Grimme Online Award Die Nominierten
Am Dienstag hat das Grimme-Institut die Nominierten für seinen Online-Award benannt. Wir stellen unsere zehn Favoriten vor.
Er gilt als der deutsche Preis für Websites: der Grimme Online Award. Seit 2001 prämiert eine unabhängige Jury herausragende, innovative und inhaltsstarke Netzangebote mit der Auszeichnung. In diesem Jahr haben es 24 Bewerber in die Endrunde geschafft. Zum Schluss wird es je einen Preisträger in den Kategorien Information, Wissen und Bildung sowie Kultur und Unterhaltung geben. ZEIT ONLINE stellt zehn preisverdächtige Anwärter vor.
Kategorie Information
Der Freitag
In Deutschland gilt das Konzept der Wochenzeitung Der Freitag als journalistisches Novum: Die Leser sollen ihre Meinung nicht mehr nur in Leserbriefen oder in der Community auf www.freitag.de äußern, sondern können auch als Autoren ins Blatt kommen. Ein mutiges Experiment, haben deutsche Journalisten doch häufig noch die Ein-Weg-Kommunikation vor Augen.
Das Ganze funktioniert so: Unter den Beiträgen, die auf der Internetseite von Lesern die besten Bewertungen bekommen, hebt die Redaktion einige in die Printausgabe - und honoriert sie. Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, könnte sie doch die Leser-Blatt-Bindung fördern. Auch die Öffnung des Kommunikationsweges in die beide Richtungen ist erfreulich. Freilich, manche Beiträge der Externen lassen qualitativ zu wünschen übrig - da beruhigt es, dass ausgebildete Redakteure letztlich die Auswahl treffen.
Jens Weinreich
Jemand, der lieber in seinem eigenen Blog schreibt, ist Jens Weinreich, ebenfalls Anwärter auf den Grimme Award in der Kategorie Information. Der investigative Sportjournalist arbeitet eigentlich für die "traditionellen" Medien und schafft sich mit seinem Weblog www.jensweinreich.de Unabhängigkeit und Freiraum, der es ihm erlaubt, sich mit Themen wie Doping oder Missständen in deutschen Sportverbänden intensiver auseinanderzusetzen und Hintergründe und weiterführenden Dokumente zu liefern.
Lesenswertes Beispiel: Der Rechtsstreit mit Theo Zwanziger. Der DFB-Chef hatte Weinreich verklagt, nachdem der Journalist ihn in einem Kommentar einen "unglaublichen Demagogen" genannt hatte. Weinreich gewann den Prozess und dokumentierte danach den ganzen Streit mit dem DFB in seinem Internet-Blog.
ZDF Parlameter
Das ZDF-Parlameter ist eine interaktive grafische Übersicht des Bundestages. Neben allgemeinen Informationen über die Zusammensetzung des Parlaments und über die einzelnen Abgeordneten, kann man dort für jede öffentliche Abstimmung sehen, welcher Abgeordnete wie gestimmt hat. In der linken Spalte kann das Thema ausgewählt werden, mit einem Klick zeigt das Tool dann die Anzahl von Ja- und Nein-Stimmen sowie Enthaltungen und Nicht-Stimmen an – nach Partei und Abgeordneten farblich differenziert.
So erfährt man etwa, dass der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler einer von nur fünf Unions-Abgeordneten war, die gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan gestimmt haben. Die Abgeordneten des Bundestages können auch gefiltert werden, etwa nach Bundesland, Alter, Familienstand, Geschlecht, Kinder und Nebentätigkeiten. Das ganze ist übersichtlich, schnell und visuell ansprechend. Insgesamt ein aufschlussreiches Angebot, das vielleicht dazu beitragen kann, den Bürgern die Abgeordneten des Bundestages näher zu bringen. Auch dafür gab es eine Nominierung in der Kategorie Information.
- Datum 18.05.2009 - 09:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wir sind auch preisverdächtig. Sowas. (Kopfschüttel)
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