60 Jahre Bundesrepublik

Deutsche sind stolz auf ihr Land

In einer Umfrage zum 60. Jahrestag der Bundesrepublik bewertet die große Mehrheit Deutschland äußerst positiv. Die Studie räumt auch Vorurteile zwischen Ost und West aus

Lange wurde den Deutschen ein gespaltenes Verhältnis zu ihrer eigenen Nation und ihrem Land nachgesagt. Die Nazi-Zeit wirkte hier bei Vielen, vor allem Linken, nach. Doch seit der Einheit hat sich offenbar auch das nationale Selbstbild gewandelt und Platz geschaffen für eine unverkrampfte, eher emphatische Sicht auf das vereinte Deutschland.

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Das belegt eine am Freitag vorgestellten Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dazu wurden Menschen aus den alten und neuen Bundesländern befragt, mit welchen Gefühlen sie auf die Geschichte der Bundesrepublik blicken, was sie an ihrem Land schätzen und was sie vom Staat erwarten. Die Bilanz ist durchweg positiv – und räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass Deutsche nicht auf ihr Land stolz sein können.

Rund 90 Prozent der Deutschen bewerten die 60-jährige Geschichte der Bundesrepublik als Erfolgsgeschichte. So verwundert es nicht, dass gut zwei Drittel der Befragten auch stolz auf die Bundesrepublik von heute sind. Dabei empfinden die Westdeutschen mit 69 Prozent zwar mehr Stolz als ihre Mitbürger in den neuen Bundesländern, diese stimmten der Aussage aber auch mit 57 Prozent zu.

Innerhalb der Parteienlandschaft ist die Zustimmung am höchsten bei den Anhängern der Union, am schwächsten bei den Linken (39 Prozent), die sich mit  den Zuständen im Land offenbar noch immer schwer tun.

Auch die deutsche Verfassung genießt ein hohes Ansehen: Nahezu drei Viertel aller Befragten sind stolz auf das Grundgesetz. Im parteipolitischen Spektrum weichen auch hier nur die Linken mit einer 25 Prozent geringeren Zustimmung ab.

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Leser-Kommentare

    • 08.05.2009 um 11:45 Uhr
    • T-800
    1. Stolz

    Zufrieden mit dem Grundgesetz - okay. Aber "stolz" drauf? Haben die Befragten denn dran mitgeschrieben? Irgendwas dafür geleistet? Stolz auf fremde Arbeit zu bekunden, finde ich anmaßend.

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    Dem schließe ich mich an. Ich finde Stolz verbunden mit der Tatsache, dass man stolz auf sein Land ist, immer etwas fragwürdig. Nicht aufgrund der NS-Vergangenheit, sondern einfach, weil es ja ein Zufall ist, dass ich in diesem Land gebohren wurde. Ich hätte ja genauso gut in Indien geboren werden können.

    Stolz kann ich nur auf eine eigene Leistung sein. Ich bin froh in Deutschland zu leben, aber stolz bin ich darauf nicht. Warum auch. Ich habe ja nichts dafür getan. Evt. kann ich noch stolz darauf sein, dass ich die demokratische Verhältnisse in diesem Land unterstütze, indem ich wählen gehe, meine Steuern bezahle ect.

    was "anmaßend" bedeutet. Es steht niemandem zu anderen vorzuschreiben oder madig zu machen welche Empfindungen man hat. Es ist eher erstaunlich wenn man bedenkt wieviel die Leute tagtäglich jammern und sich in im Grunde Kleinigkeiten dermaßen reinsteigern dass man nicht unbedingt das Gefühl hat dass es sich dabei um ausgeglichene zufriedene Menschen handelt. Und wenn man bedenkt mit welcher Emphase und welchem Nachdruck Medien und so gut wie alle Politiker und Parteien eher in das Gegenteil gehen. Also, jede Form von "Patriotismus" (ein verdammt septischer Begriff) wurde zB bei der WM 2006 mit größter Skepsis betrachtet und mit sinnschwerer Miene auf Podiumsdiskussionen behandelt, ... in der alten Bundesrepublik sagten selbst Staatsoberhäupter sie können nur ihre Frau, nicht aber ihr Land lieben ... und von Links wie Rechtsextremen wird die Bundesrepublik verteufelt (beide verachten diesen Staat, das Grundgesetz und seine Symbole). Dennoch paradoxerweise von der Mitte der Gesellschaft ebenfalls mit Distanz betrachtet. Es gibt niemand, keine Behörde und keine Partei, die zB SchwarzRotGold demonstrativ vor sich trägt (wer sich mal in anderen Ländern genau umgeschaut hat weiss was ich mein, seien es die USA oder die Türkei..) - die Rechtsextremen verehren eine ganz andere Flagge und sehen in der Bundesrepublik und ihren Symbolen einen Feind (wo sie bei den Linksextremen in guter Gesellschaft sind, wenn auch aus anderen Zwangsvorstellungen heraus). Die Flagge ist also offensichtlich ein starkes Symbol.
    Die Leute haben sich bei der WM einfach mal probeweise die Flagge geschnappt und sich damit geschmückt, vollkommen aus freien Stücken und es hat sich gut angefühlt für die Leute. Das ist absolut neu in der deutschen Geschichte. Heimatstolz der nicht von Herrschern oder Hetzern angefacht wird, Heimatstolz der nicht ausgrenzend daher kommt, der sich nicht aus Volkstümelei speist sondern aus Stolz auf die Bunterepublik Deutschland und das was aus diesem Flecken in Mitteleuropa geworden ist.
    Ich teile das. Und da ich mich als Teil der Gesellschaft sehe, als Teil meines Umfeldes und auch mithelfe (in Form von Ehrenamt) trage ich auch einen Teil zum großen Ganzen bei.
    Aber das ist eine Generationenfrage das hab ich oft festgestellt. Ich bin 23 und bin da unbefangen, meine Eltern sind da ganz anders. Als ich das erste mal eine Deutschlandflagge an meinem Schreibtisch an die Wand geklebt habe hat sich meine Mama mit großen Augen versichert "Du wirst jetzt aber kein Nazi oder?". Das war ein ziemlich erhellender Moment für mich, der mir mehr über die Befindlichkeiten der Generation meiner Eltern gesagt hat als ich jemals in Geschichtsbüchern oder dergleichen hätte erfahren können.

    • 08.05.2009 um 11:48 Uhr
    • istmor

    Zitat: "Wie es im Untersuchungsbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung heißt, legen die Ergebnisse den Schluss nahe, dass die Linke 'nicht wegen, sondern trotz ihrer politischen Forderungen' aus Protest unterstützt wird."

    Ich verstehe nicht. Im Artikel heißt es, dass auch die Anhänger der Linken gern in der BRD leben und diese auch verteidigen wollen.
    Wenn der oben genannte Schluss also stimmen soll, wogegen würden die Wähler dann protestieren wollen? Das wird mir aus dem Artikel leider nicht klar.

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    vielleicht gegen unsere qualitativen Politiker, vielleicht wg. der ausufernden Buerokratie, vielleicht wg Hartz 4 und dessen Tueren zum Missbrauch, vielleicht weil wir zwar waehlen sollten aber ueberhaupt nichts zu sagen haben, vielleicht gegen Bruessel als Auffangstation fuer Politiker mit Mittelmass, das beste an Bruessel koennte Herr Junker sein ! global gesehen : ich weiss es nicht und waehle darum nicht, zumindest denke ich DERZEIT so, kann sich ja noch aendern.arno-cote d'azur

  1. vielleicht gegen unsere qualitativen Politiker, vielleicht wg. der ausufernden Buerokratie, vielleicht wg Hartz 4 und dessen Tueren zum Missbrauch, vielleicht weil wir zwar waehlen sollten aber ueberhaupt nichts zu sagen haben, vielleicht gegen Bruessel als Auffangstation fuer Politiker mit Mittelmass, das beste an Bruessel koennte Herr Junker sein ! global gesehen : ich weiss es nicht und waehle darum nicht, zumindest denke ich DERZEIT so, kann sich ja noch aendern.arno-cote d'azur

    Antwort auf "Protestwähler"
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    die meisten Grün-Wähler sind reich, gebildet und erzkonservativ. Und weil sie vor lauter Spießbürgertum ein schlechtes Gewissen haben, wählen sie grün: Siehe hier
    Und genauso ist es mit den Linkswählern. Aus einem Gefühl der gewaltigen Ungerechtigkeit (in jeder Umfrage bewerten die Menschen die eigene Situation deutlich besser als die allgemeine Situation) und im Glauben, dass die es anders machen, wird links gewählt.
    Links wählen oder grün wählen muss man sich leisten können. Wenn es aber hart auf hart kommt, dann kehren die Wähler doch lieber in die politische Mitte zurück. In Politik und im Leben ist Langeweile immer noch der Garant für Sicherheit, einem Grundbedürfnis eines jeden Menschenkindes.

  2. Wie selbst die erwähnte Studie indirekt einräumt, gibt es hierzulande immense Defizite. Trotz der unglücklichen Formulierungen bei den Fragestellungen steht viererlei fest:
    1) hierzulande gibt es keine Gleichbehandlung aller vor dem Gesetz.
    2) eine übergroße Mehrheit fühlt, es geht (sehr) ungerecht zu.
    3) die Menschen wollen mehrheitlich eine umfassende soziale Absicherung ( hierzu sei erwähnt, dass eine Umfrage im Auftrag der BEK ergab, dass die Menschen die Nischenpolitik der FDP im Gesundheitswesen und die Ungleichbehandlung PRIVAT- / GKV-Versicherte zu 85 % ablehnen!)
    4) Die Menschen auch ich sind auf D. sehr stolz. Dennoch sehe ich, wie viele, auch unsere Mega-Fehler , insbesondere seit 1914 beginnend.

    Meine Schlußfolgerung ist: Es könnte uns allen weit besser gehen, hätten wir bessere Eliten
    a) in der Politik
    b) in der Wirtschaft
    c) an der Spitze der gesellsch. Organisationen
    d) in den Medien
    e) in den Kirchen ( Beispiel: wenn ich höre: geschiedene Bischöfin will allerhöchstes Amt, dann frage ich mich: hat die ein Rad ab? Aber der Dummheit sind ja keine Grenzen gesetzt).
    Also können wir einerseits zufrieden sein. Da aber Zufriedenheit Stillstand auslösen würde, sollten wir nach Höherem streben! ( ad astra )

  3. Dem schließe ich mich an. Ich finde Stolz verbunden mit der Tatsache, dass man stolz auf sein Land ist, immer etwas fragwürdig. Nicht aufgrund der NS-Vergangenheit, sondern einfach, weil es ja ein Zufall ist, dass ich in diesem Land gebohren wurde. Ich hätte ja genauso gut in Indien geboren werden können.

    Stolz kann ich nur auf eine eigene Leistung sein. Ich bin froh in Deutschland zu leben, aber stolz bin ich darauf nicht. Warum auch. Ich habe ja nichts dafür getan. Evt. kann ich noch stolz darauf sein, dass ich die demokratische Verhältnisse in diesem Land unterstütze, indem ich wählen gehe, meine Steuern bezahle ect.

    Antwort auf "Stolz"
  4. was "anmaßend" bedeutet. Es steht niemandem zu anderen vorzuschreiben oder madig zu machen welche Empfindungen man hat. Es ist eher erstaunlich wenn man bedenkt wieviel die Leute tagtäglich jammern und sich in im Grunde Kleinigkeiten dermaßen reinsteigern dass man nicht unbedingt das Gefühl hat dass es sich dabei um ausgeglichene zufriedene Menschen handelt. Und wenn man bedenkt mit welcher Emphase und welchem Nachdruck Medien und so gut wie alle Politiker und Parteien eher in das Gegenteil gehen. Also, jede Form von "Patriotismus" (ein verdammt septischer Begriff) wurde zB bei der WM 2006 mit größter Skepsis betrachtet und mit sinnschwerer Miene auf Podiumsdiskussionen behandelt, ... in der alten Bundesrepublik sagten selbst Staatsoberhäupter sie können nur ihre Frau, nicht aber ihr Land lieben ... und von Links wie Rechtsextremen wird die Bundesrepublik verteufelt (beide verachten diesen Staat, das Grundgesetz und seine Symbole). Dennoch paradoxerweise von der Mitte der Gesellschaft ebenfalls mit Distanz betrachtet. Es gibt niemand, keine Behörde und keine Partei, die zB SchwarzRotGold demonstrativ vor sich trägt (wer sich mal in anderen Ländern genau umgeschaut hat weiss was ich mein, seien es die USA oder die Türkei..) - die Rechtsextremen verehren eine ganz andere Flagge und sehen in der Bundesrepublik und ihren Symbolen einen Feind (wo sie bei den Linksextremen in guter Gesellschaft sind, wenn auch aus anderen Zwangsvorstellungen heraus). Die Flagge ist also offensichtlich ein starkes Symbol.
    Die Leute haben sich bei der WM einfach mal probeweise die Flagge geschnappt und sich damit geschmückt, vollkommen aus freien Stücken und es hat sich gut angefühlt für die Leute. Das ist absolut neu in der deutschen Geschichte. Heimatstolz der nicht von Herrschern oder Hetzern angefacht wird, Heimatstolz der nicht ausgrenzend daher kommt, der sich nicht aus Volkstümelei speist sondern aus Stolz auf die Bunterepublik Deutschland und das was aus diesem Flecken in Mitteleuropa geworden ist.
    Ich teile das. Und da ich mich als Teil der Gesellschaft sehe, als Teil meines Umfeldes und auch mithelfe (in Form von Ehrenamt) trage ich auch einen Teil zum großen Ganzen bei.
    Aber das ist eine Generationenfrage das hab ich oft festgestellt. Ich bin 23 und bin da unbefangen, meine Eltern sind da ganz anders. Als ich das erste mal eine Deutschlandflagge an meinem Schreibtisch an die Wand geklebt habe hat sich meine Mama mit großen Augen versichert "Du wirst jetzt aber kein Nazi oder?". Das war ein ziemlich erhellender Moment für mich, der mir mehr über die Befindlichkeiten der Generation meiner Eltern gesagt hat als ich jemals in Geschichtsbüchern oder dergleichen hätte erfahren können.

    Antwort auf "Stolz"
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    Das sehe ich ähnlich. Im Grunde ist es doch durchaus positiv zu sehen, dass die Leute sich mit den Grundwerten ihres Landes identifizieren können. Und vielleicht ist das, was den Deutschen am meisten fehlt, eine gewisse Lockerheit im Umgang mit Fragen des Patriotismus. Das mag sicher historisch bedingt sein, ist m.E. aber vielfach auch etwas zu todernst ausgewälzt.

    Ich selbst bin allerdings eine international geprägte Promenadenmischung. Vielleicht finde ich habe ja gerade deshalb keine bösen Hintergedanken, wenn sich jemand eine deutsche Fahne in den Vorgarten hängt ;-))

    Ich bin Maple Leaf und Stars and Stripes gewohnt, warum also nicht auch SchwarzRotGold.

    Ihr Vorkommentator hat sich weder "angemaßt", die gefühlten Vorzüge dieses Landes zu kritisieren, noch das zur Schau getragene Zugehörigkeitsgefühl. Den Begriff "Stolz" würde ich aber auch nur für Aktionen verwenden, die ich selbst verzapft habe, direkt oder indirekt. Stolz bin ich folglich auf das, wonach mich andere Menschen bewerten sollen - und das hat nichts mit der Nationalität zu tun. Umgekehrt ist das heutige Deutschland auch nicht schuld am Holocaust.

    Sie haben insofern recht, dass die WM2006 einen wichtigen Wendepunkt im unverkrampften Umgang der Deutschen mit nationalen Symbolen darstellt. Diejenigen, die den Gebrauch der schwarzrotgoldenen Fahnen "skeptisch" beäugen, waren bei diesem Großereignis deutlich in der Minderheit.

    Die "Stolz auf Deutschland"-Diskussion ist für mich keine Kleinigkeit, sondern der Ausdruck eines Grundproblems, der Eigenwahrnehmung der Leute. Identifizierung heisst auch immer Abgrenzung vom Anderen. Und das schlaegt sich in der Diskussion ueber Leitkulutur und Einwanderungspolitik nieder. Ich kann es schliesslich erst rechtfertigen dass ich hier leben darf aber andere die das auch wollen in Lager auf Lampedusa gepfercht werden, wenn ich mir sicher bin dass ich ganz ohne Eigenleistung zum Club "Deutsche Nation" dazugehoere, und mich ordentlich dafuer feiere.
    Deswegen glaub ich auch nicht dass es ein Zufall ist, das mit der "Entkrampfung" die Asyl- und Zuwanderungpolitik restriktiver wurde.

    "Es gibt niemand, keine Behörde und keine Partei, die zB SchwarzRotGold demonstrativ vor sich träg"

    Was war die dieser "Du bist Deutschland" - Kampagne?
    Im Vergleich mit Amerika ist das vielleicht harmlos, aber man muss sich ja nicht mit den fiesesten Beispielen messen. Die sind dann eben schon soweit dass Folter auch ok ist, solang es sich nicht um Amerikaner handelt.
    Und die CDU hat auf ihren aktuellen Plakaten zur Europawahl. "Wir" auf schwarz-rot-goldenen Grund geschrieben. Hilfe! Mit so einem Verein möchte ich auf keinen Fall in ein "Wir" gesteckt werden. Dann doch viel lieber mit den Afrikanern auf Lampedusa.

    Ich stimme außerdem dem Urteil meinen Vorredner über diese platte Interpretation über die Anhaenger der Linkspartei an. Insgesamt: Wie kann man nur, als Journalist, der was auf sich hält, und auch noch bei der Zeit ist, die Studie einer unverhohlen interessengeleiteten Stiftung so unkritisch uebernehmen.

  5. Das sehe ich ähnlich. Im Grunde ist es doch durchaus positiv zu sehen, dass die Leute sich mit den Grundwerten ihres Landes identifizieren können. Und vielleicht ist das, was den Deutschen am meisten fehlt, eine gewisse Lockerheit im Umgang mit Fragen des Patriotismus. Das mag sicher historisch bedingt sein, ist m.E. aber vielfach auch etwas zu todernst ausgewälzt.

    Ich selbst bin allerdings eine international geprägte Promenadenmischung. Vielleicht finde ich habe ja gerade deshalb keine bösen Hintergedanken, wenn sich jemand eine deutsche Fahne in den Vorgarten hängt ;-))

    Ich bin Maple Leaf und Stars and Stripes gewohnt, warum also nicht auch SchwarzRotGold.

  6. Was ist denn das fuer eine versteckte Stimmungsmache?

    Zitat: "... am schwächsten bei den Linken (39 Prozent), die sich mit den Zuständen im Land offenbar noch immer schwer tun."

    Die Linke tut sich nicht "noch immer" mit den Zuständen im Land schwer, sondern protestiert gerade gegen den Sozialabbau der letzten Dekade. Ihr Unmut richtet sich - nach meinem Verstaendnis - nicht gegen die BRD seit ihrem Bestehen sondern gegen den Neoliberalen Kreuzzug, der den Rest der Parteienlandschaft schon laengst vereinnahmt hat.

    Aber das die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung natuerlich versucht, die Linke weiter negativ zu stigmatisieren, bemerkt man spaetestens beim Schlusssatz:


    "Wie es im Untersuchungsbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung heißt, legen die Ergebnisse den Schluss nahe, dass die Linke "nicht wegen, sondern trotz ihrer politischen Forderungen" aus Protest unterstützt wird."

    Lieber Herr Schlicht, koennten Sie in ihrem naechsten Artikel vielleicht etwas kritischer Bezug auf die Schlusfolgerungen der besagten Stiftung eingehen als einfach deren (einseitige) Interpretation so stehenzulassen?

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    Die "Linke"   Flieger51

    tut sich nicht nur schwer, die BRD positiv zu sehen, sondern auch ihr Gehirn zu benutzen.

    wäre naiv , dafür kann man zumindest aufgrund der politischen Wertung in der Schlussfolgerung Unwissenschaftlichkeit unterstellen .
    Die "einseitige" Interpretation wird mit Sicherheit nicht zur Sprache gebracht , da in der Formulierung "linke unverkrampfte empathische Sicht auf das vereinte Deutschland" in Verbindung mit einer fehlenden distanzierteren Beschreibung hinsichtlich dieser Untersuchung durchaus eine geistige Nähe unterstellt werden kann, sonst hätte man eine andere Grammatik gewählt ; wär ja auch kein Problem ,nur: Ich komme von den Gedanken nicht los , dass man Objektivität lediglich vortäuschen will ...

    Den "Konservativen" wer oder was auch immer das sein mag , sollte es aber genüsslich ihrer Kehle hinabgeglitten sein , dass die Linke zwar das Wort "Stolz" als suspekt empfindet , aber die Nationalisierung in fast allen Bereichen Einzug gehalten hat . . . . Darüber sollte man eigentlich mehr schreiben

    ..vielen Dank für Ihre Anmerkung. Der Artikel gibt lediglich die Ergebnisse der Studie wieder. Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen zu ziehen, obliegt in jeder Hinsicht einer subjektiven Einschätzung. In der Tat habe ich mich (bewusst) einer Einordnung der von Ihnen zitierten These, die die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) vertritt, enthalten. Von Stigmatisierung oder Stimmungsmache zu sprechen, ist meiner Meinung nach nicht angemessen. Vielmehr gibt das Ergebnis Anlass, die Diskussion hier fortzuführen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Daniel Schlicht

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