EU-Entscheidung Intel muss Milliardenstrafe zahlen
Der größte Chip-Produzent hat Händler wie Media Markt bestochen, damit in Computern Intel-Prozessoren rechnen. Nun verlangt die EU eine Milliarde Euro Strafe

© Dominique Faget/AFP/Getty Images
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes zeigt einen Prozessor von Intel
Intel habe seine dominante Marktstellung bei Prozessoren missbraucht, sagte ein Vertreter der EU-Kommission in Brüssel. Die Kommission sieht es nach jahrelangen Ermittlungen als erwiesen an, dass das Unternehmen durch unzulässige Rabatte und direkte Zahlungen an Hersteller und Händler vor allem den Rivalen AMD, den zweitgrößten Chip-Hersteller nach Intel, benachteiligt hat.
"Intel hat Millionen europäischer Verbraucher geschadet, indem es viele Jahre lang gezielt versucht hat, Wettbewerbern den Zugang zum Computerchip-Markt zu verwehren. Ein derart schwerer und anhaltender Verstoß gegen das EU-Kartellrecht kann nicht hingenommen werden", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Der Chip-Hersteller hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und kündigte Berufung gegen das Urteil an. Die Rabatte hätten die Produkte für die Kunden verbilligt.
Die europäische Wettbewerbsaufsicht hatte die Untersuchung nach Beschwerden von AMD vor etwa acht Jahren begonnen. Intel knebelte Computerhersteller der Kommission zufolge durch Rabatt-Bedingungen dermaßen, dass in einem Fall ein Produzent sogar das Angebot von AMD ausschlug, eine Million Prozessoren kostenlos zu erhalten. So ließ Intel etwa der Elektronikkette Media Markt illegal direkte Zahlungen zukommen, damit dort nur Notebooks mit Prozessoren von Intel verkauft werden.
Mit Chips von Intel sind 80 Prozent aller Computer ausgestattet. AMD hat einen Marktanteil von zwölf Prozent. Die Verantwortlichen von AMD begrüßten das Rekord-Bußgeld: "Die EU-Entscheidung wird die Kräfte von einem missbräuchlich handelnden Monopolisten zu Computerherstellern, Händlern und vor allem PC-Nutzern verschieben", sagte AMD-Europachef Giuliano Meroni.
Das Rekordbußgeld der EU wird in die EU-Kasse fließen und die Beiträge der Mitgliedsstaaten mindern. "Das ist Steuerzahlergeld", sagte Kroes. Kein Euro werde in Brüssel bleiben. Da Deutschland mit einem Anteil von rund 20 Prozent größter Einzahler in die EU-Kasse ist, dürfte laut Experten der deutsche Beitrag zum EU-Budget wegen des Intel-Bußgelds um rund 200 Millionen Euro geringer ausfallen.
- Datum 13.05.2009 - 14:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Dies war eine katastrophale und äußerst gefährliche Entscheidung der EU, gerade nachdem alle europäischen Staatsoberhäupter -- allen voran unsere Angela -- erst kürzlich versprochen hatten, keinen Protektionismus betreiben zu wollen. Viele Beobachter glaubten allerdings schon damals, dass die Beteuerungen nicht ehrlich gemeint waren. Inspiriert wurde diese Entscheidung durch die Konkurrenzfirma AMD gegen den Marktführer Intel, aber die EU trägt nun die Verantwortung für Anzettelung eines gefährlichen Handelskriegs. Zweifellos werden die Amerikaner mit Gegenmaßnahmen gegen die deutsche Exportindustrie reagieren.
Zunächsteinmal: Sowohl Intel als auch AMD sind beide US-Unternehmen. Hier wird keine inländische Firma vor ausländischer Konkurrenz geschützt sondern ein US-Unternehmen vor illegalen Praktiken eines anderen US-Unternehmens. Das hat mit Protektionismus nichts zu tun.
So wie es aussieht, hat sich Intel jahrelang nicht an die Spielregeln gehalten:
Händlern wurde wohl Geld bezahlt, damit Konkurrenzprodukte gar nicht erst am Markt erscheinen oder erst verzögert erscheinen.
Es gibt in Europa schlicht ein Wettbewerbsrecht, das auch von ausländischen Firmen einzuhalten ist, hier geht es mit rechten Dingen zu, und Intel steht auch der Rechtsweg gegen diese Entscheidung offen.
liebe güte, dass intel mit unlauteren methoden amd kleinzuhalten versucht, ist schon seit jahren bekannt -- schon mitte der 90er sind die anzeichen dafür auszumachen gewesen.
wieso die verfolgung solch wettbewerbswidriger und kundenschädlicher methoden protektionismus sein soll, bleibt ihr geheimnis.
im übrigen hat auch die wegen vergleichbarer praktiken gegen microsoft verhängte (wenn auch iw wirkungslose) strafe seinerzeit nicht zu einem handelskrieg geführt -- nicht zuletzt auch, weil weder intel noch microsoft als nationale unternehmen zu betrachten sind.
Zunächsteinmal: Sowohl Intel als auch AMD sind beide US-Unternehmen. Hier wird keine inländische Firma vor ausländischer Konkurrenz geschützt sondern ein US-Unternehmen vor illegalen Praktiken eines anderen US-Unternehmens. Das hat mit Protektionismus nichts zu tun.
So wie es aussieht, hat sich Intel jahrelang nicht an die Spielregeln gehalten:
Händlern wurde wohl Geld bezahlt, damit Konkurrenzprodukte gar nicht erst am Markt erscheinen oder erst verzögert erscheinen.
Es gibt in Europa schlicht ein Wettbewerbsrecht, das auch von ausländischen Firmen einzuhalten ist, hier geht es mit rechten Dingen zu, und Intel steht auch der Rechtsweg gegen diese Entscheidung offen.
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im übrigen hat auch die wegen vergleichbarer praktiken gegen microsoft verhängte (wenn auch iw wirkungslose) strafe seinerzeit nicht zu einem handelskrieg geführt -- nicht zuletzt auch, weil weder intel noch microsoft als nationale unternehmen zu betrachten sind.
Zunächsteinmal: Sowohl Intel als auch AMD sind beide US-Unternehmen. Hier wird keine inländische Firma vor ausländischer Konkurrenz geschützt sondern ein US-Unternehmen vor illegalen Praktiken eines anderen US-Unternehmens. Das hat mit Protektionismus nichts zu tun.
So wie es aussieht, hat sich Intel jahrelang nicht an die Spielregeln gehalten:
Händlern wurde wohl Geld bezahlt, damit Konkurrenzprodukte gar nicht erst am Markt erscheinen oder erst verzögert erscheinen.
Es gibt in Europa schlicht ein Wettbewerbsrecht, das auch von ausländischen Firmen einzuhalten ist, hier geht es mit rechten Dingen zu, und Intel steht auch der Rechtsweg gegen diese Entscheidung offen.
liebe güte, dass intel mit unlauteren methoden amd kleinzuhalten versucht, ist schon seit jahren bekannt -- schon mitte der 90er sind die anzeichen dafür auszumachen gewesen.
wieso die verfolgung solch wettbewerbswidriger und kundenschädlicher methoden protektionismus sein soll, bleibt ihr geheimnis.
im übrigen hat auch die wegen vergleichbarer praktiken gegen microsoft verhängte (wenn auch iw wirkungslose) strafe seinerzeit nicht zu einem handelskrieg geführt -- nicht zuletzt auch, weil weder intel noch microsoft als nationale unternehmen zu betrachten sind.
Vor 9 Jahren hat sich AMD an die EU gewandt, vor 8 Jahren haben die angefangen, das zu überprüfen, und jetzt sind sie zu einem Ergebnis gekommen - wohlgemerkt einem vorläufigen, denn Intel legt natürlich Berufung ein. So wird das nichts, liebe EU. Illegales Verhalten muss zeitnah bestraft werden, gerade auf Märkten, die sich rasant entwickeln.
Vor 9 Jahren hat sich AMD an die EU gewandt, vor 8 Jahren haben die angefangen, das zu überprüfen, und jetzt sind sie zu einem Ergebnis gekommen - wohlgemerkt einem vorläufigen, denn Intel legt natürlich Berufung ein. So wird das nichts, liebe EU. Illegales Verhalten muss zeitnah bestraft werden, gerade auf Märkten, die sich rasant entwickeln.
Vor 9 Jahren hat sich AMD an die EU gewandt, vor 8 Jahren haben die angefangen, das zu überprüfen, und jetzt sind sie zu einem Ergebnis gekommen - wohlgemerkt einem vorläufigen, denn Intel legt natürlich Berufung ein. So wird das nichts, liebe EU. Illegales Verhalten muss zeitnah bestraft werden, gerade auf Märkten, die sich rasant entwickeln.
Hallo
Ich bin durchaus Ihrer Meinung, man muss sich jedoch klar machen, dass man hier gegen ein Milliardenschweeres Unternehmen ankämpft, dass sich äußerste Mühe geben wird, bei solchen "Transaktionen" keine Spuren zu hinterlassen.
Zudem halte Ich eine Mrd. € für viel zu wenig.
nun, die geschwindigkeit mit der die eu reagieren kann, hängt ganz automatisch mit dem ausmass des falles und den verfügbaren fachkräften in den untersuchungsbehörden zusammen -- und weil die eu ja so ein böses monster ist, dem man möglichst nichts gönnt, hapert's auch an ausreichend personal, ergo dauert's länger ...
Hallo
Ich bin durchaus Ihrer Meinung, man muss sich jedoch klar machen, dass man hier gegen ein Milliardenschweeres Unternehmen ankämpft, dass sich äußerste Mühe geben wird, bei solchen "Transaktionen" keine Spuren zu hinterlassen.
Zudem halte Ich eine Mrd. € für viel zu wenig.
nun, die geschwindigkeit mit der die eu reagieren kann, hängt ganz automatisch mit dem ausmass des falles und den verfügbaren fachkräften in den untersuchungsbehörden zusammen -- und weil die eu ja so ein böses monster ist, dem man möglichst nichts gönnt, hapert's auch an ausreichend personal, ergo dauert's länger ...
Meiner Meinung nach sollte nicht die EU das Geld einstreichen sondern vielmehr AMD zugute kommen. AMD ist es doch, welche durch die unlauteren Mittel von Intel geschädigt worden ist.
Und an alle Intel gläubigen einmal folgenden Gedankenanstoß.
Was wird wohl passieren wenn AMD nicht mehr konkurrenzfähig ist, bzw. Intel Monopolist wird.
Richtig, die Preise für eine billig Office PC Cpu würden in astronomische Höhen schießen.
Eine Bestrafung von Intel ist somit gut und richtig. Da die Wettbewerbsverzerrung zwar jetzt schon da war, jedoch nicht in dem Maße wie es passieren würde, wenn Intel die Preise allein bestimmen könnte.
Die 1 Mrd. Euro mögen ein Zeichen sein, sicherlich jedoch bei weitem nicht genug um einen Riesen wie Intel wirklich zu bekümmern.
geschädigt wurde in allererster linie die kundschaft, weil echter wettbewerb und damit entwicklungsfortschritte ausblieben.
dass bei wettbewerbskonformen verhalten amd profitiert hätte, ist ja nicht nachweisbar.
im übrigen handelt es sich hier um eine strafe wegen verstosses gegen geltendes recht -- bei nachgewiesenem wettbewerbswidrigen verhalten steht amd immer noch der rechtsweg zur einklagung von schadenersatz offen.
geschädigt wurde in allererster linie die kundschaft, weil echter wettbewerb und damit entwicklungsfortschritte ausblieben.
dass bei wettbewerbskonformen verhalten amd profitiert hätte, ist ja nicht nachweisbar.
im übrigen handelt es sich hier um eine strafe wegen verstosses gegen geltendes recht -- bei nachgewiesenem wettbewerbswidrigen verhalten steht amd immer noch der rechtsweg zur einklagung von schadenersatz offen.
Hallo
Ich bin durchaus Ihrer Meinung, man muss sich jedoch klar machen, dass man hier gegen ein Milliardenschweeres Unternehmen ankämpft, dass sich äußerste Mühe geben wird, bei solchen "Transaktionen" keine Spuren zu hinterlassen.
Zudem halte Ich eine Mrd. € für viel zu wenig.
In das Loblied der harten Kartellstrafen will ich nicht unbedingt einstimmen. Einen differenzierteren Blick auf das allgemeine Thema erlaubt www.eu-trust.org. Kartelle können durchaus auch wohlfahrtssteigernd sein, da sie nicht selten die Investitionsanreize erhöhen.
geschädigt wurde in allererster linie die kundschaft, weil echter wettbewerb und damit entwicklungsfortschritte ausblieben.
dass bei wettbewerbskonformen verhalten amd profitiert hätte, ist ja nicht nachweisbar.
im übrigen handelt es sich hier um eine strafe wegen verstosses gegen geltendes recht -- bei nachgewiesenem wettbewerbswidrigen verhalten steht amd immer noch der rechtsweg zur einklagung von schadenersatz offen.
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