Die Anti-Nachrichtenfotos

Munich | © Jörg Koopmann
Der Münchner Fotograf Jörg Koopmann zeigt uns eine Welt, verborgen unter Camouflage. Mal ist das wörtlich zu nehmen, mal metaphorisch. Wir sehen uneindeutige Bilder, Plätze der Angst, der Gewalt oder des Terrors.
Doch Koopmann lässt das Ereignis weg. Stattdessen begibt er sich auf die Nebenschauplätze, ins Danach. Die Botschaft entsteht implizit. Häusereingänge unter Tarnnetzen, am russischen Großstadtrand. Friedliche Straßenszenen aus Genua, nach den Krawallen zum G-8-Gipfel. Herumalbernde Jungs auf Bahngleisen, zu denen sich erst mit der Ortsangabe bleischwere Bedrückung anschleicht. Die Gleise liegen in Auschwitz.
Die Fotos des 41-Jährigen sind vielschichtig, ihre Komposition unstatisch. Auf ihnen flackert Leben. Fotografie bedeute immer, dass einer ins Bild laufen könne, heißt es im Buch. Genau daraus gewinnen seine Bilder ihre Spannung.
- Datum 29.05.2009 - 16:06 Uhr
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