Sie fahren vor den Autos her. Auf Fahrbahnen, die für Autos gebaut wurden, reglementieren sie das Tempo ganzer Autokolonnen. Die Unverträglichkeit zwischen Zweirädern und Vierrädern behindert und gefährdet den Verkehrsfluss in der Großstadt. Ich meine: Fahrräder und Mopeds gehören nicht auf die Fahrbahnen unserer Hauptstraßen.

Mehr Auto-Geschichte(n) gibt's hier © Buddy Toomey / Hulton Archive / Getty Images

Das Nebeneinander führt jeden Tag zu Unfällen, die es nicht zu geben brauchte. Mopeds und Radfahrer werden vom Autostrom bedrängt. Autos nehmen ihnen die Vorfahrt, schneiden sie beim Rechtsabbiegen und lassen sie über unbedacht geöffnete Autotüren stürzen.

In der Bundesrepublik sind die Verhältnisse anders als in Holland oder Dänemark. Bei uns sind Radfahrer Einzelgänger in der Großstadt, weshalb man nicht überall und immer mit ihnen rechnet. Ihre Rechte gegenüber den Autos nehmen sie — was verständlich ist — nur zögernd in Anspruch. Ihre Unsicherheit gefährdet den Verkehr. Vor allem aber gefährden sie sich selbst.

Die Risiken sind ungerecht verteilt. Mopedfahrer können die aufmerksamsten und vorbildlichsten Verkehrsteilnehmer sein, bei Zusammenstößen mit Autos sind sie stets schlimmer dran. Und dies ist das eigentliche Problem: Die Fahrräder und Mopeds sind mit ihren Fahrleistungen etwa zu vier Prozent am Verkehr beteiligt, ihre Fahrer stellen aber 15 Prozent der Verkehrstoten und 18 Prozent der Verunglückten innerhalb von Ortschaften.

Sicher, die große Zeit der Zweiräder ist vorbei. Von den 1,3 Millionen Krafträdern wird jedes zweite nur noch gelegentlich oder überhaupt nicht mehr benutzt. Und von den rund 25 Millionen Fahrrädern, die es schätzungsweise in der Bundesrepublik gibt, steht der größte Teil im Keller. Aber die wenigen auf der Straße sind zwischen den Autos halt immer noch zuviel.

Wohlstand verdrängt die Zweiräder aus dem Straßenbild, aber doch nicht so schnell, wie es im Interesse der Verkehrssicherheit auf den Straßen wünschenswert wäre. Es sind eigentlich auch nur die schweren Krafträder, deren Bestand sich zusehends vermindert. Die Zahl der Mopeds hält sich hartnäckig bei einer Million, und die Fahrräder kommen, wie es scheint, jetzt aufs neue richtig in Mode.

Die Entwicklung abwarten, hieße auf Jahre hinaus vermeidbare Menschenopfer in Kauf zu nehmen.