Eiskunstlauf Sportdirektor am Pranger
Udo Dönsdorf soll einen Eistänzer sexuell belästigt haben. Der Fall des umstrittenen Sportdirektors setzt die Eislauf-Union unter Druck

© Sandra Behne/Getty Images)
Die Vorwürfe gegen den Sportdirektor Udo Dönsdorf werfen Schatten auf die Deutsche Eislauf-Union
Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt am Main, ein unproblematischer Termin also. Dort sitzt der Deutsche Olympische Sportbund, lauter Funktionäre und Verwaltungsleute, kein einziger Eiskunstläufer. Udo Dönsdorf hatte dort vor kurzem einen Termin, der Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU) konnte dort allein auftauchen, unbesorgt.
Bei Treffen mit Eiskunstläufern ist das nicht mehr ganz so einfach. Dort soll mitunter eine Art Aufpasser neben Dönsdorf stehen. Das jedenfalls hat Dieter Hillebrand, der Präsident der DEU, angeregt. Dönsdorf steht unter Druck: Ein Berliner Eistänzer hatte erklärt, Dönsdorf habe ihn nachts in einem Hotelzimmer sexuell belästigt. Der Sportdirektor bestreitet das. Hillebrand hatte nun bei einer internen Sitzung führender Landesverbandsfunktionäre in Frankfurt am Main auf die Frage, wie man denn in Zukunft mit dem Sportchef umgehe, geantwortet: "Dann stellt man ihm bei Terminen eben jemand zur Seite." So erinnert sich ein Teilnehmer der Sitzung: "Darauf haben einige nur spöttisch gelacht."
Lustig ist das nicht. Dönsdorf soll in Zukunft private Kontakte mit Sportlern möglichst vermeiden, das ist die Vorgabe des Verbands. Elke Treitz, die Vize-Präsidentin der DEU, sagt es formeller: "Herr Dönsdorf hat ein paar arbeitsrechtliche Verhaltensregeln bekommen." Uwe Harnos, der zweite DEU-Vizepräsident, sagt: "Wir erwarten, dass er das Private und Sportliche strikt trennt." Ansonsten aber ist für die DEU der Fall erledigt. Aus einem einfachen Grund: Dönsdorf habe als Privatperson gehandelt, deshalb sei die DEU unzuständig.
Aber möglicherweise gab es doch einen anderen Grund: die Angst vor einer hohen Abfindung. Ein Teilnehmer der Sitzung in Frankfurt am Main sagt: "Herr Hillebrand hatte erklärt, dass man für Herrn Dönsdorf mehr als 100.000 Euro Abfindung zahlen müsse. Das habe ein Arbeitsrechtler erklärt. Und dieses Geld habe die DEU nicht." Harnos hatte dagegen gesagt: "Unsere Entscheidung hat nichts mit dem schnöden Mammon zu tun."
- Datum 13.05.2009 - 12:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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