Der Vorschlag der Bundesregierung, Opel treuhänderisch zu verwalten, stößt nach Informationen des Handelsblatt im Stammland des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) auf massiven Widerstand. Die Amerikaner drängten die Bundesregierung stattdessen dazu, das Unternehmen zu verstaatlichen. Die Bundesregierung könne die US-Seite nur schwer davon überzeugen, dass sie mit einem solchen Modell nicht übervorteilt werde.

Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, soll GM bereits in den kommenden zwei Wochen seine Anteile an den europäischen Töchtern Opel, Vauxhall und Saab vorübergehend bei einem Treuhänder parken.

Diese Lösung würde sowohl GM als auch der Bundesregierung Zeit bei der Suche nach einem neuen Investor für Opel geben. Darüber hinaus soll auf diesem Weg Opel-Vermögen vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt werden, sollte GM Anfang Juni tatsächlich wie erwartet Insolvenz anmelden. Zudem würde der Staat vorübergehend entscheidenden Einfluss bei Opel gewinnen.

Zu Details wollte Guttenberg sich zunächst nicht äußern. Zuvor hatte die Rheinische Post gemeldet, der Bund könnte die Opel-Anteile aus dem GM-Konzern vorübergehend selbst übernehmen und treuhänderisch verwalten. Dies solle zusammen mit einem Bankenkonsortium geschehen, an dem auch die staatliche Bank KfW sowie die Landesbanken der Länder, in denen Opel Standorte hat, beteiligt sein könnte. Die Geldhäuser würden dem Autobauer dann Kredite zur Verfügung stellen, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Der Europachef von GM, Carl-Peter Forster, rechnet mit einer Summe "oberhalb von einer Milliarde Euro".

Seit Wochen suchen Unternehmen und Staat nach einer Lösung. Erste Investoren haben sich angeboten. Die Guttenberg bereits am Wochenende ins Spiel gebrachte Treuhänder-Variante war am Donnerstag auch Thema bei einem Spitzentreffen der bundesregierung in Berlin, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilgenommen hat. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen bei Opel ist aber noch nicht gefallen.

Aus Regierungskreisen hieß es, man müsse sich auch auf eine Insolvenz von Opel einstellen und eine Überbrückungsfinanzierung ins Auge fassen. Wie groß der Finanzbedarf des Autobauers sei, der von staatlicher Seite mit Bürgschaften garantiert werden müsste, stehe weiterhin nicht fest, sagte Guttenberg. Dies hänge unter anderem auch von weiteren Angaben der Investoren zu ihren Übernahmekonzepten ab. Bis zum 20. Mai sollen der italienische Autobauer Fiat und der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna ihre verbesserten Konzepte vorlegen.