Porsche & VW Die Kurve gekriegtSeite 2/2

Das wird nicht ohne Verluste für die handelnden Personen ablaufen. Künftig kann es im neuen integrierten Autokonzern nur einen Vorstandsvorsitzenden geben, nur einen Finanzchef und nur einen Aufsichtratsvorsitzenden. Bleibt zu hoffen, dass die beteiligten Führungsfiguren bei der Klärung dieser Fragen ihre starken Egos ausnahmsweise hinter das Interesse des Unternehmens zurückstellen.

 
Leser-Kommentare
    • Zack34
    • 07.05.2009 um 12:38 Uhr

    ... dürfte für VW sehr teuer werden.

    Der Konzern selbst hat bei der nahezu weltweit schwächelnden Nachfrage und zugleich erf. Investitionen keinerlei Vorteile von Porsche als neuer Marke.
    Allein Porsche wird damit gerettet, genauso wie die pers. Interessen des Herrn Piech (Porsche-Beteiligung) auch.

    Im schlimmsten Fall zieht Porsche noch - wie gesagt bei der kritischen Marktlage - VW noch mit runter, Milliardenschulden inkl.

    • Zynix
    • 07.05.2009 um 13:15 Uhr

    Es stimmt, dass die Finanzierungsproblematik damit gelöst sein dürfte, aber mir ist schleierhaft warum Sie annehmen, dass die Führung des Konzerns unproblematischer wird, wenn mehr Gruppen ihre Interessen versuchen durchzusetzen.

    Gerade der Einfluss des Landes Niedersachsen birgt die Gefahr, dass betriebswirtschaftlich unsinnige Entscheidungen aus populistischen Gründen vorangetrieben werden. Dass Wulff EU-widrige Gesetze auf Bundesebene vorangetrieben hat, um sein Einfluss zu sichern, stimmt nicht gerade optimistisch.
    Eine sehr starke Gewerkschaft könnte dem noch Vorschub leisten, wenn deren Führung populistische Töne anschlägt. Gerde die dringend notwendige Neuausrichtung des Konzerns könnte so schwierig werden.

  1. Eigentlich ist der Porsche-Clan ähnlich pleite wie Fr. Schaeffler. Man versucht nun trotzdem das Beste herauszuholen.

    50% von Porsche geht an das Land Niedersachsen (20%) und die anderen VW-Aktionäre (30%). Dabei sind die Vorzugsaktien noch gar nicht mitgerechnet. Die anderen 50% behält der Porsche-Clan. Im Gegenzug geht 50% von VW an den Porsche-Clan. Das Geschäft dürfte noch nicht ausgeglichen sein. Wieviel muss dann der Porsche-Clan noch dazubezahlen? Das konnte man bisher nicht richtig lesen.
    Man kann nur hoffen, dass Hr. Wulff und die anderen Aktionäre bei dem Geschäft genau hinsehen.

    • Seckel
    • 07.05.2009 um 23:31 Uhr

    Arbeitgeberpräsident Hundt bezifferte jüngst den Anteil derjenigen, denen die Arbeit inzwischen entfiel auf 20% über alle Branchen hinweg. Das heißt, dass auch Industrien wie die Autobauer und somit auch Volkswagen oder Porsche eine um diesen Anteil zu niedrige Produktivität pro Arbeitseinheit lediglich erreichen. Diese gravierende Frage eines jeden Standorts kann jedoch nicht durch das so genannte VW-Gesetz entschieden werden. Tatsächlich kann damit das Land Niedersachsen bei einer solchen arbeitspolitischen Entscheidung nur stimmlos bleiben.

  2. 5. Zahlen

    Inzwischen habe ich Zahlen gelesen.
    Die Familie Porsche besitzt für 38 Millarden Euro Aktien an VW. Dazu gehört ihr Porsche, das 9 Milliarden wert ist. Wegen des Aktienkaufs hat sie 8 Milliarden Euro Schulden bei den Banken.
    Wenn die Familie Porsche ihren Anteil an VW von 50% auf 40% senken würde, dann könnte sie Schulden bezahlen.
    Sie hat aber beschlossen, dass der VW-Konzern Porsche kaufen soll. Mit dem Geld, das die Familie Porsche dafür erhält, kann sie ihre Schulden bezahlen.
    Jetzt müssen die anderen Anteilseigner, insbesondere das Land Niedersachsen, zustimmen. Soviel zum Ablauf.

    Was einen aber doch erstaunt, ist die Größe der Zahlen. Das Vermögen der Familie beträgt ca. 40 Milliarden Euro. Banken geben 8 Milliarden Kredit. Das sind Größenordnungen, die man sich kaum vorstellen kann.

    Was interessant wäre: Wieviel hat die Familie Porsche für die Aktien wirklich bezahlt? Wieviel hat sie erzockt? Das werden wir wohl nicht erfahren.

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