Antarktis Produktionskrise am SüdpolSeite 2/2
Die reduzierte pflanzliche Grundnahrung vertreibt den Krill, der wiederum den Antarktischen Silberfischen (Pleuragramma antarcticum) fehlt – einem Dorsch, den wiederum Adeliepinguine (Pygoscelis adeliae) und Robben bejagen. Der Verlust ihrer Hauptbeute zwingt die Tiere abzuwandern, was in den letzten Jahren schon zu beobachten war. Stattdessen ersetzen quallenähnliche Salpen den Krill, da sie anspruchsloser sind und sogar kleinere Fische fressen können – höheren Lebewesen selbst liefern sie hingegen nur unbefriedigendes Futter. Das Nahrungsnetz der Region hat sich folglich mittlerweile nahezu vollständig umgewandelt.
Verschlechtert haben sich die Bedingungen allerdings nicht überall, wie die Wissenschaftler gleichermaßen feststellten: Weiter im Süden der Halbinsel schoss die Algenproduktion um zwei Drittel in die Höhe, obwohl auch hier das Eis – in kleinerem Umfang – zurückgegangen war. Im Gegensatz zum nördlichen Part nahm die Bewölkung allerdings nicht zu, so dass stets genügend Licht für Fotosynthesezwecke vorhanden war. Außerdem begünstigte der verstärkte Antarktisstrom die Entwicklung, denn er transportierte mehr Nährstoffe in diese bislang unterversorgte Meeresregion.
Viele der aus dem Norden vertriebenen Tiere haben hier nun eine neue Heimat gefunden. Ob sie von Dauer ist, bleibt zumindest fraglich: Auch die Hauptmasse der Antarktis scheint sich mittlerweile zu erwärmen und das Eis dort zu schwinden. Irgendwann ist rein geografisch jedoch keine weitere Flucht nach Süden mehr möglich.
Montes-Hugo, M. et al.: Recent Changes in Phytoplankton Communities Associated with Rapid Regional Climate Change Along the Western Antarctic Peninsula. In: Science 323, S. 1470–1473, 2009.
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- Datum 19.05.2009 - 16:49 Uhr
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- Serie Umwelt
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