Nahost-Reise Der Papst enttäuscht die Juden

Ein deutscher Papst auf Kurzbesuch in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem: Benedikt XVI. gedenkt der Opfer, zur Schuld der Kirche sagt er nichts

Sein Besuch in Jad Vashem war in Israel mit großer Spannung erwartet worden. Doch Benedikt XVI. hatte für die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem nur eine gute halbe Stunde Zeit. Er hielt dort die bisher kürzeste Rede seiner einwöchigen Reise durch Jordanien, Israel und das Palästinensergebiet. Streng nach Plan entzündete er in der "Halle der Erinnerung" eine Flamme, legte einen Kranz nieder, sprach kurz mit sechs Überlebenden des Holocausts und trug sich nach seiner Ansprache in das Ehrenbuch der Gedenkstätte ein.

"Ich bin gekommen, um in Stille vor diesem Monument zu stehen, das errichtet wurde, um der Millionen von Juden zu gedenken, die in der schrecklichen Tragödie der Schoah getötet wurden", sagte der Papst. Diese hätten ihr Leben verloren, doch würden sie niemals ihre Namen verlieren. "Wenn man auf die Gesichter starrt, die in dem Wasserbecken gespiegelt werden, das still in der Erinnerungsstätte ruht, kommt man nicht umhin, sich ins Gedächtnis zu rufen, wie jedes von ihnen einen Namen trägt", sagte der Papst. "Wie wir hier stehen in Stille, hallt ihr Schrei noch immer nach in unseren Herzen." Es sei ein Schrei, der sich gegen jeden Akt der Ungerechtigkeit und Gewalt erhebe.

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Das Oberhaupt von weltweit rund einer Milliarde Katholiken sagte weiter: "Die Katholische Kirche empfindet tiefes Mitleid mit den Opfern, deren hier gedacht wird." Benedikt versprach: "Als Bischof von Rom und Nachfolger des Apostels Petrus bekräftige ich – wie mein Vorgänger –, dass sich die Kirche darauf festlegt, dafür zu beten und unermüdlich zu arbeiten, dass Hass nie wieder die Herzen der Menschen regiere."

Benedikt XVI. knüpfte damit an seinen Vorgänger Johannes Paul II. an. Der war vor neun Jahren in Israel. Im März 2000 hatte er als erster Papst die Gedenkhalle besucht, unter deren Boden Asche-Reste von Toten aus sechs Vernichtungslagern ruhen. Der polnische Papst nahm sich damals wesentlich mehr Zeit als Benedikt für den Termin, der von vielen als der wichtigste Programmpunkt der Reise empfunden wird. Johannes Paul II. unterhielt sich seinerzeit ausgiebig mit KZ-Überlebenden. Als der damalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak von seinen Großeltern erzählte, die in Warschau in den Todeszug nach Treblinka gepfercht wurden, wurde Karol Wojtyla von Gefühlen überwältigt - was ihm viele Sympathien eintrug. Für das Verhalten der katholischen Kirche und des damaligen Papstes Pius XII., dem in Israel vorgeworfen wird, nicht genug gegen den Massenmord an den Juden getan zu haben, entschuldigte sich auch Johannes Paul II. nicht, wenngleich er zuvor ein allgemeines Schuldbekenntnis über die Verfehlungen von Christen während ihrer 2000-jährigen Geschichte abgelegt hatte.

In ersten Reaktionen auf Benedikts Rede machte sich in Israel Enttäuschung breit. Im Land war eine andere Rede erwartet worden. Die große Mehrheit der Bevölkerung hatte sich von Benedikt erhofft, er würde persönlicher reden, indem er etwa auf seine eigene Biografie eingehen würde. Ist er doch der erste und auch letzte aus Deutschland stammende Papst, der den Staat Israel besucht und zugleich das Dritte Reich noch erlebte. Als Teenager war Joseph Ratzinger Ende des Zweiten Weltkriegs als Flakhelfer für den Schutz einer BMW-Fabrik bei München eingesetzt worden. 1945 war er für kurze Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Leser-Kommentare
  1. und die schlichte, ernste Stille, die leisen Worte - sie sind genau die angemessene Antwort auf eine Tragödie, die einem sowieso die Sprache verschlägt - egal, wieviel Zeit vergehen mag.
    Dieser Papst ist zu sehr Poet, zu sehr Musiker um genau an diesem stillen Ort laut zu werden. Es ist kein Ort zur Selbstprofilierung und für "schöne Fotos" (als ob dem Papst überhaupt daran gelegen wäre), nein, ein alter Mann steht am Grab von vielen, die seine Zeitgenossen waren, der Papst erweist den Toten, den vielen Unschuldigen, den Ermordeten Ehre, er erweist ihnen Ehre ähnlich, wie die Kirche sie ihren Märtyrern erweist, in einer Art Zeremoniell, für dessen stille Würde in unseren schrillen lauten Zeiten das Gefühl abhanden gekommen scheint. Der Papst kommt als Papst und nicht als deutscher Herr Professor Ratzinger, der mal in der Hitlerjugend war - die Lebensgeschichte des Josef Ratzinger interessiert an solchem Ort nicht, die ungeteilte Aufmerksamkeit gebührt an solcher Stätte den unschuldig Ermordeten allein.

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    • Aranxo
    • 11.05.2009 um 19:38 Uhr

    Der Papst hat nur das mindeste gesagt, was er gerade so sagen musste, kein Fitzelchen darüber hinaus. Da wird mal wieder von der "Tragödie" gesprochen, als ob das irgendwie eine unglückliche Verstrickung gewesen wäre. Warum benutzt er nicht das richtige Wort: "Verbrechen". Und zwar das größte der Menschheitsgeschichte. "Tragödie" ist kein leises Wort, es ist ein Euphemismus.

    Kein Wort über seine eigene Jugend. Ich muss Ihnen widersprechen, es interessiert sehr wohl, dass er in der Hitlerjugend war. Wenn es die Israelis interessiert, was er dazu zu sagen hätte, wäre das Grund genug gewesen.

    Auch kein Wort über Pius XII. Kein Wunder, den will er ja bald selig sprechen. Dann kann er ihn schlecht vorher noch in die Pfanne hauen.

    Entschuldigen Sie meine Unhöflichkeit, aber Sie haben nichts begriffen.
    Gerade auf Zeit-Online wurde schon alles gesagt, deshalb nochmal eine Wiederholung:
    Es geht nicht allein um den Holocaust. Über tausend Jahre wurden Juden von den Christen als angebliche Mörder von Jesus verfolgt. Dabei ist historisch durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus längst bewiesen, dass es allein der römische Statthalter Pontius Pilatus war, ohne die von der Kirche immer noch behauptete Forderung der Kreuzigung durch die Juden. Juden waren damals die "Unruhestifter" des römischen Reiches. Der Vorgänger des jetzigen Papstes, Johannes Paul, hat die Juden an der Klagemauer um Verzeihung für die Verfolgung der Juden durch die Christen gebeten. Diese Größe bringt der jetzige Papst wahrscheinlich nicht auf. Mit der Erneuerung der Karfreitagsfürbitte zur Bekehrung der Juden führt er die Kirche theologisch zurück ins Mittelalter. Die Rücknahme der Exkommunikation der reaktionären Piusbrüder ist ihm wichtiger als Menschenleben (Kondomverbot bei seinen Besuchen in den HIV-verseuchten Ländern Kamerun und Uganda) und wichtiger als die Rücknahme der Exkommunikation tausender geschiedener Katholiken. Lesen Sie doch mal das Reichskonkordat von 1937 (?). "Reichskanzler Adolf Hitler für das Deutsche Reich, Eugenio Pacelli für den Vatikan". (im Internet abrufbar). Pacelli war der spätere Papst Pius XII, der zum Holocaust geschwiegen hat. Mit dem Reichskonkordat wurde auch die Einführung der Kirchensteuer vereinbart und leider vom Bundesverfassungsgericht für die BRD als Rechtsnachfolger gebilligt. X-mal exkommuniziert, aber weiter kirchensteuerpflichtig. Austritt ist nur nach Vorlage der Taufurkunde oder hilfsweise Geburtsurkunde möglich und führt nochmal zur Exkommunikation.
    Einmal katholisch, immer katholisch. Das ist keine Satire sondern Realität, kirchenrechtlich. Rechtsstaatlich nicht, denn sonst wäre man vogelfrei.
    Ich denke, es reicht !

    Ratzinger sprach zu seinen jüdischen Gastgebern und Zuhörern an einem jüdischen Ort über jüdische Opfer des größten Verbrechens aller Zeiten. Wenn Juden von ihm enttäuscht sind, heißt es, dass er seine angebliche Aufgabe---für interreligiöse und interkulturelle Verständigung zu sorgen---nicht erfüllt hat. Ob Sie sein Verhalten für richtig halten ist nebensächlich. Und ich finde es, gelinde gesagt, anmaßend, dass sie Juden vorscheiben wollen, was sie zu interessieren hat.

    • Aranxo
    • 11.05.2009 um 19:38 Uhr

    Der Papst hat nur das mindeste gesagt, was er gerade so sagen musste, kein Fitzelchen darüber hinaus. Da wird mal wieder von der "Tragödie" gesprochen, als ob das irgendwie eine unglückliche Verstrickung gewesen wäre. Warum benutzt er nicht das richtige Wort: "Verbrechen". Und zwar das größte der Menschheitsgeschichte. "Tragödie" ist kein leises Wort, es ist ein Euphemismus.

    Kein Wort über seine eigene Jugend. Ich muss Ihnen widersprechen, es interessiert sehr wohl, dass er in der Hitlerjugend war. Wenn es die Israelis interessiert, was er dazu zu sagen hätte, wäre das Grund genug gewesen.

    Auch kein Wort über Pius XII. Kein Wunder, den will er ja bald selig sprechen. Dann kann er ihn schlecht vorher noch in die Pfanne hauen.

    Entschuldigen Sie meine Unhöflichkeit, aber Sie haben nichts begriffen.
    Gerade auf Zeit-Online wurde schon alles gesagt, deshalb nochmal eine Wiederholung:
    Es geht nicht allein um den Holocaust. Über tausend Jahre wurden Juden von den Christen als angebliche Mörder von Jesus verfolgt. Dabei ist historisch durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus längst bewiesen, dass es allein der römische Statthalter Pontius Pilatus war, ohne die von der Kirche immer noch behauptete Forderung der Kreuzigung durch die Juden. Juden waren damals die "Unruhestifter" des römischen Reiches. Der Vorgänger des jetzigen Papstes, Johannes Paul, hat die Juden an der Klagemauer um Verzeihung für die Verfolgung der Juden durch die Christen gebeten. Diese Größe bringt der jetzige Papst wahrscheinlich nicht auf. Mit der Erneuerung der Karfreitagsfürbitte zur Bekehrung der Juden führt er die Kirche theologisch zurück ins Mittelalter. Die Rücknahme der Exkommunikation der reaktionären Piusbrüder ist ihm wichtiger als Menschenleben (Kondomverbot bei seinen Besuchen in den HIV-verseuchten Ländern Kamerun und Uganda) und wichtiger als die Rücknahme der Exkommunikation tausender geschiedener Katholiken. Lesen Sie doch mal das Reichskonkordat von 1937 (?). "Reichskanzler Adolf Hitler für das Deutsche Reich, Eugenio Pacelli für den Vatikan". (im Internet abrufbar). Pacelli war der spätere Papst Pius XII, der zum Holocaust geschwiegen hat. Mit dem Reichskonkordat wurde auch die Einführung der Kirchensteuer vereinbart und leider vom Bundesverfassungsgericht für die BRD als Rechtsnachfolger gebilligt. X-mal exkommuniziert, aber weiter kirchensteuerpflichtig. Austritt ist nur nach Vorlage der Taufurkunde oder hilfsweise Geburtsurkunde möglich und führt nochmal zur Exkommunikation.
    Einmal katholisch, immer katholisch. Das ist keine Satire sondern Realität, kirchenrechtlich. Rechtsstaatlich nicht, denn sonst wäre man vogelfrei.
    Ich denke, es reicht !

    Ratzinger sprach zu seinen jüdischen Gastgebern und Zuhörern an einem jüdischen Ort über jüdische Opfer des größten Verbrechens aller Zeiten. Wenn Juden von ihm enttäuscht sind, heißt es, dass er seine angebliche Aufgabe---für interreligiöse und interkulturelle Verständigung zu sorgen---nicht erfüllt hat. Ob Sie sein Verhalten für richtig halten ist nebensächlich. Und ich finde es, gelinde gesagt, anmaßend, dass sie Juden vorscheiben wollen, was sie zu interessieren hat.

    • CM
    • 11.05.2009 um 19:22 Uhr

    Die Bilanz dieses Papstes ist bislang geprägt von Modernisierungsphobie, einem unüberlegten Umgang mit eigenen fanatischen Randgruppen und im Fall der Israelreise einem noch ausstehenden, aber garantiert folgenden ganz großen Fettnapf, den er mit traumwandlerischer Sicherheit finden wird.

    • Anonym
    • 11.05.2009 um 19:28 Uhr

    Was es heutzutage alles für Krankheiten und Ängste gibt.
    Momentan habe ich eine USERPHOBIE und deshalb melde ich mich für heute im Forum ab.

    Orpheus

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    geschätzter Herr Peters!

    Da ich gelegentlich selbst Gefahr laufe, in eine ähnliche emotionale Lage zu kommen wie Sie nun bei diesem Thema, will ich Ihnen etwas anraten (wohl wissend, daß ich um soviel jünger bin als Sie und mir dergleichen Altklugheit eigentlich nicht zusteht):

    Nehmen Sie sich nicht alles so zu Herzen, was Sie hier mitunter lesen! Das ist ein weltweit erreichbares Forum, ein relativ anonymes noch dazu, und auch hier kann man teilweise Unsinn lesen, der so greifbar ist, daß man ihn in Scheiben geschnitten zum Tee servieren könnte.

    Ich will damit nun keine Meinung zu Ihrem Vorkommentator abgeben, da ich mich zu diesem spezifischen Thema nicht äußern werde. Aber ich bitte Sie: Nehmen Sie nicht alles so furchtbar ernst! Lassen Sie Dinge, die Ihnen normalerweise die Haare zu Berge stehen lassen würden, einfach links (oder rechts, egal) liegen. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Argumenten nicht mehr dienlich sein zu können (und diesen Punkt kenne ich auch!), dann lassen Sie vor dem inneren Auge die Jalousien herunter und den Herrgott einen guten Mann sein, wie man in Bayern so schön sagt.

    Alles andere bringt in langer Frist erstens keinen Gewinn, zweitens nur Frust und drittens verleiden solche Angelegenheiten auf Dauer jede Forenteilnahme!

    geschätzter Herr Peters!

    Da ich gelegentlich selbst Gefahr laufe, in eine ähnliche emotionale Lage zu kommen wie Sie nun bei diesem Thema, will ich Ihnen etwas anraten (wohl wissend, daß ich um soviel jünger bin als Sie und mir dergleichen Altklugheit eigentlich nicht zusteht):

    Nehmen Sie sich nicht alles so zu Herzen, was Sie hier mitunter lesen! Das ist ein weltweit erreichbares Forum, ein relativ anonymes noch dazu, und auch hier kann man teilweise Unsinn lesen, der so greifbar ist, daß man ihn in Scheiben geschnitten zum Tee servieren könnte.

    Ich will damit nun keine Meinung zu Ihrem Vorkommentator abgeben, da ich mich zu diesem spezifischen Thema nicht äußern werde. Aber ich bitte Sie: Nehmen Sie nicht alles so furchtbar ernst! Lassen Sie Dinge, die Ihnen normalerweise die Haare zu Berge stehen lassen würden, einfach links (oder rechts, egal) liegen. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Argumenten nicht mehr dienlich sein zu können (und diesen Punkt kenne ich auch!), dann lassen Sie vor dem inneren Auge die Jalousien herunter und den Herrgott einen guten Mann sein, wie man in Bayern so schön sagt.

    Alles andere bringt in langer Frist erstens keinen Gewinn, zweitens nur Frust und drittens verleiden solche Angelegenheiten auf Dauer jede Forenteilnahme!

    • Aranxo
    • 11.05.2009 um 19:38 Uhr

    Der Papst hat nur das mindeste gesagt, was er gerade so sagen musste, kein Fitzelchen darüber hinaus. Da wird mal wieder von der "Tragödie" gesprochen, als ob das irgendwie eine unglückliche Verstrickung gewesen wäre. Warum benutzt er nicht das richtige Wort: "Verbrechen". Und zwar das größte der Menschheitsgeschichte. "Tragödie" ist kein leises Wort, es ist ein Euphemismus.

    Kein Wort über seine eigene Jugend. Ich muss Ihnen widersprechen, es interessiert sehr wohl, dass er in der Hitlerjugend war. Wenn es die Israelis interessiert, was er dazu zu sagen hätte, wäre das Grund genug gewesen.

    Auch kein Wort über Pius XII. Kein Wunder, den will er ja bald selig sprechen. Dann kann er ihn schlecht vorher noch in die Pfanne hauen.

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    der "Tragödie der Shoah", nicht nur von "Tragödie", also durchaus das Verbrechen an. Entschuldigen Sie meinen Flüchtigkeitsfehler, denn ich schrieb nur "Tragödie" - und das trifft den Sachverhalt wahrhaftig nicht, denn Tragödie ist "unschuldig schuldig werden" und hier waren Unschuldige unschuldig und Schuldige schuldig.

    weiteres Zitat aus der Papstrede:
    "Die heilige Schrift lehrt uns, dass es unsere Aufgabe ist, die Welt daran zu erinnern, dass dieser Gott lebt, obwohl es uns manchmal schwerfällt, seine rätselhaften und unergründlichen Wege zu verstehen. (...)

    Während wir hier schweigend stehen, hat ihr Schrei (der Opfer) noch ein Echo in unseren Herzen. Es ist ein Schrei gegen jeden Akt von Ungerechtigkeit und Gewalt. Es ist ein anhaltender Vorwurf gegen das Vergiessen von unschuldigem Blut. (...)

    Meine lieben Freunde, ich bin Gott und Ihnen zutiefst dankbar für die Gelegenheit, hier in Stille zu stehen: Eine Stille der Erinnerung, eine Stille des Gebets, eine Stille der Hoffnung.»

    Zu Papst Pius XII: Kennen Sie die Aktenlage (abgesehen vom Hochhuthschen Text;-) gar so genau, dass Sie sich ein Urteil erlauben können? Ich kenne sie nicht, könnte Originaldokumente möglicherweise auch gar nicht interpretieren und maße mir aus diesem Grund kein Urteil an. Vielleicht braucht auch der Vatikan noch Zeit für eine wirklich faire Beurteilung dieses Mannes?

    Übrigens hält sich der Papst noch bis Freitag in Israel auf: Es bleibt also Zeit, Ungesagtes, für das in einer solchen Gedenkstätte der Platz nicht ist, zu sagen.

    Wie messen Sie denn die Größe eines Verbrechens ?

    der "Tragödie der Shoah", nicht nur von "Tragödie", also durchaus das Verbrechen an. Entschuldigen Sie meinen Flüchtigkeitsfehler, denn ich schrieb nur "Tragödie" - und das trifft den Sachverhalt wahrhaftig nicht, denn Tragödie ist "unschuldig schuldig werden" und hier waren Unschuldige unschuldig und Schuldige schuldig.

    weiteres Zitat aus der Papstrede:
    "Die heilige Schrift lehrt uns, dass es unsere Aufgabe ist, die Welt daran zu erinnern, dass dieser Gott lebt, obwohl es uns manchmal schwerfällt, seine rätselhaften und unergründlichen Wege zu verstehen. (...)

    Während wir hier schweigend stehen, hat ihr Schrei (der Opfer) noch ein Echo in unseren Herzen. Es ist ein Schrei gegen jeden Akt von Ungerechtigkeit und Gewalt. Es ist ein anhaltender Vorwurf gegen das Vergiessen von unschuldigem Blut. (...)

    Meine lieben Freunde, ich bin Gott und Ihnen zutiefst dankbar für die Gelegenheit, hier in Stille zu stehen: Eine Stille der Erinnerung, eine Stille des Gebets, eine Stille der Hoffnung.»

    Zu Papst Pius XII: Kennen Sie die Aktenlage (abgesehen vom Hochhuthschen Text;-) gar so genau, dass Sie sich ein Urteil erlauben können? Ich kenne sie nicht, könnte Originaldokumente möglicherweise auch gar nicht interpretieren und maße mir aus diesem Grund kein Urteil an. Vielleicht braucht auch der Vatikan noch Zeit für eine wirklich faire Beurteilung dieses Mannes?

    Übrigens hält sich der Papst noch bis Freitag in Israel auf: Es bleibt also Zeit, Ungesagtes, für das in einer solchen Gedenkstätte der Platz nicht ist, zu sagen.

    Wie messen Sie denn die Größe eines Verbrechens ?

  2. 5. !

    Kann der Herr Kramer vom Zentralrat - erst im Erwachsenenalter zum Judentum konvertiert (http://de.wikipedia.org/w...) - nicht einfach mal die Klappe halten? Schon gar, wenn Toten gedacht wird - auch da muss er ein Politikum daraus machen, welches er in seinem Sinne zu nutzen gedenkt? Seine Pietätlosigkeit verbunden mit geheuchelter Moral scheint ihn auch schon damals für seine Tätigkeit bei der "Jewish Claims Conference" empfohlen zu haben (http://www.zeit.de/2000/1... allgemeine Informationen: http://de.wikipedia.org/w..., umfangreicher auf Englisch: http://en.wikipedia.org/w...) empfohlen haben.

  3. geschätzter Herr Peters!

    Da ich gelegentlich selbst Gefahr laufe, in eine ähnliche emotionale Lage zu kommen wie Sie nun bei diesem Thema, will ich Ihnen etwas anraten (wohl wissend, daß ich um soviel jünger bin als Sie und mir dergleichen Altklugheit eigentlich nicht zusteht):

    Nehmen Sie sich nicht alles so zu Herzen, was Sie hier mitunter lesen! Das ist ein weltweit erreichbares Forum, ein relativ anonymes noch dazu, und auch hier kann man teilweise Unsinn lesen, der so greifbar ist, daß man ihn in Scheiben geschnitten zum Tee servieren könnte.

    Ich will damit nun keine Meinung zu Ihrem Vorkommentator abgeben, da ich mich zu diesem spezifischen Thema nicht äußern werde. Aber ich bitte Sie: Nehmen Sie nicht alles so furchtbar ernst! Lassen Sie Dinge, die Ihnen normalerweise die Haare zu Berge stehen lassen würden, einfach links (oder rechts, egal) liegen. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Argumenten nicht mehr dienlich sein zu können (und diesen Punkt kenne ich auch!), dann lassen Sie vor dem inneren Auge die Jalousien herunter und den Herrgott einen guten Mann sein, wie man in Bayern so schön sagt.

    Alles andere bringt in langer Frist erstens keinen Gewinn, zweitens nur Frust und drittens verleiden solche Angelegenheiten auf Dauer jede Forenteilnahme!

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    • Anonym
    • 11.05.2009 um 21:16 Uhr

    mein lieber Viscount.
    Diesemal ging es mir wirklich nur um den Begriff, der doch immer mehr strapaziert wird, das haben doch Sie sicher auch schon bemerkt.
    Viele steigern sich in einen wahren Phobiewahnsinn.
    Da tanzt die Deutsche Sprache mal wieder mit der Dummheit und das kann ziemlich wehtun.
    Dass ich mir im übrigen viel zu Herzen nehmen, wie Sie schrieben, werde ich mal beibehalten.
    Auf meine Alten Tage, werde ich meine Gefühlswelt nicht mehr kastrieren, denn ich finde es ist in dieser Welt schon kalt genug.
    Ein Teil der Menscheit muß ja für den Rest mitweinen.
    Aber ich weiß auch, dass sie es wirklich Gut meinten, mit ihren Worten.

    Danke nochmals für ihren Kommentar

    Orpheus

    • Anonym
    • 11.05.2009 um 21:16 Uhr

    mein lieber Viscount.
    Diesemal ging es mir wirklich nur um den Begriff, der doch immer mehr strapaziert wird, das haben doch Sie sicher auch schon bemerkt.
    Viele steigern sich in einen wahren Phobiewahnsinn.
    Da tanzt die Deutsche Sprache mal wieder mit der Dummheit und das kann ziemlich wehtun.
    Dass ich mir im übrigen viel zu Herzen nehmen, wie Sie schrieben, werde ich mal beibehalten.
    Auf meine Alten Tage, werde ich meine Gefühlswelt nicht mehr kastrieren, denn ich finde es ist in dieser Welt schon kalt genug.
    Ein Teil der Menscheit muß ja für den Rest mitweinen.
    Aber ich weiß auch, dass sie es wirklich Gut meinten, mit ihren Worten.

    Danke nochmals für ihren Kommentar

    Orpheus

  4. der "Tragödie der Shoah", nicht nur von "Tragödie", also durchaus das Verbrechen an. Entschuldigen Sie meinen Flüchtigkeitsfehler, denn ich schrieb nur "Tragödie" - und das trifft den Sachverhalt wahrhaftig nicht, denn Tragödie ist "unschuldig schuldig werden" und hier waren Unschuldige unschuldig und Schuldige schuldig.

    weiteres Zitat aus der Papstrede:
    "Die heilige Schrift lehrt uns, dass es unsere Aufgabe ist, die Welt daran zu erinnern, dass dieser Gott lebt, obwohl es uns manchmal schwerfällt, seine rätselhaften und unergründlichen Wege zu verstehen. (...)

    Während wir hier schweigend stehen, hat ihr Schrei (der Opfer) noch ein Echo in unseren Herzen. Es ist ein Schrei gegen jeden Akt von Ungerechtigkeit und Gewalt. Es ist ein anhaltender Vorwurf gegen das Vergiessen von unschuldigem Blut. (...)

    Meine lieben Freunde, ich bin Gott und Ihnen zutiefst dankbar für die Gelegenheit, hier in Stille zu stehen: Eine Stille der Erinnerung, eine Stille des Gebets, eine Stille der Hoffnung.»

    Zu Papst Pius XII: Kennen Sie die Aktenlage (abgesehen vom Hochhuthschen Text;-) gar so genau, dass Sie sich ein Urteil erlauben können? Ich kenne sie nicht, könnte Originaldokumente möglicherweise auch gar nicht interpretieren und maße mir aus diesem Grund kein Urteil an. Vielleicht braucht auch der Vatikan noch Zeit für eine wirklich faire Beurteilung dieses Mannes?

    Übrigens hält sich der Papst noch bis Freitag in Israel auf: Es bleibt also Zeit, Ungesagtes, für das in einer solchen Gedenkstätte der Platz nicht ist, zu sagen.

    Antwort auf "Enttäuschend"
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    • Aranxo
    • 12.05.2009 um 1:55 Uhr

    der Papst sprach von der "Tragödie der Shoah", nicht nur von "Tragödie"

    Wo bitte ist der Unterschied? Warum spricht er nicht vom Verbrechen der Nazis, anstatt von der "Tragödie der Shoah". Ich bleibe dabei, es ist Euphemismus. Es ist die konservative Sprachregelung seit Jahrzehnten, die die klare Verantwortung der Deutschen ein bißchen verschleiern will, weil man sich möglichst nicht so sehr mit der eigenen Schuld beschäftigen will.

    weiteres Zitat aus der Papstrede...

    Wie ich sagte: Nur das, was unbedingt gesagt werden musste.

    Zu Papst Pius XII: Kennen Sie die Aktenlage (abgesehen vom Hochhuthschen Text;-) gar so genau, dass Sie sich ein Urteil erlauben können?

    Die muss ich nicht kennen. Es reicht mir vollkommen, das zu beurteilen, was ich nicht kenne, nämlich eine klare und eindeutige Verurteilung der Judenverfolgung durch Pius XII in der Öffentlichkeit. Hätte es diese gegeben, wüssten wir unter Garantie davon. Stattdessen sind zwei höchst vorsichtige verklausulierte Andeutungen bekannt, dass man das evtl. nicht ganz so gut finden würde. Und was in den Hinterzimmern passiert ist, ist vollkommen uninteressant. Was ich auch weiß, ist, dass man nach dem Krieg in der kath. Kirche schnell wieder die Barmherzigkeit hat einkehren lassen, aber diesmal den Nazis gegenüber, als es darum ging, denen zur Flucht nach Südamerika zu verhelfen, Stichwort Rattenlinie. Dass Pius XII davon nichts gewusst haben soll, ist schlicht nicht vorstellbar. Diese beiden Dinge reichen vollkommen zur Beurteilung aus.

    • Aranxo
    • 12.05.2009 um 1:55 Uhr

    der Papst sprach von der "Tragödie der Shoah", nicht nur von "Tragödie"

    Wo bitte ist der Unterschied? Warum spricht er nicht vom Verbrechen der Nazis, anstatt von der "Tragödie der Shoah". Ich bleibe dabei, es ist Euphemismus. Es ist die konservative Sprachregelung seit Jahrzehnten, die die klare Verantwortung der Deutschen ein bißchen verschleiern will, weil man sich möglichst nicht so sehr mit der eigenen Schuld beschäftigen will.

    weiteres Zitat aus der Papstrede...

    Wie ich sagte: Nur das, was unbedingt gesagt werden musste.

    Zu Papst Pius XII: Kennen Sie die Aktenlage (abgesehen vom Hochhuthschen Text;-) gar so genau, dass Sie sich ein Urteil erlauben können?

    Die muss ich nicht kennen. Es reicht mir vollkommen, das zu beurteilen, was ich nicht kenne, nämlich eine klare und eindeutige Verurteilung der Judenverfolgung durch Pius XII in der Öffentlichkeit. Hätte es diese gegeben, wüssten wir unter Garantie davon. Stattdessen sind zwei höchst vorsichtige verklausulierte Andeutungen bekannt, dass man das evtl. nicht ganz so gut finden würde. Und was in den Hinterzimmern passiert ist, ist vollkommen uninteressant. Was ich auch weiß, ist, dass man nach dem Krieg in der kath. Kirche schnell wieder die Barmherzigkeit hat einkehren lassen, aber diesmal den Nazis gegenüber, als es darum ging, denen zur Flucht nach Südamerika zu verhelfen, Stichwort Rattenlinie. Dass Pius XII davon nichts gewusst haben soll, ist schlicht nicht vorstellbar. Diese beiden Dinge reichen vollkommen zur Beurteilung aus.

  5. Entschuldigen Sie meine Unhöflichkeit, aber Sie haben nichts begriffen.
    Gerade auf Zeit-Online wurde schon alles gesagt, deshalb nochmal eine Wiederholung:
    Es geht nicht allein um den Holocaust. Über tausend Jahre wurden Juden von den Christen als angebliche Mörder von Jesus verfolgt. Dabei ist historisch durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus längst bewiesen, dass es allein der römische Statthalter Pontius Pilatus war, ohne die von der Kirche immer noch behauptete Forderung der Kreuzigung durch die Juden. Juden waren damals die "Unruhestifter" des römischen Reiches. Der Vorgänger des jetzigen Papstes, Johannes Paul, hat die Juden an der Klagemauer um Verzeihung für die Verfolgung der Juden durch die Christen gebeten. Diese Größe bringt der jetzige Papst wahrscheinlich nicht auf. Mit der Erneuerung der Karfreitagsfürbitte zur Bekehrung der Juden führt er die Kirche theologisch zurück ins Mittelalter. Die Rücknahme der Exkommunikation der reaktionären Piusbrüder ist ihm wichtiger als Menschenleben (Kondomverbot bei seinen Besuchen in den HIV-verseuchten Ländern Kamerun und Uganda) und wichtiger als die Rücknahme der Exkommunikation tausender geschiedener Katholiken. Lesen Sie doch mal das Reichskonkordat von 1937 (?). "Reichskanzler Adolf Hitler für das Deutsche Reich, Eugenio Pacelli für den Vatikan". (im Internet abrufbar). Pacelli war der spätere Papst Pius XII, der zum Holocaust geschwiegen hat. Mit dem Reichskonkordat wurde auch die Einführung der Kirchensteuer vereinbart und leider vom Bundesverfassungsgericht für die BRD als Rechtsnachfolger gebilligt. X-mal exkommuniziert, aber weiter kirchensteuerpflichtig. Austritt ist nur nach Vorlage der Taufurkunde oder hilfsweise Geburtsurkunde möglich und führt nochmal zur Exkommunikation.
    Einmal katholisch, immer katholisch. Das ist keine Satire sondern Realität, kirchenrechtlich. Rechtsstaatlich nicht, denn sonst wäre man vogelfrei.
    Ich denke, es reicht !

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    Regen Sie sich doch mal über sch selbst auf, immerhin sind Sie ja auch Deutscher und die haben doch wohl in erster Linie den Holocaust zu verantworten.
    Ich schlagen Ihnen vor die Historie durchzugehen und für jeden indirekt auch von Ihnen (als direkter Abkömmling) Ermordeten eine Busslitanei zu beten. Dann hätten Sie angemessen Ihre Betroffenheit kund getan. Asche auf Ihr Haupt!
    Ich finde übrigens die Worte Benedikts sehr ergreifend und angemessen.

    ach Luise, lass gut sein! (ein weites Feld).

    Tatsächlich ist mir bekannt, das Jesus von den Römern hingerichtet wurde.
    Und die darauf folgenden Jahrhunderte Geschichte und Kirchengeschichte kenn ich - vermutlich - genauso schlecht wie Sie;-)

    Was aber hat das jetzt eigentlich mit dem Thema des Zeit-Artikels zu tun?
    Ich dachte, ich hätte einen Kommentar zu einem Artikel geschrieben, der sich mit dem Thema "Papst gedenkt der Schoah-Opfer in Jad Vashem" befasst. Ich dachte, das Thema sei nicht Kirchengeschichte im Allgemeinen, sondern die Zeremonie, die Rede des Papstes in Gedenken an die in den Vernichtungslagern ermordeten Juden.

    Und ich möchte gerne ausdrücken, dass ich die zurückhaltende Art des Papstes, die zarten Bilder, die der Papst in seiner Rede findet (in denen er sich auf die Unvergänglichkeit der Namen, der von Gott ins Leben Gerufenen bezieht) menschlich wärmer empfinde als die von vielen offenbar so sehr vermissten (und durch telenovelas in ihrem Stil geformten) "großen Worte". Ich bin froh, dass dieser Papst so unendlich behutsam und ehrlich mit Sprache umgeht.

    Bevor Sie widersprechen: Bitte lesen Sie doch zum Exempel den Brief des Papstes an die Bischöfe nach Rücknahme der Exkommunikation Williamsons (diese Aufhebung war ja auch nie eine "Rehabilitation", wie man so oft und falsch lesen konnte, gar Wiedereinsetzung in Ämter oder kirchliche Dienste, sondern lediglich die Wiederzulassung eines Büßers zu den Sakramenten). Vielleicht lesen Sie auch nochmals die Regensburger Rede. Und vielleicht lesen Sie das, was da steht und nicht, was Sie meinen, das da stehn würde:-)

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass gerade Ihnen, der Sie sich doch über die Konsequenzen eines jahrhundertelangen Feindbild - Denkens der Kirche auf eine ziemlich polemische Art und Weise auslassen, ein Feindbild - Denken innewohnt, dass den Leser, noch mehr aber Sie selbst, bedenklich stimmen sollte. Ihr Feindbild heißt offensichtlich: Katholische Kirche.
    Herr "Sozialliberakl", natürlich ist es Ihnen gestattet, die Katholische Kirche zu kritisieren, natürlich soll es Ihnen unbenommen sein, fragwürdige Praktiken und Aussagen von Repräsentanten der römischen Kirche offen zur Disposition zu stellen.
    Aber: Kritisieren um des Kritisierens willen oder gar bloße emotionale Ausbrüche ohne Sinn und Zweck dienen in erster Linie dem Schüren von Hass und Pflegen von Feinbildern, um sich selbst seiner eigenen Identität durch Abgrenzung zu versichern.

    Grotesk ist der Vorwurf, dass Benedikt XVI. mit der Neuformulierung der Karfreitagsfürbitte die Kirche "theologisch ins Mittelalter" führe. Bereits vor einem Jahr schrieb der angesehene New Yorker Rabbiner Jacob Neusner, dass ja die Juden selbst in ihrer Liturgie täglich für die Bekehrung aller Nichtjuden beten. "So wenig wie das Christentum und der Islam Anstoß am israelitischen Gebet nehmen, sollte auch das heilige Israel keinen Einwand gegen das katholische Gebet erheben. Beide Gebote erfassen die Logik des Monotheismus und seine eschatologische Hoffnung." (Quelle: F.A.Z., Nr. 91 vom 20. April 2009, S. 29)
    Die Rücknahme der Exkommunikation gegenüber Williamson und einigen anderen war freilich ungeschickt und dilettantisch ausgeführt, dennoch ist darauf hinzuweisen, dass die Aufhebung der Exkommunikation eine rein innerkirchliche Angelegenheit ist (und mit "Rehabilitierung", wie immer wieder kolportiert wird, nichts zu tun hat).
    Ihr Ausfall bezüglich der Verwendung von Kondomen zeigt, dass es Sie offenbar nicht interessiert, was Benedikt auf seinem Flug nach Afrika wirklich gesagt hat: "Kondome lösen nicht das Problem von AIDS." Er hat Kondome also keineswegs rundheraus abgelehnt. Die Argumentation des Papstes ist gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass Kondome häufig gerade von Afrikanerinnen abgelehnt werden, weil deren Verwendung mit der Vorstellung verbunden ist, der Mann wolle "nur zum Spaß" den Beischlaf vollziehen und sei nicht bereit, die Verantwortung für (potenzielle) Kinder zu übernehmen.
    Im Übrigen ist Ihr Hinweis auf die Rolle der Kath. Kirche im Dritten Reich (mindestens) einseitig, da Sie den aktiven kirchlichen Widerstand gegen Tötungsprojekte wie "T4" ebenso außer Acht lassen wie beispielsweise die Enzyklika Mit brennender Sorge (März 1937), die die Ideologie des Nationalsozialismus scharf verurteilte.

    Ich bitte Sie, zu Ihren eigenen Gunsten auf solche inhaltslosen Polemiken hinkünftig zu verzichten.

    nicht der Stadthalter. Um Ruhe in Jerusalem zu bekommen gab er
    ihrem drängen nach, das ist Fakt.
    Für die Römer waren sie alle Terrorristen

    Interessant wie wenig Sie doch Geschichtskenntnisse besitzten und zugleich das moralisch-historische Urteil über den Papst sprechen, gleichsam den Stab über der Kirche brechen.
    Von einer tausendjährigen Judenverfolgung der Kirche weiß die Geschichte nichts, schon gar nicht von einer kollektiven, zielgerichteten Vernichtung wie sie das "Nazi-Regime" anstrebte. Vielmehr gab es ab dem Hochmittelalter sich anspannende kulturelle (man achte auf das Wort Kultus) und gesellschaftliche Spannungen. Zum Teil arteten diese in Pogrome der Bevölkerung gegen Juden aus, zum Teil wurden sie scheintheologisch vom niederen Klerus zementiert. Das Juden dabei jedoch meist unter den Schutz(-briefen) des Kaiser und der Fürstbischöfe standen, bleibt oft unerwähnt. Vor allem das theologische Polemiken beiderseits beliebt waren, hört man ebenfalls kaum. Man lese mal jüdische Schriften zur Person Jesu, interreligiöser Dialog ist das selten gewesen. Das die Juden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit durch kirchliche Institutionen schlecht behandelt, durch manchen Inquisitor (d.h. die (Zwangs-)Konvertiten) verflogt wurden, impliziert allerdings keinen allgemein gesellschaftlichen Judenhass, noch deren systematische Verfolgung. Der Antisemitismus der Gegenwart und des 20. Jh., besonders aber des "Nazi-Regimes" ist eine völlig abstruse Rassenlehre, deren grausame Existenz keinerlei theologische Grundlage hat oder je hatte, sondern ein abscheulicher Sozialdarwinismus ist. Das dennoch einige Christen Antisemiten war, zeugt nur davon, dass auch Christen auf solch schreckliche Verblendungen hereinfallen können oder sich von ihrem Glauben (an die Nächstenliebe) losreißen können um in barbarischen Taten Unheil und Schande druch ihre Gewalt zu verbreiten.
    Was die Shoah angeht für welche Kirche soll der Papst sprechen, die Deutsche?, wie könnte er für die Protestanten sprechen, für die Katholische Kirche in den Besatzungsländern, sie wurde selbst verfolgt, oder die Katholische Weltkirche und ihr angebliches Schweigen, dass doch in Rom soviele Juden vor der Deportation rettete, weil Pius XII. anordnete sie in Klöstern und Kirchen zu verstecken. Die Lage ist differenziert und komplizierter als sie manch Möchtegernhistoriker und Richter der Geschichte darstellt. Der Papst sprach in Yad Vashem (haben Sie die Zeremonie überhaupt verfolgt?) sein Entsetzen über dieses Verbrechen aus, verurteilte es und bekundete sein Mitfühlen mit den Opfern (explizit bei 6 Anwesenden). Man fragt sich wie man mehr persönliche Nähe fordern kann? Im Angesicht eines solchen Greuels und eines solchen Ortes wie Yad Vashem ist Schweigen lauter und bedeutsamer, ebenso wie die kurze und bewegende Rede des Papstes, als der medienwirksame Populismus die sich mancher Politiker gewünscht hätte.
    Ich bin froh, dass die Opfer der Shoah nicht zum medienpolitischen Spielball instrumentalisiert wurden. Ja ich bin froh, dass der Papst zu den Piusbrüdern und dem unsäglichen Bischof Williamson geschwiegen hat, denn diesen an dem Ort des Gedächtnisses, dass sie verleugnen, eine Plattform zu gewähren, dass wäre tatsächlich ein Hohn und ein Spott für die Opfer des "Nazi-Regimes" gewesen. Als Katholik bin ich froh, dass der Papst den Opfern auf ehrwürdige und stille Weise, wie man Verstrobene aber erst recht Ermordete ehrt, seine Nähe gezeigt hat und sich ihres Andenkens erinnert hat.

    "Dabei ist historisch durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus längst bewiesen, dass es allein der römische Statthalter Pontius Pilatus war, ohne die von der Kirche immer noch behauptete Forderung der Kreuzigung durch die Juden." Märchenstunde? Meines Wissens nach ist gar nichts bewiesen!

    • monalu
    • 15.05.2009 um 13:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr,

    es tut mir Leid, aber Sie haben offenbar selbst nichts begriffen! Sie sollten lieber auf die Frage eingehen, warum die Juden als Jesusmörder beschuldigt wurden? Da wissen Sie nämlich nicht weiter ;)

    MfG
    monalu

    • kw-muc
    • 18.05.2009 um 1:09 Uhr

    FÜr die Erklärung des Antisemitismus ist doch völlig wurscht, ob die Römer Jesus Christus gekreuzigt haben oder ob es vielleicht doch die Juden waren. Und es ist noch mehr wurscht, ob der Antisemitismus ein RKK-Antisemitismus war, denn was heißt denn das schon für eine ERklärung? Nichts! .

    Gewöhnlich ist zwischen Anlaß und Ursache zu unterscheiden und davon auch noch mal, mit welchen Argumenten man sein schändliches Tun exkulpiert.

    Antisemitismus ist ein soziales Phänomen, das seine Begründung in der Verfaßtheit der menschlichen Psyche findet und das sich in milderer Form als bloße Xenophobie, in stärkerer Form in der Diskriminierung, Vertreibung und sogar Ausrottung von nationalen/religiösen Minderheiten findet. Die ersten Christen waren auch mal Minderheit und sind im gesamten Römischen Reich 300 Jahre lang verfolgt worden; man hat sie u.a. den Löwen im Zirkus Maximus zum Fraß dargeboten worden. Heute geht man mit Minderheiten etwas zivilisierter um, am grundsätzlichen Erscheinungsbild ändert sich jedoch nichts.

    Daß die Kreuzigung von Jesus Christus ein billiges Argument für den Antisemitismus über 1000 Jahre lang war lag auf der Hand. Ursache ist diese Kreuzigung beileibe nicht. Ursache war - über die Andersartigkeit der Juden in Sprache, Kleidung, Gebräuche oder Religion hinaus- , daß wegen des kanonischen Zinsverbotes, da für die Juden nicht galt, einige von ihnen reiche Leute wurden, und damit archaische Neidkomplexe bedient wurden.

    Anlaß waren immer wirtschaftliche Notlagen infolge Hungersnöten und/Krankheitserscheinungen epidemischen Ausmaßes (Pest). MAn brauchte Sündenböcke und fand sie in der Minderheit der Juden (z.B. als "Brunnenvergifter"). In Rußland gab es deswegen Pogrome und es ist auch sehr bezeichnend, daß der Antisemitismus in Deutschland im Nachklang zur Weltwirtschaftskrise Akzeptanz fand.

    Die geistigen Grundlagen für den Antisemitismus in Deutschland indes wurden nicht von der Religion her geschaffen, sondern von einer Rassentheorie, die die Semiten als minderwertig, die germanische Rasse dagegen als allen anderen überlegen einstufte.

    Ein Mitschuld der RKK am Holocaust infolge Schweigens von Pius XII. ist m.E. weit hergeholt. Denn es ist durch nichts bewiesen, daß öffenltiche Apelle des Papstes etwas bewirkt hätte und wenn moralisch Mitschuldige gesucht werden, warum hat es keine Apelle von Churchill oderRoosevelt gegeben, und warum wurden keine Bahnlinien bombardiert um die Transporte der Juden in die Gaskammern zu verhindern?

    Seltsamerweise wird das aber nie thematisiert. Es ist immer nur von der Schuld der Deutschen/Deutschlands die Rede und vom Papst bzw. von der RKK.

    Regen Sie sich doch mal über sch selbst auf, immerhin sind Sie ja auch Deutscher und die haben doch wohl in erster Linie den Holocaust zu verantworten.
    Ich schlagen Ihnen vor die Historie durchzugehen und für jeden indirekt auch von Ihnen (als direkter Abkömmling) Ermordeten eine Busslitanei zu beten. Dann hätten Sie angemessen Ihre Betroffenheit kund getan. Asche auf Ihr Haupt!
    Ich finde übrigens die Worte Benedikts sehr ergreifend und angemessen.

    ach Luise, lass gut sein! (ein weites Feld).

    Tatsächlich ist mir bekannt, das Jesus von den Römern hingerichtet wurde.
    Und die darauf folgenden Jahrhunderte Geschichte und Kirchengeschichte kenn ich - vermutlich - genauso schlecht wie Sie;-)

    Was aber hat das jetzt eigentlich mit dem Thema des Zeit-Artikels zu tun?
    Ich dachte, ich hätte einen Kommentar zu einem Artikel geschrieben, der sich mit dem Thema "Papst gedenkt der Schoah-Opfer in Jad Vashem" befasst. Ich dachte, das Thema sei nicht Kirchengeschichte im Allgemeinen, sondern die Zeremonie, die Rede des Papstes in Gedenken an die in den Vernichtungslagern ermordeten Juden.

    Und ich möchte gerne ausdrücken, dass ich die zurückhaltende Art des Papstes, die zarten Bilder, die der Papst in seiner Rede findet (in denen er sich auf die Unvergänglichkeit der Namen, der von Gott ins Leben Gerufenen bezieht) menschlich wärmer empfinde als die von vielen offenbar so sehr vermissten (und durch telenovelas in ihrem Stil geformten) "großen Worte". Ich bin froh, dass dieser Papst so unendlich behutsam und ehrlich mit Sprache umgeht.

    Bevor Sie widersprechen: Bitte lesen Sie doch zum Exempel den Brief des Papstes an die Bischöfe nach Rücknahme der Exkommunikation Williamsons (diese Aufhebung war ja auch nie eine "Rehabilitation", wie man so oft und falsch lesen konnte, gar Wiedereinsetzung in Ämter oder kirchliche Dienste, sondern lediglich die Wiederzulassung eines Büßers zu den Sakramenten). Vielleicht lesen Sie auch nochmals die Regensburger Rede. Und vielleicht lesen Sie das, was da steht und nicht, was Sie meinen, das da stehn würde:-)

    Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass gerade Ihnen, der Sie sich doch über die Konsequenzen eines jahrhundertelangen Feindbild - Denkens der Kirche auf eine ziemlich polemische Art und Weise auslassen, ein Feindbild - Denken innewohnt, dass den Leser, noch mehr aber Sie selbst, bedenklich stimmen sollte. Ihr Feindbild heißt offensichtlich: Katholische Kirche.
    Herr "Sozialliberakl", natürlich ist es Ihnen gestattet, die Katholische Kirche zu kritisieren, natürlich soll es Ihnen unbenommen sein, fragwürdige Praktiken und Aussagen von Repräsentanten der römischen Kirche offen zur Disposition zu stellen.
    Aber: Kritisieren um des Kritisierens willen oder gar bloße emotionale Ausbrüche ohne Sinn und Zweck dienen in erster Linie dem Schüren von Hass und Pflegen von Feinbildern, um sich selbst seiner eigenen Identität durch Abgrenzung zu versichern.

    Grotesk ist der Vorwurf, dass Benedikt XVI. mit der Neuformulierung der Karfreitagsfürbitte die Kirche "theologisch ins Mittelalter" führe. Bereits vor einem Jahr schrieb der angesehene New Yorker Rabbiner Jacob Neusner, dass ja die Juden selbst in ihrer Liturgie täglich für die Bekehrung aller Nichtjuden beten. "So wenig wie das Christentum und der Islam Anstoß am israelitischen Gebet nehmen, sollte auch das heilige Israel keinen Einwand gegen das katholische Gebet erheben. Beide Gebote erfassen die Logik des Monotheismus und seine eschatologische Hoffnung." (Quelle: F.A.Z., Nr. 91 vom 20. April 2009, S. 29)
    Die Rücknahme der Exkommunikation gegenüber Williamson und einigen anderen war freilich ungeschickt und dilettantisch ausgeführt, dennoch ist darauf hinzuweisen, dass die Aufhebung der Exkommunikation eine rein innerkirchliche Angelegenheit ist (und mit "Rehabilitierung", wie immer wieder kolportiert wird, nichts zu tun hat).
    Ihr Ausfall bezüglich der Verwendung von Kondomen zeigt, dass es Sie offenbar nicht interessiert, was Benedikt auf seinem Flug nach Afrika wirklich gesagt hat: "Kondome lösen nicht das Problem von AIDS." Er hat Kondome also keineswegs rundheraus abgelehnt. Die Argumentation des Papstes ist gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass Kondome häufig gerade von Afrikanerinnen abgelehnt werden, weil deren Verwendung mit der Vorstellung verbunden ist, der Mann wolle "nur zum Spaß" den Beischlaf vollziehen und sei nicht bereit, die Verantwortung für (potenzielle) Kinder zu übernehmen.
    Im Übrigen ist Ihr Hinweis auf die Rolle der Kath. Kirche im Dritten Reich (mindestens) einseitig, da Sie den aktiven kirchlichen Widerstand gegen Tötungsprojekte wie "T4" ebenso außer Acht lassen wie beispielsweise die Enzyklika Mit brennender Sorge (März 1937), die die Ideologie des Nationalsozialismus scharf verurteilte.

    Ich bitte Sie, zu Ihren eigenen Gunsten auf solche inhaltslosen Polemiken hinkünftig zu verzichten.

    nicht der Stadthalter. Um Ruhe in Jerusalem zu bekommen gab er
    ihrem drängen nach, das ist Fakt.
    Für die Römer waren sie alle Terrorristen

    Interessant wie wenig Sie doch Geschichtskenntnisse besitzten und zugleich das moralisch-historische Urteil über den Papst sprechen, gleichsam den Stab über der Kirche brechen.
    Von einer tausendjährigen Judenverfolgung der Kirche weiß die Geschichte nichts, schon gar nicht von einer kollektiven, zielgerichteten Vernichtung wie sie das "Nazi-Regime" anstrebte. Vielmehr gab es ab dem Hochmittelalter sich anspannende kulturelle (man achte auf das Wort Kultus) und gesellschaftliche Spannungen. Zum Teil arteten diese in Pogrome der Bevölkerung gegen Juden aus, zum Teil wurden sie scheintheologisch vom niederen Klerus zementiert. Das Juden dabei jedoch meist unter den Schutz(-briefen) des Kaiser und der Fürstbischöfe standen, bleibt oft unerwähnt. Vor allem das theologische Polemiken beiderseits beliebt waren, hört man ebenfalls kaum. Man lese mal jüdische Schriften zur Person Jesu, interreligiöser Dialog ist das selten gewesen. Das die Juden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit durch kirchliche Institutionen schlecht behandelt, durch manchen Inquisitor (d.h. die (Zwangs-)Konvertiten) verflogt wurden, impliziert allerdings keinen allgemein gesellschaftlichen Judenhass, noch deren systematische Verfolgung. Der Antisemitismus der Gegenwart und des 20. Jh., besonders aber des "Nazi-Regimes" ist eine völlig abstruse Rassenlehre, deren grausame Existenz keinerlei theologische Grundlage hat oder je hatte, sondern ein abscheulicher Sozialdarwinismus ist. Das dennoch einige Christen Antisemiten war, zeugt nur davon, dass auch Christen auf solch schreckliche Verblendungen hereinfallen können oder sich von ihrem Glauben (an die Nächstenliebe) losreißen können um in barbarischen Taten Unheil und Schande druch ihre Gewalt zu verbreiten.
    Was die Shoah angeht für welche Kirche soll der Papst sprechen, die Deutsche?, wie könnte er für die Protestanten sprechen, für die Katholische Kirche in den Besatzungsländern, sie wurde selbst verfolgt, oder die Katholische Weltkirche und ihr angebliches Schweigen, dass doch in Rom soviele Juden vor der Deportation rettete, weil Pius XII. anordnete sie in Klöstern und Kirchen zu verstecken. Die Lage ist differenziert und komplizierter als sie manch Möchtegernhistoriker und Richter der Geschichte darstellt. Der Papst sprach in Yad Vashem (haben Sie die Zeremonie überhaupt verfolgt?) sein Entsetzen über dieses Verbrechen aus, verurteilte es und bekundete sein Mitfühlen mit den Opfern (explizit bei 6 Anwesenden). Man fragt sich wie man mehr persönliche Nähe fordern kann? Im Angesicht eines solchen Greuels und eines solchen Ortes wie Yad Vashem ist Schweigen lauter und bedeutsamer, ebenso wie die kurze und bewegende Rede des Papstes, als der medienwirksame Populismus die sich mancher Politiker gewünscht hätte.
    Ich bin froh, dass die Opfer der Shoah nicht zum medienpolitischen Spielball instrumentalisiert wurden. Ja ich bin froh, dass der Papst zu den Piusbrüdern und dem unsäglichen Bischof Williamson geschwiegen hat, denn diesen an dem Ort des Gedächtnisses, dass sie verleugnen, eine Plattform zu gewähren, dass wäre tatsächlich ein Hohn und ein Spott für die Opfer des "Nazi-Regimes" gewesen. Als Katholik bin ich froh, dass der Papst den Opfern auf ehrwürdige und stille Weise, wie man Verstrobene aber erst recht Ermordete ehrt, seine Nähe gezeigt hat und sich ihres Andenkens erinnert hat.

    "Dabei ist historisch durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus längst bewiesen, dass es allein der römische Statthalter Pontius Pilatus war, ohne die von der Kirche immer noch behauptete Forderung der Kreuzigung durch die Juden." Märchenstunde? Meines Wissens nach ist gar nichts bewiesen!

    • monalu
    • 15.05.2009 um 13:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr,

    es tut mir Leid, aber Sie haben offenbar selbst nichts begriffen! Sie sollten lieber auf die Frage eingehen, warum die Juden als Jesusmörder beschuldigt wurden? Da wissen Sie nämlich nicht weiter ;)

    MfG
    monalu

    • kw-muc
    • 18.05.2009 um 1:09 Uhr

    FÜr die Erklärung des Antisemitismus ist doch völlig wurscht, ob die Römer Jesus Christus gekreuzigt haben oder ob es vielleicht doch die Juden waren. Und es ist noch mehr wurscht, ob der Antisemitismus ein RKK-Antisemitismus war, denn was heißt denn das schon für eine ERklärung? Nichts! .

    Gewöhnlich ist zwischen Anlaß und Ursache zu unterscheiden und davon auch noch mal, mit welchen Argumenten man sein schändliches Tun exkulpiert.

    Antisemitismus ist ein soziales Phänomen, das seine Begründung in der Verfaßtheit der menschlichen Psyche findet und das sich in milderer Form als bloße Xenophobie, in stärkerer Form in der Diskriminierung, Vertreibung und sogar Ausrottung von nationalen/religiösen Minderheiten findet. Die ersten Christen waren auch mal Minderheit und sind im gesamten Römischen Reich 300 Jahre lang verfolgt worden; man hat sie u.a. den Löwen im Zirkus Maximus zum Fraß dargeboten worden. Heute geht man mit Minderheiten etwas zivilisierter um, am grundsätzlichen Erscheinungsbild ändert sich jedoch nichts.

    Daß die Kreuzigung von Jesus Christus ein billiges Argument für den Antisemitismus über 1000 Jahre lang war lag auf der Hand. Ursache ist diese Kreuzigung beileibe nicht. Ursache war - über die Andersartigkeit der Juden in Sprache, Kleidung, Gebräuche oder Religion hinaus- , daß wegen des kanonischen Zinsverbotes, da für die Juden nicht galt, einige von ihnen reiche Leute wurden, und damit archaische Neidkomplexe bedient wurden.

    Anlaß waren immer wirtschaftliche Notlagen infolge Hungersnöten und/Krankheitserscheinungen epidemischen Ausmaßes (Pest). MAn brauchte Sündenböcke und fand sie in der Minderheit der Juden (z.B. als "Brunnenvergifter"). In Rußland gab es deswegen Pogrome und es ist auch sehr bezeichnend, daß der Antisemitismus in Deutschland im Nachklang zur Weltwirtschaftskrise Akzeptanz fand.

    Die geistigen Grundlagen für den Antisemitismus in Deutschland indes wurden nicht von der Religion her geschaffen, sondern von einer Rassentheorie, die die Semiten als minderwertig, die germanische Rasse dagegen als allen anderen überlegen einstufte.

    Ein Mitschuld der RKK am Holocaust infolge Schweigens von Pius XII. ist m.E. weit hergeholt. Denn es ist durch nichts bewiesen, daß öffenltiche Apelle des Papstes etwas bewirkt hätte und wenn moralisch Mitschuldige gesucht werden, warum hat es keine Apelle von Churchill oderRoosevelt gegeben, und warum wurden keine Bahnlinien bombardiert um die Transporte der Juden in die Gaskammern zu verhindern?

    Seltsamerweise wird das aber nie thematisiert. Es ist immer nur von der Schuld der Deutschen/Deutschlands die Rede und vom Papst bzw. von der RKK.

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