Vor 40 Jahren Das Risiko ist viel zu groß
Auch 1969 war das Radfahren in der Großstadt nicht ganz ungefährlich. Ein Autor der ZEIT sah damals nur eine Lösung: verbieten
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Nicht ganz verkehrsgerecht: Während der Fahrt gehören die Füße natürlich auf die Pedale
Sie fahren vor den Autos her. Auf Fahrbahnen, die für Autos gebaut wurden, reglementieren sie das Tempo ganzer Autokolonnen. Die Unverträglichkeit zwischen Zweirädern und Vierrädern behindert und gefährdet den Verkehrsfluss in der Großstadt. Ich meine: Fahrräder und Mopeds gehören nicht auf die Fahrbahnen unserer Hauptstraßen.
Das Nebeneinander führt jeden Tag zu Unfällen, die es nicht zu geben brauchte. Mopeds und Radfahrer werden vom Autostrom bedrängt. Autos nehmen ihnen die Vorfahrt, schneiden sie beim Rechtsabbiegen und lassen sie über unbedacht geöffnete Autotüren stürzen.
In der Bundesrepublik sind die Verhältnisse anders als in Holland oder Dänemark. Bei uns sind Radfahrer Einzelgänger in der Großstadt, weshalb man nicht überall und immer mit ihnen rechnet. Ihre Rechte gegenüber den Autos nehmen sie — was verständlich ist — nur zögernd in Anspruch. Ihre Unsicherheit gefährdet den Verkehr. Vor allem aber gefährden sie sich selbst.
Die Risiken sind ungerecht verteilt. Mopedfahrer können die aufmerksamsten und vorbildlichsten Verkehrsteilnehmer sein, bei Zusammenstößen mit Autos sind sie stets schlimmer dran. Und dies ist das eigentliche Problem: Die Fahrräder und Mopeds sind mit ihren Fahrleistungen etwa zu vier Prozent am Verkehr beteiligt, ihre Fahrer stellen aber 15 Prozent der Verkehrstoten und 18 Prozent der Verunglückten innerhalb von Ortschaften.
Sicher, die große Zeit der Zweiräder ist vorbei. Von den 1,3 Millionen Krafträdern wird jedes zweite nur noch gelegentlich oder überhaupt nicht mehr benutzt. Und von den rund 25 Millionen Fahrrädern, die es schätzungsweise in der Bundesrepublik gibt, steht der größte Teil im Keller. Aber die wenigen auf der Straße sind zwischen den Autos halt immer noch zuviel.
Wohlstand verdrängt die Zweiräder aus dem Straßenbild, aber doch nicht so schnell, wie es im Interesse der Verkehrssicherheit auf den Straßen wünschenswert wäre. Es sind eigentlich auch nur die schweren Krafträder, deren Bestand sich zusehends vermindert. Die Zahl der Mopeds hält sich hartnäckig bei einer Million, und die Fahrräder kommen, wie es scheint, jetzt aufs neue richtig in Mode.
Die Entwicklung abwarten, hieße auf Jahre hinaus vermeidbare Menschenopfer in Kauf zu nehmen.
- Datum 04.09.2009 - 20:20 Uhr
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- Serie Autogeschichte
- Quelle ZEIT ONLINE / DIE ZEIT
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Man lacht heute über so einen Bericht, aber eigentlich steckt im Propagieren des Ausbaus von Radwegen auch kein anderer Gedanke: Wo Autos sind, sollen doch bitte keine Radler unterwegs sein.
Man verkauft das zwar heute dann als Sicherheitsgewinn für die Fahrradfahrer, der liesse sich aber wesentlich einfacher realisieren: Autofahrer müssen Rücksicht auf Radler nehmen und ihnen in der Stadt Vorfahrt gewähren.
Statt dessen versucht man die Radler auf Radwege umzulagern.
Wer wohnte denn da? Der ÖVPN war gegenüber heute so gut wie nie da. deswegen fast alles zu Fuss, später Moped und dann Auto. Das Laufen kommt mir heute noch zugute.
Da sich das eine Menge Leute aber zeitlich nicht leisten konnten, war die Fahrt mit dem Auto natürlich und hatte Priorität. Insofern ist die Auffassung des Autors durchaus verständlich.
Bei den innerstädtischen Verkehrsverbindungen heute ist eher das Auto zu einem hohen Prozentsatz denke ich, der Störenfried.
"Wer die Verhältnisse in den Städten kennt, weiß: Autos brauchen dringend Verkehrsraum. Und da, wo die meisten Unfälle passieren, ist ohnehin kein Platz mehr für Radwege."
der diensteid der hamburger verkehrsbehörde.
aber gehandelt wird danach trotzdem. Bloss dass immer Städen langsam klar wird, dass in der autooptimierten Stadt irgendwann auch Fußgänger nix mehr verloren haben und Autos kaufen nicht ein.
Seit dem Jahr 1969 hat sich nicht viel verändert. Es hat im Jahr 1997 eine Radwegenovelle gegeben, mit einer, das Gesetz näher regelnden Verwaltungsverfügung. Das Gesetz ist zwar nicht perfekt aber, falls in den Verkehrsbehörden sich jemand dafür interessieren würde, schon ganz ordentlich.
Auch in der angeblichen Fahrradhauptstadt Deutschlands, Münster, ist das nicht anders. Lebensgefährliche Radwege sind hier für die Verwaltung kein Problem, durch die Medien weis ja jeder, wenn es knallt sind immer die Verkehrsraudis (Radfahrer) schuld. Das viele der so ausgeschilderten "Radwege" niemals hätten zu "Radwegen" erklärt werden dürfen interessiert nicht die Verwaltung, nicht die Polizei und die Parteien und Politiker schon gar nicht.
Hier geht es nur um eins. Wie bekommt man in eine Stadt mit altem Stadtkern und immer mehr Parkhäusern zahlungskräftige Kundschaft in die Konsumtempel?
Das da Radfahrer nur stören ist eigentlich nur konsequent.
Bei Fragen zur Verkehrspolitik wenden sie sich bitte an die Kaufmannschaft der Stadt Münster.
...wegen Linksverkehr.
Interessanter Ansatz, aber leider nicht konsequent zu Ende gedacht.
Denn haben Sie sich schon mal überlegt, wie viele Menschen bei Fahrrad vs. Fahrrad - Unfällen um's Leben kommen? Vermutlich doch noch einmal wesentlich weniger als bei Auto vs. Auto - Unfällen. Wieviele Fußgänger wurden schon von Radfahrern todgefahren? und wieviele mit dem Auto???
Konsequenter Schutz für die Bevölkerung wäre folglich also am ehsten durch ein Totalverbot von Autos zu erreichen. Nebenbei würde man zeitgleich auch noch was für die Volksgesundheit (Bewegung für alle) und die Umwelt tun.
Also bitte, wenn schon provozieren dann richtig!
Schöne Grüße Ihr Radfahrer
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