Schule Das Konjunkturpaket, ein Flop für die Bildung Seite 2/2
Jedenfalls war keine Zeit für ein Brainstorming von Pädagogen, Architekten und Kommunalpolitikern über die anstehende Schulerneuerung. Das hätte doch den großen Worten der Ministerin als Erstes folgen müssen! So wird es immer wahrscheinlicher, dass die 11 Milliarden tatsächlich zu Beton, Fensterholz und Dämmmaterial umgewandelt werden. 11 Milliarden, das sind mehr als 10 Prozent jener 104 Milliarden, die in Deutschland im letzten Jahr insgesamt für Bildung ausgegeben wurden.
Was tun? Schnell ein Gesetz ändern? Koalition und Föderalismuskommission haben sich tatsächlich auf die Novellierung des Artikel 104b des Grundgesetzes geeinigt, eben des Föderalismus-Paragrafen, den man vor nicht einmal drei Jahren erst geändert hatte. Demnach darf der Bund künftig in "außergewöhnlichen Notsituationen" auch ohne eigene Gesetzgebungskompetenz Geld an die Länder geben.
Im Juli soll die bisher kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommene Grundgesetzänderung durch sein. Werner Gratzer, Jurist und Staatssekretär im Finanzministerium, versucht, die Länder zu ermutigen. Er schreibt in einem Brief, der uns vorliegt, dass durch die Grundgesetzänderung "der Kreis der förderungswürdigen Investitionsvorhaben erheblich erweitert" wird. Man horcht auf und liest, "dass Investitionsvorhaben auch förderungswürdig sind, bei denen keine energetische Sanierung vorgenommen wird." Und dann heißt es gleich im nächsten Satz: "Insgesamt muss aber der energetischen Sanierung eine besondere Bedeutung zukommen." Man reibt sich die Augen und weiß, aus Schavans schönem Satz wird wohl erst mal nichts: „Deutschland wird mit einem modernisierten Bildungs- und Forschungssystem gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorgehen.“
Hypo Real Estate hat gerade weitere 10 Milliarden Euro von der Bundesregierung erhalten. Unvorstellbare 102 Milliarden Euro hat die Bundesregierung bisher allein für diese Zombie-Bank bereit gestellt. Dies entspricht also derzeit ziemlich genau den jährlichen Bildungsausgaben in diesem Land. Bei den 102 Milliarden Euro für die Bank wird es nicht bleiben. Ein Wachstum der Bildungsausgaben in den nächsten Jahren, so Peer Steinbrück vergangene Woche, steht allerdings unter Haushaltsvorbehalt.
* Je nachdem, ob auch die Anteile der Länder und der Kommunen mitgezählt werden, gibt es unterschiedliche Angaben über das für Bildung reservierte Geld im Konjunkturpaket II.
- Datum 05.09.2009 - 13:59 Uhr
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- Serie Bildungskolumne
- Quelle ZEIT ONLINE
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Bildung ist ja schließlich auch nicht systemrelevant, wie es so schön immer heißt....
zeigt ja leider erst mittelfristig ihren Erfolg. Das ist zu lange hin für eine vierjährige Legislatuperiode. Und über die wird ja selten mal hinausgedacht in diesem Land. Also lieber Milliarden in Fenster und Dämmung, als in die Köpfe unserer Jugend. Schließlich muss die Wirtschaft heute belebt werden.
Der grösste Stolperstein im Bildungssystem ist die vorgesehene Privatisierung desselben...
Offensichtlich können die privaten Entitäten ein solches System nicht finanzieren ohne konstant auf Steuergelder angewiesen zu sein.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Gab es da nicht so einen Eid, dass unsere Regierenden "ihre ganze Kraft zum Wohle des Volkes" einsetzen? Stattdessen wird um Bund- und Länderkompetenzen gefeilscht, als wären wir auf einem orientalischen Basar. Du willst ein Stück von meiner Kfz-Steuer, dann gib mir als Ausgleich ein bisschen mehr Bildungskompetenz - oder so ähnlich. Und das ist dann der Einsatz der ganzen Kraft zum Wohle des Volkes.
Meine Tochter besucht derzeit die 9. Klasse eines Berliner Gymnasiums und ich muss feststellen, dass sich gegenüber meiner Schulzeit vor 30 Jahren nichts verändert hat. Eigentlich ist es mit Zentralabitur, Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre (dies ist ein Thema für sich: Verkürzen wir mal per Gesetz und denken später darüber nach, wie wir das hinbekommen!), Lehrermangel, Stundenausfall etc. deutlich schlechter geworden. Von wegen moderne Bildungsstätten, neue Lehr- und Lernmethoden, Lernen fürs Leben im 21. Jahrundert - alles Fehlanzeige. Es wird gepaukt für das Bestehen der nächsten Klausur und dann schnell den Kopf frei kriegen für die nächste.
Es ist ja nicht so, dass es an Ideen oder Konzepten fehlen würde, aber zum Wohle des Volkes werden diese eben nicht umgesetzt.
Wenn ich nichts zu denken habe, kann es ganz schnell ziemlich kalt für mich werden. Exotherme oder endotherme Prozesse werden bestimmt auch durch Informationsprozesse bedingt. Das wissen die Chemiker und Biologen aber bestimmt besser. Oder vielleicht kommt ja auch ein Schachspieler manchmal ins schwitzen- falls ja- plastert die Böden in Schulen bitte mit Schachbrettmustern aus!!! Ein paar Figuren ließen sich mit Hilfe von menschlicher Arbeits-oder Freizeitkraft auch noch herstellen. So wird einem auch recht schnell warm. Achja und wie hält es das Gesetzt mit zwischenmenschlicher Wärme? Bekanntlich driften wir ja immer weiter auseinander. Da könnte bestimmt auch einiges an Energie sinnvoll umgewandelt werden. So fühlt sich ein großer gedämmter Raum in dem 2 Lehrer sitzen bestimmt kälter an als in einem ungedämmten Raum mit 10 Lehrern.
Auch der Sportunterricht mit seinen veralteten und verloren gegangenen Geräten könnte bestimmt unter dem Aspekt der energetischen Nutzbarkeit herangezogen werden.
Konjunkturprogramme waren für Klimaschutz, also für nachhaltige Baumaßnahmen, intendiert. Man sollte meinen, es werden dann die daran beteiligt, die sich seit Jahren und Jahrzehnten mit dem Thema "ökologisches Bauen" gegen den mainstream beschäftigt haben und das Know How besitzen. Aber Pustekuchen. Beste Voraussetzung für die Beauftragung ist es nach wie vor, dass man sich kennt, damit man auch sicher geht, dass die engen zeitliche Vorgaben gehalten werden können. Also weiter Kisten bauen, Gebäude energetisch mit den falschen Materialien sanieren, Luftqualität in den Klassenräumen mindern und am besten nach wie vor schadstoffhaltige Materialien einbauen -- who cares! Es ist schlicht und einfach: unfassbar. Wie aussen so innen. Man sieht den (teuer gebauten) Schulen (Garagen, Zigarrenkisten, Särge), die z.T. gar nicht so alt sind und die schon wieder saniert werden müssen, weil man nicht an Ökologie gedacht hat, sondern sich darüber lustig gemacht hat (ist zu teuer), an, dass es sich um Abfüllstationen von vorgefertigtem Wissen handelt, das man heute z.t. gar nicht mehr braucht. Modern und häßlich. Nicht Kind- und menschengemässe Bauweisen. Man sollte sich darüber Gedanken machen, wie das Monopol derer die das Denken von Gestern weiter erfolgreich betreiben, endlich gebrochen werden kann. Und wie man anders baut. Und die Entscheider von gestern auf allen Ebenen austauschen mit solchen Menschen, die befähigt sind über die 3-4 Jahre hinaus zuschauen wie die Juristenentscheider in Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Die wollen doch gar nichts ändern, die haben doch was vom status quo! Andere Bildung braucht auch andere Schulen. Aber über das Geistige macht man sich ja wenig Gedanken, oder Frau Schavan und Herr Tiefensee? Kein Wunder, dass wir heute da stehen wo wir stehen.
....scheiß (ich bitte um verzeihung, aber ein anderer Ausdruck passt nicht) doch auf die bildung. die brauchen wir nicht. motivation schaffen für ein besseres lernklima, schulreormen praktizieren um die schulabbrecherquote zu verringern (ein hoch auf das spd-wahlprogramm), ganztagsangebote schaffen, förderunterricht einführen...wieso auch. wir haben ja eh nicht genug lehrer die das durchführen können. und schulen renovieren, ne wir schließen lieber. bei so vielen schüler in einer klasse brauchen wir keine dämmung, es wird auch so warm. und die abgeplatzte farbe sieht man dann auch nicht mehr, während man beschäftigt ist den lehrer zun verstehen, oder mit dem handy zu spielen. der da vorne kann sich ja eh nicht um einen kümmern, individuelle förderungen sind ja gar nicht möglich.
am besten ich leg mein lehramtsstudium auf eis, ich habe ja sowieso keine zukunftsaussichten, wie meine baldigen schüler.
ein hoch auf unseren staat. der probleme wirklich erkennt.
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Ich weiß, dass ich nichts weiß.
hoffe doch sehr, dass Sie Ihr Lehramtsstudium abbrechen.
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wissen schon, dass es ein stilistisches Mittel namens Ironie gibt?
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Ich weiß, dass ich nichts weiß.
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