Armutsatlas Zerrissenes Deutschland
Eine Studie zeigt, wo in Deutschland Armut herrscht. Die regionalen Unterschiede sind dramatisch - vor allem zwischen Nord- und Süddeutschland

© Norbert Millauer/AFP/Getty Images
Armut in Deutschland: Die regionalen Unterschiede sind enorm
Am schlimmsten sieht es für die Menschen in Ostdeutschland aus. Dort drohen ganze Landstriche zu verarmen. Das geht aus dem "Armutsatlas für Regionen in Deutschland" hervor, den der Paritätische Gesamtverband zum ersten Mal veröffentlicht hat. "Der bloße Ost-West-Vergleich greift allerdings nicht mehr", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider, der die Studie am Montag in Berlin vorstellte. "Auch Westdeutschland ist sozial und regional tief zerrissen." Im Gegensatz zum Armutsbericht der Bundesregierung zeige die Studie erstmals Armut auf regionaler Ebene, sagte Schneider.
Die ärmste Region in Deutschland ist demnach Vorpommern. Dort leben 27 Prozent der Menschen an oder unter der Armutsschwelle. Am besten sieht es für die Menschen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg aus. Dort beträgt die Armutsquote nur 7,4 Prozent. Der Studie zufolge gilt als arm, wer 60 Prozent oder weniger als das mittlere Einkommen verdient. Für eine allein lebende Person sind das 764 Euro, für ein Paar ohne Kinder 1376 Euro. Die Zahlen aus dem "Armutsatlas" des Paritätischen Gesamtverbandes spiegeln den Stand von 2007 wider.
Wie erwartet liegen die höchsten Armutsquoten in Ostdeutschland, angeführt von Mecklenburg-Vorpommern mit 24,3 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt (21,5 Prozent) und Sachsen (19,6 Prozent). Die wenigsten Armen leben in Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von 10 Prozent und Bayern mit 11,7 Prozent. Im Bundesdurchschnitt leben 14,3 Prozent der Menschen unter der Armutsschwelle, im Westen 12,9 Prozent, im Osten 19,5 Prozent.
Anstelle der üblichen Ost-Westbetrachtung zeichnet der "Armutsatlas" eine Teilung Deutschlands in östliche, südliche und nordwestliche Länder. Am meisten Geld haben die Menschen demnach in den Ländern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Dort beträgt die Armutsquote knapp 11 Prozent. Mit 15 Prozent etwa in der Mitte liegen die nordwestdeutschen Bundesländer mit den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Dort leben fast 15 Prozent der Menschen unter der Armutsschwelle. In Ostdeutschland ist fast jeder Fünfte von Armut betroffen.
Hinzu kommen aber gravierende Unterschiede innerhalb einzelner Länder. Während der Atlas für die Ostländer eine sehr "homogene" Verteilung der Armut auf hohem Niveau aufweist, variiert die Armutsquote in Niedersachsen zwischen 12,4 Prozent in der Region Südheide und 20,3 Prozent in Ost-Friesland. Auch in den reicheren Ländern wie Bayern gibt es Unterschiede. In Oberfranken-Ost etwa liegt die Armutsquote mit 15,1 Prozent fast doppelt so hoch wie in der Region Oberland mit 7,7 Prozent. "Dort fehlt es an Arbeitsplätzen, dementsprechend wandern viele Menschen ab", sagte Schneider. Die Regionen befänden sich in einem "Teufelskreis der Verarmung".
Schneider fordert, die Programme der Bundesregierung zur Ankurbelung der Wirtschaft verstärkt regional auszurichten. Er kritisiert, dass zehn Milliarden Euro des Konjunkturpakets II, die für Zukunftsinvestitionen wie Bildung oder kommunale Infrastruktur vorgesehen seien, zu einem Drittel in die Bundesländer mit den geringsten Armutsquoten flössen. Auch die Abwrackprämie sei nicht geeignet, gegen Armut vorzugehen, da sie nur den Bürgern zugute komme, die sich einen Neuwagen leisten könnten. Um den Konsum in Deutschland zu stärken, müsse das Geld dahin gegeben werden, wo es am dringendsten gebraucht werde, sagte Schneider. Er forderte, den Hartz-IV-Regelsatz von derzeit 351 Euro auf 440 Euro zu erhöhen.
Werden die Menschen aber insgesamt in Deutschland immer ärmer? Der Studie zufolge nicht. Demnach nimmt Armut bundesweit sogar leicht ab. 2005 lag die Armutsquote bei 14,7 Prozent, zwei Jahre später bei 14,3 Prozent. Dabei gab es jedoch unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern. Während im Saarland Armut mit 1,4 Prozentpunkten am stärksten zunahm (16,8 Prozent), ging sie in den Stadtstaaten deutlich erkennbar zurück. Um 1,6 Prozentpunkte in Hamburg und um jeweils 2,2 Prozentpunkte in Bremen und Berlin. Gründe hierfür sieht Schneider in der "relativ guten wirtschaftlichen Entwicklung der Städte" in den vergangenen Jahren.
- Datum 11.06.2009 - 15:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Das sage ich hier schon seit geraumer Zeit, bisher wurde dem auch von Seiten anderer User mit Vehemenz widersprochen.
Es wird Zeit dass dies auch mit Statistiken nachgewiesen wird, ohne diese Zahlenkolonnen scheint in Deutschland niemand etwas zu glauben.
Das prallt auf das tief verwurzelte Bedürfnis nach Homogenität, trotz der eigentlich sehr bunten deutschen Regionen. Und wer mit einem in die Schweiz ausgewanderten Sachse redet der hört er komme aus "Deutschland", und daheim in "Deutschland" sei alles XY ... oder Schlagzeilen wie "Deutsches Schulsystem XY" (dabei gibt es dies nicht einmal formal, sondern es gibt 16 Schulsysteme da Länderkompetenz).. jeder kennt diese Beispiele die immer mit "Deutschland" anfangen oder enden. Das beißt sich grundsätzlich mit der Realität. Für mich persönlich ist dies eine sehr positive Sache. Es wäre ja auch langweilig wenn die ganzen Klischees stimmten, und die Frustrierten die versuchen die Republik über einen Kamm zu scheren in ihrem Lamento wirklich recht hätten.
Armut und Einkomen gehen Hand in Hand. Die durchschnittlichen Einkommen reichen von lediglich um die 1500 Euro im Zwickauer Land (niedrigste Einkommen) bis hin zu kapp über 5.000 Euro in München (höchste Einkommen). Auch hier ist ein Durchschnitt von bedingter Aussagekraft, zusätzlich zu den niedrigen Einkommen ist die Arbeitslosigkeit im Zwickauer Land auch signifikant höher als in München. Man muss also viele viele einzelne Faktoren betrachten um ein echtes Bild zu gewinnen. Auch diese Studie krankt letztendlich daran einen einzelnen Faktor zu generalisieren.
Wenigstens kratzt dies endlich in breiter Öffentlichkeit an diesem Bild dass die Bundesrepublik ökonomisch in "Ost" und "West" geteilt sei. Der jetzige Zustand ist ohnehin eine Rückkehr zur "Normalität", unterbrochen von den Weltkriegen und deren Folgen. Historisch war der Süden schon immer ökonomisch stärker als der Norden. Lediglich das Rheinland hat da in der Industrialisierung eine Ausnahme gemacht, wegen der dort gefundenen Kohle natürlich.
Wir haben es mit einem starken Nord-Süd Gefälle zu tun.
Was ich mir wünschen würde, ich weiss dies ist ein leider wohl zu frommer Wunsch, dass in Konsequenz keine neue Runde von "Umverteilung" eingeläutet wird - die Süddeutschen schicken schon heute zig Milliarden an Kaufkraft über diverse Kanäle gen Norden - sondern dass man es wenigstens EINMAL umgekehrt macht: was machen die besser? Ganz ohne falschen Stolz.
Ja, auch und gerade von Bayern kann man hier zB lernen wenn man bedenkt dass sich Bayern seit den 1970ern von einem wirtschaftlichen Schlußlicht zum Kraftzentrum der bundesdeutschen Wirtschaft entwickelt hat. Dass Baden-Württemberg je nach Statistik gleichauf oder etwas besser dasteht als Bayern ist lediglich der Geographie geschuldet, Bayern hat viele Randregionen zu Tschechien und den Neuen Ländern während Baden-Württemberg an Frankreich, die Schweiz, Hessen und Bayern grenzt - die Made im Speck. Und, das wird im durchideologisierten Deutschland sicherlich besonders schwer fallen, die CSU hat hier einen entscheidenden Anteil. Gentlemen sind auch in der Lage die gute Leistung von Gegnern anzuerkennen.
Sicherlich, ein analytischer Blick über die (Landes-)Grenzen hat noch niemandem geschadet; und wer dabei nicht nur schaut, was besser läuft, sondern auch warum, der wird vielleicht sogar feststellen, dass der ein oder andere Ansatz - mit einigen Modifikationen - auch auf die Verhältnisse im eigenen Land übertragbar sein könnte. Das allerdings erfordert Denken in längeren Zeiträumen als kurzfristig bis zur nächsten Wahl. Und wer nicht will, dass langfristig eine Abwanderung aus strukturschwachen Ländern in die besser aufgestellten Nachbarländer stattfindet, der wird - zumindest mittelfristig - um einen finanziellen Länderausgleich nicht herumkommen; auch wenn der über kurz oder lang freilich nie ausreichend sein wird, um die Probleme in gewissen Regionen in den Griff zu bekommen. Aber der Blick über die Grenze tut eben auch den besser aufgestellten Ländern gut; ob konstruktive Vorschläge zur Entwicklung, Geld oder Staatsaufträge - Solidarität mit den Nachbarn zahlt sich in einer mobilen Welt aus, wenn man einem möglichen Armuts-Import vorbauen möchte.
>Was ich mir wünschen würde, ich weiss dies ist ein leider wohl zu frommer Wunsch, dass in Konsequenz keine neue Runde von "Umverteilung" eingeläutet wird - die Süddeutschen schicken schon heute zig Milliarden an Kaufkraft über diverse Kanäle gen Norden - sondern dass man es wenigstens EINMAL umgekehrt macht< > Ja, auch und gerade von Bayern kann man hier zB lernen wenn man bedenkt dass sich Bayern seit den 1970ern von einem wirtschaftlichen Schlußlicht zum Kraftzentrum der bundesdeutschen Wirtschaft entwickelt hat.<
Sie vergessen hierbei, das Bayern VOR den 1970ern vom Länderausgleich profitiert hat, und auch deswegen heute so gut dasteht. Ich finde, das die Bayern, nun wo es ihnen gut geht, auch in die umgekehrte Richtung solidarisch ist.
Sie egeben aber sicher zu , dass der Aufstieg vom Agrar- zum Hich Tech Land, vom ehemals reichen NRW unterstützt, nicht die Belastungen provoziert hat, die der Einbruch von Stahl- und Kohleindustrie in NRW nach sich gezogen hat.
Die Abmilderung der Folgen von Massenarbeitslosigkeit hat leider überholte Strukturen gefestigt. Aber wer hätte entsprechend konsequent und hart vorgehen können. NRW wäre Meckenleburg Vorpommern vor der Wiedervereinigung gewesen und an derartigen sozialen Verwerfungen hätte weder Bayern noch Baden Württemberg ein Interesse gehabt.
"Der jetzige Zustand ist ohnehin eine Rückkehr zur "Normalität", unterbrochen von den Weltkriegen und deren Folgen. Historisch war der Süden schon immer ökonomisch stärker als der Norden."
Die historischen ökonomisch wichtigsten Gebiete Deutschlands lagen im Ruhrgebiet, in Sachsen und in Schlesien. Nur mal so am Rande.
Davon abgesehen ist es manchmal auch erhellend die Ursachen der heutigen ökonmischen Erfolge und deren Auswirkungen genauer zu betrachten. Auch wie der tolle "Süden" am Leben gehalten wird ist bei näherer Betrachtung bestimmt interessant.
___________________________________________________________
Ich fordere für alle Personen in Führungsverantwortung.
- jährlich eine Woche Sozialarbeit
- wöchentlich 3Stunden Geschichtsunterricht
- eine monatliche Buchbesprechung eines Science-Fiction-Romans.
An Baden-Württemberg und Bayern sind rot-grüne Abenteuer zumindest auf Landesebene gottseidank vorbeigegangen. Beide Länder werden
über lange Jahre hinweg ( oft Jahrzehnte! mit einer absoluten Mehrheit )
von der CDU/CSU regiert. Und? Wir gehören damit zu den erfolgreichsten Regionen nicht in Deutschland, sondern in der ganzen EU.
Ob´s da wohl Zusammenhänge gibt?
Sicherlich, ein analytischer Blick über die (Landes-)Grenzen hat noch niemandem geschadet; und wer dabei nicht nur schaut, was besser läuft, sondern auch warum, der wird vielleicht sogar feststellen, dass der ein oder andere Ansatz - mit einigen Modifikationen - auch auf die Verhältnisse im eigenen Land übertragbar sein könnte. Das allerdings erfordert Denken in längeren Zeiträumen als kurzfristig bis zur nächsten Wahl. Und wer nicht will, dass langfristig eine Abwanderung aus strukturschwachen Ländern in die besser aufgestellten Nachbarländer stattfindet, der wird - zumindest mittelfristig - um einen finanziellen Länderausgleich nicht herumkommen; auch wenn der über kurz oder lang freilich nie ausreichend sein wird, um die Probleme in gewissen Regionen in den Griff zu bekommen. Aber der Blick über die Grenze tut eben auch den besser aufgestellten Ländern gut; ob konstruktive Vorschläge zur Entwicklung, Geld oder Staatsaufträge - Solidarität mit den Nachbarn zahlt sich in einer mobilen Welt aus, wenn man einem möglichen Armuts-Import vorbauen möchte.
>Was ich mir wünschen würde, ich weiss dies ist ein leider wohl zu frommer Wunsch, dass in Konsequenz keine neue Runde von "Umverteilung" eingeläutet wird - die Süddeutschen schicken schon heute zig Milliarden an Kaufkraft über diverse Kanäle gen Norden - sondern dass man es wenigstens EINMAL umgekehrt macht< > Ja, auch und gerade von Bayern kann man hier zB lernen wenn man bedenkt dass sich Bayern seit den 1970ern von einem wirtschaftlichen Schlußlicht zum Kraftzentrum der bundesdeutschen Wirtschaft entwickelt hat.<
Sie vergessen hierbei, das Bayern VOR den 1970ern vom Länderausgleich profitiert hat, und auch deswegen heute so gut dasteht. Ich finde, das die Bayern, nun wo es ihnen gut geht, auch in die umgekehrte Richtung solidarisch ist.
Sie egeben aber sicher zu , dass der Aufstieg vom Agrar- zum Hich Tech Land, vom ehemals reichen NRW unterstützt, nicht die Belastungen provoziert hat, die der Einbruch von Stahl- und Kohleindustrie in NRW nach sich gezogen hat.
Die Abmilderung der Folgen von Massenarbeitslosigkeit hat leider überholte Strukturen gefestigt. Aber wer hätte entsprechend konsequent und hart vorgehen können. NRW wäre Meckenleburg Vorpommern vor der Wiedervereinigung gewesen und an derartigen sozialen Verwerfungen hätte weder Bayern noch Baden Württemberg ein Interesse gehabt.
"Der jetzige Zustand ist ohnehin eine Rückkehr zur "Normalität", unterbrochen von den Weltkriegen und deren Folgen. Historisch war der Süden schon immer ökonomisch stärker als der Norden."
Die historischen ökonomisch wichtigsten Gebiete Deutschlands lagen im Ruhrgebiet, in Sachsen und in Schlesien. Nur mal so am Rande.
Davon abgesehen ist es manchmal auch erhellend die Ursachen der heutigen ökonmischen Erfolge und deren Auswirkungen genauer zu betrachten. Auch wie der tolle "Süden" am Leben gehalten wird ist bei näherer Betrachtung bestimmt interessant.
___________________________________________________________
Ich fordere für alle Personen in Führungsverantwortung.
- jährlich eine Woche Sozialarbeit
- wöchentlich 3Stunden Geschichtsunterricht
- eine monatliche Buchbesprechung eines Science-Fiction-Romans.
An Baden-Württemberg und Bayern sind rot-grüne Abenteuer zumindest auf Landesebene gottseidank vorbeigegangen. Beide Länder werden
über lange Jahre hinweg ( oft Jahrzehnte! mit einer absoluten Mehrheit )
von der CDU/CSU regiert. Und? Wir gehören damit zu den erfolgreichsten Regionen nicht in Deutschland, sondern in der ganzen EU.
Ob´s da wohl Zusammenhänge gibt?
"Für eine allein lebende Person sind das 764 Euro, für ein Paar ohne Kinder 1376 Euro."
Frage: Gilt das überall?
Ich glaube, es ist schon etwas anderes, wenn man mit 764 Euro in Rostock oder mit dem selben Betrag in München auskommen muss.
Na ich sehe das so, viele Menschen aus anderen Bundesländern denken immer hier oben hätten wir nur geringe Lebenskosten, nur ist das leider nicht ganz der Fall. Die Mieten,Lebensmittel und andere Verbindlichkeiten des täglichen Lebens ,sind im Vergleich zu Großstädten und anderen Bundesländern teils erheblich höher.
Wenn man von den knapp 800 Euros nur die Kosten für Miete,Strom usw. abzieht bleibt den Leuten nicht mehr wirklich viel zum Leben und man muss sagen die Leute die dieses Geld zur Verfügung haben gehen meist arbeiten.
Ich kann mir erhlich gesagt nicht Vorstellten das jemand der München lebt und arbeitet so ein Gehalt bekommt, wahrscheinlch würde er dafür nicht mal zur Arbeit gehen.
Na ich sehe das so, viele Menschen aus anderen Bundesländern denken immer hier oben hätten wir nur geringe Lebenskosten, nur ist das leider nicht ganz der Fall. Die Mieten,Lebensmittel und andere Verbindlichkeiten des täglichen Lebens ,sind im Vergleich zu Großstädten und anderen Bundesländern teils erheblich höher.
Wenn man von den knapp 800 Euros nur die Kosten für Miete,Strom usw. abzieht bleibt den Leuten nicht mehr wirklich viel zum Leben und man muss sagen die Leute die dieses Geld zur Verfügung haben gehen meist arbeiten.
Ich kann mir erhlich gesagt nicht Vorstellten das jemand der München lebt und arbeitet so ein Gehalt bekommt, wahrscheinlch würde er dafür nicht mal zur Arbeit gehen.
...massiven Vermögenstransfers in die "neuen" Bundesländer.
Der Report kommt einer Bankrotterklärung des Anschlusses der DDR an die BRD gleich.
Nach der Wende wurde über 80% der (zugegeben maroden) Industrieproduktion im Osten abgewickelt. Das an die Ossis transferierte Geld wurde und wird von diesen notgedrungen für Waren ausgegeben, die im Westen produziert werden - und fließt auf diese Weise dahin, wo es herkam. Die Infrastrukturprojekte wurden ebenfalls größtensteils von Firmen aus den alten BL an Land gezogen. Im Osten blieb da eben nicht viel. Der einzige Grund, warum im Osten die Zahlen nicht viel erschreckender sind, ist die öffentliche Verwaltung als Arbeitgeber - als einziger Arbeitgeber, vor allem an der Peripherie.
Am Ende gibts in einer teilweise menschenverlassenen Gegend wie der Uckermark oder Vorpommern Geisterdörfer mit schönen neuen Straßen, das bei sibirischer Bevölkerungsdichte. Trotzdem wird dort die gesamte Infrastruktur irgendwie am Laufen gehalten, für drei Restomas pro Dorf. Schuldenfreies Wirtschaften ist so schlicht unmöglich - aber blühende Landschaften sind's schon, vor allem jetzt im Mai.
Nach der Wende wurde über 80% der (zugegeben maroden) Industrieproduktion im Osten abgewickelt. Das an die Ossis transferierte Geld wurde und wird von diesen notgedrungen für Waren ausgegeben, die im Westen produziert werden - und fließt auf diese Weise dahin, wo es herkam. Die Infrastrukturprojekte wurden ebenfalls größtensteils von Firmen aus den alten BL an Land gezogen. Im Osten blieb da eben nicht viel. Der einzige Grund, warum im Osten die Zahlen nicht viel erschreckender sind, ist die öffentliche Verwaltung als Arbeitgeber - als einziger Arbeitgeber, vor allem an der Peripherie.
Am Ende gibts in einer teilweise menschenverlassenen Gegend wie der Uckermark oder Vorpommern Geisterdörfer mit schönen neuen Straßen, das bei sibirischer Bevölkerungsdichte. Trotzdem wird dort die gesamte Infrastruktur irgendwie am Laufen gehalten, für drei Restomas pro Dorf. Schuldenfreies Wirtschaften ist so schlicht unmöglich - aber blühende Landschaften sind's schon, vor allem jetzt im Mai.
...dann bitte noch den Elendsatlas, wo es ans Eingemachte geht, sprich die absolute und nicht mehr bloß relative Armut! Wo in Deutschland mag man wohl am ehesten auf fliegenübersäte, zu Skeletten abgemagerte Unterschichtkinder treffen, die sterbend auf zerbröckelnden Bürgersteigen liegen? Behaupte niemand, dergleichen gäbe es nicht auch hierzulande...
Sicherlich, ein analytischer Blick über die (Landes-)Grenzen hat noch niemandem geschadet; und wer dabei nicht nur schaut, was besser läuft, sondern auch warum, der wird vielleicht sogar feststellen, dass der ein oder andere Ansatz - mit einigen Modifikationen - auch auf die Verhältnisse im eigenen Land übertragbar sein könnte. Das allerdings erfordert Denken in längeren Zeiträumen als kurzfristig bis zur nächsten Wahl. Und wer nicht will, dass langfristig eine Abwanderung aus strukturschwachen Ländern in die besser aufgestellten Nachbarländer stattfindet, der wird - zumindest mittelfristig - um einen finanziellen Länderausgleich nicht herumkommen; auch wenn der über kurz oder lang freilich nie ausreichend sein wird, um die Probleme in gewissen Regionen in den Griff zu bekommen. Aber der Blick über die Grenze tut eben auch den besser aufgestellten Ländern gut; ob konstruktive Vorschläge zur Entwicklung, Geld oder Staatsaufträge - Solidarität mit den Nachbarn zahlt sich in einer mobilen Welt aus, wenn man einem möglichen Armuts-Import vorbauen möchte.
>Was ich mir wünschen würde, ich weiss dies ist ein leider wohl zu frommer Wunsch, dass in Konsequenz keine neue Runde von "Umverteilung" eingeläutet wird - die Süddeutschen schicken schon heute zig Milliarden an Kaufkraft über diverse Kanäle gen Norden - sondern dass man es wenigstens EINMAL umgekehrt macht< > Ja, auch und gerade von Bayern kann man hier zB lernen wenn man bedenkt dass sich Bayern seit den 1970ern von einem wirtschaftlichen Schlußlicht zum Kraftzentrum der bundesdeutschen Wirtschaft entwickelt hat.<
Sie vergessen hierbei, das Bayern VOR den 1970ern vom Länderausgleich profitiert hat, und auch deswegen heute so gut dasteht. Ich finde, das die Bayern, nun wo es ihnen gut geht, auch in die umgekehrte Richtung solidarisch ist.
Sie egeben aber sicher zu , dass der Aufstieg vom Agrar- zum Hich Tech Land, vom ehemals reichen NRW unterstützt, nicht die Belastungen provoziert hat, die der Einbruch von Stahl- und Kohleindustrie in NRW nach sich gezogen hat.
Die Abmilderung der Folgen von Massenarbeitslosigkeit hat leider überholte Strukturen gefestigt. Aber wer hätte entsprechend konsequent und hart vorgehen können. NRW wäre Meckenleburg Vorpommern vor der Wiedervereinigung gewesen und an derartigen sozialen Verwerfungen hätte weder Bayern noch Baden Württemberg ein Interesse gehabt.
Handelt es sich bei den genannten Zahlen um Brutto- oder Nettwowerte? In einem Land, in dem die Bürger einen Grossteil Ihrer Zeit damit verbringen, Geld zu verdienen, das sie nie zu Gesicht bekommen, weil der Staat es ihnen ungefragt gleich wieder wegnimmt, ist diese Frage vielleicht durchaus relevant. Ausserdem würde ich von einer Zeitung wie der ZEIT derartige Feinheiten bereits im Artikel selbst erwarten, anstatt irgendwelcher hingerotzter Zahlen, die man durchaus in Frage stellen kann(Sorry für die Ausdrucksweise, aber jeder hat so seine Allergien).
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