Europawahl EU-Kritiker mit Hang zur Selbstüberschätzung
Die Libertas-Partei will bei den Europawahlen das Brüsseler Establishment das Fürchten lehren. Ihr Gründer, der irische Millionär Declan Ganley, hat in seiner Heimat bereits den EU-Reformvertrag gestoppt

© ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images
Agitiert gegen die Europäische Union: der irische Millionär Declan Ganley
Brüssel/Duisburg
Das Hauptquartier der Freiheitskämpfer liegt inmitten feindlicher Gemäuer. Gegenüber hat der "Europäische Personalauswahl-Dienst" sein Büro, und durch die Häuserlücken schimmert die Glasfassade der EU-Kommission. "Libertas? Nein, das sind wir nicht!", stellt die Dame an der Gegensprechanlage klar. "Fahren Sie in den fünften Stock." Ein Klingelschild fehlt der neuen Partei kurz nach ihrem Einzug in Brüssel noch. Wie überhaupt vieles etwas provisorisch wirkt für eine Bewegung, die sich vorgenommen hat, bei den Europawahlen am 7. Juni "die politische Landschaft des Kontinents zu verändern."
Oben, in einer loftartigen Belle Etage, wartet der Anführer der Rebellen, ein Mann, dem seine Anhänger magische Eigenschaften nachsagen. "Unglaublich energetisch", sagt einer seiner Wahlkampfmitstreiter über Declan Ganley. Er habe, schwört ein anderer seiner Rekruten, jahrelang in der Industrie gearbeitet, aber "keinen vergleichbaren Menschen kennen gelernt". Ganley, 40, Ire, millionenschwerer Telekommunikationsunternehmer, bürgerlicher Heiland für die einen, populistischer Rattenfänger für die anderen, hat es im vergangenen Juni in seiner Heimat fertig gebracht, für ein knappes Nein beim Referendum über den EU-Reformvertrag zu sorgen. Jetzt will der kampfeslustige Self-Made-Man das Brüsseler Establishment das Fürchten lehren – indem seine Partei ganz Europa gegen die EU mobilisiert.
Europa, sagt Ganley, das liebe er. Die EU hingegen, die ist seiner Ansicht nach zu einer anti-demokratischen, gesichtslosen und entrückten Gesetzesmaschine degeneriert. "Es ist doch mugabeesk, was hier passiert", sagt Ganley in Anspielung auf den Diktator vom Simbabwe und zeigt aus seinem schmucklosen Büro hinüber Richtung Kommission. "Wenn ein Abstimmungsergebnis diesen Eliten nicht passt, dann wird eben noch mal abgestimmt." Damit die Kommissare nicht noch mächtiger werden, will Libertas die Europawahlen zu einem Referendum über den Lissabon-Vertrag machen. Dafür findet Ganley eine wachsende Schar Anhänger. Libertas hat Ableger in Frankreich, Großbritannien, Spanien, Dänemark, Schweden, Polen, Ungarn, Tschechien und einer ganzen Reihe kleinerer Länder ins Leben gerufen. Es ist ein politisches Start-up-Unternehmen, geboren aus diffusem Unwohlsein über eine Politikinstanz, die vielen Bürgern erscheint wie eine Macht von einem anderen Stern.
Bemerkenswerter Weise ist die EU-Gegenbewegung, die da sprießt, die erste wirklich pan-europäische Partei. Und selbst in Brüsseler Beamtenkreisen gibt manch ein Gesprächspartner hinter vorgehaltener Hand zu, es sei in Tat an der Zeit für mehr gesunden Widerspruch gegen den Wildwuchs von Kompetenzen in der EU-Zentrale. Keine Frage, Libertas hat eine politische Marktlücke entdeckt: Sie will all jenen, die sich am scheinbar unumstößlichen Integrationskurs der EU stören, eine ideologisch unverseuchte Wahlalternative zu den links- und rechtsextremen Europahassern bieten. Ein zweistelliges Ergebnis, glaubt Declan Ganley, könnte Libertas einfahren am 7. Juni. "Und dann können die da", Kopfbewegung aus dem Fenster, "die Bürger nicht mehr ignorieren."
Doch bei aller noblen Absicht, die Brüsseler Geschäftsführerdemokratie mit konstruktiver Opposition aufzumischen: wer genauer hinschaut, merkt bald, dass sich in der EU-Apo des Declan Ganley schon jetzt der Schicksalszug einer klassischen Tragödie abzeichnet. Je mehr Libertas tut, um ihrem Scheitern zu entrinnen, nämlich als obskure Truppe von Europa-Bashern abgeschrieben zu werden, desto zielstrebiger geht sie eben diesem Untergang entgegen. Was freilich auch an der Aggressivität liegt, mit der das etablierte Brüssel Kräfte abstößt, die es als Spielverderber erkannt hat.
Es ist ein Abend im April, an dem sich zeigt, dass Libertas zum Opfer eines überspannten Don-Quijote-Ethos wird. Es ist der Abend der "Big Debate", einem Ereignis, das schon Wochen zuvor wie ein Ringkampf angekündigt ist. Declan Ganley trifft Daniel Cohn-Bendit, EU-Rebell contra Ex-Rebell. Hunderte Gäste aus der Europa-Community strömen herbei, erwarten einen spannenden Schlagabtausch. Was sie aber erleben, ist ein Debakel. Ganley hält ein Buch in die Höhe, in dem Cohn-Bendit schildert, wie er als Erzieher in den siebziger Jahren Kinder gestreichelt habe. Die Botschaft: Ein Kinderschänder! Cohn-Bendit hält Ganley vor, er unterhalte Geschäftsbeziehungen in die USA; will sagen: Ein neokonservativer Einflussagent! Die Chance, darüber zu reden, ob es eine bessere EU geben kann, endet im emotionalen Sperrfeuer.
- Datum 11.05.2009 - 15:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Nur Ganley und Libertas ( was fuer ein grosskotziger Name )den ,, Erfolg'' der Ablehnung des Lissabonner Vertrages zuzuschreiben ist nicht korrekt. Man koennte sogar sagen sehr weit von der Warheit entfernt. Ganleys Beitrag war das streuen von Mythen, Luegen und Halbwarheiten. Dabei wurde er aber auch kraeftig von anderen,z.B. der Green Party und Sinn Fein, unterstuetzt.
Der wirkliche Erfolg geht auf die Kappe der Irischen Politiker, die faelschlicherweise glaubten die Abstimmung waere eine Formalitaet und sich nicht bequemten auf die teilweise haarstreubenden Behauptungen der Opposition energisch und kompetent zu antworten. Hier reflektierten sie einen Grossteil der Bevoelkerung die damit beschaeftigt war den Boom zu geniessen und nicht mehr als Soundbites wahrnehmen wollte.Zum grossen Teil war das Nein auch ein Protest der Waehler, nicht gegen Europa, sondern intern.
Am Tag nach der Wahl haben sich dann alle gefragt wie das passieren konnte. Ploetzlich wurden dann auch diverse Behauptungen der Opposition unter die Lupe genommen und als das enttarnt was sie waren: Rubbish.
Eine kritische Auseinandersetzung mit der EU ist dringend notwendig, aber was soll man von Carlos Gebauer halten. Vor ein paar Wochen klang er im Interview mit FreieWelt.net jedenfalls noch ganz anders als heute:
http://www.freiewelt.net/...
Ganley ist ja nicht der einzige der Bedenken hat.
Uns als Bürger kann es sowieso egal sein (sollte es nicht) da wir kein Mitspracherecht, weder durch einer Wahl,Volksentscheid usw haben
diesen Lisaboner oder Reform Vertrag zu unterstützen oder nicht.
Wenn durch diesen Vertrag (und er wird umgesetzt) wir eine Aufstockung des europäischen Militärs billigen,hey was solls.
Wenn durch diesen Vertrag (und er wird umgesetzt) wir es billigen dass die Todesstrafe eingeführt werden kann,dann kann man schon mal drüber nachdenken,denke ich.Oh ja Todesstrafe......
(Link hierzu unten)
"Die Grundrechtecharta ermöglicht entgegen der durch das Menschenwürdeprinzip gebotenen Abschaffung der Todesstrafe (Art. 102 GG)
die Wiedereinführung der Todesstrafe im Kriegsfall oder bei unmittelbar drohender Kriegsgefahr, aber auch die Tötung von Menschen, um einen Aufstand oder einen Aufruhr niederzuschlagen......."
Aber hey was solls.
Henry Nitzsche am 24. April 2008 im Bundestag.
Auszug:
"Mit diesem Reformvertrag wird eine verbindliche Verfassung für über 500 Millionen Menschen geschaffen. Allerdings ist das eine Verfassung, die nicht demokratisch legitimiert ist, die von einem europäischen Volk ausgeht, das es gar nicht gibt, und deren Inhalte zutiefst demokratiefeindlich sind. Der Europäische Rat wird durch das vereinfachte Änderungsverfahren ermächtigt - ermächtigt! -, fast das gesamte bestehende Unionsrecht zu ändern. Davon betroffen sind Wirtschafts-, Währungs-, Sozial-, Landwirtschafts-, Umwelt-, Arbeits-, Steuer-, Justiz-, Verkehrs- und Kulturpolitik. Eine Zustimmung des Europäischen Parlaments ist nicht mehr notwendig."
Interessant der letzte Satz.Wenn ich jetzt zur Wahl gehe,wähle ich dann nicht (Partei) Den oder Die Abgeortneten für dieses Parlament?
Also bis hier her geht mein Einfluß als Wähler.Der Europäische Rat beansprucht dann zumindestens zwei der drei Gewaltenteilungen oder?
Aaaaso Demokratie!
Henry Nitzsche am 24. April 2008 im Bundestag
Auszug:
"Dieser Vertrag von Lissabon, der in beschönigender Weise Reformvertrag genannt wird, unterscheidet sich im Wesentlichen nicht vom gescheiterten Verfassungsvertrag, von jenem Vertrag, der dank des aufrechten Politikers Peter Gauweiler und seines Anwalts Professor Schachtschneider auch von Deutschland nicht ratifiziert wurde. Das Bundesverfassungsgericht untersagte es dem Bundespräsidenten nicht ohne Grund, diesen Vertrag zu unterschreiben. Daher wird nun peinlichst genau das Wort Verfassung gemieden".
Ich glaube das ist er bis heute nicht oder?
Auf Grund der entdemokratisierung die dann stattfinden wird, kein Wunder dass das Bundesverfassungsgericht da hardert.
Und da mir heute langweilig war bin ich beim surfen beim erwähnten Professor Schachtschneider gelandet.
So gesehen erfährt man ja nicht viel über den Reform Vertrag selbst unsere Voksvertreter nicht.
http://www.oer.wiso.uni-e...
Und hier die Rede von Henry Nitzsche.
http://www.radio-freiheit...
Der ist waist GOTT nicht der einzige Eu kritiker nur er habe die millionen um was zu bewegen und gegen die s Eu regime die stirme zu zeigen, und leider GOTT gibt millionen vom Europa bürger (60%) der diese macht nicht haben .Was bleibt ?:dIE EUROÄISCHER BÜRGER MÜSSEN NICHT ZU EUROPA WAHL GEHEN DENN NUR SO KONNEN SIE ZEIGEN DAS DIESER CUPOLA IM BRUXSEL NICHT SEINER RESCHTVERTIGUNG HABE
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