Finanzkrise Milliardenprogramm für Hochschulen gefährdet

Bund und Länder wollen 18 Milliarden Euro für neue Studienplätze und Forschungsförderung bereitstellen - eigentlich. Doch um das geplante Paket gibt es nun Streit

275.000 neue Studienplätze bis 2015, eine Neuauflage der Exzellenzinitiative und 1,5 Milliarden Euro zur Förderung der Forschung - auf 3 insgesamt 18 Milliarden schwere Sonderprogramme hatten sich die Bildungsminister von Bund und Ländern im April geeinigt. Am 4. Juni stimmen die Minister der Länder über die Umsetzung ab, die Verabschiedung galt bisher als sicher.

Doch um das Paket gibt es nun Streit. Angesichts der Finanzkrise und unabsehbarer neuer Haushaltsrisiken will der Bund das Programm unter Haushaltsvorbehalt stellen. Die Länder hingegen verlangen verbindliche Finanzzusagen über die gesamte Laufzeit bis 2018.

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Klarheit darüber, ob die Programme am 4. Juni von Bund und Ländern besiegelt werden können, brachte am Donnerstag auch ein Treffen zwischen Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) mit den Staatskanzleien-Chefs der 16 Länder nicht. Diese hatten sich vor dem Treffen aber auf eine gemeinsame Position verständigt. Nach ihrem Willen sollen nun doch alle drei Sonderprogramme im ursprünglich geplanten Umfang verwirklicht werden. In der vergangenen Woche hatten noch acht CDU-geführte Länder in der Finanzministerkonferenz ein Veto gegen eine schnelle Verabschiedung eingelegt.

Bei dem Treffen machte de Maizière nach Teilnehmerangaben haushaltsrechtliche Vorbehalte geltend. Eine alte Bundesregierung könne die Nachfolgeregierung in der neuen Legislaturperiode nicht haushaltsmäßig binden. Mehrere Ländervertreter verwiesen darauf, dass es auch bei früheren Bund-Länder-Sonderprogrammen verbindliche längerfristige Abmachungen gegeben habe.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen machte Abstimmungsprobleme zwischen Bundesbildungsministerin Schavan und dem Kanzleramt für das ergebnislose Treffen verantwortlich. "Es kann nicht wahr sein, dass die Bildungsminister der Länder und des Bundes drei Monate lang über die Einzelheiten der wichtigen Sonderprogramme für Hochschulen und Forschung verhandeln, das Ergebnis aber dann zwischen der Bundesbildungsministerin und dem Kanzleramt nicht abgestimmt ist."

Noch am Mittwoch hatte Schavan auf einer Konferenz in Berlin über die Programme gesagt: "Sie werden am 4. Juni von der Konferenz der Regierungschefs des Bundes und der Länder beraten und verabschiedet."

Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, die SPD-Politikerin Ulla Burchardt, verlangte, die milliardenschweren Sonderprogramme "ohne jeden Abstrich" auf den Weg zu bringen. Deutschland brauche dringend mehr Studienplätze. Auch müsse mehr Geld in die Forschung fließen.

 
Leser-Kommentare
    • eras
    • 08.05.2009 um 16:40 Uhr

    ...auf der Zunge zergehen lassen. Diese Regierung, die gerade noch ruckzuck das Scheckbuch zückte, um mit monströsen Milliardensummen die Versager unter den Bankern aus ihrer selbstverschuldeten Misere zu kaufen, hat nun plötzlich echte Haushaltsbedenken bei den wirklich wichtigen Zukunftsinvestitionen für unser Land.

    Das grenzt ja schon fast an offene Sabotage.

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    Und genauso ruckzuck wird die Koalition 4 Milliarden Euro für Panzer locker machen, für die es noch nichtmal einen Prototyp gibt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623846,00.html

    DIESE Koalition hat definitiv in allen Bereichen abgewirtschaftet. Und es soll sich keiner der Illusion hingeben, eine F.D.P. hätte mehr für Bildung übrig.

    Und genauso ruckzuck wird die Koalition 4 Milliarden Euro für Panzer locker machen, für die es noch nichtmal einen Prototyp gibt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623846,00.html

    DIESE Koalition hat definitiv in allen Bereichen abgewirtschaftet. Und es soll sich keiner der Illusion hingeben, eine F.D.P. hätte mehr für Bildung übrig.

  1. Und genauso ruckzuck wird die Koalition 4 Milliarden Euro für Panzer locker machen, für die es noch nichtmal einen Prototyp gibt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623846,00.html

    DIESE Koalition hat definitiv in allen Bereichen abgewirtschaftet. Und es soll sich keiner der Illusion hingeben, eine F.D.P. hätte mehr für Bildung übrig.

    • cabrow
    • 10.05.2009 um 2:22 Uhr

    So sehr ich mehr Geld im Bildungssystem begrüße, so sehr verstehe ich nicht, wieso das vorhandene Geld nicht besser genutzt wird. Gut das würde Reformen an und in den verkrusteten Strukturen der Universitäten und der Professorenschaft erforden aber es wäre möglich.
    Nicht, dass ich vier Milliarden für Panzer und unmengen an Geld für Abwrack-Prämie, Banken Rettungspläne, etc. begrüßen würde, aber mehr Geld heilt nicht die Probleme, sondern verschiebt nur deren Lösung auf die nächste Legislaturperiode.
    Leider kann der einzelne Bürger nicht viel dagegen tun, dennoch sollte er bei dem kleinen Einfluss den er tätigen kann (wählen) darüber informiert sein und es im Hinterkopf behalten.

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