MuttertagMutti am Monitor

In den Mütterforen im Web tummeln sich Frauen, die für die Kinder zu Hause bleiben. Online versichern sie einander, dass sie auf dem richtigen Weg sind

Mama bleibt zu Hause und trotzdem im Kontakt mit der Welt

Mama bleibt zu Hause und trotzdem im Kontakt mit der Welt

Früher fragte man die eigene Mutter um Rat, wenn man selbst eine wurde. Heute hilft das Netz weiter. 725.000 Treffer landet die Google-Anfrage "Väter + online", "Mütter + online" bringt es gar auf 1.220.000 Treffer. "Mütter haben Tausend Fragen", frohlockt eines der Portale. "Bei NetMoms findest Du alle Antworten!"

Mütter von heute treffen sich nicht mehr zu Tupperware-Abenden, sondern bei NetMoms, mamiweboder mamily. Dort heißen sie "allesmaedchen", "bestmom" oder "HexiHex" und diskutieren über Sex, Kinderkrankheiten und Promi-Mütter. Zur Kinderbetreuung lautete die Frage des Tages der NetMoms am 27.04.09 beispielsweise: "Würdest Du Dir eine Nanny leisten, so wie Heidi Klum es tut?"  

Anzeige

Die meisten Antworten hätte vermutlich auch die eigene Mutti so gegeben: "Heidi Klum ist kein Maßstab für mich. Weder damit, wie sie aussieht, noch damit, was sie tut. Warum bekommt man Kinder, wenn man keine Zeit für sie hat? Meine Kinder sind genau geplant mit dem Papa. Und so bleibt es auch. Und wir sind immer für die Beiden da. :-)“ Oder schärfer: "Für mich hat die Klum 'nen Vogel, Kinder noch und nöcher in die Welt setzen und zu 90 Prozent von Fremden betreuen lassen. Stundenweise o.k., aber nicht wochenlang."

Die Community scheint sich einig zu sein. Im Forum der NetMoms führen die meisten Frauen traditionelle Beziehungen. Sie sind Hausfrauen und Mütter, während die Männer das Geld verdienen. Die meisten scheinen damit zufrieden zu sein. "So wie es ist, ist es schön,“ schreibt "augenauf“, „ich werde arbeiten, wenn die Jungs etwas älter sind und dann aber nur stundenweise. Ich möchte gerne etwas von meinen Kindern haben.“ Ist das nun altes Glucken-Gehabe oder ein neues Selbstbewusstsein von Frauen, die sich entschieden haben, einfach nur Mütter zu sein?

Werden alte Rollenklischees zelebriert oder ein neuer Retro-Trend? Ein solcher wird zumindest in den USA beschrieen, und auch deutsche Trendforscher haben dafür schon einen Begriff: "Home Heroes." Die Heim-und-Herd-Heldinnen würden auf den anhaltenden gesellschaftlichen Druck reagieren, der Frauen in die Erwerbsarbeit dränge. In Zeiten der Wirtschaftskrise sei das Karrieremachen noch stressiger und verunsichernder als sonst. "Back to home" lautet deshalb angeblich die Devise in den USA und den angelsächsischen Ländern, wo beruflich erfolgreiche Frauen aus dem Job aussteigen, um sich nur noch um Haus und Familie zu kümmern.

Ein Trend, der dicht einhergeht mit dem "Cocooning" oder "Homing", der das Zuhause zum Lebensmittelpunkt macht und schon seit den achtziger Jahren registriert wird. Doch anders als damals, kann sich die Frau heute schön zu Hause einigeln und dennoch per Internet mit dem Rest der Welt in Verbindung treten.

Nach der ARD/ZDF-Online-Studie 2008 zum Web 2.0 sind Communities der Renner bei Frauen. Rund ein Viertel der Userinnen beteiligt sich mindestens einmal wöchentlich an Gesprächsforen, Newsgroups oder Chats. Und wer sich einmal in einem Mütter-Forum angemeldet hat, der weiß, was abgeht. Schwuppdiwupp hat man einen Eintrag im Gästebuch, egal ob man bereits ein Profil angelegt hat oder nicht. Neue winken schon mal mit einem „Hallöchen an alle mamilys“ – und laden ein zu „Klatsch und Tratsch“.

Doch die Online-Mütter helfen und unterstützen sich auch gegenseitig - als Fachfrauen in Sachen Kinderkrankheiten, Erziehung und Beziehungsstress. Sie beruhigen und ermutigen eine junge Mutter, die verzweifelt fragt: "Ist mein Kind das Einzige, das bei der Gewichtskurve eher im unteren Bereich liegt?" und eine weitere, die gesteht: "Ich kann nicht mehr." Von Checklisten für die Baby-Erstausstattung, über Erste Hilfe bis hin zu Babysitter-Angeboten und dann doch auch Tipps zum beruflichen Wiedereinstieg ist alles zu finden, was vor allem Mütter von kleinen Kindern und werdende Mütter anspricht.

Mütter-Portale sind babyrosa, lindgrün und fliederfarben gestaltet. Als wollten sie suggerieren, dass hier alle Mammis in einem großen Kinderzimmer zusammen sitzen, Geburtsberichte und Fotos austauschen und auch Fragen bequatschen, die man der eigenen Mutti nicht ohne weiteres stellen würde, etwa: "Sagt mal, habt Ihr noch Sex in den letzten Tagen vor dem Kaiserschnitt gehabt?"

 
Leserkommentare
    • giobio
    • 10.05.2009 um 22:46 Uhr

    sind weder in diesem Artikel zu finden noch in den Foren zu erwarten. Das sind Chats gelangweilter Mamas.

    Antwort auf "Aussage?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auch alte Erkenntnisse sind ja für den Einzelnen zunächst neu. Und es ist für emanzipierte Frauen (und die entsprechenden Männer) hin und wieder offenbar schon eine neue Erkenntnis, dass es immer noch Frauen und Männer(!) gibt, die die klassische Rollenverteilung begrüßen und annehmen. Man hatte ja bisweilen in einigen Medien durchaus den Eindruck, als wäre dies nun etwas völlig Überholtes, etwas, was nicht nur untergeht, ja, dem scheint so, sondern auch noch durch etwas besseres ersetzt werden würde. Das wird durchaus bezweifelt.

    Klar ist sicherlich auch hier, dass einer, der schon alles weiß, nichts mehr lernen kann - nur wissen manche halt manches (doch) noch nicht...!

    auch alte Erkenntnisse sind ja für den Einzelnen zunächst neu. Und es ist für emanzipierte Frauen (und die entsprechenden Männer) hin und wieder offenbar schon eine neue Erkenntnis, dass es immer noch Frauen und Männer(!) gibt, die die klassische Rollenverteilung begrüßen und annehmen. Man hatte ja bisweilen in einigen Medien durchaus den Eindruck, als wäre dies nun etwas völlig Überholtes, etwas, was nicht nur untergeht, ja, dem scheint so, sondern auch noch durch etwas besseres ersetzt werden würde. Das wird durchaus bezweifelt.

    Klar ist sicherlich auch hier, dass einer, der schon alles weiß, nichts mehr lernen kann - nur wissen manche halt manches (doch) noch nicht...!

  1. wenn ein Silberrücken die anderen von den Weibchen fernhält, so ist das sicher auch eine Art Zang (sie lassen es nach der Rangbestimmung hier freiwillig, im Gegensatz zu den Schimpansen), dennoch kann man dies nicht als widernatürlich bezeichnen. Insofern sind auch Zwänge innerhalb menschliche Gemeinschaften nicht unbedingt "widernatürlich".

    • giobio
    • 10.05.2009 um 22:56 Uhr

    bzw. die harten Holzbänke: Da wird noch ordentlich über Kinder- und Frauenärzte geschimpft, über Politiker sowieso, und der Informationsgehalt zu lokalen Themen (z. B. Aldisortiment), die uns Frauen wirklich betreffen, ist unübertroffen. Ersetzt die "Bunte" und alle Foren dieser Welt. Weitere Vorteile: Sonnenbräune und frohe Kinder, kostenloser Kaffee....

    Antwort auf "Online-Mütter"
  2. auch alte Erkenntnisse sind ja für den Einzelnen zunächst neu. Und es ist für emanzipierte Frauen (und die entsprechenden Männer) hin und wieder offenbar schon eine neue Erkenntnis, dass es immer noch Frauen und Männer(!) gibt, die die klassische Rollenverteilung begrüßen und annehmen. Man hatte ja bisweilen in einigen Medien durchaus den Eindruck, als wäre dies nun etwas völlig Überholtes, etwas, was nicht nur untergeht, ja, dem scheint so, sondern auch noch durch etwas besseres ersetzt werden würde. Das wird durchaus bezweifelt.

    Klar ist sicherlich auch hier, dass einer, der schon alles weiß, nichts mehr lernen kann - nur wissen manche halt manches (doch) noch nicht...!

    Antwort auf "Neue Erkenntnisse"
    • Katana
    • 10.05.2009 um 23:04 Uhr

    Lassen wir das besser oder schlechter schreiben beiseite sonst fange ich noch an mir was drauf einzubilden :-))

    Es gibt viele Faktoren die das Ganze beeinflussen , wichtig ist aber wie ich finde die Möglichkeit der Wahl ohne durch die Gesellschaft diskriminiert zu werden .

    Vielfach sind schon schlecht bezahlte Berufe eine Ursache dafür das das Modell des einzelnen Verdieners einer Familie nicht klappt und beide sehr wohl müssen , ebenso wie bei diesem klassischem Modell natürlich das Problem der Wochenend Väter/Mütter auftritt .

    Ich würde mir wünschen das diese pauschalen Unterstellungen aufhören ,die das ganz individuelle Modell einer Familie in eine moderne oder traditionelle Schublade stecken wollen .

    Denn über eines sollte man sich auch klar sein , das beide Elternteile arbeiten gehen ist bei der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung absolut nicht selbstverständlich und das wird es in den nächsten Jahren auch nicht geben .
    Von Vollbeschäftigung sind wir Lichtjahre entfernt und nur dann kann sowas immer und überall klappen .

    Ergo hielte ich es allein deswegen schon für einen kapitalen Fehler , Menschen auf Grund ihres vermeintlich unmodernen Familienbildes in eine bestimmte Schublade zu stecken oder sie gar zu diskriminieren .
    Da besteht nämlich die Gefahr , das diese Menschen ihr Selbstwertgefühl verlieren , obwohl sie für ihre Situation nix können und das wiederum
    auf die Kinder projizieren.

    Ein Familienmodell muss und sollte durch seine Funktionalität akzeptiert werden ,
    völlig unabhängig davon ob es als klassisch oder modern zu sehen ist .

    MfG Katana

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Agieren hier nicht doch Egoismen und aggressive Wesen, anstatt dass alle nur gut sind und auf Gleichstellung aus...?
    Dass hier quasi alles gut sein darf und soll (und wohl auch ist), das kann man auch als Zeichen eine geistige Schwäche, ja Verirrung der Gesellschaft ansehen, die nicht weiß, sich nicht sicher ist, wo sie steht, und wo sie hinwill. Oder auch, worauf alles am Ende hinausläuft....

    Agieren hier nicht doch Egoismen und aggressive Wesen, anstatt dass alle nur gut sind und auf Gleichstellung aus...?
    Dass hier quasi alles gut sein darf und soll (und wohl auch ist), das kann man auch als Zeichen eine geistige Schwäche, ja Verirrung der Gesellschaft ansehen, die nicht weiß, sich nicht sicher ist, wo sie steht, und wo sie hinwill. Oder auch, worauf alles am Ende hinausläuft....

  3. Agieren hier nicht doch Egoismen und aggressive Wesen, anstatt dass alle nur gut sind und auf Gleichstellung aus...?
    Dass hier quasi alles gut sein darf und soll (und wohl auch ist), das kann man auch als Zeichen eine geistige Schwäche, ja Verirrung der Gesellschaft ansehen, die nicht weiß, sich nicht sicher ist, wo sie steht, und wo sie hinwill. Oder auch, worauf alles am Ende hinausläuft....

  4. “Gerade deshalb hat man ja diese Zwänge geschaffen, aus dem Grunde, dass sich der Mann auch möglichst stark um seine Kinder kümmert. Je komplexer eine Gesellschaft, umso mehr muss sie sich ja um die Kinder kümmern. Nur wer eine "gute Kinderstube" hat kann es später zu Höchstleistungen bringen, das zeigt sich ja auch heute. Insofern verstehe ich nicht ganz, wieso man dies heute nun aufheben kann oder soll. Am Ende muss hier ja die Gesellschaft zahlen, oder, wahrscheinlicher, sich eben zurückziehen - also schrumpfen, weil sie die komplexen Leistungen, die eigentlich erforderlich wären, selbst nicht mehr erbringen kann.”

    Zunächst einmal sei gesagt, dass diese Zwänge nicht bewusst aufgehoben WERDEN.
    Wie Sie bereits in einem früheren Kommentar, wohl als einer von wenigen, sehr korrekt bemerkten, ist es eher die Fortentwicklung der Gesellschaft (“neue Lebensweise”) die diese Zwänge entfernt – also ein unbewußter, KEIN bewußter und gesteuerter Prozess.

    “Es ist aber wohl weniger die Ideologie, die sich hier Bahn bricht, sondern die neue Lebensweise, die Anforderungen der Wirtschaft bzw. Technologie, die sich hier auf die Familien und die Kinderzeugung und
    -aufzucht (letztlich vor allem, wenn man so will(!) negativ) auswirken.”

    Ich denke dennoch, dass die Aufhebung der alten gesellschaftlichen Zwänge durch neue “Sachzwänge” nicht unbedingt negativ für den Nachwuchs sein muss. Negativ ist es dort, wo eine “Lücke” entsteht, in die niemand einspringt. Positiv ist es, wo die “Lücke” durch die Gesellschaft/Gruppe/Rudel gefüllt wird, wenn diese die Erziehung der Kinder in die Hände nimmt.

    Natürlich kann man nur entfernt aus dem Tierreich anhand von Schimpansen und Bonobos auf Menschen schließen. Dennoch ist die These, dass der “Mann als Ernährer” direkt aus dem Tierreich kommt, keineswegs unumstritten. Bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich kümmert sich der Erzeuger in keinster Weise um die Ernährung seines Kindes oder seiner Partnerin. Diese Aufgaben werden, wie auch die “Aufzucht” der Kinder, vom Rudel übernommen.

    Bezüglich des genetischen Aspekts - Stichwort Alphamännchen. Sofern Alphas überhaupt bei Primaten und Menschen existieren, sind dies besonders fruchtbare Männchen, die eine gute Gesundheit und Anpassungsfähigkeit aufweisen und an Nachkommen weitergeben können. Diese werden unter den Bedingungen der sexuellen Selektion bevorzugt.
    Nur – und das ist ein weiterer Knackpunkt – das “Traditionelle Familienmodell” und die alten gesellschaftlichen Zwänge setzen diese sexuelle Selektion vollkommen außer Kraft. Sexuelle Selektion findet eigentlich unterbewußt statt, Frau läßt sich bei der Partnerwahl von ihren Instinkten leiten. Diese “treffen die Entscheidung”, welcher Mann gutes und auch passendes (wichtiger Punkt ist die Kompatibilität der Immunsysteme, damit auch der Nachwuchs ein widerstandsfähiges Immunsystem bekommt) genetisches Material in sich trägt. Im “Traditionellen Familienmodell” entscheiden eher Geldbörse / Status / Position des Mannes, ob er als Partner geeignet ist, natürliche (genetische) Faktoren sind außer Kraft gesetzt.
    Und meistens sind “biologische Auswahlkriterien” und “ökonomische Auswahlkriterien” weit voneinander entfernt. Aufgrund der alten gesellschaftlichen Zwänge obsiegen die ökonomischen Kriterien. Die Biologie schlägt sich nur manchmal Ihren Weg, wenn die gelangweilte Hausfrau sich, während der Mann arbeitet, einen Liebhaber hält – der dann nach biologischen Kriterien ausgewählt wurde.

    Ich hoffe ich konnte durch diesen langen Beitrag meinen Standpunkt in dieser Thematik etwas verdeutlichen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Danke für diesen guten Beitrag.
    Ein paar Bemerkungen dazu aber doch noch.

    Zum einen ist es heute, wohl auch schon länger so, dass man schon versucht, alles mögliche (und eben auch unmöglich...) sich zu erklären. Es sind ja eben immer Regelungen da, die bewusst gemacht werden und die auch diskutiert werden, sicher nicht immmer sonstwie tiefgründig - die Untiefen meidet man, natürlich, ja ohnehin gern. (Diese kann es, wie gesagt, auch hier geben...)

    Ich denke dennoch, dass die Aufhebung der alten gesellschaftlichen Zwänge durch neue “Sachzwänge” nicht unbedingt negativ für den Nachwuchs sein muss. Negativ ist es dort, wo eine “Lücke” entsteht, in die niemand einspringt. Positiv ist es, wo die “Lücke” durch die Gesellschaft/Gruppe/Rudel gefüllt wird, wenn diese die Erziehung der Kinder in die Hände nimmt.

    Ja, nicht unbedingt sein muss. Man kann aber wohl auch sagen, dass eine gelungene und wirtschaftlich abgesicherte monogame Beziehung von aktiv im Leben stehenden Partnern mit der Präsenz beider Partner, und einer besonders engen Bindung wohl doch auch der Mutter zum Kind, schon eine höheres Erfolgspotential hat, im Sinne der Rekrutierung von Nachwuchs, der auch die gewichtige "Führungspositionen" übernehmen kann.
    Die andere Frage ist hier ja eben auch die, warum hier welche anderen in die Lücken springen müssen, die manche Paare zulassen und wie stark bzw. gut das überhaupt geht.

    Natürlich kann man nur entfernt aus dem Tierreich anhand von Schimpansen und Bonobos auf Menschen schließen. Dennoch ist die These, dass der “Mann als Ernährer” direkt aus dem Tierreich kommt, keineswegs unumstritten. Bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich kümmert sich der Erzeuger in keinster Weise um die Ernährung seines Kindes oder seiner Partnerin. Diese Aufgaben werden, wie auch die “Aufzucht” der Kinder, vom Rudel übernommen.

    Das ist klar, so, als bzgl. der Ernährung, hatte ich das auch nicht gemeint. Und auch wenn die Mutter zu Hause bleibt, oder der Vater, dann gehen diese Kinder ja auch in die Schulen und Bildungseinrichtungen. Diese müssen sich ja eben im Rudel durchsetzen, nicht allen gelingt dies, jeder hat hier und auch dem Arbeitsmarkt, ja seine Chance.

    Bezüglich des genetischen Aspekts - Stichwort Alphamännchen. Sofern Alphas überhaupt bei Primaten und Menschen existieren, sind dies besonders fruchtbare Männchen, die eine gute Gesundheit und Anpassungsfähigkeit aufweisen und an Nachkommen weitergeben können.

    Besonders fruchtbar vielleicht weniger - wir sind (soweit gesund) in jungen Jahren halt alle sehr fruchtbar, eine fruchbare Art. Stirbt ein Alpha-Tier ist der Nachfolger kaum weniger fruchtbar, er ist aber vielleicht etwas schwächer, kann die Gruppe vielleicht nicht so gut führen oder schützen. Das ist wohl das Hauptmerkmal von Alpha-Tieren bei Großsäugern.

    Diese werden unter den Bedingungen der sexuellen Selektion bevorzugt.
    Nur – und das ist ein weiterer Knackpunkt – das “Traditionelle Familienmodell” und die alten gesellschaftlichen Zwänge setzen diese sexuelle Selektion vollkommen außer Kraft.
    Sexuelle Selektion findet eigentlich unterbewußt statt, Frau läßt sich bei der Partnerwahl von ihren Instinkten leiten. Diese “treffen die Entscheidung”, welcher Mann gutes und auch passendes (wichtiger Punkt ist die Kompatibilität der Immunsysteme, damit auch der Nachwuchs ein widerstandsfähiges Immunsystem bekommt) genetisches Material in sich trägt. Im “Traditionellen Familienmodell” entscheiden eher Geldbörse / Status / Position des Mannes, ob er als Partner geeignet ist, natürliche (genetische) Faktoren sind außer Kraft gesetzt.

    Nein! Im traditionellen Familienmodell stimmt eher beides überein! Zumindest war dies früher so. Auch sollen (selbst heute) große Manager oder "Führungsmenschen" doch ein paar mehr Kinder haben (mit mehreren Partnern, als andere, aber nur ein paar. Nur wer gesund und munter ist, und sexuell potent, also doch auch noch relativ jung, der ist auch ein wirkliches Alpha-Tier. Über fünfzig-Jährige sind das eigentlich meist weniger, m.E.. Man muss hier wohl an Verhältnisse der 50er und 60er Jahre denken. (Die ich aber nicht wirklich erlebt habe...!)

    Und meistens sind “biologische Auswahlkriterien” und “ökonomische Auswahlkriterien” weit voneinander entfernt. Aufgrund der alten gesellschaftlichen Zwänge obsiegen die ökonomischen Kriterien. Die Biologie schlägt sich nur manchmal Ihren Weg, wenn die gelangweilte Hausfrau sich, während der Mann arbeitet, einen Liebhaber hält – der dann nach biologischen Kriterien ausgewählt wurde.

    Ja, heute steht hier manches auf dem Kopf. Die Alten leben gesund heute sehr lange, die Jungen kommen erst sehr spät, immer später, (wenn nicht gar zu spät) zum "Alpha-Status". Wenn man bedenkt, wie alte so mancher (deutscher) Kaiser und König vor tausend Jahren war...! (Und wie alt manche auch nur wurden...!)
    Auch dem Kopf steht heute dann aber auch die Hierarchie. Heute können sich zwar sehr Reiche sehr gut vermehren (s. H. Klum/Seal, die ja auch sehr gesund sind), aber eben, durch die modernen Sozialsysteme, auch sehr Arme - und die tun dies auch, und dies insgesamt, absolut besehen, ja noch mehr als die wenigen Reichen! Hier zeigt sich die (wenn man so will) Perversität der heutigen Gesellschaft sehr gut. Die Gebrüder Aldi und die Kanzlerin, der letzte Kanzler und sein Außenminister sind alle kinderlos - sie machen aber eine Politik, dass sich gerade auch "Kreti und Pleti" doch gut und sicher vermehren können. Die Frage ist hier doch eigentlich, wer hier, biologisch besehen, eigentlich das "Alpha-Tier" ist, wer hier andere (auch!) für sich arbeiten lässt...?!?
    Die Hochtechnologie ermöglichst es, dass "natürliche Strukturen" z.T. auf den Kopf gestellt werden (können). Das ist so wirklich neu!
    Und nur weil das heute möglich ist, funkioniert dieser Staat so auch (noch). Ob das aber wirklich lange Zeit "gut" gehen kann, daran habe ich starke Zweifel.

    Danke für diesen guten Beitrag.
    Ein paar Bemerkungen dazu aber doch noch.

    Zum einen ist es heute, wohl auch schon länger so, dass man schon versucht, alles mögliche (und eben auch unmöglich...) sich zu erklären. Es sind ja eben immer Regelungen da, die bewusst gemacht werden und die auch diskutiert werden, sicher nicht immmer sonstwie tiefgründig - die Untiefen meidet man, natürlich, ja ohnehin gern. (Diese kann es, wie gesagt, auch hier geben...)

    Ich denke dennoch, dass die Aufhebung der alten gesellschaftlichen Zwänge durch neue “Sachzwänge” nicht unbedingt negativ für den Nachwuchs sein muss. Negativ ist es dort, wo eine “Lücke” entsteht, in die niemand einspringt. Positiv ist es, wo die “Lücke” durch die Gesellschaft/Gruppe/Rudel gefüllt wird, wenn diese die Erziehung der Kinder in die Hände nimmt.

    Ja, nicht unbedingt sein muss. Man kann aber wohl auch sagen, dass eine gelungene und wirtschaftlich abgesicherte monogame Beziehung von aktiv im Leben stehenden Partnern mit der Präsenz beider Partner, und einer besonders engen Bindung wohl doch auch der Mutter zum Kind, schon eine höheres Erfolgspotential hat, im Sinne der Rekrutierung von Nachwuchs, der auch die gewichtige "Führungspositionen" übernehmen kann.
    Die andere Frage ist hier ja eben auch die, warum hier welche anderen in die Lücken springen müssen, die manche Paare zulassen und wie stark bzw. gut das überhaupt geht.

    Natürlich kann man nur entfernt aus dem Tierreich anhand von Schimpansen und Bonobos auf Menschen schließen. Dennoch ist die These, dass der “Mann als Ernährer” direkt aus dem Tierreich kommt, keineswegs unumstritten. Bei unseren nächsten Verwandten im Tierreich kümmert sich der Erzeuger in keinster Weise um die Ernährung seines Kindes oder seiner Partnerin. Diese Aufgaben werden, wie auch die “Aufzucht” der Kinder, vom Rudel übernommen.

    Das ist klar, so, als bzgl. der Ernährung, hatte ich das auch nicht gemeint. Und auch wenn die Mutter zu Hause bleibt, oder der Vater, dann gehen diese Kinder ja auch in die Schulen und Bildungseinrichtungen. Diese müssen sich ja eben im Rudel durchsetzen, nicht allen gelingt dies, jeder hat hier und auch dem Arbeitsmarkt, ja seine Chance.

    Bezüglich des genetischen Aspekts - Stichwort Alphamännchen. Sofern Alphas überhaupt bei Primaten und Menschen existieren, sind dies besonders fruchtbare Männchen, die eine gute Gesundheit und Anpassungsfähigkeit aufweisen und an Nachkommen weitergeben können.

    Besonders fruchtbar vielleicht weniger - wir sind (soweit gesund) in jungen Jahren halt alle sehr fruchtbar, eine fruchbare Art. Stirbt ein Alpha-Tier ist der Nachfolger kaum weniger fruchtbar, er ist aber vielleicht etwas schwächer, kann die Gruppe vielleicht nicht so gut führen oder schützen. Das ist wohl das Hauptmerkmal von Alpha-Tieren bei Großsäugern.

    Diese werden unter den Bedingungen der sexuellen Selektion bevorzugt.
    Nur – und das ist ein weiterer Knackpunkt – das “Traditionelle Familienmodell” und die alten gesellschaftlichen Zwänge setzen diese sexuelle Selektion vollkommen außer Kraft.
    Sexuelle Selektion findet eigentlich unterbewußt statt, Frau läßt sich bei der Partnerwahl von ihren Instinkten leiten. Diese “treffen die Entscheidung”, welcher Mann gutes und auch passendes (wichtiger Punkt ist die Kompatibilität der Immunsysteme, damit auch der Nachwuchs ein widerstandsfähiges Immunsystem bekommt) genetisches Material in sich trägt. Im “Traditionellen Familienmodell” entscheiden eher Geldbörse / Status / Position des Mannes, ob er als Partner geeignet ist, natürliche (genetische) Faktoren sind außer Kraft gesetzt.

    Nein! Im traditionellen Familienmodell stimmt eher beides überein! Zumindest war dies früher so. Auch sollen (selbst heute) große Manager oder "Führungsmenschen" doch ein paar mehr Kinder haben (mit mehreren Partnern, als andere, aber nur ein paar. Nur wer gesund und munter ist, und sexuell potent, also doch auch noch relativ jung, der ist auch ein wirkliches Alpha-Tier. Über fünfzig-Jährige sind das eigentlich meist weniger, m.E.. Man muss hier wohl an Verhältnisse der 50er und 60er Jahre denken. (Die ich aber nicht wirklich erlebt habe...!)

    Und meistens sind “biologische Auswahlkriterien” und “ökonomische Auswahlkriterien” weit voneinander entfernt. Aufgrund der alten gesellschaftlichen Zwänge obsiegen die ökonomischen Kriterien. Die Biologie schlägt sich nur manchmal Ihren Weg, wenn die gelangweilte Hausfrau sich, während der Mann arbeitet, einen Liebhaber hält – der dann nach biologischen Kriterien ausgewählt wurde.

    Ja, heute steht hier manches auf dem Kopf. Die Alten leben gesund heute sehr lange, die Jungen kommen erst sehr spät, immer später, (wenn nicht gar zu spät) zum "Alpha-Status". Wenn man bedenkt, wie alte so mancher (deutscher) Kaiser und König vor tausend Jahren war...! (Und wie alt manche auch nur wurden...!)
    Auch dem Kopf steht heute dann aber auch die Hierarchie. Heute können sich zwar sehr Reiche sehr gut vermehren (s. H. Klum/Seal, die ja auch sehr gesund sind), aber eben, durch die modernen Sozialsysteme, auch sehr Arme - und die tun dies auch, und dies insgesamt, absolut besehen, ja noch mehr als die wenigen Reichen! Hier zeigt sich die (wenn man so will) Perversität der heutigen Gesellschaft sehr gut. Die Gebrüder Aldi und die Kanzlerin, der letzte Kanzler und sein Außenminister sind alle kinderlos - sie machen aber eine Politik, dass sich gerade auch "Kreti und Pleti" doch gut und sicher vermehren können. Die Frage ist hier doch eigentlich, wer hier, biologisch besehen, eigentlich das "Alpha-Tier" ist, wer hier andere (auch!) für sich arbeiten lässt...?!?
    Die Hochtechnologie ermöglichst es, dass "natürliche Strukturen" z.T. auf den Kopf gestellt werden (können). Das ist so wirklich neu!
    Und nur weil das heute möglich ist, funkioniert dieser Staat so auch (noch). Ob das aber wirklich lange Zeit "gut" gehen kann, daran habe ich starke Zweifel.

  5. Nun, wie ich Ihnen schon im besagten Thread leider vergeblich versucht habe deutlich zu machen, betrafen meine Äußerungen nicht Frauen im Allgemeinen sondern die Widersprüche, welche aktuell feministische Ideologie an Kampfzielen für durchsetzungswert erachtet. Diesen konnten oder wollten Sie einmal mehr nicht folgen.
    Ist ja auch ziemlich eindimensional mit einer Argumentationsgrundlage wie: wer Schwarzer hinterfragt, ist gegen Frauen.
    Da geh ich nicht in Deckung sondern doch lieber meinen familiären Aufgaben nach.

    Nochmal, nicht ich bin der Meinung, dass Frauen sich primär um den Nachwuchs zu sorgen hätten. Hier geht es um Aussagen, die nicht von mir sondern in Mütterforen geäußert wurden. Ich bin der falsche Adressat für Ihre Angriffe, redfox. Deshalb: stellen Sie Ihre Fragen auf netmomi. Ich als Mann werde mich hüten, für diese Mütter zu antworten. Ich will nur eines: nicht länger als Frauen knechtendes Monster angesehen werden, nur weil ich nicht jede Weisung aus der feministischen Parteizentrale für zutreffend erachte.

    Wie gesagt: VIVA INTERNET!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service