Stresstest Geldbedarf der US-Banken verhandelt, nicht berechnet
Auch wenn es bisher so klang, wurden die US-Banken möglicherweise nicht wirklich gründlich auf Risiken geprüft. Medien berichten, sie durften ihren Geldbedarf aushandeln.

©Peter Foley/epa
Die Bank of America kann ihren Kontostand offensichtlich aushandeln, ihre Kunden können das nicht
Erleichterung hatte sich verbreitet, nachdem die amerikanische Regierung am Donnerstag verkündet hatte, wie groß die finanziellen Risiken der US-Banken wirklich sind. Diese Erleichterung aber weicht nun Konfusion, meldet das Wall Street Journal. Der Test sei gar keiner gewesen, sondern habe eher einem zweiwöchigen Geschacher geglichen, bei dem sich die Banken bemüht hätten, alles nicht so schlimm aussehen zu lassen.
Eigentlich sollte der sogenannte Stresstest endlich Klarheit darüber bringen, wie viel Geld die Banken in den USA noch brauchen würden, um wieder stabil zu werden. Und es schien zu funktionieren, immerhin hatten die meisten Häuser dabei besser abgeschnitten, als Analysten es erwartet hatten.
Kein Wunder. Denn, so schreiben WSJ und Financial Times, sie hätten eben die Zahlen heruntergehandelt. Als die US-Zentralbank Fed die Banken im vergangenen Monat über die Ergebnisse ihrer Recherchen informierte, so das WSJ, seien die Chefs bei der Bank of America, der Citigroup oder bei Wells Fargo "erbost" gewesen über das, was sie als "übertriebene Finanzlöcher" ansahen. Einer beispielsweise "rauchte vor Wut" und sagte, die Schätzungen der Fed seien wahnwitzig hoch.
Doch anstatt dies als Warnung zu betrachten und die eigenen Bilanzen kritisch zu prüfen, drohten die Banken der Regierung mit Klagen und versuchten zu handeln. Erfolgreich offensichtlich. Bei der Bank of America, dem Haus mit dem laut Stresstest höchsten Finanzbedarf, habe die ursprüngliche Schätzung bei 50 Milliarden Dollar gelegen, berichtet das Wall Street Journal. Ausgewiesen aber wurden letztlich nur 33,9 Milliarden. Bei Wells Fargo, Nummer zwei der Liste, verkleinerte sich das Loch demnach von 17,3 Milliarden auf 13,7 Milliarden Dollar. Den größten Unterschied soll es bei der Citigroup gegeben haben. Die zur Stabilisierung benötigte Summe sei von knapp 35 Milliarden auf nur noch 5,5 Milliarden Dollar gesunken.
Es gibt allerdings auch die Darstellung der Banken. Und die sagen, das alles habe mit Lobbyarbeit nichts zu tun, sondern erkläre sich durch Fehler der Zentralbankanalysten und durch unterschiedliche Bewertungssysteme.
Der Test sollte ermitteln, ob die Banken auch dann noch genug Geld zum Überleben haben, wenn sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert. Das ist eine Rechnung mit vielen Annahmen und unbekannten Variablen, also nur eine vage Schätzung, auch wenn die Rhetorik der amerikanischen Regierung anders klang. Die hat dabei nur ein Interesse: das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, damit der Geldhandel wieder in Schwung kommt.
Daher dürfte auch Finanzminister Timothy Geithner daran gelegen gewesen sein, die Ergebnisse nicht allzu düster aussehen zu lassen. Gleichzeitig durften sie aber auch nicht zu schön wirken, geht es dabei doch auch um seine Glaubwürdigkeit und um die des Tests.
- Datum 11.05.2009 - 11:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ein staatlicher Test, der nicht glaubwürdig ist, sollte für Vertrauen in die Banken sorgen?
Das ist so ziemlich das Schlimmste, was der US-Regierung passieren kann, weil sie ihre Objektivität aufgegeben hat und so selber an Glaubwürdigkeit verliert.
Alles Gute
Kai Hamann
Die Beteiligten an dieser bankwirtschaftlichen Märchenstunde sind ein [...] der westlichen Zivilisation. Erst brocken sie der arbeitenden Bevölkerung, sowie den Rentnern und Kleinanlegern diese existenziellen Verluste ein und dann dealen sie frech mit der Regierung um auch noch weitere Anleger in ihre Bilanzfalle zu locken. Denn es gibt nicht genügend Vermögen, so daß diese Banken und Investmenthäuser auf Dauer gerettet werden könnten. Sie machen einfach so weiter, bis auch der Letzte seine existenzgrundlage verloren und die Steuerzahler bis weit in die Zukunft verschuldet sind. Das sind die wirklich gefährlichen Terroristen. Auch keine 1000 Bin Ladens könnten soviel Schaden anrichten wie dieser [...].
[Gekürzt. Für Hasstiraden und Beleidigungen dieser Art ist hier kein Platz. /Die Redaktion pt.]
Der Kapitalismus der Zocker-Spielart ist nicht mehr reformierbar. Und mit dem jetzigen Personal ist auch ein genereller Neuanfang nicht möglich, da die Beziehungen zwischen Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern auf der einen und der politischen Akteure auf der anderen Seite viel zu verkrustet sind. Ich könnte es auch klarer ausdrücken: man hat es hier mit mafiösen Strukturen zu tun, die vor einem Neuanfang zerschlagen und mit Stumpf und Stil ausgerottet werden müssen. Ein System, das einzig und allein aus der Ausbeutung und Bestehlung anderer durch eine kleine, sich Elite nennende Klasse besteht, kann und darf und wird nicht von Dauer sein.
Der Kapitalismus der Zocker-Spielart ist nicht mehr reformierbar. Und mit dem jetzigen Personal ist auch ein genereller Neuanfang nicht möglich, da die Beziehungen zwischen Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern auf der einen und der politischen Akteure auf der anderen Seite viel zu verkrustet sind. Ich könnte es auch klarer ausdrücken: man hat es hier mit mafiösen Strukturen zu tun, die vor einem Neuanfang zerschlagen und mit Stumpf und Stil ausgerottet werden müssen. Ein System, das einzig und allein aus der Ausbeutung und Bestehlung anderer durch eine kleine, sich Elite nennende Klasse besteht, kann und darf und wird nicht von Dauer sein.
Der Kapitalismus der Zocker-Spielart ist nicht mehr reformierbar. Und mit dem jetzigen Personal ist auch ein genereller Neuanfang nicht möglich, da die Beziehungen zwischen Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern auf der einen und der politischen Akteure auf der anderen Seite viel zu verkrustet sind. Ich könnte es auch klarer ausdrücken: man hat es hier mit mafiösen Strukturen zu tun, die vor einem Neuanfang zerschlagen und mit Stumpf und Stil ausgerottet werden müssen. Ein System, das einzig und allein aus der Ausbeutung und Bestehlung anderer durch eine kleine, sich Elite nennende Klasse besteht, kann und darf und wird nicht von Dauer sein.
Franklin D. Roosevelt am Vorabend der Wahl von 1936
im Madison Square Garden:
"Wir mussten uns der alten Feinde des Friedens erwehren
- des Wirtschafts- und Finanzmonopols, der Spekulation, der
rücksichtslosen Banken, der Klassenfeindschaft, des
Partikularismus, des Kriegsgewinnlertums.
Sie betrachteten die Regierung der Vereinigten Staaten schon
als ein bloßes Anhängsel ihrer eigenen Geschäfte. Wir wissen
jetzt, dass die Regierung des organisierten Geldes genauso
gefährlich ist wie die Regierung des organisierten Pöbels."
http://history.sandiego.e...
Das ist ein wirklich erschreckend aktuelles Zitat!
Einige Fehler werden wohl noch viele Generationen lang immer wieder auf´s Neue gemacht. Jedenfalls, wenn es der Menschheit gelingt, sich nicht selber auszulöschen.
Alles Gute
Kai Hamann
Das ist ein wirklich erschreckend aktuelles Zitat!
Einige Fehler werden wohl noch viele Generationen lang immer wieder auf´s Neue gemacht. Jedenfalls, wenn es der Menschheit gelingt, sich nicht selber auszulöschen.
Alles Gute
Kai Hamann
Das ist ein wirklich erschreckend aktuelles Zitat!
Einige Fehler werden wohl noch viele Generationen lang immer wieder auf´s Neue gemacht. Jedenfalls, wenn es der Menschheit gelingt, sich nicht selber auszulöschen.
Alles Gute
Kai Hamann
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