Interview Steinbrück bekräftigt Kritik an Steuerflucht

Der Finanzminister verteidigt im ZEIT-Gespräch die Gleichsetzung von Steueroasen wie der Schweiz und "Ouagadougou" – der Name der Hauptstadt klinge eben sehr lautmalerisch

Finanzminister Peer Steinbrück hat seine Kritik an Steuerflucht und Steuerfluchtländern bekräftigt. Viel Ärger hatte er sich mit der Gleichsetzung von Steueroasen wie der Schweiz und "Ouagadougou" eingehandelt. "Ich fand dieses Wort sehr lautmalerisch", sagte der Minister im Interview mit der ZEIT. "Manche Empörung, die es danach gab, war ja auch eher geschauspielert. Vor allem von solchen, die sich anlässlich ihrer Kontakte und Auftritte etwa in der Schweiz noch nicht hervorgetan haben, um unfaire oder kriminelle Praktiken zu bekämpfen."

Steinbrück schätzt die erwarteten Steuerverluste aus der Krise ähnlich hoch ein, wie Verluste durch Steuerhinterziehung: "Das ist die Dimension, um die es geht. Und darüber lächele ich nun nicht diplomatisch hinweg."

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Der Finanzminister ging zugleich mit der CSU hart ins Gericht. Die Parteizentrale in München plädiere für nicht finanzierbare Steuersenkungen, sagte Steinbrück. "Dort sitzt Herr Seehofer, der zu Hause ein riesiges Landesbankendesaster hat – und trotzdem munter die großen Erleichterungen verspricht. Unglaublich", erklärte Steinbrück.

Der Finanzminister kritisiert, beim gegenwärtigen Schuldenmachen würden dem Nachwuchs für die Zukunft zu hohe Lasten aufgebürdet. Auf die Frage, was er seinen und anderen Kindern zu sagen habe, erklärte Steinbrück: "Ich rate ihnen, dagegen zu demonstrieren." Zur Rentengarantie von Union und SPD erklärt er in dem Zusammenhang: "Ich kann jedenfalls alle verstehen, die fragen, ob das wirklich nötig war."

Auf die Frage, was geschehe, wenn die staatlichen Gelder zur Rettung aufgebraucht seien, antwortet Steinbrück: "Glauben Sie wirklich, ich könnte kurzfristig vor den Bundestag treten und mehr beantragen – und dafür eine Mehrheit bekommen?"

 
Leser-Kommentare
  1. Mit den entgangenen Steuern ließen sich die Krisenprobleme lösen und finanzieren.

    20 Trusts verfügen über ein Vermögen von 40 000 Milliarden Dollar!

    Schon von den Steuern auf die Zinsen könnten die Probleme gelöst werden! Ja, Steinbrück sticht da im Hornissennest herum, und das noch nicht einmal sehr intensiv: Eigentlich kitzelt er es nur ein wenig !

    Der Weltfinanzsystemexperte Dirk Solte,

    hat in seinem Buch "Weltfinanzsystem am Limit" - wie der Titel bereits ankündigt,
    die Weltfinanzsystemkrise 2007 in einem seiner Szenarien vorhergesagt. Dort sind die Weltfinanzsystem-Daten bis zur Ermüdung aufgeführt!

    Nun ist allerdings soeben sein Buch "Weltfinanzsystem in Balance" erschienen, das - kein bischen ermüdend, sondern elektrisierend, ausführt, wie sich mehrere Weltprobleme durch einen weltinnenpolitischen Paradigmenwechsel gleichzeitig lösen lassen:

    - das Weltfinanzsystem- und das Weltwirtschaftsproblem
    - das Klimakatastrophenproblem
    - das Armutsproblem und allgemeiner die Verwirklichung der Millenniumziele über einen Global Marshall Plan und damit das friedensgefährdende Gerechtigkeitsproblem.

    Einer seiner zentralen Gedanken:

    Eine Mehrwertsteuer auf Geld und Finanztransaktionen = Mehrgeldsteuer !!

    damit in Zukunft das meiste Geld nicht mit Geld, sondern mit innovativen Produkten geschöpft werden kann !

    Unter nachfolgendem Link die Grundgedanken der systemischen Lösung der Weltprobleme auf 10 Seiten (Leseprobe) : Bitte scrollen:

    http://news.forum-fuehrun...

  2. Gratulation, einfach genial –Herr Steinbrück-: Zum Ausgleich des "selbst verursachten" Schadens durch die Ihnen unterstehende Banken-Aufsicht „BaFin“ gleich so ganz viele kleine Sündenboecke (aufgetrieben) zu haben !!!

  3. es hätte sich mittlerweile herausgestellt, dass Ouagadougou gar keine Steueroase sei. Bin ich da falsch informiert?

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    Später, wann ist das?

  4. 4. Hm

    Peer Steinbrück als Kanzler? Ich weiß nicht. Sein diplomatisches Unvermögen hat er ja nun mehrfach unter Beweis gestellt.

    Aber Frank Steinmeier ist sicher nicht der ideale Kanzlerkandidat.

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    Später, wann ist das?

    Antwort auf
  5. Meinetwegen. Fangen Sie nicht schon wieder an mich in eine irrelevante Puderzuckerdiskussion zu verwickeln!

    Und vor allem: Schreiben Sie nicht mir zu, was Sie Peer Steinbrück zuschreiben sollten.
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    Später, wann ist das?

    Antwort auf

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