Kampf gegen Piraten Scheindebatte um KSK-EinsatzSeite 2/2

Bei aller Kritik an den wohlfeilen Forderungen einiger deutschen Politiker: Gegen die Piraten muss tatsächlich mehr getan werden. Fast täglich werden Schiffe überfallen. Allein fünf deutsche Seeleute und drei Schiffe, die deutschen Reedern gehören, befinden sich momentan in der Hand der somalischen Seeräuber.

Doch die Lösung des Problems ist nicht mit Kriegsschiffen und Spezialeinheiten zu erreichen, die Lösung liegt an Land. Solange in Somalia keine staatlichen Strukturen existieren, die Seeräuber in der Region Puntland ganz offen Lager, Werften und Waffendepots unterhalten und die Hintermänner straffrei die Millionen aus den erpressten Lösegeldern einstreichen, solange wird sich die Piraterie nicht zurückdrängen lassen. Für jeden festgenommenen Seeräuber steht mindestens ein junger Mann als Nachfolger bereit.

Piraterie gedeiht besonders dort, wo es viele junge Männer ohne Zukunft, große Armut und Ungerechtigkeit gibt. Nur mit Soldaten lässt sich keine nachhaltige Bekämpfung des Seeraubs erreichen. Die Geberkonferenz für Somalia war der erste richtige Schritt.

Statt ständig neue militärische Schritte vorzuschlagen, sollten die Politiker besser prüfen, wie die Sicherheit der Seeschifffahrt in der Region verbessert werden kann. Entwicklungshilfe und eine Stärkung der staatlichen Autorität in Somalia sind Erfolg versprechender als die militärische Bekämpfung einiger Piratenboote. Eine Ausweitung des Konvoischutzes für Handelsschiffe sowie das Entsenden weiterer Kriegsschiffe in die Region könnten zumindest kurzfristig die Reedereien entlasten.

 
Leser-Kommentare
    • WIHE
    • 07.05.2009 um 16:34 Uhr

    abe rmit Raketen und Geschützen lassen sich die Piraten auf den Grund des Meeres versenken.

    Jeder gute Schuss bedeutet ein Problem weniger.

  1. "Eine Befreiungsaktion ist für die Polizisten und die Geiseln risikoreich und sollte nur erwogen werden, wenn die Verhandlungen um eine Freilassung gescheitert sind."

    Was fuer Verhandlungen ? Loesegeld ?!
    Anstatt das Problem einzudaemmen, ist das doch eine Motivation fuer die Piraten !

    Ein paar Wasserwerfer (Seewasser + CS) sind sehr effektiv, um Leute von der Reeling zu spuelen. Und fuer die hoechste Not hat jeder Freizeitsegler eine Schusswaffe an Bord - warum segnet man diesen Fakt nicht rechtlich ab ?! Diese Methode hat sich vorletzte Woche beim Piratenangriff auf ein Kreuzfahrtschiff bestaetigt (Spiegel), welches durch privates Wachpersonal erfolgreich verteidigt worden ist.

    Das ist guenstiger als Militaer oder gar grosszuegige Entwicklungshilfe fuer die Piraten.

    • th
    • 07.05.2009 um 18:49 Uhr

    fuhren die auch unter deutscher Flagge? Wenn nicht, warum nicht das Problem den "Heimat"-Ländern wie Panama, Liberia, Bahamas usw. überlassen?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service