ja auch Jäger und eine Handvoll anderer Berufsgruppen davon ausgenommen werden) sorgt aber auch dafür, dass Jugendlichen der Zugang erschwert wird - und genau darum geht es, um nichts anderes.
Poliiker, wie Herr XY heute morgen im Deutschlandfunk wissen einfach zu gut wie sie die Mehrheit der Bevölkerung durch nichtssagende, unverständliche und unzutreffende Worthülsen davon überzeugen können, dass ein Verbot von Paintball, eine biometrische Erkennung an Schusswaffen (kann mir jemand sagen, wann diese Serienreif ist??) oder das Herraufsetzen des Mindestalters für großkalibrige Waffen (wer geht schon mit seinem Sturmgewehr auf die Jagd oder ins Schützenhaus??) die dann immernoch zu Hause vorhanden sind, die Problemathik der jugendlichen Amokläufer von der richtigen Seite her zu lösen versucht.
[ironie]
Vieleicht finden die Amokläufe nur einfach an den falschen Orten statt ... aber an den Orten, an denen sie vieleicht die richtige Wirkung hätten stehn ja Metalldetektoren ... da fühlt man sich einfach zu sicher ...
[/ironie]
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Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
Messer, hmm...
Und nu? Verbot von Kochlöffeln? Sittenwidrige Tortenheber?
Dass es bei der ''Verschärfung'' des Waffenrechts durch die GK nur zu aktionistischen, symbolhaften Beschlüssen kam, verwundert nicht. Sowohl Union, als auch die SPD können es sich angesichts der Wahlen nicht erlauben, sich mit den Hütern deutscher Kultur und Gemütlichkeit anzulegen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck - er gibt sich selbst gerne volkstümlich - hat nach dem Amoklauf von Winnenden klar gesagt, die Bevölkerung müsse solche Ereignisse einfach hinnehmen, sie ließen sich nun einmal nicht verhindern.
Was das Verhindern von Amokläufen angeht, mag Kurt Beck ja im Grunde recht haben - nur der Fall Bonn zeigt, dass sich das Ausmaß ganz gewaltig minimieren lässt, wenn es nahezu unmöglich ist, unbefugt an Schusswaffen zu kommen. Aber es ging der Politik um etwas ganz anderes: es ging um gut 10% der Wählerstimmen. Stimmen einer Klientel, mit der man es sich nicht vergrätzen wollte. Quasi am Vorabend des Amoklaufs von Winnenden meldeten sich z.B. in der Union Stimmen, die beklagten, CDU und CSU verlören bei den Nationalkonservativen angesichts der Politik der GK ungemein viel an Zustimmung.
Zu lesen war da z.B.:
"Schwabens CSU-Chef und Europa-Spitzenkandidat Markus Ferber (Bobingen) wird noch deutlicher: „Die Union benötigt ein klareres Profil. Vor allem Stammwähler wie Landwirte, Mittelstand, Rechtskonservative bekämen derzeit von der Bundeskanzlerin keine verlässlichen Antworten. Dies müsse sich schnellstens ändern. Denn 32 Prozent für die Union heiße bundesweit 25 bis 26 Prozent für die CDU."
Quelle: Augsburger-Allgemeine
Dass nun - außer den üblichen politischen Betroffheits-Platitüden und einem eher als lustlos einzustufenden Auftritt bei der Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs von Winnenden (man kam bei der Trauerfeier natürlich reichlich zu spät) nichts kam, verwundert nicht. Nach der Trauerfeier wurde den Hinterbliebenen, die sich mit mehreren offenen Briefen an die Politik richteten, mehr oder weniger offen über den Mund gefahren. Man antwortete entweder gar nicht oder forderte mehr oder weniger zum 'Maul-Halten' auf.
Dass der Amoklauf von Bonn so glimpflich ablief, sollte uns zu denken geben. Die Aufbewahrung von Waffen und Munition in Privathaushalten muss verboten werden. Kommt dies - allein aus Rücksicht auf irgendwelche Wahlen - nicht, sind diejenigen, die jetzt die ganz großen Verhinderer sind, persönlich für die Toten späterer Amokläufe verantwortlich zu machen. Ich meine, man sollte hier schon einmal mit dem Sammeln von Namen beginnen.
Vieleicht ist mir etwas - möglicherweise aufgrund meines geringen Alters - entgangen, aber wann wurde schonmal eine politischer (ver)Führungskraft für Taten verantwortlich gemacht worden die eindeutig und definitiv auf das jeweilige - falsche - Verhalten zurückzuführen sind ??
Ich zweifle nicht an unserem Rechtsstaat - Gesetze gibt es genug - ebensowenig zweifle ich an unserer Demokratie - wobei eine Volksentscheidung, eine unmittelbare Befragung des Volkes sicherlich interessant wäre - ich hab nur einfach die Hoffnung verloren, dass sich mal jemand bemüht.
Vieleicht liegt es einfach an der Entlohnung ... oder am Druck ... an der fehlenden Angst vor des volkes Zorn ... oder einfach nur am moralisch-ethischen Gerüst des Einzelnen.
Fakt ist, ändern muss sich was, sonst bin ich nach meinem Studium weg ... danke und auf Wiedershen ... die Frage wohin lässt sich bestimmt beantworten.
_________________
Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
Dass der Amoklauf von Bonn so glimpflich ablief, sollte uns zu denken geben. Die Aufbewahrung von Waffen und Munition in Privathaushalten muss verboten werden. Kommt dies - allein aus Rücksicht auf irgendwelche Wahlen - nicht, sind diejenigen, die jetzt die ganz großen Verhinderer sind, persönlich für die Toten späterer Amokläufe verantwortlich zu machen.
Was für waffen? Wieso zu denken geben? Und, überhaupt, welcher Amoklauf in Bonn?
Ich sehe ein Mädel, das ihre Schule anzünden wollte, dann aber mit einem anderen Mädel in Streit geriet und abgehauen ist.
Um daraus einen "Amoklauf" zu machen, braucht es erstmal die Medien.
Ich meine, man sollte hier schon einmal mit dem Sammeln von Namen beginnen.
Welche Namen? Wofür Sammeln? Noch mehr Überwachung?
Wie wäre es mal damit, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, so dass sie ihre Kinder nicht mehr so verziehen? Die meisten Amokläufer waren doch verzogene Gören aus reichen Elternhäusern, deren Eltern sie mit Geld statt Erziehung ruhig gestellt hatten.
Also wirklich. Immer diese Rufe nach dem Staat. Könnt Ihr Euch nicht selbst helfen?
[Anm.: Wir haben uns erlaubt, die von Ihnen angeführten Zitate durch Kursivschreibung zu kennzeichnen. /Die Redaktion pt.]
Vieleicht ist mir etwas - möglicherweise aufgrund meines geringen Alters - entgangen, aber wann wurde schonmal eine politischer (ver)Führungskraft für Taten verantwortlich gemacht worden die eindeutig und definitiv auf das jeweilige - falsche - Verhalten zurückzuführen sind ??
Ich zweifle nicht an unserem Rechtsstaat - Gesetze gibt es genug - ebensowenig zweifle ich an unserer Demokratie - wobei eine Volksentscheidung, eine unmittelbare Befragung des Volkes sicherlich interessant wäre - ich hab nur einfach die Hoffnung verloren, dass sich mal jemand bemüht.
Vieleicht liegt es einfach an der Entlohnung ... oder am Druck ... an der fehlenden Angst vor des volkes Zorn ... oder einfach nur am moralisch-ethischen Gerüst des Einzelnen.
Fakt ist, ändern muss sich was, sonst bin ich nach meinem Studium weg ... danke und auf Wiedershen ... die Frage wohin lässt sich bestimmt beantworten.
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Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
Dass der Amoklauf von Bonn so glimpflich ablief, sollte uns zu denken geben. Die Aufbewahrung von Waffen und Munition in Privathaushalten muss verboten werden. Kommt dies - allein aus Rücksicht auf irgendwelche Wahlen - nicht, sind diejenigen, die jetzt die ganz großen Verhinderer sind, persönlich für die Toten späterer Amokläufe verantwortlich zu machen.
Was für waffen? Wieso zu denken geben? Und, überhaupt, welcher Amoklauf in Bonn?
Ich sehe ein Mädel, das ihre Schule anzünden wollte, dann aber mit einem anderen Mädel in Streit geriet und abgehauen ist.
Um daraus einen "Amoklauf" zu machen, braucht es erstmal die Medien.
Ich meine, man sollte hier schon einmal mit dem Sammeln von Namen beginnen.
Welche Namen? Wofür Sammeln? Noch mehr Überwachung?
Wie wäre es mal damit, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, so dass sie ihre Kinder nicht mehr so verziehen? Die meisten Amokläufer waren doch verzogene Gören aus reichen Elternhäusern, deren Eltern sie mit Geld statt Erziehung ruhig gestellt hatten.
Also wirklich. Immer diese Rufe nach dem Staat. Könnt Ihr Euch nicht selbst helfen?
[Anm.: Wir haben uns erlaubt, die von Ihnen angeführten Zitate durch Kursivschreibung zu kennzeichnen. /Die Redaktion pt.]
Vieleicht ist mir etwas - möglicherweise aufgrund meines geringen Alters - entgangen, aber wann wurde schonmal eine politischer (ver)Führungskraft für Taten verantwortlich gemacht worden die eindeutig und definitiv auf das jeweilige - falsche - Verhalten zurückzuführen sind ??
Ich zweifle nicht an unserem Rechtsstaat - Gesetze gibt es genug - ebensowenig zweifle ich an unserer Demokratie - wobei eine Volksentscheidung, eine unmittelbare Befragung des Volkes sicherlich interessant wäre - ich hab nur einfach die Hoffnung verloren, dass sich mal jemand bemüht.
Vieleicht liegt es einfach an der Entlohnung ... oder am Druck ... an der fehlenden Angst vor des volkes Zorn ... oder einfach nur am moralisch-ethischen Gerüst des Einzelnen.
Fakt ist, ändern muss sich was, sonst bin ich nach meinem Studium weg ... danke und auf Wiedershen ... die Frage wohin lässt sich bestimmt beantworten.
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Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
Wenn nicht vergessen wird, wer aus irgendwelchen selbstsüchtigen Gründen, allein um die eigene Wählerklientel zu bedienen, Regelungen aktiv politisch verhindert, die einer Gefährdung von Leib und Leben von Menschen entgegenwirken soll, hat sich politisch und menschlich aus meiner Sicht vollkommen diskreditiert. So etwas darf nicht vergessen werden, weil gerade mo Falle einer Verschärfung des Waffenrechts sich die vehement Verfechter von "Law and Order" und der "christlichen Werte" als Heuchler entpuppen. Sich ihre Namen und ihre Aussagen zu merken bedeutet, ihnen in der politischen Debatte wirkungsvoll über den Mund zu fahren und sie an Hand ihrer eigenen Aussagen als Heuchler bloß zu stellen und sie mit ihren eigenen argumentativen Waffen zu schlagen. Da gilt dann auch die gerne gebrachten Ausreden, man hätte es so nicht gemeint, gewollt oder wäre falsch verstanden worden, nicht.
Wenn nicht vergessen wird, wer aus irgendwelchen selbstsüchtigen Gründen, allein um die eigene Wählerklientel zu bedienen, Regelungen aktiv politisch verhindert, die einer Gefährdung von Leib und Leben von Menschen entgegenwirken soll, hat sich politisch und menschlich aus meiner Sicht vollkommen diskreditiert. So etwas darf nicht vergessen werden, weil gerade mo Falle einer Verschärfung des Waffenrechts sich die vehement Verfechter von "Law and Order" und der "christlichen Werte" als Heuchler entpuppen. Sich ihre Namen und ihre Aussagen zu merken bedeutet, ihnen in der politischen Debatte wirkungsvoll über den Mund zu fahren und sie an Hand ihrer eigenen Aussagen als Heuchler bloß zu stellen und sie mit ihren eigenen argumentativen Waffen zu schlagen. Da gilt dann auch die gerne gebrachten Ausreden, man hätte es so nicht gemeint, gewollt oder wäre falsch verstanden worden, nicht.
Wenn nicht vergessen wird, wer aus irgendwelchen selbstsüchtigen Gründen, allein um die eigene Wählerklientel zu bedienen, Regelungen aktiv politisch verhindert, die einer Gefährdung von Leib und Leben von Menschen entgegenwirken soll, hat sich politisch und menschlich aus meiner Sicht vollkommen diskreditiert. So etwas darf nicht vergessen werden, weil gerade mo Falle einer Verschärfung des Waffenrechts sich die vehement Verfechter von "Law and Order" und der "christlichen Werte" als Heuchler entpuppen. Sich ihre Namen und ihre Aussagen zu merken bedeutet, ihnen in der politischen Debatte wirkungsvoll über den Mund zu fahren und sie an Hand ihrer eigenen Aussagen als Heuchler bloß zu stellen und sie mit ihren eigenen argumentativen Waffen zu schlagen. Da gilt dann auch die gerne gebrachten Ausreden, man hätte es so nicht gemeint, gewollt oder wäre falsch verstanden worden, nicht.
Gaspistolen in der Schule - das hatten wir auch schon, vor 20 Jahren, damals, mit 15. Nur haben wir uns nie erwischen lassen. Früher sangen wir auch: "Hurra Hurra die Schule brennt!". Nicht das wir dies gemacht hätten, aber - sowas gab es früher tatsächlich, Schüler die in der Schule zündeln. Oder sich mit Messern brüsteten.
Was ist heute also wirklich neu? Also, zunächst einmal der inflationäre Gebrauch des Wortes "Amok". Überhaupt, das Wort "Amokalarm" war mir früher wirklich nicht bekannt. Das zieht in etwa gleich mit der Benutzung des dramatisierenden Ausdrucks "Extremwetterlage", der, einmal im Lexikon nachgeschlagen, doch auch nichts anderes als ein gewöhnliches Unwetter meint.
Also, was bleibt wirklich von der schönen neuen Brutalität in Schulen? Wohl möglich nicht mehr als von den vielen neuen Komasäufern, die bei genauerer Betrachtung der Statistik, gar nicht existieren?
Mir dünkt so...
ist sicher allgegenwärtig. eine tatsache, die aber nicht dazu führen sollte, die realen todesopfer und damit ein problem, das vor 20 jahren so nicht vorhanden war, zu ignorieren.
ist sicher allgegenwärtig. eine tatsache, die aber nicht dazu führen sollte, die realen todesopfer und damit ein problem, das vor 20 jahren so nicht vorhanden war, zu ignorieren.
Sagen wir es mal etwas undiplomatisch: Herrn Dr. Hoffmanns tolles Präventions- Programm hätte in diesem Fall so reagiert wie ein Alkoholteststreifen auf Ecstasy Pillen oder eine Pfeife Crack. Nämlich gar nicht.
Genauso so unwirksam eine weitere absurde Waffengesetzverschärfung oder Gamer-Restriktion.
Alles das sind Variablen, die bei gesetzlicher Verschärfung schon im nächsten Falle vollständig abgeändert werden können. In unserer Hochrisiko-Gesellschaft lässt sich mit etwas Fachkenntnis aus nahezu allem eine Waffe basteln. Zumindest für solche Kleinanschläge wie "school shooting" reicht es allemal. Bei WMDs braucht es schon einen Studenten der Naturwissenschaften aber auch nicht viel mehr.
Ein geklauter Chemielastzug von der nächsten Autobahnraststelle reicht und schon ist ein ganzer Häuserblock weg.
Wie soll das übrigens mit diesen Krisenteams hier in Deutschland funktionieren, bei 20 Mio Schülern und einer Mio Lehrern. Schütteln wir plötzlich 50.000 Psychologen von den Bäumen? Oder muss jeder der vorhandenen noch einen Halbtags-Job an einer Schule übernehmen?
Und wer alarmiert den Psycho-Doktor. Das Wissen eines Pädagogen in klinischer Psychologie ist im Normalfall gleich Null. Was will der diagnostizieren? Lässt er etwa regelmässig Dr. Hoffanns Test im Computerraum von allen Schülern durchführen. Der Bundesdatenschützer bewahre uns vor so einem Unfug.
In den USA hat man schon vor einem Jahrzehnt Psychologie-Kurse auch in der Highschool angeboten. Die Mühseligen und Beladenen kommen schon von selbst und die Interessierten lernen genauer hinzusehen. Psychische Störungen, wenn sie nicht organischer Natur sind, entwickeln sich langsam. Und wer könnte die subtilen Veränderungen in Verhalten eines Schülers besser beobachten als seine
Klassenkameraden. Dazu müssen sie natürlich über ein Gerüst verfügen um ihre Beobachtungen auch einzuordnen. Natürlich nicht alle. Ein zwei Interessiert pro Klasse würden reichen.
Wäre die Frage wie man die Lehrer ausbildet, die wiederum den Schülern etwas beibringen. Tausende von Lehrern durch die Uni-Psychologie zu schleusen scheidet von vorneherein aus. Da kann man gleich die Unis dichtmachen. Vielleicht wie bei der Informatik vor drei Jahrzehnten indem man fachnahe Lehrer weiterbildet oder ihnen zumindest Hilfestellung bei der Weiterbildung bietet. Vielleicht auf dem Niveau des Psychotherapeuten/Heilpraktiker. Da gibt es erprobtes Lernmaterial das man sich auch im Selbststudium aneignen kann und auch bewährte Prüfungen.
Wäre zumindest ein Anfang.
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