Wirtschaftskrise Abschwung am US-Arbeitsmarkt verlangsamt sich
Die Arbeitslosenquote in den USA steigt auf den höchsten Stand seit 1983 – doch der Stellenabbau verliert an Tempo. Das gibt den US-Börsen Auftrieb

© Spencer Platt/Getty Images
Das Interesse an Arbeit ist groß, das Angebot dagegen weniger üppig: Wartende an einer Jobbörse
Die Arbeitslosenquote lag im April bei 8,9 Prozent – so hoch wie zuletzt 1983, teilte das Arbeitsministerium mit. Die Unternehmen bauten jedoch weniger Stellen ab als erwartet. Insgesamt fielen im April 539.000 Jobs weg. Allerdings gingen im April rund 160.000 Stellen weniger verloren als noch im Monat zuvor. Experten hatten im Vorfeld mit einem Verlust von deutlich mehr als 600.000 Stellen gerechnet.
"Ein kleiner Wermutstropfen ist zudem die Tatsache, dass die bessere Zahl im April teilweise auch durch eine steigende Beschäftigung im öffentlichen Dienst zustande kam", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass sich die Arbeitsplatzverluste im Trend abschwächten. Bei den Dienstleistern fielen 269.000 Jobs weg. Im Vormonat waren es noch 381.000 gewesen. Auch in der Industrie verlangsamte sich der Jobabbau.
Seit Beginn der Rezession in den USA haben die Unternehmen bereits 5,7 Millionen Jobs gestrichen. Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers hatte Mitte September die Finanzkrise eskalieren lassen, die mittlerweile die gesamte Weltwirtschaft erfasst hat. Viele Unternehmen versuchen seither in der Krise, die Kosten zu drücken und setzen dabei den Hebel zunächst beim Personal an.
Im März war die Arbeitslosenquote in den USA auf den 8,5 Prozent gestiegen. Angesichts der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten waren 663.000 Jobs verloren gegangen.
Anleger in den USA werteten die jüngsten Zahlen als Hoffnung darauf, dass der Abschwung bald ein Ende haben könnte. Der Dow Jones stieg bis zum Mittag amerikanischer Zeit um 1,4 Prozent auf 8529 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann rund 1,6 Prozent auf 922 Zähler. Auch Bank-Aktien notierten fester. Der Kurs des Branchenführers Bank of America legte fast vier Prozent zu, die Aktien von Citigroup sogar mehr als acht Prozent, Goldman Sachs-Anteile notierten 0,4 Prozent fester. Das Ende der Krise sei in Sicht, betonte Goldman-Chef Lloyd Blankfein.
- Datum 08.05.2009 - 19:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 2
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man hier:
http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/
Piepe
völlig recht . Die deutschen Mainstreammedien plappern nur noch nach. Plausibilitätsprüfung von irgendwelchen Zahlen und Indizes ist gleich Null.
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